Thema: Streit mit Reisepartner/n - wie geht ihr damit um?  (Gelesen 6166 mal)

Cori

« am: 18. Februar 2013, 18:24 »
Hallo zusammen,

eine Weltreise habe ich noch nicht hinter mir, aber mehrere kleinere Trips zwischen 3-6 Wochen, meist zusammen mit einem oder mehreren Freunden.

Zwei mal kam es dabei zu ziemlichen Auseinanersetzungen, in einem Fall zur Auflösung einer langjährigen Freundschaft.

Dass man sich streitet ist klar, v.a., wenn man eher unbequeme Reisetouren wählt, ist einfach eine anstrengende Extremsituation, die Körper und Geist gleichermaßen aupowern kann.

Nun plane ich mit meiner besten Freundin eine Weltreise. Wir kennen uns seit der Grundschule und verstehen uns natürlich sehr gut, sonst würden wir das nicht zusammen wagen, wir sind auch schon zweimal zusammen gereist.

Trotzdem habe ich Bammel, dass da etwas schief gehen könnte. Würde ich mich mit ihr zerstreiten, wäre das wirklich schlimm.

Wie geht ihr mit Konflikten mit Reisepartnern um?

Grüße

Cori

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Radlerin

« Antwort #1 am: 19. Februar 2013, 13:32 »
Hallo Cori,

ich habe festgestellt, dass ich meistens am Anfang einer Reise nach ein paar Tagen einen "Lagerkoller" bekomme, dann geht mir mein/e Reisepartner/in auf den Keks, wobei ich denke, es liegt vor allem am ungewohnten "aufeinanderhocken" auf so einer Reise. Bevor ich zu genervt bin und ungerecht werde, ziehe ich mich zurück und mache mal was alleine.

Manchmal streitet man sich doch mal, dann kann ich das aber auch mal stehen lassen, weiterreisen und am nächsten Tag nochmal drüber reden.

Man sollte natürlich schon vorher klären, wie man reisen möchte, also welche Art Unterkünfte und Essen, wieviel Komfort, Reisekasse, Party oder wandern....ich denke das habt ihr gemacht.
Ja und wenn sich auf der Reise ergibt, dass ihr doch unterschiedliche Interessen habt - ist es die Frage, ob ihr euch nicht für eine Weile trennt und alleine weiterreist. Das muss ja nicht das Ende der Freundschaft sein. Habt ihr da mal drüber geredet, was wäre, wenn dieser Fall eintritt?

Und wenn es zum Streit kommt, weil ihr ausgepowert und an euren Grenzen seid, dann denke ich doch, dass man sich auch entschuldigen kann und gegenseitiges Verständnis aufbringt, wenn die andere mal ungerecht war.

Ich hab auch gelernt, dass schlechte Laune oder rumschimpfen über die Umstände nicht unbedingt mit dem Reisepartner zu tun haben müssen, das kommt einfach vor und sollte nicht persönlich genomen werden - aber vermutlich kennt ihr euch da bereits gut genug, um das einschätzen zu können.

Liebe Grüsse und viel Spass zusammen!

Claudia
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Cori

« Antwort #2 am: 19. Februar 2013, 17:15 »
Hi Claudia,

danke für deine schnelle Rückmeldung!

Klar, wir machen vorher genau aus, auf welche Art wir Reisen wollen, auf was wir verzichten wollen und können und was nicht.

Sich rechtzeitig zurückzu ziehen, seinen eigenen "Raum" zu suchen und zu beanspruchen ist eine gute Idee. Ich will die Dinge meistens gleich und direkt "austragen" - unterwegs kann das aber ganz schön schwierig sein :-)

LG Cori
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Jens

« Antwort #3 am: 20. Februar 2013, 08:11 »
Hallo Cori,

ich bin mal mit einem sehr guten Freund 3 Wochen unterwegs gewesen und nach dem Urlaub haben wur uns erst mal sehr selten gesehen. Einen Streit gab es noch nicht einmal und auch die drei Wochen waren sehr durchgeplannt, so dass von vornherein klar war wohin wir fahren. Aber dennoch hat das 24 Stunden aufeinander hocken Spuren hinterlassen. Nach einer Zeit haben wir uns dann auch wieder ofter gesehen.

Mit einem anderen Freund war ich mal 4 Wochen unterwegs und wenn ich nicht soviel nachgegeben hätte, dann wäre es sehr schlimm geworden.

Ich kann euch nur raten vorher über das Thema zu sprechen und auch darüber, dass ihr beide auch ohne den anderen eure Reise fortsetzen würdet, falls ihr nicht auf einen Nenner kommt. Nur wenn ihr das vorher im Guten besprecht wird es bei Problem einfacher werden, auch beim trennen.

Ich bin mit einer Reisepartnerin (nicht Freundin) auf meine Weltreise gestartet, da sie nicht alleine wollte. Nach drei/vier Wochen haben sich ihre Pläne geändert und wir haben uns getrennt. Dann haben wir uns nach einem Monat wieder getroffen und sind noch mal drei Wochen zusammen gereist und uns dann verabschiedet. Danach haben wir per Email immer Kontakt gehalten und alles ist super. Würde auch noch mal mit ihr losziehen, aber weil es klar ist, dass jeder auch alleine seinen Weg gehen kann und das ist wichtig!!!

Ihr beide solltet die Reise auch alleine bewältigen können und dazu auch bereit sein. Ich denke, dass es auch wichtig ist die Wünsche des andeen zu akzeptieren, auch wenn es nicht unbedingt meine sind - Aber genau dies muss der Andere auch, sonst funktioniert es nicht!

Ich habe einen Reisepartner der dies tut und mit dem ich ab und an mal unterwegs bin und es ist immer voll relaxt, da jeder den Anderen respektiert!!
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farmerjohn1

« Antwort #4 am: 23. Februar 2013, 00:12 »
Schoen und ziemlich reibungslos ist es mit Freund/In/Partner/In, solange man verliebt ist; in guter Erinnerung habe ich Kurztrips  z.B. mal ein paar Tage mit einem Grueppchen oder zwei, drei Paaren zu outdoor-activities oder Kultur; sogar eine Wohngemeinschaft kann eine gute Zweckgemeinschaft sein. Sehr gern habe ich - sofern genug Platz zum Rueckzug in die individuelle Privatsphaere vorhanden ist - auch laengere Besuche.

Aber was laengeres gemeinsames Reisen betrifft - das ist, meine ich, nicht unbedingt sinnvoll.

Denn - ob nun als Zweckgemeinschaft oder zur Bereicherung einer Freundschaft konzipiert - es gibt abgesehen vom Verhaeltnis der Reisepartner 'an sich' noch weiteres, gar nicht so harmloses Konfliktpotenzial:

erst mal rein von der Konstellation her - das ist eine Lebenssituation, die fuer die Meisten Ausnahmecharakter hat und deren Hauptmerkmal darin besteht, dass jeder damit beschaeftigt ist, in seiner urtuemlichen Eigenheit und mit den jeweiligen gesellschaftlichen bzw. kulturellen Vorpraegungen auf das Fremde zu reagieren oder sich davon beeindrucken zu lassen. Und dann muss  man sich mit der/m Reisepartner/In befassen, und die Beteiligten stossen dauernd, selbst ohne boese Absicht, an Sensiblitaeten eines Anderen etc.

Aber es geht ja noch viel weiter: je nachdem wo man reist und was sich dabei ereignet, kann man auch z.B. durch hoehere Gewalt ploetzlich vor Entscheidungen gestellt werden, die man seinen engsten Familienmitgliedern ersparen moechte - nur mal als einfacheres Beispiel: man ist auf der Suche nach einem Hostel in die Irre gegangen, steht auf einmal mitten in einem ueblen Viertel, und einer der Reisepartner faellt mitten in Dreck und Elend bei 45 Grad im Schatten einfach auf der Strasse um - Herzinfarkt. So. Da. Und nu?

Damit und mit den Folgen kann man nicht 'umgehen' als wenn jetzt einer unerlaubterweise des anderen Fotokamera benutzt  und fallengelassen haette.
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icybite

« Antwort #5 am: 24. Februar 2013, 04:21 »
Manchmal ist der Mensch ja dumm xD
Wie schon gesagt wurde, ist die Situation oft sehr anstrengend und dann kommt man schnell mal in einen Streit oder Diskussion, die man so gar nicht führen würde...

Wenns mal zu "heiß" wird, dann trennt man sich für ein paar Tage. Schaut sich was anderes an oder reist in eine Stadt. Kann auch mal 1-2 Wochen sein. Danach wird man mega-Froh sein wieder seinen Freund an der Seite zu haben... Ab und zu muss man sich dran erinnern, dass ein Freund durchaus mehr Vor- als Nachteile hat.
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lucke99

« Antwort #6 am: 05. April 2013, 04:02 »
Ich hab für mich beschloßen nur noch alleine zu reisen... und ich habs bisher nie bereut... im gegenteil...es ist alleine viel leichter mit den leuten in kontakt zu kommen... und stress vermeidets auch...
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cocolino

« Antwort #7 am: 05. April 2013, 13:30 »
Redet vorher darüber, dass ihr euch im Klaren seid, dass es mal Streit geben könnte und was ihr im Falle des Falles machen wollt, also zB mal 1-2 Wochen getrennt reisen, danach wieder treffen und sehen, ob es wieder zusammen geht oder nicht.

claxmax

« Antwort #8 am: 05. April 2013, 15:18 »
Aber was laengeres gemeinsames Reisen betrifft - das ist, meine ich, nicht unbedingt sinnvoll.

Hi, die Aussage ist doch etwas sehr allgemein gehalten und kann ich so nicht teilen. Meine Frau und ich sind ein halbes Jahr gemeinsam um den Globus gereist und die Erfahrung hat gezeigt, dass dies super funktioniert hat. Natürlich gibt es Diskussionen und Themen, wo man nicht gleich derselben Meinung ist, aber dies gibt es auch im "normalen" Alltag. Im Gegenteil es war eine wunderschöne Zeit und hat uns sicherlich noch mehr zusammengeschweißt.
Ich persönlich liebe es zu zweit zu reisen.

LG ClaxMax
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rtw2014

« Antwort #9 am: 07. Mai 2013, 02:50 »
mich wundert es das du zweifelst (kein gutes Zeichen)

aber wie erwähnt wurde, man kann auch mal was alleine unternehmen und hat dann wieder zeit miteinander.

aber wenn ihr seit der grundschule befreundet sein, denke ich kennt ihr euch schon ganz gut, da müsste man doch wissen wie der andere tickt (oder?) ausserdem kann sowas auch zusammenschweissen.

aber wenn man ungutes gefühl hat, dann von vornherein finger weg, man sollte auch auf sein innerstes hören.

ich werde bewusst alleine reisen, es gibt freunde die dann teilweise mit mir reisen möchten aber das wird eh nicht klappen (unterschiedliches tempo, und zum teil auch ohne nachdenken einfach gesagt) also lass ich auch die finger davon, idee fand ichs super aber ich habe in mich hineingehört und habe mich dagegenentschieden.

höre auf dich wenn du ein komisches / ungutes gefühl hast lass das. wenn ihr gemeinsam reist dann sollte auch klar sein, wenn jeder zeit für sich braucht sollte der andere das akzeptieren (vorher besprechen)

gute reise
ADD. ES KANN JA AUCH NOCH MEHR ZUSAMMENSCHWEISSEN ;-)
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pita

« Antwort #10 am: 02. Juli 2013, 16:39 »
Ich war gerade in der Situation das ich mit einem jahrelangen Freund 3 Wochen zusammen in Indien gereist bin. Er reist seit 18 Monaten und ich war gerade erst einen Monat vorher in Israel unterwegs. Zudem kennt er Indien sehr gut.

Ich wusste das er es wohl gewohnt ist alleine zu reisen und alleine plaene zu machen. Deswegen wollte ich nicht zu aufdringlich sein und wollte mich seinen Plaenen anpassen. Ergebnis war dann aber das er mich fast komplet ignoriert hat bei seinen Plaenen und es kam zu mehreren kleinen Streitereien.

Im nachhinein denke ich auch das es das beste gewesen waere wenn wir ne Woche auseinandergegangen waeren und uns dann wieder getroffen haetten. Problem war nur das er immer so gut wusste wie man in Indien von A nach B kommt und ich das nie wirklich gelernt hatte. Deswegen habe ich mich nicht getraut das einfach zu machen
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Captain_Kirk

« Antwort #11 am: 11. Juli 2013, 09:48 »
Aber wenn ihr ZUSAMMEN reisen wolltet, wieso hast du ihn dann nicht einfach darauf angesprochen das dich das stört?
Ich glaube nicht, dass du ihm damit "reingeredet" hättest...
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Janyla

« Antwort #12 am: 23. September 2013, 06:46 »
Huhu,
Ich hätte kaum gedacht, dass es mir passieren würde,  dass ich hier hereinschreibe, aber nun doch.
Ich und meine reisepartnerin sind jetzt 2 wochen unterwegs. Und es klappt einfach nicht. Ich steigere mich da inzwischen sogar schon sehr rein, was das alles nicht leichter macht. Folgende Probleme haben wir/ich. Sie hat sich 0 Vorbereitet. Gut, wir sind beide anfanger was das backpacken angeht, aber es kann doch nicht sein, das ich alles planen und organisieren muss? Sie wollte zu einer "insel" ton sai beach, das hätte ihre schwester ihr gesagt umd das wäre eine verlassene einsame imsel, ganz schön. Dazu mussten wir nach phuket, was wir auch gebucht haben. Mitten auf dem weg fällt ihr ein, dass es von krabi aus ja viel besser wäre,  was dann alles umgebucht werden muss. Ton Sai ist auf koh phi phi und wenn sie ein einziges mal ihr smartphone oder in den LP geguckt hätte,  wüsste sie das auch. Ich habs am Ende nachgeguckt, weil ih einfach gemerkt habe, das sie es nicht auf die reihe bekommt.
Wir wollen volunteering umd couchsurfig machen, aber wenn ich das nicht organisieren kommt da nix! Ich habe das auch angesprochen, aber sie versteht das nicht. Sie sagt immer, sie will das ja niht alleine entscheiden und mich da mit einbinden.
Zudem kommt, umd das war gewiss mein fehler, das wahrend der reiseplanung nicht anzusprechen, dass sie nicht alleine reisen kann und will, als auch sich niht auf eine neue person einstellen kann/will. Soll heißen,  ich werde sie wohl die 5 monate dabei haben, es sei denn ich mache mich einfach aus dem staub,und sowas mache ich nicht. Sie macht auch sonst nie alleine was, und gestern sagte ich, ich würde mir mal am strand eine show angucken, da rastet sie voll aus und meint ich wäre mega unfreundlich, weil ih ihr nicht sage wo ich hingehe und sie nicht frage und sowieso. Ich dachte das wäre fur sie vielleicht netter, wenn ih einfach sage, ok ich gehe dahin, statt zu sagen, ich will was alleine unternehmen?
Ich merke immer mehr, das ich gerne alleine reisen würde,  sobald ich mal ohne sie beim duschen/Zähne putzen bin, lerne ich andere leute kennen, mit ihr gar nicht, das kann ich mir auch nicht erklaren.
Hat jemand einen rat? :(
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Stecki

« Antwort #13 am: 23. September 2013, 06:53 »
Es ist DEINE Reise. Wenn Ihr nicht miteinander klarkommt dann musst Du eben die Böse sein und Dich von ihr trennen. Es kann ja nicht sein dass Du Dich wegen ihr noch 4 1/2 Monate ärgerst.

Ich würde nochmal mit Ihr reden, ihr klipp und klar sagen was Du erwartest und wenn es nach ner Woche immer noch nicht klappt mach Dich alleine auf den Weg. Aber klar, einfach abhauen ohne was zu sagen ist auch nicht die feine Art.
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karoshi

« Antwort #14 am: 23. September 2013, 10:31 »
Ich bin da voll bei Stecki. Das kann ja wohl nicht sein, dass Du Dir von so etwas die große Reise versauen lässt. Und genau das würde passieren, wenn Ihr einfach so weiter macht. Wenn Deine Reisepartnerin schon Stress macht, wenn Du nur mal einen Abend was alleine machen willst, das klingt nicht gesund.

Natürlich ist zuerst (noch) mal ein ernstes Gespräch mit klaren Ansagen erforderlich. Nicht mit Vorwürfen oder Schuldzuweisungen, sondern mit Erklärungen, wie es Dir gerade geht, und mit dem einen oder anderen konstruktiven Vorschlag, wie es weiter gehen kann. Wenn das nichts bringt, werdet Ihr Euch trennen müssen, vielleicht auch erst mal probeweise für ein paar Tage. Und wenn sie nicht alleine reisen kann oder will, dann wird sie ihre Reise abbrechen müssen. Genauso gut kann es aber sein, dass sie alleine im kalten Wasser plötzlich Schwimmen lernt.
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