Thema: Vegetarisch / Vegan um die Welt - geht das?  (Gelesen 4038 mal)

Teal

« am: 31. August 2012, 11:59 »
Hallo,

ich plan jetzt schon länger ne Weltreise mit nem guten Freund.
Ich bin Vegetarier, er Veganer - würd mich interessieren, wie eure Erfahrungen dazu sind?
In Asien war ich schon und da ist es relativ einfach - wenn auch nicht immer leicht zu vermitteln.

Aber wie sieht's z.B. in Südamerika aus?
Da könnt ich mir vorstellen, dass es wirklich schwer wird.
Bin über Infos und Erfahrungsberichte sehr dankbar!
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weltentdecker

« Antwort #1 am: 31. August 2012, 12:32 »
Hallo Teal,
ich bin Vegetarierin und war gerade vier Monate in Südamerika und kann dir sagen: es ist sehr, sehr schwer. Man muss äußerst flexibel sein! Wir waren in Ecuador, Peru, Bolivien und Argentinien und kurz in Chile. Am besten war es eigentlich noch in Peru, denn dort gab es sehr viele rein vegetarische Restaurants mit günstigen Mittagsmenüs. Ansonsten heißt günstig essen in Südamerika leider fast immer mit Fleisch. Die günstigen Menüs sind alle mit einer Suppe in der immer ein Fleischknochen schwimmt. Ich hab mich da irgendwann mit abgefunden und einfach den Fleischknochen rausgetan und dann die Suppe gegessen. Ich esse zur Not auch Fisch und Forelle war da auch immer eine ganz gute Alternative. Richtig vegetarisches Essen gibt es in den einheimischen Restaurants halt überhaupt nicht. Wenn man den üblichen Touritrail macht, hat man zwar auch immer ausländische Restaurants, wo man was vegetarisches bekommt, aber die sind natürlich dann viel teurer.
In Argentinien war es ganz ok, die essen auch viel Pasta, wobei man da außerhalb von Buenos Aires auch keine Highlights erwarten darf.
Das Gute ist, dass in Südamerika fast alle Hostels eine Küche haben und wir abends sehr oft selbst gekocht haben. Das ist sehr, sehr günstig und vor allem vegetarisch!
Vegan ist da natürlich nochmal schwieriger, aber die vegetarischen Restaurants in Peru waren eigentlich meistens sowieso vegan, da selten Käse oder Eier in den Gerichten enthalten waren. In Argentinien beinhalten die allermeisten veg. Gerichte jedoch Käse und die Nudeln Eier.

Viele Grüße jetzt aus Asien (dem vegetarischen Paradies nach Südamerika  :D)!
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wilma

« Antwort #2 am: 31. August 2012, 18:59 »
Habe waehrend meiner Reise durch Lateinamerika recht viele Vegetarier und auch einige Veganer angetroffen. Bin eine Zeit lang auch selber vegetarisch gereist. Es ist etwas schwierig aber machbar. Die meisten Vegetarier/Veganer kochen selber.
Ein kleiner Tipp: Es gibt in Suedamerika erstaunlicherweise eine recht grosse Hare Krishna Gemeinschaft. Haeufig kann man zumindest in den Staedten in deren vegetarischen Restaurants sehr guenstig und gut essen - auch wenn man selber nicht Glaubensanhaenger ist. Im Internet finden sich auch Webseiten, welche vegetarische und veganische Restaurants auflisten.
Liebe Gruesse aus Singapur...
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Vi

« Antwort #3 am: 31. August 2012, 20:40 »
Wenn ihr Couchsurfer seid, kann ich euch die Couchsurfing-Groups empfehlen. Auf der Seite gibt es mehrere Gruppen zum Thema "Vegan/Vegetarisch reisen", unter anderem auch "Vegetarians and Vegans in South America". Eine Bekannte von mir war so unterwegs und hat viele Leute kennengelernt, die sich auch vegan ernährt haben und soweit ich weiß werden auch Restauranttipps gegeben bzw. kann man auf jeden Fall einen eigenen Thread mit entsprechenden Anfragen erstellen.
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Teal

« Antwort #4 am: 06. September 2012, 12:28 »
Danke für euren tollen Input ihr Lieben!

Also mein Gefühl wurde bestätigt, dass es nicht so einfach ist wie bsp. in Europa - aber Not macht erfinderisch :D

Gut zu wissen, dass es in Peru etwas leichter ist als in Argentinien. Speziell in Argentinien denkt man ja, dass die nur Fleisch essen  ;)

Die Ideen mit den Hare-Krishnas, die ja überall auf der Welt sind, hatte ich noch gar nicht, obwohl ich bei denen schon ab und zu gegessen hab! Auch wenn die ein bisschen schrullig sind können die doch wirklich sehr lecker kochen - ich erinnere mich an süßen Reis den es dort mal gab, einfach lecker!

Und dass es eine regelrechte vegetarisch/vegane Couchsurfing-Szene gibt ist mir auch total neu! Wow - das hört sich ja total vielversprechend an, denn vor allem können die Locals einem auch gute Tipps für die weitere Reise geben.

Vielen lieben Dank nochmal an alle!
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Vombatus


Teal

« Antwort #6 am: 10. September 2012, 14:37 »
Danke für die Links Vombatus!

Mein Thread hat ja auch den veganen Aspekt beim Reisen hinterfragt und die Antworten waren dann doch etwas anders als in den anderen Threads ;)
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Eidechsenkönigin

« Antwort #7 am: 26. November 2012, 17:20 »
hey...wenn du diesen thread bis zum ende liest, http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=2468.0
wirst du sehen, dass es auch da um vegetarisches und veganes essen geht...
auch ich bin weiterhin gespannt auf die erfahrungen der reisenden hier
lg :)
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MannyNZ

« Antwort #8 am: 15. Dezember 2012, 21:51 »
Hi,

ich war Ende Juli dieses Jahres für 6 Wochen in Peru und kann daher meine Erfahrungen zu diesem Land mitteilen. Ich selbst lebe nun seit ca. 1 Jahr vegan von daher hat sich auch mir die Frage zur Ernährung gestellt.

Man muss dazu sagen, dass ich auch von der Mutter einer Bekannten köstlich bekocht wurde (vegan!), obwohl die Familie selbst Fleisch isst. Die Leute sind allgemein sehr aufgeschlossen und freundlich, sodass man evtl. erklären muss, warum man sich so oder so ernährt, aber dennoch immer irgendetwas zu Essen gibt.

In den größeren Städten gibt es Lebensmittelläden, in denen man eigentlich alles finden sollte, was man für vegane/vegetarische Ernährung braucht. Auch wenn es etwas ländlicher wird und somit der weltliche Reichtum abnimmt, bekommt man immer noch die Grundnahrungsmittel, welche vegan sind.
Dazu gehört Reis, Kartoffel, Mais und Weizen. Reis gehört zu jedem Gericht, der somit meist in einem eigenen Kochtopf zubereitet wird (wegen der Menge) und somit vegan ist. Auch Kartoffeln sollten kein Problem darstellen. Den Mais, der um einiges größer ist als hier in Deutschland, bekommt man oft auf der Straße gekocht und wird auch satt davon. Was ich von einer etwas ländlich lebender Familie einmal bekommen habe, war gekochter Weizen, welcher entgegen meiner Erwartung gut geschmeckt hat und auch gesättigt hat.

Wichtig allgemein ist, dass man beim Essen einfach aufpasst. Solange alles gekocht ist und man möglichst nicht von der Straße ist (Ausnahme Plastikbesteck und Einmalteller), sollte eigentlich nichts passieren. Ich hatte während meiner 6 Wochen lediglich einmal im Dschungel Probleme mit meinem Magen, abgesehen von den vielen Malen, die ich einfach nur voll war :D Reis sättigt übelst.

Ansonsten bekommt man zur vegangen/vegetarischen Ernährung eigentlich alles auf den örtlichen Märkten (allein die Atmosphäre ist schon ein Besuch wert). Früchte und sämtliches Gemüse gibt es dort einfach und in Mengen zu erhalten. Besonders gibt es hier vieles zu probieren, das man unter Umständen noch gar nicht kennt.

Also sei zumindest was Peru betrifft unbesorgt, was die Ernährung angeht. Genieße lieber die tollen Reiseziele und Gesichter, die dieses Land bietet.

Freundliche Grüße
Manuel
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Ente

« Antwort #9 am: 20. Januar 2013, 22:52 »
Ich bin ebenfalls Veganerin.
In Südostasien war es der Horror (die kippen Fischsauce rein und denken, es wäre dann vegetarisch....). Bin dann immer in italienische Restaurants gegangen - deutlich teurer, aber da hatten sie Spagetti:D
In Japan, Australien und Neuseeland war es supereasy (ich spreche allerdings auch Japanisch und natürlich Englisch  ;D).
In Israel war es supereasy, aber da hatte ich wiederum einen hebräischsprachigen Freund dabei.
Im gesamten UK war es easy, ebenso Malta.

Ich hatte mir für Südostasien übrigens einen Vegan Passport mitgenommen (kann man bei Roots of Compassion bestellen oder einfach im Netz suchen und ausdrucken), da steht dann auf sämtlichen Sprachen drauf, was Phase ist - hat mir in SOA aber nix genutzt, weil viele Leute gar nicht lesen konnten und ich stand dann da wie ein Idiot. Und auf ewige Nachfragen war es hilfreich, zu antworten, es sei was religiöses, das wird ernster genommen als wenn man anfängt, denen etwas über die eigenen ethischen Grundsätze zu erklären.

Man wird auf jeden Fall demütig - ich werde mich in Deutschland nie wieder darüber aufregen, wenn von den fünf Sojajoghurtsorten in meinem Rewe eine Sorte ausverkauft ist...:D

Die veganste Stadt war übrigens ganz klar Melbourne. Ich dachte, ich dreh am Rad. Das Paradies. Krasser sind eigentlich nur New York City  und - angeblich, ich war nicht da - San Francisco.
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Ente

« Antwort #10 am: 21. Januar 2013, 18:01 »
Das ist er, und er beinhaltet BILDER - ich hatte einen ohne Bilder, dieses ist echt besser, denke ich: klick
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