Thema: Nepal trek für Anfänger ohne Ausrüstung  (Gelesen 3799 mal)

Irene

« am: 02. November 2013, 09:47 »
Hallo Leute,
ich bin ein wenig verzweifelt :-( wir fliegen morgen für 3 Wochen nach Nepal. ursprünglich war kein Trek geplant aber jetzt hätten wir doch Lust drauf.
haben dementsprechend nur gute Sport/hike Schuhe mit und keinen Schlafsack.
was meint ihr welcher trek sich für uns anbietet? wir wollen auch gerne in den chitwan np, kathmandu und andere schöne Orte erkunden.
auf dem trek ist uns wichtig ohne guide und ohne große Ausrüstung unterwegs zu sein. wir wollen gerne die Kultur der einheimischen Dörfer und ihrer Bewohner kennen lernen. wir sind zwar jung und eigermassen fit aber keine geübten bergwanderer :-) ich hab auch bedenken wegen den HöhenKrankheit, weil wir eben keine berge gewöhnt sind.
ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen :-)
liebe grüße aus Südafrika ;-)
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dirtsA

« Antwort #1 am: 02. November 2013, 12:36 »
Hallo Irene,

zuerst mal: NO WORRIES! :)
In Kathmandu könnt ihr, wenn ihr wollt, alles an Trekkingausrüstung günstig einkaufen. Ist halt dann meistens nicht die beste Qualität, aber tuts auch für einmal Trekking. Ich hab meinen Schlafsack und Wanderstöcke dort gekauft. Die Wanderstöcke sind nach 10 Tagen dann zerfallen und der Schlafsack war halt nicht der Wärmste. Allerdings gabs auch immer ausreichend Decken in den Quartieren zum drüber-stapeln! ;)

Ich bin auch nur so halbwegs fit und hab damit den Annapurna-Circuit aber recht gut geschafft. Eine supertolle Erfahrung! Dauert allerdings länger, also vielleicht ist das nicht ganz eure Vorstellung. Ihr könntet aber z.B. den Poon Hill Trek machen (einfach mal googlen), das ist ein Teil vom Annapurna Circuit und auch wirklich schön. Man kommt durch traditionelle Dörfer, grüne Täler und vom Poon Hill aus selbst hat man eine super Panorama-Sicht auf die umliegenden Eisriesen. Ganz nahe kommt man bei dem Trek halt nicht, aber es ist trotzdem schön und es geht nicht sooo hoch hinauf, Höhenkrankheit sollte also kein Problem sein. Übrigens können darunter auch sehr geübte Bergsteiger erkranken/leiden, das macht keinen Unterschied! Mein Vater ist bei der Bergrettung und hatte vorm Thorung La Pass solche Probleme, dass wir fast den Helikopter gerufen hätten. Andere gehen zum ersten Mal in die Berge und spüren gar nichts...

Tipp zum Poon Hill: Geht am Abend auf den Aussichtspunkt, zum Sonnenuntergang (Stirnlampe nicht vergessen)! Zum Sonnenaufgang ist es sooooo überlaufen, da sieht man vor lauter Menschen die Berge nicht. Am Abend allerdings waren wir insgesamt nur so 20-30 Leute :)

Auch sonst gibt es viele andere Treks in Nepal, die kürzer dauern und bestimmt schön ist. Darüber kann ich allerdings nichts sagen ;) Trekking in Nepal ist auf jeden Fall zu empfehlen und gehört zu meinen Top Erlebnisses der kompletten Reise!!

LG
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Irene

« Antwort #2 am: 02. November 2013, 16:12 »
Hallo dirtsa
vielen lieben dank für deine Antwort! das beruhigt mich alles sehr :-) der Pool hill trek hört sich echt gut an! danke!
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Irene

« Antwort #3 am: 02. November 2013, 16:14 »
wie lange hast du denn für den anapurna circuit trek gebraucht?
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arivei

« Antwort #4 am: 02. November 2013, 16:17 »
Die Annapurna Region ist voll super! Besonders toll fand ich die Gegend um Manang (besser mit dem Jeep nur bis ca. 2 TAgesetappen vor Manang fahren wegen der Höhe), die Strecke Muktinath-Kagbeni und tatopani-Phokara (war allerdings echt anstrengend!) Im Blog findest du, wie wir's fanden.
Eine Woche würde ich aber min. dafür veranschlagen: die Permits sind teuer und die Anfahrt kann auch schon mal einen ganzen Tag dauern...

Ausrüstung kriegst du in Kathmandu, ist auch ganz gut wie wir finden. Wanderstöcke würde ich dringend empfehlen! Unsere halten jetzt schon fast ein Jahr und werden schon des Öfteren benutzt. Wenn du einen Schlafsack mitnehmen willst, dann nur einen ganz kleinen/nicht für sehr kalte Temperaturen. Gut ist der v.a. wenn ihr größer seid, da die Betten/Decken manchmal etwas klein sind und dann ziehts bei den Füßen nicht rein ;)

Ich beneide euch, dass ihr bald nach Nepal fahrt! Es ist das beste Land, in dem wir bisher waren...
Grüße aus Peru,
Maria

arivei

« Antwort #5 am: 02. November 2013, 16:28 »
noch zu den Schuhen: man braucht hier m.E. keine Bergschuhe. Wir wandern fast immer mit unseren Goretex-Trailrunning Schuhen. Die sind leicht, bequem und haben ausreichend Profil (das sie wasserdicht sind war im Februar/märz von Vorteil. Wie's auf den Wegen im November aussieht weiß ich nicht)

dirtsA

« Antwort #6 am: 02. November 2013, 18:11 »
Wir haben 16 Tage gebraucht, inkl. 2 Tagestour Richtung Tilicho Lake und Tagesausflug zum Kicho Lake (Ice Lake) nahe Manang. Diese Ausflüge bieten sich zur Höhenanpassung an. Das war die reine Trekkingzeit bzw. sind wir am Ende auch 2 Etappen gefahren, was aber im Endeffekt nur Kräfte, aber nicht Zeit gespart hat  ;D

Hier findest du meine Blogeinträge zu Nepal: http://singahitam.wordpress.com/category/asien/nepal/ - einfach nach unten scrollen, dann kannst du erst den ganzen Annapurna-Trek tagweise nachlesen und weiter unten hab ich ein paar Tipps geschrieben, zum Trekking in Nepal allgemein. Noch weiter unten findest du vielleicht Interessantes zu anderen Städten im Kathmandu-Tal. Ich fand Bhaktapur wirklich schön!!

Kathmandu wird euch bestimmt erst mal überwältigen und schockieren. Was ähnlich Chaotisches habe ich auf meiner ganzen Reise nicht gesehen. Ich war nie in Indien, hab aber Leute getroffen, die es verglichen haben ;) Trotzdem irgendwie faszinierend, aber man braucht eben gute Nerven! :D

LG
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dirtsA

« Antwort #7 am: 02. November 2013, 18:13 »
Wetter sollte TOP sein - jedenfalls hatten wir letztes Jahr um die gleiche Zeit nur ab und zu ein paar Wölkchen. Meiner Meinung nach der beste Monat zum Trekking - ein bisschen kühler als Oktober, aber meistens noch kein Schnee und nicht solche Trekker-Massen wie scheinbar im Oktober. Freut euch schon mal!! Ich schließ mich dem Neid von Maria an ;)
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Irene

« Antwort #8 am: 04. November 2013, 16:51 »
vielen dank für eure antworten und Ideen! ich denke darüber nach doch den trek auf 6-8 Tage auszudehnen :-) vllt zum anapuna Base camp?
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Miku

« Antwort #9 am: 04. November 2013, 20:11 »
Am ABC war ich letztes Jahr im Juni (?), war eine der besten Sachen die ich auf der ganzen Reise gemacht habe  :D . Die Landschaft ist super schön, der Weg führt stetig beraug, bergab an einem Fluß entlang bis kurz vorm Basecamp. Da ich kurz vor der Regenzeit da war, waren auch nur wenige andere Leute da, ist aber wahrscheinlich im November komplett anders ;)
Hütten gibt es in jeder Ortschaft mehrere (zwischen den Ortschaften würd ich mal mit 1/2 - 2 h rechnen)

Ich hab in meinem leider leider sehr vernachlässigtem Blog auch nen Artikel dazu - erst ab Malaysia hakelts mit den Berichten... :-[
http://chasingthewind.de/trekking-in-the-himalaya-annapurna-base-camp-und-zuruck/

Habt aber viel Spaß in Nepal! War eines der schönsten Länder in denen ich bis jetzt war!
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Irene

« Antwort #10 am: 05. November 2013, 13:11 »
danke.
ich hab jetzt noch eine frage zur Ausrüstung. wir machen den anapurna Base camp trek und ich weiß gar nicht was wir brauchen...
chlortabletten? daunenjacke? Schlafsack? stirnlampe?
hab sowas noch nie vorher gemacht und unser guide ist voll gechillt und meint alles ist easy :-D
haben nur ein dünnes fleece und ne regenjacke.
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alex

« Antwort #11 am: 05. November 2013, 13:46 »
danke.
ich hab jetzt noch eine frage zur Ausrüstung. wir machen den anapurna Base camp trek und ich weiß gar nicht was wir brauchen...
chlortabletten? daunenjacke? Schlafsack? stirnlampe?
hab sowas noch nie vorher gemacht und unser guide ist voll gechillt und meint alles ist easy :-D
haben nur ein dünnes fleece und ne regenjacke.


Also das sollte dir eigentlich der Guide sagen was du brauchst. Dafür bekommt er ja unter anderem sein Geld.
Daunenjacke und Schlafsack kannst du für 2-3 Euro pro Tag in Kathmandu leihen. Tabletten kannst du in der "Apotheke" kaufen und ne Stirnlampe empfehle ich dir definitv. Wenn du nachts mal aufs Klo musst und kein Strom/Licht da ist wirst du dich über sie freuen.
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karoshi

« Antwort #12 am: 05. November 2013, 15:38 »
Zwiebelschalenklamotten bzw. genügend trockene Kleidung für abends! Eine Daunenjacke wäre mir persönlich zu sperrig und unflexibel. Wenn ein dünnes Fleece und eine Regenjacke schon vorhanden sind, dann vielleicht noch ein etwas dickeres Fleece oder ein Pullover zusätzlich.

Tagsüber bewegt man sich ja ganz ordentlich, und wenn dann noch die Sonne scheint, braucht man gar nicht sooo warme Sachen. (Wenn man auf einem hohen Pass in den Wolken steht, sieht das aber anders aus.) Abends sitzt man eh in einer geheizten Stube, bis es dann in den Schlafsack geht. Der sollte in größeren Höhen allerdings einigermaßen warm sein.

Chlortabletten? Eher nicht, außer fürs Aroma. Es wird immer und überall Tee geben, und der ist abgekocht. Aber eine Lampe ist extrem nützlich.
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arivei

« Antwort #13 am: 05. November 2013, 16:38 »
Ich empfehle:
- Fleece, Softshell und Regenjacke (+Kappy, damit das Wasser nicht in die Augen tropft; zum wandern hatten wir aber meist nur ein Longsleeve an - beim gehen wird's eh warm, ist eher für morgens und abends)
- Fleecemütze und -Handschuhe
- Fleecehose/wärmere Jogginghose (Für Abends ist die ganz toll, gibt's in Kathmandu ab 3€)
- dicke Stricksocken mit Fleece innen (in KTM ab 2-3€)
- Wanderstöcke
- Stirnlampe
- Sonnenbrille
- Sonnencreme
- dünnen!!! Schlafsack (komforttemp. 15°C oder so sollte reichen, es gibt ja auch Decken)
- Chlortabletten (+evtl. irgendwelches Getränkepulver für ein wenig Abwechslung) - man hat ja unterwegs auch mal Durst
- Magnesium-/Kaliumtabletten, vorbeugend gegen Muskelkater (meinen Freund hat's voll erwischt (allerdings beim Abstieg vom Thorung La)! war nicht schön - für ihn, hihi...und dabei waren wir nicht ganz untrainiert)
- ein Ersatzakku ist nicht schlecht, falls eure Kamera bei kalten Temperaturen schnell aufgibt.  
- Bargeld (min. 15€/pers/Tag in NPR; mit Guide sicher mehr, hab dazu aber keine Erfahrung)

Reist ihr danach weiter oder ist das nur ein normaler Urlaub und ihr fahrt nach Nepal wieder heim? Wenn letzteres zutrifft würde ich keine Ausrüstung leihen - sondern kaufen! Es gibt ein riesiges Angebot an Outdoorzeug zu Wahnsinnspreisen (natürlich sollte man beim Kauf aber trotzdem besonders auf die Verarbeitung achten und evtl doch noch 5€ drauflegen für bessere Qualität)

@Karoshi: wo sind denn Daunenjacken sperrig und unflexibel? Was kannst du bei gleichem Isolationswert kleiner verpacken? (man braucht auf der Annapurnarunde natürlich nicht so ne dicke wie wenn man den Everest erklimmen will...

karoshi

« Antwort #14 am: 05. November 2013, 17:21 »
@Karoshi: wo sind denn Daunenjacken sperrig und unflexibel? Was kannst du bei gleichem Isolationswert kleiner verpacken? (man braucht auf der Annapurnarunde natürlich nicht so ne dicke wie wenn man den Everest erklimmen will...

Stimmt, zusammenquetschen kann man sie. Insofern vielleicht nicht so sperrig, wie sie aussehen. Ich finde persönlich den Isolationswert in der Regel zu groß. Damit kann ich mich nicht sehr gut auf die Bedingungen draußen bzw. auf wechselnde körperliche Belastungen einstellen. Das meinte ich mit unflexibel. Und wenn ich mal ins Schwitzen komme, ist mir ein Fleece einfach lieber (auch hinterher zum Trocknen).
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