In der U-Bahn

Dort, wo es eine U-Bahn (oder ein vergleichbares Massentransportmittel) gibt, ist sie in der Regel eine gute Möglichkeit, sich in einer größeren Stadt fortzubewegen. Die Preise sind viel niedriger als bei einem Taxi, die Verbindungen sehr schnell und das System wegen der ausführlichen Beschilderung und der Liniennetzpläne in den Stationen auch für Ortsfremde leicht zu durchschauen - im Gegensatz zu vielen Stadtbussen. Allerdings ist nirgendwo sonst das Risiko von Taschendiebstählen so hoch wie hier.

Die DOs und DON'Ts

Mit Taschendieben rechnen

U-Bahn-Systeme sind ein bevorzugtes Jagdrevier für Taschendiebe, die oft in Gruppen arbeiten und meistens nicht wie Diebe aussehen. (Wie sieht eigentlich ein Dieb aus?) Trotzdem kann man in manchen Fällen Taschendiebe erkennen. Wenn Du eines oder mehrere der folgenden Alarmzeichen registrierst, ist möglicherweise etwas im Gange:

  • Jemand stellt sich dicht neben Dich, ohne dass es nötig wäre. Die meisten Menschen halten die natürliche Intimdistanz ein.
  • Jemand wechselt während der Fahrt die Position in der Bahn und kommt dabei näher an Dich heran oder berührt Dich im Vorbeigehen.
  • Beim Einsteigen wirst Du geschoben. Das Einsteigen ist überhaupt der gefährlichste Moment, Taschendiebe suchen sich in der Regel ihre Opfer bereits auf dem Bahnsteig aus.
  • Jemand trägt für die Jahreszeit unpassende Kleidung, z.B. eine Jacke über dem Arm trotz heißem Wetter. Sie dient oft als Sichtschutz für flinke Hände.
  • Taschendiebe tragen fast immer einen Behälter für die Beute bei sich; das ist normalerweise eine Tasche, die offen, aber nicht einsehbar ist, z.B. eine Aktentasche mit Klappe oder ein Umhängebeutel.
  • Du wirst bekleckert, und jemand weist Dich darauf hin.
  • Es entsteht plötzlich ohne erkennbaren Grund Unruhe in der Bahn, oder es wird plötzlich eng, obwohl genug Platz wäre.

Wenn Du glaubst, einen Taschendieb erkannt zu haben, solltest Du Blickkontakt aufnehmen und ihm zu verstehen geben, dass Du ihn gesehen hast. Falls Dir das unhöflich vorkommt: Taschendiebe werden oft nur deshalb nicht erwischt, weil sie die Höflichkeit ihrer Opfer gezielt ausnutzen. Weniger auffällig, aber auch effektiv ist es, wenn Du in der Bahn die Position wechselst, z.B. einfach einen Meter weiter gehst. Ein Taschendieb muss darauf ebenfalls mit einer Bewegung reagieren, normale Fahrgäste nicht.

Daypack niemals auf dem Rücken tragen

Grundsätzlich: was Du nicht ständig im Blick behalten kannst, solltest Du nicht in die U-Bahn mitnehmen. Ein Daypack gehört nicht auf den Rücken, dort ist es viel zu leicht zu öffnen oder mit einer Rasierklinge aufzuschlitzen. Außerdem stößt Du damit ständig irgendwo an.

Wertsachen wegstecken

Gib den Dieben keine Gelegenheit! Lass alles im Hotel, was Du nicht brauchst. Wertsachen sollten nicht offen sichtbar sein. Die Kamera gehört in das große Fach Deines Daypacks, und zwar möglichst weit nach unten, z.B. unter einen Pulli oder Fleece. Das vordere, kleine Fach ist kein sicheres Versteck für eine Geldbörse. Hosentaschen, auch die Vordertaschen sind kein sicheres Versteck für Geld, Schlüssel oder Kreditkarten. Eine Bauchtasche ist kein sicheres Versteck für Reisepass, Kamera oder Smartphone.

Rush Hour vermeiden

Das Wort "Massentransportmittel" ist ernst gemeint. In den Morgenstunden (weniger am Abend) sind die U-Bahn-Systeme der meisten Großstädte gepackt voll. Das ist nichts für Klaustrophobiker. Als Tourist hast Du fast immer die Möglichkeit, die Spitzenzeiten zu vermeiden, und solltest das auch tun.

Nicht mit großem Gepäck fahren

Der Transport großer Gepäckstücke in der U-Bahn ist manchmal gar nicht erlaubt. Praktabel ist es auf keinen Fall, denn die Platzverhältnisse lassen Rucksäcke oder Koffer oft nicht zu. Wenn Du es doch versuchst, bist Du Primärziel für alle Taschendiebe in der Nähe, denn Du bist in Deiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und generell leicht abzulenken.

Volle Züge weiterfahren lassen

Oft kommt direkt hinter einem gepackt vollen Zug ein relativ leerer. Das liegt daran, dass der volle Zug durch die verlängerten Ein- und Aussteigezeiten immer langsamer unterwegs ist, während der leere Zug leer bleibt, weil er immer in Stationen einfährt, in denen unmittelbar vorher ein Zug abgefahren ist.

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