Thema: Wieder ankommen ist sooooo schwer!!!!  (Gelesen 13490 mal)

stef1980

« am: 12. Oktober 2013, 10:23 »
…hätte mir das jemand vorher sagen können…

Ich hab ne tolle neue Wohnung und einen neuen Job (nicht der Traumjob, aber macht erstmal Spaß) und eigentlich ist alles prima… so rein äußerlich betrachtet zumindest…

…aber innerlich….

…irgendwie schwierig!! Ich bin zwar froh family und Freunde wieder zu haben, aber irgendnwie bin ich doch alleine.

Ich kann meine Reiseerfahrungen mit keinem wirklich teilen und habe das Gefühl keiner versteht mich so wirklich… und schon garnicht versteht irgendjemand warum ich nicht wirklich ankommen kann und am liebsten schonwieder weg möchte…

…nicht gut!! Obwohl ja eigentlich alles gut ist!! Nur für mich nicht!

Geht das Vorbei???
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icybite

« Antwort #1 am: 12. Oktober 2013, 15:36 »
Ich bin jetzt 3 Monate zurück... Es schwankt extrem...Manchmal froh, manchmal traurig... Ich glaube so würden sich auch die Wechseljahre anfühlen...

Eins bleibt - das Fernweh!
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laax

« Antwort #2 am: 12. Oktober 2013, 17:11 »
Nach 3 Monaten in der Heimat habe auch ich wieder das Weite gesucht und arbeite zur Zeit in Canada.
Irgendwie bleibt für mich festzuhalten - Woanders scheint das Gras immer grüner...
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weltentdecker

« Antwort #3 am: 12. Oktober 2013, 17:35 »
Ich hab ne tolle neue Wohnung und einen neuen Job (nicht der Traumjob, aber macht erstmal Spaß) und eigentlich ist alles prima… so rein äußerlich betrachtet zumindest…

Hi Stef,
mir geht's irgendwie auch so wie dir... direkt wieder eine tolle Wohnung gefunden, neuer Job, der zwar auch nicht der Traumjob ist aber mit besserer work-life balance als vorher... aber was mir einfach so fehlt, ist die FREIHEIT unterwegs zu sein. Jeden Tag selbst entscheiden zu können, auf was man gerade Lust ist. Hier bekommt man alles nur von anderen diktiert, hat so viele Verpflichtungen... hinzu kommt jetzt das herbstliche dunkle Wetter, da könnt ich auch direkt wieder Reißaus nehmen. Im Sommer war's ja noch ganz nett hier, aber jetzt...
Woanders arbeiten, würde mir aber wahrscheinlich auch nichts bringen. Dann hat man ja auch keine Freiheit. Aber immer nur unterwegs sein, geht ja auch nicht. Irgendwie muss ja mal wieder Kohle ran...

Ich kann meine Reiseerfahrungen mit keinem wirklich teilen und habe das Gefühl keiner versteht mich so wirklich… und schon garnicht versteht irgendjemand warum ich nicht wirklich ankommen kann und am liebsten schonwieder weg möchte…

Ich bin zwar mit meinem Freund gereist, habe also schon jemanden, der alles mit mir erlebt hat, was sehr viel wert ist!! Aber mit meinen Freundinnen oder auch Kollegen geht es mir wie dir. Da hab ich auch immer das Gefühl, keiner versteht mich und viele können auch nicht nachvollziehen, warum man sich verändert hat und manche Sachen nun anders sieht.

Also ich fühle und leide mit dir, habe aber auch keine Lösung..  :-\

Da hilft nur: die nächste Reise planen! Urlaub für Mai nächstes Jahr steht fest und bis dahin immer mal wieder ein Wochenend-Trip, um dem Alltag zu entfliehen!
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stef1980

« Antwort #4 am: 13. Oktober 2013, 11:57 »
danke für die beitraäge....
naja schön zu wissen das man nicht alleine ist!
auch wenns ein schwacher trost ist!
ja nächste reise planenn ist vielleicht eine möglichkeit...
mal sehen, muss wohl einfach geduldig sein und meinen weg finden damit umzugehen :-( :-)
lg stef
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Pachacookie

« Antwort #5 am: 14. Oktober 2013, 05:53 »
Du kannst doch in D auch ganz viel machen :-)
Schnall dein Rucksack um, geh zum Bahnhof und steig in den nächstbesten Zug ein.
Mal schaun , wos hingeht :-)
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Jenny_far_away

« Antwort #6 am: 14. Oktober 2013, 07:51 »
Oh man, genau davor habe ich auch wahnsinnige Angst.
Ich habe gerade letzte Woche mein Flugticket nach Hause gebucht und habe noch 2 Monate. Heute bin ich genau ein Jahr unterwegs und wirklich vorstellen kann ich es mir nicht wieder nach Hause zu gehen und dort zu arbeiten. Ich hoffe, dass ich einen Job finden kann der mich reisen lässt oder mich für eine längere Zeit ins Ausland schickt.

Ich hatte das gleiche Problem wie ihr, als ich vor 10 Jahren von meinem Austauschjahr aus den USA wiedergekommen bin. Man konnte sich einfach mit niemandem austauschen. Damals kam noch dazu, dass man mit 17 Jahren und einem Jahr im Ausland irgendwie viel Erwachsener als der Rest der Klasse war und man sich wie im Kindergarten gefühlt hat. Das wird zwar jetzt nicht mehr so sein, aber ich merke jetzt schon, dass mich die Probleme anderer manchmal riesig aufregen. Da geht es häufig um so Kleinigkeiten und triviale Dinge, dass man den Leuten am liebsten sagen würde, dass sie mal klar kommen sollen.

Ich kann übrigens berichten, dass ich mich nach zwei Jahren damals wieder wohl gefühlt habe in Deutschland. Das Fernweh ist aber immer geblieben und ich drehe durch, wenn ich zu lange an einem Ort bleibe. Meine 7 Jahre Studium waren extrem hart und ich bin fast jedes Jahr für 3-4 Wochen bei Vorlesungsstart in die Ferne geflüchtet. Als ich das Studium beendet habe gings dann sofort auf Weltreise.

Das gute ist bei mir, dass fast niemand damit rechnet, dass ich daheim bleibe und sich niemand wundern wird, dass ich vielleicht nach ein paar Monaten schon wieder abhaue. Nur verstehen, das werden die wenigsten. Meine Freunde leben eben in einer ganz anderen Welt, verheiratet, Kinder, Eigenheim.
Mein Dad spart übrigens jetzt schon für ein Flugticket und Urlaub für wenn ich wieder weg bin  :D

Lg und ich hoffe es wird besser!!
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farang84

« Antwort #7 am: 14. Oktober 2013, 14:35 »
Also ich finde es geht nicht vorbei!
Wenn man einmal so eine Reise gemacht hat kommt man Zuhause einfach nicht mehr richtig rein.
Ich bin gedanklich oft irgendwo anders auf der Welt, plane Reisen (die ich dann nicht mache) und denke mir Finanzkonzepte aus, damit ich wieder länger weg kann.

Fernweh ist halt einfach furchtbar!!!

Aber es wird ein bisschen besser finde ich, sobald man eine tolle neue Reise vor Augen hat.

Nicole

Fixfeierhoelzje1980

« Antwort #8 am: 15. Oktober 2013, 16:35 »
Hallo Stef!
Kann definitiv nur zustimmen: DU bist nicht ALLEIN!
Bin am 18.06. nach einem Jahr Weltreise zurückgekommen und habe seit dem einfach FERNWEH.
Ähnlich wie bei Dir: guter Job, schöne Wohnung, meine Freunde...Aber- so richtig angekommen bin ich nicht.
Dass ich eigentlich schon wieder weg will- das kann keiner so ganz verstehen..
Aber Frage ist ja tatsächlich: man muss von was leben, wenn man nicht gerade ein reiner Lebenskünstler ist und auf reisen sein, FREIHEIT genießen, jeden Tag seine eigenen Entscheidungen treffen, keine Zwänge, Verpflichtungen haben- außer der, sich selbst glücklich zu machen...
Sehnsucht nach anderer Luft, anderen Leuten, anderen Farben..
ABER: kann das die Realität sein? Auf Dauer? Dass ist das, was ich mir schon die ganze Zeit sage: wenn man ehrlich ist, muss man früher oder später etwas "für sein Geld" tun, um sich eben weitere Reisen gönnen zu können und ich denke auch an einen Deutschen, den ich in Miri getroffen hat, der sagte: "Als ich in Neuseeland dann ein Jahr arbeitete, war das dort auch "anders"..Immer, wenn man einen Alltag hat, ist es ANDERS, als auf reisen. Und lässt man sich irgendwo nieder- wo auch immer- wird man früher oder später einen Alltag haben. Und wo dieser Alltag für einen selbst am Besten ist- tja: das kann nur jeder für sich selbst beantworten..
ABER: auch ich habe für meinen Lichtstreif am Horizont meine Flüge für nächsten Mai schon gebucht  :D
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Jens

« Antwort #9 am: 16. Oktober 2013, 08:06 »
Ich hatte die Schnauze wirklich voll, als ich die letzte Nacht in einem versifften Hotelzimmer in Aman verbrachte und freute mich wirklich auf zu Hause!!! Zu Hause war es auch wirklich schön, bis ich in der dritten Nacht aufwachte und mir sagte "Ich muss wieder weg!!!"

Ein paar Tage später, beantragte ich das nächste Sabbatjahr (obwohl ich noch in meinem war). Mein Chef war nicht begeistert, aber das ist mir ja Wurst!!

Habe dann eine Multivisionsshow erstellt und träume immer wieder, wenn ich sie halten kann. Dann bin ich bei den www.globetrotter.org und treffe dort auf Treffen andere Reisende, mit denen ich mich unterhalten kann. Die kennen das und haben das selbe Problem mit den "Erzählen". Oder schau mal auf ein Weltreisestammtisch vorbei, da triffst du uns ja auch persönlich an!!! Im November werde ich mal wieder was organisieren!!
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weltentdecker

« Antwort #10 am: 16. Oktober 2013, 09:09 »
Habe dann eine Multivisionsshow erstellt und träume immer wieder, wenn ich sie halten kann. Dann bin ich bei den www.globetrotter.org und treffe dort auf Treffen andere Reisende, mit denen ich mich unterhalten kann. Die kennen das und haben das selbe Problem mit den "Erzählen". Oder schau mal auf ein Weltreisestammtisch vorbei, da triffst du uns ja auch persönlich an!!! Im November werde ich mal wieder was organisieren!!

Und dein nächster Vortrag am 22.10. ist auch schon vorgemerkt!  ;D
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Lea

« Antwort #11 am: 17. Oktober 2013, 14:19 »
@jens: was ist das für eine Multivisionsshow und wo zeigst du die? Würde mich mal interessieren!

@stef1980: ich kann dich gut verstehen...zwar (noch) nicht aus eigener Erfahrung, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schwer es ist, nach so einer Reise zu Hause wieder Fuß zu fassen. Ich hab das schon bei "normalen" Urlauben. Ich seh mich noch am letzten Abend unserer Australienreise in Sydney am Hafen stehen, mit den Tränen kämpfend, weil ich nicht nach Hause wollte... ;) Zu Hause war ich dann ca. 2-3 Tage ganz geflasht von unserer Wohnung (wieder so viel Platz! Ein eigenes Bad! Ein bequemes Bett!  ;D) - und als dieser erste "Schock" abgeklungen war, wollte ich am liebsten schnell wieder zurück...und das war nach "nur" 6 Wochen!
Wie muß es dann erst sein, wenn man mehrere Monate oder ein ganzes Jahr weg war!

Mir hilft es in solchen Situationen immer, die Fotos nochmal anzuschauen. Irgendwie hilft das, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten, und ich glaube, je besser alles verarbeitet ist, umso leichter kann man sich auf das Leben hier wieder einlassen. Außerdem macht es einfach Spaß und versetzt einen nochmal zurück in die Reise....vielleicht kannst du dir ja ein Fotobuch zusammenstellen? Oder ein paar schöne Fotos vergrößern und in deiner Wohnung aufhängen? Oder nochmal im Reisetagebuch was nachtragen/ lesen?
Und natürlich schon im Kopf die nächste Reise planen!  ;) Ich wünsche dir, dass du den Rückkehrer-Blues schnell überstanden hast und noch eine gute Eingewöhnungszeit zu Hause!
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thrones_of_blood

« Antwort #12 am: 18. Oktober 2013, 10:56 »
Ich bin im August von einer 2 monatigen Asienreise zurückgekehrt und schon nach so einer kurzen Zeit habe ich sehr Mühe zurückzukehren!

Mir hilft es im Moment, Chinesisch zu lernen (habe in Taiwan damit angefangen). Es führt mich zurück in die "asiatische Welt" und lässt sie mich zumindest ein wenig von zuhause aus entdecken! Ausserdem bereitet es mich gewissermassen auf zukünftige Reisen vor! => Ich werde bestimmt nach Taiwan zurückkehren!

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piretj

« Antwort #13 am: 21. Oktober 2013, 22:24 »
Hallo,

Ich bin Ende July von meiner 11,5 monatigen Reise zurück gekehrt.
Job hab' ich mir schon von unterwegs aus gesichert bei meinem alten Arbeitgeber und 10 Tage nach meiner Rückkehr auch gleich wieder voll eingestiegen. Zeit um wirklich anzukommen hatte ich also kaum. Ich bin nun zwar schon seit fast genau 3 Monaten wieder "zu Hause", wirklich angekommen bin ich aber nicht wirklich.

Hinzu kommt bei mir noch, dass ich meine große Liebe unterwegs kennen gelernt habe. Besonders die ersten Wochen waren hier echt schwer für mich...Inzwischen ist die Beziehung, wegen der doch extremen Distanz, gescheitert - besser geht's mir dadurch aber auch nicht...

Das Fernweh und die Sehnsucht sind einfach allgegenwärtig, Ablenkung durch Job hin oder her...

Momentan hilft es mir ziemlich, Musik, die ich unterwegs oft gehört habe, zu hören. Mit fast jedem Song verbinde ich einen bestimmten Moment meiner Reise, den ich dabei nochmal durchleben kann - und sei es nur die Tatsache, dass ich in BKK ne Treppe runter gelaufen bin:D

Nunja, so far...

Liebe Grüße,
Benny
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EvaFAB

« Antwort #14 am: 30. Oktober 2013, 19:23 »
Hallo zusammen,

es ist wirklich komisch, ich bin schon 1,5 Jahre wieder in Deutschland, nachdem ich 7 Monate in NZ verbracht habe, aber ich bin immer noch nicht angekommen. Man fühlt sich wirklich ein bisschen einsam danach, weil die Leute hier (ich meine Freunde und Familie) einen nicht wirklich verstehen. Auf Reisen trifft man irgendwie auch mehr Gleichgesinnte....Man fühlte sich so mutig und hat so viele tolle Sachen erlebt. Ja, ich denke es sind die Gefühle, die man auf Reisen hat und die hier in Deutschland schnell verschwinden....

Ich träume nun von einer Weltreise, aber dafür brauch ich erstmal Geld. ;-).

Liebe Grüße
Eva
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