Thema: Tollwut mal wieder  (Gelesen 6964 mal)

Wuselchen2011

« am: 27. Dezember 2013, 01:24 »
Das Thema mach ich jetzt einfach auf, weil ich folgende grundsätzliche Infos gefunden habe:
1. nach einem Biss durch ein möglicherweise infiziertes Tier sollte man grundsätzlich einen Arzt aufsuchen, selbst dann wenn man geimpft ist, da eine Nachbehandlung zwingend nötig ist.
2. das Zeitfenster bis zur Nachbehandlung erhöht sich von 24h auf 72h, wenn geimpft wurde.

Benötigt man daher überhaupt eine Tollwutimpfung, wenn man sich in Gebieten aufhält in denen kompetente Mediziner in relativ kurzer Zeit erreichbar sind? Bsp. Hundebiss durch einen sichtlich an Tollwut erkrankten Hund in Bangkok. 72 h braucht man hier nicht.
Hilft die Impfung bei unbemerkten Infektionen? Bsp. Hundesabber eines "noch" gesund erscheinenden Hundes gelangt in einen aufgekratzten Mückenstich. Wird kein Arzt aufgesucht bringen einem die 72 Stunden doch auch nichts.
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Stecki

« Antwort #1 am: 27. Dezember 2013, 07:42 »
Ich weiss nicht warum Du jetzt "mal wieder" einen neuen Thread dazu aufmachst. Pro und Kontras bezüglich der Tollwutimpfung, auch zu Deinen spezifischen Fragen wurden in den bestehenden Threads schon ausführlich diskutiert.
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Ratapeng

« Antwort #2 am: 27. Dezember 2013, 10:09 »
Moin,

nach meinem Wissen ist es so, dass davon ausgegangen wird, dass die Tollwut-Impfung nahezu 100% Schutz bietet. Allerdings ist Tollwut eine so gefährliche Infektion, dass man auf absolut-ultra-affentitten-mega Nummer Sicher gehen will und deshalb trotz Imfpung "noch mal drüber" impft, damit auch wirklich wirklich wirklich nichts passieren kann.

Bei anderen Impfungen, die ebenfalls "nahezu 100% Schutz" bieten, etwa Hepatitis, sagt man dann "nun gut, das Risiko trotz Imfpung hepatitis zu bekommen ist eh soooo gering, und selbst wenn: auch eine Hepatitis überleben die meisten, da machen wir jetzt mal nix weiter". Aber Tollwut endet eben bei Ausbruch IMMER tödlich, deshalb dieses "zero tollerance"-Konzept.

Beim unbemerkten Kontakt (dein Mückenstich-Hundesabber-Beispiel) sollte also nichts passieren, ein winziges Restrisiko bleibt aber - wie bei allem.
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cocolino

« Antwort #3 am: 30. Dezember 2013, 11:22 »
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=9107.0

Alles schon geschrieben hier, Stichwort auch Immunglobulin (Preis und Verfügbarkeit)

crazy_culture

« Antwort #4 am: 30. Dezember 2013, 21:04 »
Hallo Wuselchen2011,
cocolino hat ja schon auf meinen Post verwiesen - danke dafür - , trotzdem nochmal eine direkte Antwort.
Ich habe mich für die Impfung entschieden und heute die letzte Spritze bekommen und gut vertragen.
Meine Krankenkasse übernimmt die Kosten, das ist natürlich auch ein Punkt, aber ich hätte es auch selber bezahlt.
Bei uns ist noch nicht mal sicher ob wir nur Mittel- und Südamerika machen oder auch SOA, aber
ich wollte nicht wegen der fehlenden Impfung verzichten einen offenen Reiseverlauf haben zu können.
Amerika ist das Risiko geringer, aber auch nicht auszuschließen.
Gründe waren für mich sonst, dass ich grundsätzlich ein eher ängstlicher Mensch bin und nicht bei jedem Tier
was auf mich zukommt Panik bekommen wollte (ich gehöre grundsätzlich schon nicht zu den Menschen die
alles streicheln was Fell hat  :) ).
Tollwut kann nicht nur von Hunden, sondern auch von Affen oder Fledermäusen übertragen werden und nicht
nur durch Bisse, auch z.B. über die Schleimhäute. Bis Du dann was merkst ist es ggf zu spät.
Außerdem habe ich mir gedacht wenn der Impfstoff in Deutschland schon nicht ohne weiteres zu bekommen ist
(meine Haus-und-Hof-Apotheke hat ihn nicht beschaffen können und ich habe dann 2 andere angeschrieben und
hatte Glück) wie soll das dann im Ausland sein?
Klar, wenn Du in Bangkok bist, dann findest Du schnell ein Krankenhaus und das hat dann auch wahrscheinlich den
Impfstoff. Aber willst Du nur nach Bangkok? Oder nur in einem Radius von wenigen Stunden um Großstädte herum sein?
Und wie verläßlich die 24 h bis zum ersten Impfen sind, wer weiß das schon?
In 72 h schafft man es wohl irgendwo hin wo es den Impfstoff gibt.
Vielleicht hilft Dir das als Denkanstoß. Entscheiden muss das natürlich jeder für sich selbst.


Offtopic @ paralyzed: "affentitten" hab ich das letzte mal weit im letzten Jahrtausend gehört, sehr witzig !!!  ;D ;D ;D
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Ratapeng

« Antwort #5 am: 30. Dezember 2013, 22:45 »
Offtopic @ paralyzed: "affentitten" hab ich das letzte mal weit im letzten Jahrtausend gehört, sehr witzig !!!  ;D ;D ;D

 ;D ;D ;D ;D
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claxmax

« Antwort #6 am: 31. Dezember 2013, 13:35 »
Hi, da die Frage immer wieder kommt hier doch mal meinen Senf dazu: Wollt ihr wirklich riskieren an Tollwut zu erkranken?
Zitat aus http://www.netdoktor.de/krankheiten/tollwut/impfung "Wenn die Krankheit ausbricht, verläuft sie immer tödlich."
... das hat auch ein hoch angesehener Tropenmediziner bestätigt, mit dem ich kürzlich gesprochen habe.
Ich selbst hab mich vor meiner Weltreise auch impfen lassen (Impfstoff Rabipur) und ich kann nur sagen, man wandert mit einem wahrlich besseren Gefühl durch die Gegend.
ad Wuselchen: bist du sicher immer einen passenen Impfstoff zu bekommen wenn du gebissen wurdest? Und bist du sicher zu erkennen, wenn du gebissen wurdest?
Vielleicht noch als Ergänzung: Ich bin wahrlich kein Impfjunkie ... für einen Grippeimpfstoff hab ich mich zB noch nie entschieden.


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Stecki

« Antwort #7 am: 31. Dezember 2013, 16:17 »
...Wollt ihr wirklich riskieren an Tollwut zu erkranken?...

Meine Güte wie ich solche Beiträge hasse. Genauso schürt man Angst und verbreitet Panik. Das Thema wurde zig mal durchdiskutiert, die einen sind dafür, die anderen dagegen. Entscheiden kann das jeder für sich, warum wollen gewisse Leute unbedingt Panik verbreiten und ander zur Impfung drängen?

Fakt ist dass man in 99.9% der Fälle rechtzeitig in einem Krankenhaus behandelt werden kann. Die Chance unterwegs von einem Hai gefressen oder von einer Kokosnuss erschlagen zu werden halte ich für zig mal höher. Im Übrigens seid nur Ihr Deutschen so geil darauf Euch gegen Tollwut impfen zu lassen, in anderen Ländern macht das kaum jemand.

Ausserdem haben einige offenbar immer noch nicht kapiert dass ein Hundebiss nicht gleich die Übertragung und schon gar nicht den Ausbruch von Tollwut bedeutet.

Und Claxmax, jetzt mal ernsthaft: Würdest Du etwa nicht merken wenn Dich ein tollwütiges Tier beisst?

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NRW

« Antwort #8 am: 01. Januar 2014, 05:30 »
...Wollt ihr wirklich riskieren an Tollwut zu erkranken?...

Und Claxmax, jetzt mal ernsthaft: Würdest Du etwa nicht merken wenn Dich ein tollwütiges Tier beisst?



Wieso "haust" du eigentlich gleich immer so drauf, Stecki?

Ich persönlich hab mich Impfen lassen, das ganze Theater um Impfstoff besorgen, ob Tollwut oder was anderes, versteh ich meist nicht. Rechtzeitig informieren und ab zum Tropenarzt, der kennt meist eine Apotheke oder eine andere Möglichkeit, ich hab meine Impfstoffe alle bekommen mit einigen Tagen Wartezeit, da war hier im Forum auch gerade wieder Alarm, dass es angeblich nirgendwo Rabipur geben würde...

Will keinen Drängen oder sonstwas, aber man sieht einem Tier die Tollwut nicht an, zumindest nicht im Anfangsstadium. Vergesst also, dass ein Hund zwangsläufig mit weißen Schaum vorm Mund rumlaufen muss...
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Ratapeng

« Antwort #9 am: 01. Januar 2014, 09:42 »
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claxmax

« Antwort #10 am: 03. Januar 2014, 18:51 »
...Wollt ihr wirklich riskieren an Tollwut zu erkranken?...
Und Claxmax, jetzt mal ernsthaft: Würdest Du etwa nicht merken wenn Dich ein tollwütiges Tier beisst?
Wieso "haust" du eigentlich gleich immer so drauf, Stecki?

Lieber Stecki, ich kann da NieSte nur recht geben. Deine Posts predigen zwar immer die große Forum-Meinungsfreiheit aber selbst hältst du dich nicht gerade daran...  Und wenn dich ein Thread nervt, dann kann man ihn auch ignorieren und muss die anderen nicht als ... hinstellen.

By the way: Tollwut wird nicht nur durch Bisse übertragen...

Und by the way: Ich bin kein Deutscher (hör ich da einen gewissen Hang zum "Wir-Schweizer-sind-besser-als-der-Rest-der-Welt" raus?) ... und fast alle die ich kenne und spannende Länder bereist haben sich mit Rabipur impfen lassen

Aber wo du recht hast ist "Entscheiden kann das jeder für sich" ... aber das sollte bi-direktional gelten, ok?
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Stecki

« Antwort #11 am: 03. Januar 2014, 18:57 »
Tut mir leid, auf solch ein Niveau lasse ich mich nicht herab. Wenn ich das Gefühl hätte dass Deine Vorwürfe irgendwie gerechtfertigt sind würde ich darauf antworten.
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crazy_culture

« Antwort #12 am: 03. Januar 2014, 21:45 »
Also wenn ich mir die Karte
http://www.who.int/rabies/Global_Rabies_ITH_2008.png
so anschaue dann weiß ich schon, warum ich "geil" drauf war mich impfen zu lassen.

Leider hab ich selbst im Geschäftsbericht von Novartis nichts zu Verkaufszahlen von Rabipur finden können  ::)

Man sollte das Thema halt von verschiedenen Seiten beleuchten und dann die FÜR SICH SELBST richtige Entscheidung treffen.
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Vombatus

« Antwort #13 am: 03. Januar 2014, 23:03 »
Ob Verharmlosung oder Panikmache … Letztendlich gibt es unendlich viele Faktoren die entscheiden ob es einen trifft oder nicht. Jeder interpretiert sein eigenes Risiko anders. Hier im Forum gibt es ja schon eine Handvoll Threads zum Thema.

Wenn man die Karte von crazy_culture ansieht denkt man "oha" selbst Europa ist nicht risikofrei und die anderen "roten" Ländern, dort ist das Risiko sicher sehr hoch. Huiii … aber:

"Schätzungsweise sterben weltweit 35 000 bis 50 000 Menschen jährlich an Tollwut."
http://www.aerzteblatt.de/archiv/4577/Menschliche-Tollwuterkrankungen-in-Deutschland  von 1997.

Wenn man sich ansieht wie viele Menschen in dem Gebiet leben und wie viele Touristen zusätzlich hinzukommen, die sich dort nur Wochen oder wenige Monate aufhalten, erscheint die Zahl recht gering.

Es gibt laut schneller Recherche im Internet ca. 10 000 bis 20 000 Grippetote/Jahr in Deutschland. Und jeweils ca. 1500 Grippetote in Österreich und in der Schweiz. Lässt man sich Impfen? Gehört man zur Risikogruppe?

"Besonders in SO-Asien und Indonesien breitet sich das Dengue-Fieber rasch aus. Dabei muss weltweit mit 200.000 – 400.000 Todesfällen gerechnet werden" oder "1,2 Millionen Todesfälle aufgrund einer Malariainfektion" Und dann erzählen einen die anderen Reisenden, dass sie ständig gestochen werden. Irgendwie scheint sich keiner für effektiven Mückenschutz zu interessieren.

"Im Straßenverkehr starben 2010 weltweit mehr als 1,2 Millionen Menschen." Während der Reise kommt man geschätzte 50 Mal in Situationen in denen man denkt … jetzt gleich passierst … Und wenn es passieren würde wäre Schicht im Schacht.

Bei meiner ersten Thailandreise hatte ich immer Panik wegen den ganzen (okay, 2 bis 3) wilden Hunden. Habe mich impfen lassen aber innerhalb von 15 Monaten (SOA/ZA/SA) keine tatsächlich gefährliche Situation erlebt, eher im Gegenteil.

Würde ich mich wieder impfen lassen? Im Nachhinein … hmm … Schwierig. Wahrscheinlich schon, sicher bin ich aber nicht. Tatsächlich für 100% nötig halte ich es nicht. Es ist halt ein individuelles Sicherheitsdenken. Danach sieht man es immer anders. 
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Wuselchen2011

« Antwort #14 am: 06. Januar 2014, 01:26 »
Also ich habe mich schonmal gegen Tollwut impfen lassen und wollte es auch für Indien machen lassen. Zu der Zeit war der Impfstoff aber definitiv nicht verfügbar. Ohne wenn und aber nicht verfügbar. Selbst die Tropeninstitute hatten nur noch Notfallvorräte, die sie nicht zur Vorsorgeimpfung herausgeben durften.
In Indien hab ich auch tatsächlich einen tollwütigen Hund gesehen, aber das wars.
Mein Bauchgefühl sagt mir jetzt eher, dass ich mich relativ sicher fühlen kann, solange ich mich in Gebieten aufhalte von denen aus der nächste gute Arzt relativ schnell erreichbar ist.
Man sollte auch nicht vergessen, dass Deutschland bis vor ca. 5-10 Jahren auch noch Tollwutbezirke hatte. Da hingen am Waldrand grosse Schilder "Tollwutbezirk". Glaub nicht, dass irgendein Spaziergänger damals gegen Tollwut geimpft war.
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