Thema: und hinterher??  (Gelesen 5938 mal)

rainstorm

« am: 01. Oktober 2009, 20:51 »
so, jetzt isses rum.
wir sind wieder da und der rucksack leer und staubt schon langsam vor sich hin.

der alltag hat uns wieder, kokospalmen auf den cooks, neuseeländische sandflys, in-flight-entertainment, alles ist schon soo lange her. irgendwie surreal, die fotowand, die da hängt.
waren das wir?

wie gehts euch da draußen denn mit dem wieder-daheim-sein? seid ihr gottfroh, endlich wieder richtiges brot und ein bequemes bett zu haben? oder wollt ihr gleich wieder los? oder irgendwas dazwischendrin?

ich jedenfalls könnte echt eine selbsthilfegruppe für rückkehrer gebrauchen..

liebe grüße, die rain ^^
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suse

« Antwort #1 am: 01. Dezember 2009, 17:40 »
hallo rainstorm, du sprichst mir aus der seele. uns geht es genauso. wir sind mittlerweile schon wieder 8 monate zurück
und die erlebnisse sind irgendwie ganz weit weg. unsere familien und freunde können wir schon lange nicht mehr mit unserem erlebten langweilen. aber für uns ist es immer noch ein zentrales thema.
und der alltagstrott? ja der hat uns voll wieder. eigentlich könnten wir froh sein, dass es relativ schnell ging wieder einen job zu haben...
ich hatte erwartet, dass unser fernweh nach einem jahr reisen etwas weniger wird. aber genau das gegenteil ist passiert.
wir hatten besuch von freunden die wir auf der reise kennegelernt haben. es hat sehr gut getan 4 tage ununterbrochen übers reisen zu sprechen. momentan interessiert uns auch nix anderes. ob das auch mal wieder vorbei geht?
also...ich verzichte gerne auf richtiges brot, bequeme betten, rentenversicherung, pflichtversicherungen, firmenwagen,black berry und all den quatsch. was ist das schon gegen den ganzen tag draussen sein, nette menschen kennenlernen, feuer machen am strand, übernachten in state parks. selbst graue tage im juli in alaska sind irgendwie schöner als supergraue tage im november in deutschland.
wie lange bist du schon zurück?
viele grüsse
suse
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Stecki

« Antwort #2 am: 01. Dezember 2009, 18:13 »
Ich leide mit Dir! Vor ziemlich genau einem Jahr ging unsere halbjährige Reise um die Welt zu Ende. Die letzten 2 Wochen vor dem Heimflug freute ich mich endlich mal wieder daheim zu sein, doch bereits nache einer Woche wieder daheim hätte ich wieder aufbrechen können.

Während ich unterwegs war hatte ich mir soviel vorgenommen, was ich nach meiner Rückkehr anders machen werde, doch nun bin ich wieder im genaugleichen tristen Alltagstrott wie vorher. Der geplante Jobwechsel hat auch nicht so stattgefunden wie erhofft (zwar habe ich nun eine andere Tätigkeit, jedoch in der selben Branche).

Wie meine Vorrednerin berweits erwähnte: Es war mir lieber auf jeglichen Luxus zu verzichten und Tag für Tag ohne Planung zu meistern als gutbehütet und mit sicherem Job im tristen Alltag gefangen zu sein. Gerade was den Luxus angeht habe ich seit der Reise eine komplett andere Einstellung zum Materialismus.

Nun, um es einfach auszudrücken: Ich bin fleissig am sparen um so bald wie möglich wieder aufzubrechen, denn vermissen würde ich ausser meiner Familie und gewissen Freunden nichts und niemanden. Auswandern war bei mir eigentlich nie ein Thema, doch inzwischen wäre nicht mal das mehr allzuweit hergeholt.

Ich denke es es wird jedem nach einer Reise etwa gleich gehen. Ich wünsche allen dass Ihre Erwartungen nach dem Reisen erfüllt werden, und den anderen dass sie bald wie starten können.
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rainstorm

« Antwort #3 am: 21. Dezember 2009, 21:19 »
hi ihr zwei,
na das ist ja tröstlich, dass ich nicht die einzige bin... hocken hier eingeschneit rum und in neuseeland haben sie sommer. pfft!
ich bin inzwischen sogar neidisch, weil eine bekannte über den jahreswechsel zwei wochen nach sri lanka wegfliegt. dabei "darf" ich doch gar nicht neidisch sein, war ja erst weg. ääätzend.

wir sind auch schon am planen, wann und wie es wieder losgehen kann, wenn auch noch in weiter ferne. aber es ist noch so viel welt übrig.. wir hoffen, dass demnächst bald ein baby kommt, und dann könnten wir ja elternzeit nehmen und mit dem wurm irgendwo tolles hin. soweit die sehr hypothetische (schreibt man das so?) planung.
es sei denn, jemand möchte mir einen haufen geld schenken?? nein? mist.

frohen weihnachten jedenfalls allen fern- und heimwehkranken! :)
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Tom

« Antwort #4 am: 21. Dezember 2009, 21:49 »
Passt auf dass der "Wurm" euch nicht die Sesshaftigkeit (gibts das Wort?) eintreibt... ::) :o
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wwwalker

« Antwort #5 am: 19. Januar 2010, 13:28 »
Wir waren zwei Jahre und zwei Monate unterwegs und sind seit Mitte Dezember zurück. Wir wussten schon, dasss es hart werden wird, und so kam es dann auch..auf welchen Spruch ich ja mittlerweile allergisch reagiere, ist: "Ihr habt euch ja gar nicht verändert!", als ob man das an der Frisur festmachen könnte, dicht gefolgt von: "Und, was war denn jetzt das absolute Highlight?"

Wir unterhalten und treffen uns nun regelmässig mit neuen Freunden, die wir auf der Reise kennengelernt haben, die unsere Gedanken dazu nachvollziehen können und selbst noch mit dem "Ankommen" kämpfen. Das hilft auf jeden Fall!

Vielleicht finden wir ja auch noch andere heimgekehrte Reisende as der Ecke Lindau /Bregenz, die an einem Treffen Interesse hätten.

Liebe Grüsse, Caro und Heiner

http://caroheiner.followmysteps.de
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karoshi

« Antwort #6 am: 19. Januar 2010, 13:45 »
Mir hat der Kontakt mit Leuten sehr geholfen, die so eine Reise noch vor sich haben. Zuerst waren das einige Bekannte, die ich bei der Planung beraten durfte. Und irgendwann habe ich die Idee zu dieser Website, die ich schon seit einigen Jahren im Hinterkopf hatte, in die Tat umgesetzt.

Wer nicht gleich eine ganze Website bauen will, für den bleiben natürlich auch noch der Austausch hier im Forum oder die Weitergabe von Tipps und Warnungen auf Nomads Connected. ;)

LG, Karoshi
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Marc

« Antwort #7 am: 18. April 2010, 18:05 »
He Servus

Leute vom schönen Bodensee da denkt man immer die sind alle Weit Weit Weit Weg lol

Ich war zwar nicht auf reisen aber ich war 2 Jahre in Australien auf der Schule grins zwischen durch war ich 4 Wochen zuhause und dachte nur ja klar ist nur Urlaub zuhause schnell wieder nach Down Under als ich dann endgültig zurück war war ich total sentimental grins und dann darfst dir noch anhören jetzt sprich mit uns doch mal englisch bring's uns bei.

Ihr habt ja bestimmt einige Erfahrungen gemacht oder???
ich will selber 2012 eine Weltreise machen nur das Planen überfordert mich noch etwas weiß gar nicht wo anfangen!!!

wie habt ihr das angepackt?
Ich bin auf jedenfalls froh wenn mir jemand helfen könnte was größten teils ja hier im Forum geschieht aber manchmal ist face to face einfach besser sei mir nicht böse karoshi !

Lg Marc
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Matzepeng

« Antwort #8 am: 26. April 2010, 19:47 »
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Einmalrundum

« Antwort #9 am: 26. April 2010, 21:17 »
Bei uns gehts in August erst los, bin aber im augenblick eher einwenig unsicher und nervös bei dem was da so auf uns zukommt. Aber wenn ich euch so höre bin ich froh hab ich noch alles vor mir. :)

LG
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lillki

« Antwort #10 am: 17. Mai 2010, 13:19 »
Weil ich so ein Heimwehkind bin, stelle ich mir das eigentlich grad schoen vor, jetzt zuhause auf meinem Balkon zu sitzen und all das zu tun was ich hier (Vietnam) vermisse....

Aber das Gefuehl wieder weg zu wollen,kommt wahrscheinlich mit der Rueckkehr....hilfe, auf diese Fragerei habe ich ja nun gar keinen Nerv....was will man da sagen? "Haste drei Stunden Zeit?"
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annael

« Antwort #11 am: 17. Mai 2010, 15:59 »
Bei mir gehts auch erst im August los, aber mir macht das "Heim kommen" jetzt schon leichte Sorgen. Ganz einfach weil es absolut nichts gibt zu was ich "zurückkomme". Ich schliesse in den nächsten Monaten mein Studium ab und löse mein jetztiges Leben komplett auf. Da stellt sich mir jetzt schon die Frage was ich danach machen soll: weiterstudieren, arbeiten, ... ? Und was ich eigentlich auch nicht während der Reise machen will, ist mich um meine Zukunft zu kümmern, also z.B. mich wieder einschreiben, nen Job suchen, etc.
Aber ich glaubs gleich, dass man sehr bald wieder weg will... Ich leide schon seit einigen Jahren unter dauerhaftem Fernweh...
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rainstorm

« Antwort #12 am: 20. Mai 2010, 13:30 »
Passt auf dass der "Wurm" euch nicht die Sesshaftigkeit (gibts das Wort?) eintreibt... ::) :o

du sprichst wohl aus erfahrung??
ich bin mittlerweile im sechsten monat (*yay*), und die pläne vom ganz großen elternzeittrip sind ad acta, hauptsächlich aus finanziellen gründen.. aber zwei monate sind wohl drin, und wenns nur einmal quer durch deutschland geht!! argh.
 ;D
grüße,
rain ^^
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Tom

« Antwort #13 am: 21. Mai 2010, 14:48 »
Passt auf dass der "Wurm" euch nicht die Sesshaftigkeit (gibts das Wort?) eintreibt... ::) :o

du sprichst wohl aus erfahrung??

grüße,
rain ^^

Ne ne du  ;D
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Niels

« Antwort #14 am: 24. Februar 2011, 15:20 »
Hey, ich bin nun exakt 2 Monate wieder "daheim" (Wo bei ich "daheim" noch nicht einmal wirklich definieren kann)

Am 24.12.2010 stand ich um 16 Uhr, also kurz vor unserer "Bescherung" vor der Haustür. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste keiner von meiner Rückkehr, denn ich wollte die Reise bis zum allerletzten Schritt auskosten und den Moment an dem ich zurückkehre selber bestimmen. Ich hatte regelrecht Panik davor von meinen Eltern, oder Freunden am Flughafen abgeholt zu werden.

Die 10 Monate verblassen bereits langsam, doch sehe ich mir regelmässig einige meiner 12.000 Fotos an und bekomme bei den Erinnerungen an einzelne Personen oder Momente feuchte Augen.
Mein größtes Problem ist, dass ich viele der Menschen, die ich auf der Reise kennenlernte mehr vermisse als jene Freunde die ich damals in Deutschland zurückgelassen habe. Regelmäßig chatte ich mit vielen Bekanntschaften, die überall auf der Welt verstreut leben, aber dies ist doch nicht mit dem direkten persönlichen Kontakt zu vergleichen.

Von meinen Freunden in Deutschland habe ich mich sehr distanziert. Seit meiner Rückkehr werde ich hier teils absolut ignoriert, wenn ich Aspekte meiner Reise in ein normales Gespräch einbringe. Einige scheinen meine Äußerungen schlicht zu überhören und wollen von der Tour überhaupt nichts hören. Dabei gehöre ich nicht einmal zu den Leuten die nun nonstop von Ihrer Reise erzählen.

Auch das Interesse an Bildern ist sehr sehr gering. Bisher zeigte ich eine Auswahl von rund 100 Bildern lediglich 3 Freunden und meinen Eltern. Das war´s. Insgesamt schon sehr enttäuschend.
Momentan kann ich nicht behaupten mich hier wohlzufühlen.

Dennoch freue ich mich sehr auf den Start ins Berufsleben, da ich hier auch gezielt nach einem internationalen Kontext suche.
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Tags: heimkommen