Thema: 45-Liter Rucksack - mit oder ohne Frontöffnung?  (Gelesen 7243 mal)

trip

« am: 02. Mai 2012, 19:35 »
Hallo,

ich frage mich, wie wichtig bei einem 45-Liter-Rucksack eine Frontöffnung ist. Bei einem großen Rucksack 60 Liter + ist eine Frontöffnung sicherlich sehr praktisch, wenn nicht sogar unabdingbar, will man nicht jedesmal den halben Rucksackinhalt auspacken, wenn man etwas sucht.

Aber wie sieht es bei einem 45-Liter-Sack aus? Würdet Ihr auch ohne Frontzugang klar kommen?

Gruß
Trip
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Litti

« Antwort #1 am: 02. Mai 2012, 22:51 »
Leider ist ein Frontzugriff bei Rucksäcken egal welcher Größe noch immer eher die Ausnahme. Aber für mich ist es inzwischen ein Killer-Feature... unabhängig davon ob man nun täglich umzieht oder nur alle paar Tage - man lebt aus dem Rucksack und mehrmals täglich nimmt man etwas heraus oder legt etwas wieder hinein. Mit einem Fronzugriff findet man die Sachen zum einen besser, zum anderen fällt es auch leichter die bestehende Ordnung im Rucksack aufrechtzuerhalten. D.h. ein Fronzugriff (sofern gescheit umgesetzt, es gibt da auch einfach viele halbherzige Lösungen) kann einem viel Wühlerei und Rucksack-packen ersparen...

Meiner Meinung nach macht es dabei auch fast keinen Unterschied ob 45 Liter oder 65. Jemand mit 65 Litern hat meist nur ein paar sperrigere Dinge zusätzlich dabei, ansonsten aber schaut es im Rucksack gar nicht so viel anders aus. Hinzu kommt dass die Art und Weise wie ein Rucksack zur Gewichtsverteilung am besten gepackt werden sollte nicht damit übereinstimmt, wie häufig ein Gegenstand tatsächlich benötigt wird. Dieses Problem ist unabhängig von der Rucksackgröße und auch hier kann ein guter Frontzugriff Abhilfe schaffen.
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trip

« Antwort #2 am: 03. Mai 2012, 10:03 »
Vielen Dank, Litti, das war (mal wieder) ein Beitrag voll auf den Punkt, der mir weiterhilft.  ;)

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trip

« Antwort #3 am: 03. Mai 2012, 15:55 »
Nachtrag

Ich bin froh hier nachgefragt zu haben. Zwischenzeitlich habe ich mir ein paar Videos von Rucksäcken mit richtigem und nicht halbherzigem Frontzugang angeguckt und bin jetzt auch der Meinung, dass ein vernünftiger Frontzugang ein Must ist.

Wenn man ein bisschen sucht findet man erstaunlich viele Rucksäcke mit diesem Feature.
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Martini

« Antwort #4 am: 04. Mai 2012, 11:40 »
Nachtrag

Ich bin froh hier nachgefragt zu haben. Zwischenzeitlich habe ich mir ein paar Videos von Rucksäcken mit richtigem und nicht halbherzigem Frontzugang angeguckt und bin jetzt auch der Meinung, dass ein vernünftiger Frontzugang ein Must ist.

Wenn man ein bisschen sucht findet man erstaunlich viele Rucksäcke mit diesem Feature.

Hast du da mal nen Link zu diesen Videos? Die würde ich mir auch gerne mal anschauen.
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Jens

« Antwort #5 am: 04. Mai 2012, 11:42 »
Also ich bin jetzt seit über vier Monaten mit meinem 35l Rucksack mit Frontöffnung unterweg und möchte sie nicht missen! Gerade wenn der Rucksack klein ist, ist bessere Ordnung drin, da ich meisten nur die Frontöffnung benutze! Warum, weil der Sack dann liegt und nichts hin und her hoch oder runter fällt! Ich gebe ein PRO für die Frontöffnung!!
Allerdings kann ich für einen großen Rucksack nicht sprechen!
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trip

« Antwort #6 am: 04. Mai 2012, 12:28 »
Zitat
Allerdings kann ich für einen großen Rucksack nicht sprechen!

Jens,

heisst das Du kommst mit dem kleinen dicken Lowe Alpine gut zurecht?  :) Oder vertue ich mich gerade und Du hast nicht den Cross Vent?

Tragesystem bequem genug, Material robust genug? Kannst Du ungefähr abschätzen, mit wieviel Gewicht der Rucksack sich noch bequem tragen lässt?
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migathgi

« Antwort #7 am: 04. Mai 2012, 22:09 »
Ich möchte hier einfach mal den 45l-Kofferrucksack ins Spiel bringen, den ich seit Jahren einsetze, den ich auf dem Boden liegend voll öffnen kann und der sich trotzdem auch über längere Strecken ganz prima trägt! Ich habe ihn von Eagle Creek. Ich würde nie wieder einen normalen Rucksack für Langzeitreisen einsetzen!
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Martini

« Antwort #8 am: 04. Mai 2012, 23:58 »
Dieser hier http://www.decathlon.de/rucksack-forclaz-40-id_8172703.html ist 5 Liter kleiner, aber ich würde die riesige Frontöffnung nicht mehr missen wollen. Der Reißverschluss geht von oben rechts ein mal rund rum bis oben links, so dass man Zugang zu allen Dingen hat wie in einem Koffer. Zudem kann man ihn auch ganz "normal" wie einen Rucksack von oben beladen.

Das Tragesystem passt für mich hervorragend und ihn mit 20 Kilo Beladung auch über eine weitere Strecke tragen war lediglich ein Problem meiner Kondition...

Nur wenn ihr ihn auf den Rücken legt aufpassen, dass auch wirklich das Deckelfach zu ist.... Ich glaub ich musste in 8 Monaten gefühlte 20 Mal alles wieder rein räumen.. :-)
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Litti

« Antwort #9 am: 05. Mai 2012, 07:27 »
@Martini: Warum wird dieser Rucksack so billig verkauft? Wo ist der Haken? :o

@migathgi: Stimmt, eigentlich geht es bei dieser ganzen Frontöffnungs-Thematik nur darum ein Problem zu kaschieren was Koffer und auch Kofferrucksäcke von Natur aus nicht haben und was diese so praktisch macht: Einfacher Zugriff aufs innere, alles ist leicht zu verstauen und ebenso leicht wiederzufinden.
Deswegen reizt mich ein Kofferrucksack eh, in 365 Tagen wäre er an 340 davon der perfekte Begleiter für mich. Skeptisch bin ich nur was den Rest der Zeit angeht... Angenommen ich möchte in Nepal den Annapurna Circuit machen, oder eine x-beliebige andere mehrtägige Tour für die das Daypack nicht mehr reicht - kann ich das mit dem Tragesystem eines Kofferrucksacks wirklich machen? Das ist eben die Sorge die mich bisher noch vor einem Kofferrucksack zurückschrecken lässt und ich doch eher zu einem Rucksack mit Frontöffnung tendiere (auch wenn diese ihn nie zu einem vollwertigen Kofferrucksack machen wird). Kofferrucksäcke haben meist kein gutes Tragesystem.
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trip

« Antwort #10 am: 05. Mai 2012, 07:56 »
Den Forclaz von Decathlon gibt es auch in der 50-Liter-Version:
http://www.decathlon.de/rucksack-forclaz-50-id_8172705.htmlf

Wenn man einen Kofferrucksack mit einem normalen Rucksack mit vernünftigem Frontzugang vergleicht, was spricht dann für den Kofferrucksack? Den einzigen Unterschied den ich sehe ist, dass man den Kofferrucksack sowohl auf dem Rücken als auch wie einen Koffer in der Hand tragen kann.
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Martini

« Antwort #11 am: 05. Mai 2012, 15:28 »
@Litti: Ich habe keine Ahnung. Bin selber Überrascht. Ich habe meinen von einer Freundin geliehen bekommen mit dem Deal, wenn ich ihn nicht in akzeptablem Zustand wieder zurück geben kann, muss ich ihr einen neuen kaufen. Jetzt ist er zwar noch in echt gutem Zustand, aber ich will ihn inzwischen nicht mehr hergeben.... Deswegen kaufe ich ihr jetzt einen neuen Rucksack und freu mich, dass er so günstig ist.

Ich will noch mal zurück zum Thema kommen :-)
Generell ist eine Frontöffnung meiner Meinung nach echt super und ich denke wenn man mal einen Rucksack mit solcher hatte, will man nichts anderes mehr haben. Ob nun Kofferrucksack oder "normaler" Rucksack ist glaube ich Geschmacksache und hängt auch ein bisschen von der Art des Reisens und der Aktivitäten unterwegs ab. Und wenn man bei der Auswahl des Rucksacks darauf achtet, dass die Öffnung auch groß genug ist und gut zugänglich, gibt es für mich keinen Grund, auf eben diese zu verzichten.
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Jens

« Antwort #12 am: 05. Mai 2012, 17:26 »
Zitat
Allerdings kann ich für einen großen Rucksack nicht sprechen!

Jens,

heisst das Du kommst mit dem kleinen dicken Lowe Alpine gut zurecht?  :) Oder vertue ich mich gerade und Du hast nicht den Cross Vent?

Tragesystem bequem genug, Material robust genug? Kannst Du ungefähr abschätzen, mit wieviel Gewicht der Rucksack sich noch bequem tragen lässt?
Genau mit dem (CrossVent 35) bin ich unterwegs und bis jetzt fand ich ihn immer bequem. War damit ohne Zelt auch 5 Tage wandern im Torres delPaine und mir gefiel mir der Rucksack gut. Ich gehe mit ihm nicht zimperlich um und bis jetzt hat er alles super weggesteckt! Ich finde ihn prima und würde ihn mir wieder kaufen!

Laut letztem Check-inn bei AirAisa 10,9 kg, denke bis 12kg ist es noch OK, danach hmmm  ::) ::) ::) ::)
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migathgi

« Antwort #13 am: 05. Mai 2012, 22:09 »
@Litti
Das mit dem schlechten Tragesystem bei Kofferrucksäcken habe ich auch erlebt, ist aber Vergangenheit.

Ich habe einen seit langem einen großen MacPac Genesis, der sich trägt wie ein Trekking-Teil, sitzt einfach perfekt am Körper.
Dann habe ich seit 2 Jahren einen 45+15 von Eagle Creek mit vorzüglichem Tragesystem – alles gepolstert, Vollwertiger Hüftgurt, Rückenlänge verstellbar, Lagekontrollriemen etc – ein vollwertiger Rucksack.
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migathgi

« Antwort #14 am: 05. Mai 2012, 23:11 »
Wenn man einen Kofferrucksack mit einem normalen Rucksack mit vernünftigem Frontzugang vergleicht, was spricht dann für den Kofferrucksack? Den einzigen Unterschied den ich sehe ist, dass man den Kofferrucksack sowohl auf dem Rücken als auch wie einen Koffer in der Hand tragen kann.
Stimmt, und dann sieht das Teil wie ein Koffer und der Träger nicht wie ein Backpacker aus, weil das Tragesystem weg ist.  ;)
Letzteres blitzschnell verstauen zu können finde ich ganz wichtig, nicht nur beim Flieger. Vor allem in den Gepäckfächern der Überlandbusse ist es extrem dreckig, und das Tragesystem möchte ich mir nicht unnötig versauen lassen, der Rest ist mir egal.
Aber ich will nicht unbedingt eine Lanze für den Koffer-RS brechen, ich wollte ihn nur mal zur Discussion stellen, da ich ihn für optimal halte. Aber jeder mag das auch anders sehen.
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