Thema: Alleine als Frau unterwegs, nicht immer leicht...  (Gelesen 4911 mal)

Jenny_far_away

« am: 13. November 2013, 19:17 »
Hallo ihr,
ich wollte mal hören, ob ihr (also vor allem Alleinreisende Frauen) auch schon mal in mehr als unangenehmen Situationen wart auf euren Reisen?

Ich habe meine Reise letztes Jahr im Oktober in Indien angefangen und mir Anfangs viele Gedanken und auch ein paar Sorgen gemacht. Irgendwie rechnet man in Indien ja schon fast damit, dass man begrapscht wird oder ähnliches. Bei mir ist das glücklicherweise ausgeblieben. Einmal war ich in einer blöden Situation, aber das war mitten am Tag und ich habe mich auf mein Fahrrad geschwungen und bin weg geradelt. Da war nichts dabei.

Vor etwas 2 Monaten dann, also gut 11 Monate nach dem Start meiner Reise, ist dann doch etwas passiert. Eigentlich nichts schlimmes, aber so ganz lässt es mich trotzdem nicht los. Ich war auf Flores in Indonesien unterwegs und habe mich eigentlich super wohl gefühlt. Als ich in Bajawa angekommen bin, habe ich schon gemerkt, dass es hier doch wieder etwas anders ist. Jeder ruft einem "Misses Tourist" hinterher, will einen anfassen und Hallo sagen. Da ist ja nichts bei. Nun ja, in Indien hatte ich da meine Regel, wenn ich so viel Aufmerksamkeit tagsüber bekomme, gehe ich Abends alleine nicht mehr raus. In Bajawa bin ich dann aber doch raus gegangen, weil meine Freunde nicht wie versprochen zum Essen gekommen sind. Auf der Straße sind mir dann zwei Jungs auf nem Scooter hinterher gefahren. Erst war es ganz harmlos, sie fuhren neben mir her, fragten nach meinem Namen usw. An der nächsten Ecke überholten sie mich und klopften wie wild an die Tür eines Freundes, der kam dann auch direkt zu mir gerannt. Ich war immer noch auf dem Weg ins Restaurant, als er mich am Arm packte und nach meinem Namen fragte. Weil er mir unangenehm war, nuschelte ich etwas dahin und ging schnell weiter. Nun ja, er ließ nicht locker und lief mit seinen Freunden hinterher. Ich war inzwischen mehr am rennen, als alles andere. Als sie mich überholt hatten, packte einer von ihnen mich, stieß mich gegen eine Wand. Leider war es auch noch verdammt dunkel an der Ecke und niemand war da, der mir helfen konnte. Letzten Endes haben die drei Jungs wohl nur mal einen Busen anfassen wollen und sind dann abgehauen.

Ich bin heulend ins Hotel zurück gerannt, wo meine Freunde inzwischen zurückgekehrt waren. Ich haben ihnen erzählt, was passiert ist und wir sind zusammen zum Hotelbesitzer gegangen. Der Großvater des Hauses ist dann sofort los gestürmt und hat die Jungs zurecht gestutzt. Meine Freundin Cem hat letztendlich die Nacht bei mir im Zimmer geschlafen, weil weder sie, noch ich, ein Auge zu tun konnten.

Die nächsten Tage bin ich mit Cem und ihrem Freund zusammen gereist und die beiden haben mich nie alleine irgendwohin gehen lassen. Das hat definitiv geholfen. Aber das Unwohlsein und vor allem das zusammen zucken, wenn jemand einen anspricht, war doch noch einige Wochen da. Auch jetzt ist es noch so, dass ich nicht so gerne alleine etwas unternehme und auch weniger kontaktfreudig bin, als zuvor. Das hängt aber vielleicht auch ein wenig mit der Reisemüdigkeit zusammen, die mich in den letzten Tagen doch ordentlich erwischt hat.

Ich glaube, mich beschäftigt der Vorfall vor allem immer noch, weil es so unerwartet kam. Ich hätte nie damit gerechnet, dass es mir in Indonesien passieren würde. Was ja eigentlich auch dumm ist, schließlich passieren ja auch ganz andere Dinge auf der Straße in Deutschland. Ich weiß, dass es nur dumme kleine Jungs waren, die wohl zu viele Filme geschaut haben, aber das macht es trotzdem nicht besser. Vielleicht beschäftigt es mich auch, weil ich z.B. nicht wie andere in kurzen Hose raus gegangen bin, sondern lange, weite Hosen an hatte und sogar nen dicken Pulli, als es passiert ist. Was soll man denn noch machen?

Meinen Eltern habe ich nichts gesagt. Zum einen, weil ich irgendwo finde, dass es ja gar nichts war. Zum anderen, weil sie sich nur noch mehr Sorgen machen würden und ja doch nicht helfen könnten. Irgendwie war es ja auch nichts, aber irgendwie schleicht es sich doch noch ab und zu in meinen Kopf.

Ich hoffe jedenfalls, dass Euch so etwas auf Euren Reisen erspart bleibt. Denn egal wie klein so ein Vorfall ist, mitnehmen tut er einen trotzdem irgendwie.
Eigentlich hoffe ich nur, dass ihr jetzt vielleicht noch einen Tick besser auf Euch aufpasst Mädels, wenn ihr so alleine in der Weltgeschichte unterwegs seid.
Angst braucht man nicht haben, denke ich, aber mit offenen Augen durch die Welt gehen und vor allem auf das Bauchgefühl hören, ist wichtig.

Liebe Grüße
Jenny

PS: Jetzt, wo ich nicht mehr in muslimischen Ländern unterwegs bin, fühle ich mich doch auch wieder etwas besser. Was dumm ist, weil Flores hauptsächlich katholisch ist. Angst ist eben irrational.
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huskyeye

« Antwort #1 am: 13. November 2013, 22:07 »
Hallo Jenny,

das ist sicher ein Thema, über das sich ganz viele weibliche Reisende schon Gedanken gemacht haben. Vor meiner Reise hat es mich, ebenso wie dich, fast mehr beschäftigt als während des Trips. Selber bin ich dann zweimal in Situationen gekommen, in denen ich mir gewünscht habe, mich einfach wegbeamen zu können und ein bisschen Schiss bekommen habe - obwohl es jeweils nur um angequatscht werden ging, aber auf die sehr hartnäckige Tour und mit sexuellen Anspielungen. Einmal war das in Asien, einmal in Australien. In beiden Fällen hatte ich ein sehr ungutes Gefühl, weil mir so deutlich vor Augen geführt wurde, dass ich im Zweifelsfall rein körperlich unterlegen wäre und mir ggf. niemand helfen würde. Das sind echt Situationen, die man anderen gern ersparen würde. Andererseits: Sowas ist mir auch in Deutschland schon passiert.

Du versuchst dir jetzt immer wieder zu sagen, dass es "eigentlich nichts war", aber ich finde, du darfst dir ruhig eingestehen, dass es durchaus eine bedrohliche Situation war. Das heißt ja nicht, dass du in Zukunft eingeschränkt reisen sollst oder ständig Angst haben musst. Aber ich denke, runterspielen bringt auch nix, denn dein Instinkt hat dir ja die richtigen Signale gesendet und es ist auch wichtig, diesen Instinkt beizubehalten.

Dennoch, wie du ja auch sagst: Es ist sicher nicht generell gefährlich, als Frau allein zu reisen bzw. Dinge allein zu unternehmen. Trotzdem finde ich es wichtig, drüber zu reden, wenn so etwas passiert. Gut, dass du auf der Reise auch Freunde gefunden hast und weißt, du bist nicht allein.

Genieß es weiterhin und lass dir von den Kerlen nicht das Abenteuer verderben.

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Jenny_far_away

« Antwort #2 am: 15. November 2013, 07:09 »
Nein verderben lass ich mir den letzten Monat jetzt auch nicht mehr. Wie gesagt, dumme Jungs gibt es überall. Und ich hatte ja auch noch mal Glück.

Habs heute sogar geschafft ganz ohne mulmiges Gefühl mit einem Einheimischen auf den Motorrad Tour zusammen zu gehen. Haben uns in nem Cafe kennengelernt gehabt. Die Tour war super schön und der Typ auch kein bisschen aufdringlich.

Es geht bergauf  :D und in vier Tagen hole ich ja meinen Papi am Flughafen ab, dann bin ich auch nicht mehr alleine unterwegs, obwohl ich das jetzt schon vermisse.
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Kasidu

« Antwort #3 am: 15. November 2013, 17:06 »
Oh oh, das tut mir Leid für dich, liebe Jenny. Und ich gebe Husky Recht, das war durchaus eine beschissene Situation. Ich finde Anfassen geht gar nicht. Never ever und egal wie angeblich harmlos. Ich geh auch nicht los und grabsche fremden Kolumbianern an den Hintern, weil ich mal gehört hab Kolumbianer sind sehr feurig. Ich kann ja verstehen, dass das Bild was Locals in einigen Ländern von westlichen Frauen haben durch TV und Werbung verzerrt ist, aber sorry, viele Locals verhalten sich einfach super respektlos und das ärgert mich dann. Und die Reaktion von deinem Hostelpapa bestätigt ja auch, dass das nicht ganz harmlos war.

Ich bin zum Glück relativ groß,  also nicht so das typisch niedliche Mädel, das man tätschelt,  aber hier und da fühl ich mich dann doch arg beobachtet oder etwas unwohl.

Kopf hoch, ich hoffe du kannst den Rest deiner Reise genießen und denk auch dran, 90% der Locals sind immer normal und 10% sind bescheuert (ich würd sagen das trifft auch auf Deutschland zu).

LG, Kasidu
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dirtsA

« Antwort #4 am: 16. November 2013, 17:29 »
Du Arme!! :( Da würde ich mich auch erst mal nicht mehr so wohl fühlen. Hoffentlich kannst du es gedanklich bald hinter dir lassen!

Ich hatte nicht ganz eine so krasse Situation, aber auf Sulawesi waren die Männer auch viel zu aufdringlich für mich! V.a. als ich mit dem Nachtbus irgendwo in Makassar gestrandet bin, da waren dann nur männliche Taxifahrer um mich herum und die anderen Touris sind alle wo anders raus (ich wollte mich eigentlich an einem speziellen Stopp mit einer Deutschen treffen, die leider einen anderen Bus buchen musste - hat erst mal nicht geklappt...). Also war ich ganz allein mit ca. 15 Männern, die alle extrem an mir interessiert waren, mich wohin fahren wollten, Fotos von mir wollten, mich während dem unwillig eingewilligten Fotos dann an sich drücken versuchten etc. Und ich wollte einfach nur weg aber musste mit einem von denen mit! War auch nicht schön, aber ich glaub nicht, dass sie mehr als nur Fotos versucht hätten. Man fühlt sich aber sooo ausgeliefert :(

Glücklicherweise hatte ich solche Situationen auf meiner Reise nicht oft. Eigentlich nur in Indonesien. In Peru flogen zwar anzügliche Kommentare Ende nie und die Männer waren einfach A....löcher, aber wenigstens haben sie Abstand gehalten und wollten nicht rumgrapschen oder so. Komisch, da redet jeder von Südamerika, und dann ist es Indonesien... ;)

LG und Kopf hoch!
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Jenny_far_away

« Antwort #5 am: 18. November 2013, 03:32 »
Hey dirtsA,
genau das ist es eben, man bekommt vorgehalten, wie ausgeliefert man eigentlich ist. Das ist dann auch der Grund warum danach sich irgendwie unwohl fühlt, weil man eben vorgehalten bekommen hat wie einfach wirklich etwas passieren kann.

Nun ja, ich habe mich in Ho Chi Minh erstmal in ein Dorm Room einquartiert und mit etwas Gesellschaft sieht alles dann auch schon wieder besser aus. Mittlerweile geht es auch wieder. In Indonesien und Malaysia habe ich mich danach sehr unwohl gefühlt, aber in Kambodscha und Vietnam überhaupt nicht. Vielleicht ist es die andere Religion oder das andere Aussehen der Menschen.

Ich bin mit 1,82m auch nicht gerade klein, deswegen hatte ich auch meistens nie schiss, selbst wenn ich mit Männern mal alleine unterwegs war. In Indien war ich z.B. auf Kamelsafari alleine mit Guide unterwegs, nicht ideal, aber ich wusste das vorher einfach nicht und der Typ war zwei Köpfe kleiner als ich und von daher dachte ich, dass ich mir den zur Not auch untern Arm klemmen kann haha. Ich glaube, das war auch einer der Gründe, dass ich in Indien fast keine Probleme hatte, wenn man so groß ist überlegen es sich die Kerle doch zwei mal, ob sie frech werden.

@Kasidu: Ich bin auch der Meinung, dass so ein Verhalten respektlos ist und nicht zu entschuldigen. Allerdings muss man auch verstehen, was für krasse Gegensätze das für die Menschen sind. In ihrem eigenen Land ist es schon obszön nur ein bisschen Bein zu zeigen als Frau, die meisten Frauen tragen Kopftücher. Dann sehen sie einen Hollywood Film und innerhalb der ersten 5min hat eine westliche Frau Sex mit dem Hauptdarsteller und dann laufen manche Frauen auch noch mit ihren Mega kurzen Höschen rum in ihrem Land. Ich will die auf gar keinen Fall in Schutz nehmen, aber es ist ein schwieriges Thema und es wäre so viel leichter, wenn Touristen sich ein wenig mehr an den im Land geltenden Dresscode halten würden.
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Reisender215

« Antwort #6 am: 23. November 2013, 10:10 »
Hallo,

schön und vorallem gut, das du das einfach wegsteckst.
oder eben versuchst cool mit umzugehen. Find ich klasse und es macht es für dich auch einfacher.

Lustig aber selbst frauen betatschen männer mir mehr als einmal dort passiert. Java z.b.
eine ist mal mit ihrem roller in die mauer gefahren ,(langsam) als ich abgesprungen bin. Sie sollte mich zum beach fahren und fing dann an mir am ,- rum zu spielen.

Hati hati .


Grüße

am: das mit dem dresscode sollte einige wirklich mal überdenken! Auch einfach auch aus respekt.
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_Sarah_

« Antwort #7 am: 23. November 2013, 12:13 »
Hallo Jenny :)

Ich war 2010 auch allein unterwegs und genau wie du habe ich in Indien angefangen. Hier hatte ich auch meine einzige bedenkliche Situation obwohl ich die Schulddafür nur bedingt den einheimischen Männern zu spreche.
Ich hatte eine Australierin kennen gelernt und mich Abends mit ihr zum Essen verabredet.
Im Restaurant hat die gute dann angefangen sich furchtbar abzuschießen. Es gab einen Schnaps nach dem anderen. Irgendwann war sie dann so betrunken, dass sie anscheinend die Orientierung verlor und den Kellner beschimpfte der die Rechnung brachte weil Sie der Meinung war das er sie bestehlen wollte.

Das war auch der Punkt an dem ich einfach hätte gehen sollen aber ich hatte ein schlechtes Gewissen weil ich wusste das unser Heimweg ziemlich lang und dunkel sein würde (ihr Guesthouse lag in der Nähe von meinem).
Naja Ende vom Lied war, ds ich die total betrunkene Australierin (wohlgemerkt war sie mit über 40 durchaus in einem Alter in dem man wissen sollte wieviel man verträgt) durch die dunklen Gassen versuchte nach Hause zu bugsieren. Komplizierter wurde das ganze durch die Horde von indischen Männern, die das furchtbar witzig fand und immer wieder versuchte iwo an unpassenden Stellen Hand an zu legen.

Irgendwann haben wir es dann doch noch zurück geschafft.
Das war eigentlich auch der einzige Abend auf meiner ganzen Weltreise an dem ich ernsthaft überlegt habe die Reise abzubrechen. Heute bin ich aber froh das ich es nciht getan habe denn der Rest der Reise war super und ich bin auch nicht wieder in eine bedenkliche Situation gekommen :)
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Jessy83

« Antwort #8 am: 28. April 2015, 13:34 »
Ich bin gerade vor ein paar Tagen in China, in western Sichuan, allen Ernstes vor einer Stupa von einem tibetischen Mönch begraptscht worden, der mich dann mit unmissverständlichen Handbewegungen fragte, ob ich Sex wolle. Ich hab mich nicht wirklich bedroht gefühlt, zumal es ein recht junger Mönch von höchstens 16 war. Aber dennoch...das hat mich schon ziemlich getroffen und ein paar Tage lang beschäftigt.
Aber klar, schwarze Schafe gibts überall  :-\
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Sesam

« Antwort #9 am: 25. Mai 2015, 10:32 »
Liebe Mädels,

eure Erfahrungen finde ich teils krass. Es ist klar, dass man als Europäerin durch die Körpergröße, Haarfarbe etc. im Ausland auffällt und dann auch mal angestarrt wird. Dass Männer und Frauen mich angestarrt haben, fand ich in z.B. Indien unangenehm, aber auch irgendwie nachvollziehbar. Auf meiner Reise blieb es bisher meist beim Anstarren. Nur einige Frauen und Kinder berührten mich ab und zu am Arm.

An eindeutigen Stellen begrabscht werden ist allerdings etwas anderes. Keine Frau sollte sich so ein Verhalten gefallen lassen. Weder in Deutschland noch im Ausland. Dieses herabwürdigende Verhalten abzutun und zu sagen es ist doch nichts passiert, bestärkt doch nur die Person, die euch angrabscht, in ihrer Tat. Jeder Mensch sollte einem anderen soviel Respekt entgegen bringen, dass er ihn weder verbal noch körperlich herabwürdigt. Da ist auch die Kleidung keine Entschuldigung fürs Angrapschen.
Ich finde dennoch, dass man sich im Ausland respektvoll und angemessen kleiden sollte. Das ersparrt blöde Kommentare (und manchmal auch das Starren).

Mädels, wie reagiert ihr denn, wenn jemand euch in Bedrängnis bringt? Wie kommt ihr aus einer unangenehmen Situation raus? Wann fühlt ihr euch überhaupt bedrängt (ist auf einmal nur noch von Männern umgeben sein schon bedrängend oder erst von jemandem begrabscht werden)?

Vielleicht hat jemand Tipps zu dem Thema?

Danke!

gracy

« Antwort #10 am: 27. Mai 2015, 11:55 »
Also ich war bisher auch nur ein einziges Mal in einer unangenehmen Situation, wo ich mich von einem Einheimischen bedrängt gefühlt habe. Das war auf Apo Island (Philippinen). Ich war am Strand und es setzte sich ein junger Kerl ziemlich nah neben mich. Zuerst fand ich das noch nicht weiter schlimm, es gab nicht viel Schatten. Dann quatscht er mich an, ich war immernoch freundlich und beschließe ins Wasser zu gehen, weil er anfängt mich zu nerven. Er fragt, ob er mitgehen kann, ich sage ok (das Meer gehört ja allen) und dann kommts, im Wasser fragt er mich, ob es ein Problem für mich wäre, wenn er seine Hose auszieht! Ich war total überrumpelt und bin erstmal weiter weg geschwommen zu einem der wartenden Tauchboote. Dort hab ich mich gesammelt. Am Strand habe ich dann ein paar andere Reisende angesprochen und bin mit ihnen zurück in Richtung Hostel. Ich war in diesem Moment einfach nur froh nicht alleine zu sein, am Tag davor war der Strand nämlich absolut leer. Aber ich hatte keine Lust nochmal dorthin zurück zu gehen, egal wie viele Schildkröten es da zu sehen gibt!

Ich glaube generell ist es am Besten, andere anzusprechen (wenn sie denn in der Nähe sind). Außerdem gibt es hier sehr hilfreiche Tipps:
http://weltreise-info.de/sicherheitstipps/frauen.html
Vor meiner Weltreise werde ich auf jeden Fall noch einen Selbstverteidigungskurs machen, damit ich mir notfalls auch selber helfen kann!

Oft bringt es auch schon was, einfach sehr bestimmt NEIN! zu sagen. Fällt aber vielen schwer, weil man (frau) es halt nicht gewöhnt ist.
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Biki

« Antwort #11 am: 04. August 2015, 17:52 »
Mädels, wie reagiert ihr denn, wenn jemand euch in Bedrängnis bringt? Wie kommt ihr aus einer unangenehmen Situation raus?

In Indien hat es geholfen, laut zu sagen, dass er die Grapscherei lassen soll. Auch auf deutsch war das für alle Umstehenden verständlich. Da fand sich dann immer ein Gentleman, der mir geholfen hat, wobei er sich hervor tun konnte oder einfach ein netter Kerl war. Durch die Aufmerksamkeit der anderen Umstehenden hielten alle potentiell Interessierten dann Abstand.
Je älter, um so eher helfen andere Männer. Diese habe ich zum Teil direkt angesprochen und um Hilfe gebeten.

travelstory

« Antwort #12 am: 05. August 2016, 00:27 »
Asien war für mich nie ein Problem, aber richtig heftig wars in Marokko und Ägypten. Die Männer dort haben leider überhaupt keinen Respekt vor ausländischen Frauen. Ich finde das traurig und unglaublich frech.
Verkäufer, Gepäckträger oder Passanten, jeder meinte, eine anzügliche Bemerkung machen zu müssen oder kurz mal anzufassen. Einmal hatte ein Turbanverkäufer mir angeboten, eine Turban zu binden. Dabei kams "ganz unauffällig" zu unangenehmen Körperkontakt. Pfui!
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Jenny_far_away

« Antwort #13 am: 16. August 2016, 19:42 »
Na das ist ja gut zu wissen, in drei Wochen fliege ich nach Marokko *seufz*
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dirtsA

« Antwort #14 am: 16. August 2016, 20:22 »
Hmm bester Tipp für Marokko: Schließ dich mit einem männlichen Mitreisenden zusammen!
Mit meinem Freund an der Seite wurde ich nie angesprochen (ging schon fast ins Ignorieren) - da haben die dann Respekt!

Dass die Menschen leider insgesamt keine sehr angenehme Art haben in Marokko, bleibt aber trotzdem als Erinnerung. Für jedes Wort Geld verlangen und einen dann wüst beschimpfen, wenn man "zu wenig" gibt (was umgerechnet in Euro schon großzügig war im Vh zu dortigen Löhnen). Die Landschaften entschädigen aber, und natürlich gibt es wie überall auch viele positive Gegen-Beispiele! :) Man muss eben Glück haben...
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