Thema: Von Panama nach Quito über Kolumbien  (Gelesen 2733 mal)

sommerjogurth

« am: 26. Februar 2011, 18:04 »
Hi ich überlege die ganze Zeit wie ich von Panma nach Quito komme. Leider lässt sich ein direkt Flug ja nicht in ein RTW-Ticket integrieren. Ich hatte mich schon fast mit dem Abstecher nach Miami abgefunden. Ich bin ein Sicherheitsmensch und wollte die großen Flüge alle schon vorher haben, deswegen der Umwege über Miami (das könnte man in RTW einbauen). Hab / hatte Angst von Panama nicht wegzukommen  :-[

Aber jetzt hab ich grad mal durchgerechnet, nur wegen dem "doofem" Miami komme ich über die 34.000 Meilen Grenze und das sind 500-800€ mehr (je nach dem wieviel Steuern das wären).

Ich hab in diesem Forum schon einiges über die Variante mit dem Schiff gelesen. Die Sache mit dem Versorgungsschiff will ich aber auf gar keinen Fall (http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=3619.0) Deswegen meine Frage an alle die schon mal den "normalen" Segeltörn gemacht haben:
- wieviel habt ihr dafür bezahlt? 350 und 450 US$ ?
- wie lange dauert es, bzw. wieviel Zeit sollte man sich nehmen.

wenn ich dann in Kolumbien bin:
- in welcher Stadt legen die meisten Schiffe an?
- wieviel Zeit sollte ich mir von dort nehmen um nach Quito Ecuador zu kommen? (Möchte schon ein paar mal anhalten und auch Kolumbien besuchen und nicht nur durchfahren, muss aber auch zugeben, dass ich mit diesem Land bisher kaum beschäftigt habe, weil es nicht im Plan war)
- ist da auch der Bus das Transportmittel der Wahl sowie in Mittelamerika

danke für eure hilfe

komplete Route sieht so aus: http://www.gcmap.com/mapui?P=LHR-MEX-UIO-GPS-UIO-bue-scl-IPC-PPT-AKL-syd-ASP-per-BKK-lhr&PM=b%3Astar7%3Aorange%2B%22%25N%2210r&MS=bm&PC=orange&DU=mi
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karoshi

« Antwort #1 am: 26. Februar 2011, 22:21 »
wenn ich dann in Kolumbien bin:
- in welcher Stadt legen die meisten Schiffe an?
In Cartagena.

- ist da auch der Bus das Transportmittel der Wahl sowie in Mittelamerika
Ja. Wenn es schnell gehen soll, sind auch Inlandsflüge eine Option.
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Niels

« Antwort #2 am: 27. Februar 2011, 03:18 »
Hi Sommerjoghurt,

kann die Tour durch Kolumbien nach Quito nur empfehlen. Bin im März/April 2010 von Quito nach Kolumbien und wieder zurück gereist. Habe in Cartagena dann mehrere Freunde getroffen die mit einem - der wohl zahlreichen Boote - von Panama gekommen sind.
Insbesondere Cartagena zählt für mich zu den schönsten Städten Südamerikas, zudem gibts in der Nähe tolle Möglichkeiten für Ausflüge (Taganga / Santa-Marta) und Möglichkeiten nen Tauschschein günstig zu ergattern.

Von Cartagena könntest Du entweder die "Ostroute" über Medellin, Kaffeedreieck nach Bogota und dann weiter Richtung Grenze über Cali und Popayan nehmen, oder
etwas "westlicher" von Cartagena nach San Gil (tolles Rafting, wunderschöne kleine Dörfer) und dann Bogota fahren. Bei dieser Variante kannst Du gut von Bogota einige Tage ins Kaffeedreieck gehen und dort Zeit auf einer Plantage verbringen.
(ich empfehle die Tour via San Gil, Medellin hat mir überhaupt nicht gefallen, Cali ebenfalls nicht)

Ich würde ca. 3-4 Wochen für Kolumbien einplanen, das Land ist eines der schönsten in Südamerika und die Menschen unglaublich freundlich und hilfsbereit. Bei Zeitmangel ggfs. auch in 2,5 Wochen machbar
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farmerjohn1

« Antwort #3 am: 28. Februar 2011, 16:17 »
Cartagena ist eine tolle Stadt und da sind auch die meisten Schiffe und viele ''karibische'' Ausflugsmoeglichkeiten (Tayrona Nationalpark, Strand, etc.).
Die Frage ist, wie's dann am besten weiter geht. Kolumbien hat drei in nord-suedlicher Richtung verlaufende Andenketten, die das Land  in Pazifik-Kueste, zwei Zentraltaeler und tropisches, zum Amazonas abfallendes Tiefland einteilen. Pazifikkueste hat keine Transportmoeglichkeiten, das Tiefland auch nur bis 150km oestlich von Bogota, wo es Praerielandschaft und Viehwirtschaft gibt. Es bleiben die zwei Andentaeler, die relativ gute Autobahnen haben.
Moegl. 1: das Westtal/Cauca-Tal:
Die Industrie- und 'Botero'-Stadt Medellin hat mir auch nicht besonders gefallen, und die ganze laendliche Gegend drumherum auch nicht. Der 'Eje Cafetero' ist meiner Meinung nach zwar gepflegt mit unterhaltsamen Themenparks, aber v.a. eine irrsinnig kitschige Vorzeigegegend, wahrend der Hochqualitaets-Kaffee aufgrund der globalen Erwaermung laengst in hoeheren Lagen angebaut wird. Cali ist meiner Meinung nach sehr wohl schoen, inmitten eines fruchtbaren und warmen Tals, umgeben von Zuckerrohrfeldern, buntes Voelkergemisch und Indianer-Museen, deren Arbeiten eher an Ekuador und Peru erinnern als an andere kolumbianische Indigena-Arbeiten. Weiter suedlich dann das wunderschoene Popayan, erinnert an die 'Weissen Doerfer' in Andalusien und ist eine internationale Universitaetsstadt, von wo aus die Strasse ueber Pasto nach Ekuador weitergeht.
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farmerjohn1

« Antwort #4 am: 28. Februar 2011, 16:44 »
Moegl. 2: das Osttal/Magdalena-Tal:
das waere von der Karibik angefangen ueber Santa Marta, Aguachica, Bucamaranga und Tunja nach Bogota. Tunja liegt in der Sabana, einer Hochebene zw. 2500 und 3800m mit Salzbergwerken, Milchwirtschaft und Thermalquellen, die auch einen grossen Teil der Geschichte Kolumbiens beherbergt und eine sehr eigentuemliche Landschaft ist. Bogota hat an schoenen und sehenswerten Dingen ein schoenes altes Kolonialviertel ('Candelaria), ein super Goldmuseum, das Wohnhaus des Befreiers Simon Bolivar und den Panaorama-Berg Montserrate zu bieten - ansonsten ist es eine haessliche, dreckige, nicht ueberall ungefaehrliche und v.a. ueberveboelkerte 8-Mio-Stadt mit viel zu viel Verkehr.
Von Bogota aus weiter suedlich ueber die Staaten Tolima und Huila (Staedte Ibague, Neiva, La Plata/Garzon, Pitalito, San Augustin, Popayan, Pasto) nach Ekuador. Der Vorteil: ich halte das Magdalena- Tal fuer wesentlich abwechslungsreicher, interessanter und schoener. AUf dem Weg liegen (von Nord nach Sued gesehen) rechter Hand immer die Zentralkordillere mit zahlreichen Vulkanen und Naturscheonheiten, das Tal selbst ist trotz des beinahe dem Rhein vergleichbaren Magdalena-Flusses etwas trockener. Daher gibt es in der Naehe von Neiva die Tatacoa-Wueste, eine Attraktion inmitten der sonst sonst tropischen Ueppigkeit. Weiter suedlich liegen die einmaligen Indianergraeber von San Andres de Pisimbala, knappe 100km Abweichung von der Hauptstrasse. Noch weiter suedlich kann man die Steinstatuen von San Augustin besichtigen, auch Indigena-Arbeiten, die ueber 2000 Jahre alt sind.
Die Seitentaeler westlich des Magdalena-Tals, die an vierschiedenen Stellen hochinteressante (wenn auch schlecht ausgebaute) Verbindungsstrassen nach Popayan beherbergen, die von 500m ueber 3000m ueber NN durch alle Hoehenlagen und Nationalparks mit Vulkanlandschaft fuehren, sind breit und licht, und hier wird (wie auch in den dunklen, engen und klammen Berglandschaften des Staates Antiochia um Medellin herum) an den Berghaengen der echte Hochqualitaetskaffee geerntet. Nataga liegt uebrigens, wie Pitalito auch an der traditionellen Kaufmannsstrasse von Quito nach Santafe de Bogota durch das Paesa-Indianergebiet, und es ist heute noch ein Wallfahrtsort, weil dort angeblich im 16. Jhd. eine Marienstatue, die ein Kaufmann mit sich fuherte, am Platz der heutigen Kathedrale festwuchs. Der Nachteil dieser Strecke: Du musst zur Weiterfahrt nach Ekuador wieder rueber ins Cauca-Tal - denn weiter suedlich gibt es zwar eine Piste, die auch nach Ekuador fuehrt, aber die z.Z. aber nicht sehr sicher ist.
 
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sommerjogurth

« Antwort #5 am: 28. Februar 2011, 19:30 »
Lieber FarmerJohn,

vielen lieben Dank für deine ausführlichen Antworten  :) , ich muss das bei Gelegenheit noch mal alles in Ruhe durch lesen. Da stecken ja soviele Infos drin und dann, werde ich mich mit Reiseführer und Googlemaps schauen welche Route ich nehme. Kolumbien ist noch so "neu" für, weil es gerade erst in meine Reise mit aufgenommen worden. Ich weiß fast gar nichts über das Land und seine Landschaft.

Wenn du sagst:
Zitat
Der Nachteil dieser Strecke: Du musst zur Weiterfahrt nach Ekuador wieder rueber ins Cauca-Tal - denn weiter suedlich gibt es zwar eine Piste, die auch nach Ekuador fuehrt, aber die z.Z. aber nicht sehr sicher ist.

was meinst du mit "rüber", wie hoch sind die Berge, wie kommt man über die Berge (Seilbahn  ;D ;D?) ach was ich werd mich am kommenden Wochenende hinsetzten und meinen Reiseführer zu Kolumbien lesen und ein bisschen mehr über dieses Land informieren.

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farmerjohn1

« Antwort #6 am: 28. Februar 2011, 20:00 »
mit 'rueber' meine ich Bergpaesse. Es gibt mehrere Verbindungsstrecken zw. Magdalena- und Cauca-Tal, aber im suedlichen Teil sind die alle Schotterpisten ueber ziemlich hohe Gebirge. Da faehrt man fuer die guten 100km 'Bergueberquerung' sechs bis acht Stunden, und das ist ziemlich unbequem, wenn auch lohnend, weil wunderschoen.
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Chrisi88

« Antwort #7 am: 05. Mai 2011, 16:05 »
Halli hallo alle zusammen,

So jetzt meld ich mich auch mal zu Wort. Ich bin die Reisepartner von icybite.

Danke erstmal für eure zahlreichen Antworten und tollen Anregungen. Werde so wie es aussieht alles nochmal neu überdenken müssen - sicher am Anfang mal gleich eine kleine Enttäuschung. Aber dazu haben wir es ja ins Forum geschrieben um uns Hilfe zu holen!

Also damit hier von mir ein großes Dankeschön!

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redstar81

« Antwort #8 am: 27. Juni 2011, 23:17 »
sers.
ja ich weiss der letzte beitrag ist schon etwas her, aber ich muss trotzdem noch was anmerken.
auch wenn die anderen beiträge wirklich sehr ausführlich waren.

ich kann nur jedem davon abraten in der gegend den tauchschein zu machen. mit den schulen muss man wirklich sehr viel glück haben. ich hatte es nicht. billig ja-ausbildung naja. ausserdem sollte man sich vorher von nem taucharzt durchchecken lassen. einige menschen sind einfach nicht zum tauchen gemacht.

wenn ihr den tauchschein schon habt ist die nordküste perfekt zum tauchen. auf dem nächsten trip in der gegend werde ich auf jeden fall wieder ein paar spots mitnehmen. wracktauchen-sehr geil! :P

also allen viel spass
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Tags: darien gap