Wäsche-Management

Bei Reisen mit leichtem Gepäck kannst Du nicht beliebig viel Kleidung mitnehmen, deshalb ist Wäsche waschen unterwegs eine sehr häufige Situation. Es lohnt sich, eine Strategie zu entwickeln, wie Du Dir das Leben hier möglichst angenehm (oder möglichst wenig unangenehm) machen kannst.

Wäsche sparen

Ein No-Brainer: je seltener Du waschen musst, desto weniger Umstände hast Du damit.

Paradoxerweise bedeutet Wäsche sparen, dass Du öfter mal die Klamotten wechseln musst. Ich habe auf Reisen (besonders in warmen Ländern) immer mehrere Sätze Oberbekleidung gleichzeitig in Gebrauch, und zwar in verschiedenen Verschmutzungsstadien. Die sauberen Sachen kommen erst dann zum Einsatz, wenn nicht mehr die Gefahr besteht, sie gleich wieder einzusauen bzw. durchzuschwitzen: abends nach dem Duschen bzw. nach Sonnenuntergang. Wenn ich am nächsten Tag eine Aktivität vor habe, die mit Schmutz, Hitze oder Anstrengung verbunden ist, nehme ich dafür lieber ein T-Shirt, das schon getragen wurde.

Auf diese Art werden die Kleidungsstücke in der Regel mehrmals benutzt, bevor sie im Wäschebeutel landen. (Und ich beneide nicht die Mitarbeiter der Wäschereien, die das Ding anschließend in die Finger kriegen.)

Vorausschauend anziehen

Normalerweise weißt Du vorher, dass Du in Situationen kommen wirst, wo die Kleidung leidet. Wenn Du einen ganzen Tag lang bei 35 Grad mit vollem Gepäck und einfachsten Verkehrsmitteln von A nach B fährst, wirst Du hinterher wahrscheinlich nicht besonders gut riechen, und zwar unabhängig davon, ob Deine Wäsche morgens noch einen zarten Blütenduft hatte. Verschwende nicht Deine sauberen Sachen für solche Tage!


Wäschereien

Die bequemste Art, saubere Wäsche zu bekommen, ist sie von anderen waschen zu lassen. Leider ist das auch die teuerste Methode (aber je nach Preismodell oft sehr bezahlbar). Außerdem besteht hier ein nicht ganz zu vernachlässigendes Risiko, dass Kleidung beschädigt wird oder verloren geht, was besonders bei teuren Hi-Tech-Klamotten ärgerlich ist.

Wäschereien haben aber auch große Vorteile:

  • Du musst Dir keine Gedanken machen, wie Du die Wäsche trocken bekommst.
  • Du kannst in der Zeit etwas unternehmen, das mehr Spaß macht als Wäsche waschen.

Preismodelle: "Load Concept", "Weight Concept" und "Piece Concept"

Wäschereien berechnen den Preis entweder pro Maschinenladung ("Load Concept"), pro Kilo ("Weight Concept") oder pro Wäschestück ("Piece Concept"), wobei es beim Piece Concept unterschiedliche Preise für unterschiedliche Arten von Wäsche gibt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass das Piece Concept wesentlich teurer ist. Besonders kleine Wäschestücke wie Unterwäsche oder Socken gehen hier unverhältnismäßig ins Geld, während die Reinigung von Jacken oder Hosen manchmal gar nicht viel mehr kostet als ein BH. Das Piece Concept ist weit verbreitet in Wäschereien in Industrieländern oder besseren Hotels.

DO's und DON'Ts

Liste aller Wäschestücke machen

Mache Dir in Deinem Notizbuch eine Liste aller Wäschestücke, die Du abgegeben hast, und vergleiche sie bei Abholung mit dem Inhalt des Pakets. Nicht immer werden alle Deine Sachen in derselben Maschine gewaschen, und es passieren Fehler bei der Zuordnung der einzelnen Teile zu den Kunden.

Wäsche nicht unnötig lange liegen lassen

Erkundige Dich beim Abgeben, wann die Wäsche fertig ist, und versuche, sie etwa zu der angegebenen Zeit wieder abzuholen. Wenn Du Deine Wäsche tagelang liegen lässt, kann es Dir passieren, dass vertauschte Teile bereits von einem anderen Kunden abgeholt wurden. Ob und wann die zurück gegeben werden, ist Zufall. (Aber keine Panik: meistens werden sie innerhalb von 24 Stunden zurück gegeben.)

Nicht kurz vor der Abreise waschen lassen

Wenn Du kurz vor der Weiterreise noch etwas in die Wäscherei gibst, riskierst Du, dass die Wäsche nicht fertig ist, wenn Du sie brauchst – besonders wenn Du Teile dabei hast, die langsam trocknen (z.B. Jeans). Es kann sogar sein, dass die Wäscherei die Sachen an einen Unterauftragnehmer weiter gegeben hat, und deshalb kurzfristig nicht einmal in der Lage wäre, sie Dir nass zu übergeben.


Öffentliche Waschmaschinen

Man findet sie in Waschsalons, auf Campingplätzen oder in Hostels. Öffentliche Waschmaschinen sind –falls vorhanden– fast immer der beste Kompromiss aus günstigem Preis (durch "Load Concept"), gutem Waschergebnis und Bequemlichkeit. Das Problem der Trocknung wird in der Regel über einen ebenfalls vorhandenen Wäschetrockner oder (oft knappe) Wäscheleinen im Freien gelöst.

Wäschestücke so aufhängen, dass sie nicht wegfliegen können

Es ist mir oft genug passiert, dass ich Wäschestücke, die einfach nur über die Leine gehängt wurden, später irgendwo in der Umgebung suchen (und nicht selten noch einmal waschen) durfte. Wäscheklammern reichen nie aus, und selbst wenn, halten sie bei einer Windbö nicht unbedingt. Besser ist, die Wäscheleine durch die Kleidung zu ziehen.

Kleidung nicht über Nacht aufhängen

Sie zieht dann nicht nur Feuchtigkeit, sondern ist hin und wieder am Morgen auch geklaut oder von Tieren angefressen.


Handwäsche

Die Wäsche mit der Hand ist eher etwas für zwischendurch, oder für Hardcore-Sparfreaks, denen selbst die typischen 3-5 Dollar für eine Waschmaschinenladung einmal in der Woche noch zu teuer sind.

Waschen mit der Hand dauert relativ lange, viele Kleidungsstücke werden nicht hinreichend sauber (Unterhosen!), und durch den fehlenden Schleudergang dauert das Trochnen sehr lange.

Typische Probleme und Lösungen

Kein Stöpsel im Waschbecken: Leihe Dir eine Plastikwanne aus. Von zu Hause mitgebrachte Stöpsel passen erfahrungsgemäß selten in den Abfluss, selbst wenn sie als "Universal-Stöpsel" verkauft werden. Alternativ kannst Du ein Stück Moosgummi unten ins Waschbecken legen; durch den Wasserdruck wird der Abfluss abgedichtet, allerdings verrutscht es schnell.

Kein warmes Wasser am Waschbecken: Geruch kriegt man auch mit kaltem Wasser raus. Falls es unbedingt warmes Wasser sein muss: wenn Du eine Plastikwanne verwendest, kannst Du Dir oft irgendwo Wasser heiß machen lassen. Eine innovative Methode für Leute mit wenig Zeit ist das Waschen in der Dusche. Einfach ein T-Shirt und eine lange Hose beim Duschen anziehen, kräftig einseifen und gut ausspülen. Anschließend ausziehen und ganz normal weiterduschen. ABER: Diese Methode verbraucht viel Wasser! Bitte nur im Notfall anwenden, und auf keinen Fall dort, wo sauberes Süßwasser eine knappe Ressource ist!!

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