Zu knapp kalkulieren

Natürlich willst Du möglichst billig reisen, aber es gibt Situationen, da ist es einfach notwendig und angemessen, mal etwas springen zu lassen. Entscheidend ist eben nicht nur der Preis, sondern auch das Preis/Leistungs-Verhältnis. Was hast Du von Deiner großen Reise, wenn Du Dir die wirklich interessanten Sachen vor Ort nicht mehr leisten kannst?

Ohne Geld im Paradies zu stehen, macht definitiv keinen Spaß. Im Prinzip ist das wie zum Shoppen nach Mailand zu fliegen und nach Flug und Unterkunft noch 100€ zur Verfügung zu haben. Klar kriegt man selbst in Mailand für 100€ etwas — aber die Reise hat sich irgendwie nicht gelohnt. Die romantische Vorstellung, fast ohne Geld durch die Welt zu reisen, hat sich seit den glücklichen Hippie-Tagen der 70er Jahre ziemlich überholt. Damals waren viele Attraktionen und Aktivitäten noch zum Nulltarif oder für einen eher symbolischen Preis zu haben. Heute muss man selbst zum Wandern oft Geld bezahlen (in Nationalparks). Und Sehenswürdigkeiten wie Machu Picchu kosten leicht mal $20-40 Eintritt.

Wer sein Budget am absoluten Existenzminimum ausgerichtet hat, der kann böse Überraschungen erleben. Nehmen wir mal ein Beispiel: Du hast ein Tagesbudget von 20 Dollar für Südamerika. In einem Land wie Peru ist das als unterste Grenze in etwa realistisch; mit äußerster Selbstbeschränkung kannst Du vielleicht auf 18 Dollar kommen. Jetzt klaut Dir jemand irgendwo 100 Dollar. Hast Du eine ungefähre Ahnung, wie lange Du brauchst, um Dich von dem Schlag zu erholen? Und wie lange das bei einem eingeplanten Tagesbudget von $25 dauern würde?

Du solltest also die Reise nicht so lange wie möglich machen, sondern versuchen, das Maximum an Erfahrungen und Vergnügen daraus zu ziehen, und das bedeutet manchmal auch, Geld auszugeben. Im Zweifelsfall mache die Reise lieber einen Monat kürzer! Oder später, wenn Du mehr gespart hast.

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