Zimmersuche

Wer viel in Bewegung ist, muss sich auch ständig eine neue Unterkunft suchen. Das klappt mal besser und mal schlechter, aber es wird praktisch nie vorkommen, dass Du plötzlich ganz ohne Dach über dem Kopf dastehst. Notfalls kannst Du immer noch mal eine Hotelkategorie höher nehmen oder versuchen, ein Privatquartier aufzutun. Ein paar Tipps helfen aber dabei, für einen angemessenen Preis ein gutes Zimmer zu bekommen.

Die DOs und DON'Ts

Früh anfangen

Wenn Du kein Zimmer reserviert hast, solltest Du nicht versuchen, bis zum letzten Moment unterwegs zu sein und Dir erst dann ein Zimmer zu suchen. Die optimale Zeit, um ohne Reservierung etwas zu finden, ist der späte Vormittag, dann haben die abreisenden Gäste schon ausgecheckt. Viele teilen das der Hostel-Leitung erst im letzten Moment mit; deshalb kann es durchaus vorkommen, dass ein Hostel, das morgens um 8 Uhr angeblich ausgebucht ist, um 11 Uhr wieder Zimmer frei hat. Wenn Du am späten Nachmittag irgendwo ankommst, läuft Dir unter Umständen die Zeit davon, wenn Du mehrere Hostels abklappern musst, bevor die Sonne untergeht. Deshalb auf kurzen Etappen möglichst früh losfahren (ideal: im Morgengrauen, spätestens 6 Uhr; frühstücken kannst Du an Imbiss-Ständen unterwegs oder nach der Ankunft), auf langen Etappen besser vorher anrufen.

Vorher anrufen

Wenn Du schon weisst, dass Du an einem bestimmten Tag in ein bestimmtes Hostel willst, dann solltest Du vorher telefonisch reservieren, besonders wenn es sich um ein bekanntermaßen beliebtes Hostel handelt. Wenn Du ein Handy mit einer lokalen Prepaid-Karte hast, hast Du es besonders einfach. Oder Du kaufst Dir eine Telefonkarte für das Festnetz. Nicht in jedem Land ist Anrufen eine Option, denn dafür muss man sich erst einmal verständlich machen können. Eine Alternative ist die Buchung im Internet, z.B. über Hostelworld.

Nicht im Touristen-Ghetto wohnen

In vielen größeren Städten konzentrieren sich die Backpacker-Unterkünfte in einem oder zwei Gebieten. Ein sehr krasses Beispiel ist die Khao San Road in Bangkok. Ab einer bestimmten kritischen Masse wird aus einem normalen Stadtviertel ein regelrechtes Touristen-Ghetto, in dem es zwar alle möglichen Dienstleistungen und Angebote für Backpacker gibt, das aber mit der eigentlichen Kultur des Landes nichts mehr zu tun hat. Diese Zentren sind oft riesige Partyzonen, und wenn man es mag, kann man dort jede Menge Spaß haben. Fast wie zu Hause. Sehr oft bilden sich in der Nähe des Ghettos alternative Zentren heraus, in denen es eine Handvoll Hostels gibt, die ruhiger und oft besser sind. Damit hat man die Möglichkeit, am Geschehen teilzunehmen, sich bei Bedarf aber auch mal zurückzuziehen.

Lass Dich nicht abschleppen

In vielen Städten gibt es Schlepper, die davon leben, Touristen gegen Provision in bestimmte Hostels zu schleusen. Diese Provision zahlst am Ende immer Du, auch wenn Du es nicht merkst. Die Schlepper (das können auch Taxifahrer sein) werden Dich ohne mit der Wimper zu zucken anlügen, um zum Geschäft zu kommen. Zum Beispiel werden sie Dir erzählen, dass Das Hostel, in das Du eigentlich willst, voll ist oder abgebrannt, oder dass es neuerdings viel teurer ist als im Reiseführer angegeben (letzteres stimmt manchmal sogar). Natürlich kennen sie ein viel besseres und billigeres Hotel, wo sie Dich gerne hinbringen. Meine Erfahrung mit solchen Hotels ist, dass die Zimmer meistens nicht schlecht sind, und wenn Du ganz verzweifelt bist, kannst Du die Angebote natürlich nutzen. In vielen Fällen haben sie aber eine ungünstige Lage, wenig Charakter oder außer Dir keine weiteren Gäste. Manchmal hat man aber auch Glück, und der Besitzer eines neu eröffneten Hostels selbst wartet am Busterminal. Da kann man den einen oder anderen Geheimtipp entdecken.

Zimmer vorher ansehen

Gerade die billigen Unterkünfte musst Du vorher genau prüfen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Eine kleine Checkliste:

  • Ist das Zimmer sauber? Gerüche, Schimmel im Bad?
  • Ist das Bett frisch bezogen? Auch das Kopfkissen und das Laken?
  • Ist die Matratze durchgelegen?
  • Kann man die Tür von innen abschließen? Sind die Fenster von außen nicht zu öffnen?
  • Funktioniert die Dusche? Geht das Heißwasser? Auch am Waschbecken?
  • Geht die Klospülung? Füllt sich der Spülkasten danach auch wieder?
  • Geht der Ventilator? Hat er auch eine kleine Stufe zum Schlafen? Macht er Geräusche?
  • Geht die Klimaanlage? Wie laut ist sie?
  • Gehen Licht und Steckdosen?
  • Wie sieht es mit Mückenschutz aus, gibt es ein Netz oder Fliegengitter an den Fenstern? Ist das alles dicht?

Wenn man Dir das Zimmer vor der Vermietung nicht zeigen will, solltest Du sehr misstrauisch werden.

Nicht zu lange im Voraus bezahlen

Bezahle nie mehr als eine Nacht im Voraus für ein Zimmer, in dem Du noch nicht geschlafen hast, außer wenn Du unbedingt eine Reservierung brauchst oder eine gute Empfehlung hast. Wenn ein Hostel-Besitzer von Dir verlangt, dass Du zwei oder mehr Nächte in Vorkasse trittst, dann liegt das entweder daran, dass das Hostel sehr beliebt und ständig ausgebucht ist, oder daran, dass die meisten Leute sonst nach einer Nacht wieder abreisen. Der Grund dafür ist möglicherweise nicht sofort offensichtlich. Vielleicht ist nebenan eine Open-Air-Disco, die Dich die ganze Nacht wach hält. Oder der Nachtportier ist schwerhörig und muss seinen Fernseher etwas lauter stellen. Oder das Hotel wird von jungen einheimischen Liebespaaren lautstark als Spielwiese der Lust genutzt. Oder die zimmereigene Fauna ist eher nachtaktiv. Das alles weißt Du erst am nächsten Morgen, und wenn alles OK war, kannst Du immer noch Rabatt für einen Langzeitaufenthalt heraushandeln.

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