Thema: Typhus + Tollwut für SOA wirklich notwendig?  (Gelesen 4768 mal)

Pachacookie

« am: 12. September 2013, 07:39 »
Hi all,
Mir fehlen die Impfungen Typhus und Tollwut, da eigentlich SOA nicht auf dem Reiseplan stand. Bin derzeit in Neuseeland und werde wohl Anfang November erst mal nach Thailand gehen. Danach stehen noch Laos, Kambodscha, Malaysia und evtl. Indonesien aufm Plan.
Brauch ich die Impfungen wirklich?
Bei Tollwut gehen ja anscheinend die Meinungen auseinander. Über Typhus hab ich nicht wirklich viel gefunden, außer das es ganz gut wäre die Impfung zu haben.
Was sagen denn die erfahrenen SOA-Reisenden?
Und falls ich das brauche, kann ich das in Thailand alles machen lassen + Malrone oder besser noch in Neuseeland?

Gruß cookie


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Stecki

« Antwort #1 am: 12. September 2013, 07:43 »
Mein Arzt meinte eine Tollwutimpfung sei allgemein absolute Geldverschwendung, er hätte in seinem ganzen Leben noch nie eine gemacht.

Auch Malarone ist nicht wirklich nötig wenn Du Dich nicht gross abseits der Touriströme aufhältst.
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Radlerin

« Antwort #2 am: 12. September 2013, 09:53 »
Hallo Cookie,

wenn du von einem Tier gebissen wirst oder abgeleckt, sollst du dich innerhalb von 24h gegen Tollwut immunisieren lassen. Wenn du abseits der Zivilisation bist, kann das knapp werden. Auch wenn du geimpft bist, solltest du danach zum Arzt, aber mir konnte keiner sagen, wie lange man dann Zeit hat. Auf jeden Fall die Wunde mit Seife waschen und offen lassen, war der Tipp des Arztes.

Die Tollwutimpfung besteht aus 3 Impfungen innerhalb von 4 Wochen. Wenn du es machen willst, dann bietet es sich an, es noch in NZ zu tun.
Ansonsten schau doch mal bei fit-for -travel, da findest du alle Infos. Auch wie die Krankheit verläuft.

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Janyla

« Antwort #3 am: 12. September 2013, 10:26 »
Mit impfung hat man meine ich 72 stunden zeit (wikipedia) aber zum arzt/krankenhaus musst du so oder so. Wir sind jetzt seit 2 Tagen hier und die hunde und katzen halten sich von uns fern.
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Ratapeng

« Antwort #4 am: 12. September 2013, 11:31 »
Mit impfung hat man meine ich 72 stunden zeit (wikipedia) aber zum arzt/krankenhaus musst du so oder so. Wir sind jetzt seit 2 Tagen hier und die hunde und katzen halten sich von uns fern.

So wie ich das verstanden habe, ist bei Rabipur bisher kein "Impfversager" bekannt; man geht von absolutem Schutz durch die Impfung aus. Dennoch wird empfohlen trotz Impfung nach verdächtigen Bissen noch mal zu impfen, um wirklich absolut auf Nummer Sicher zu gehen, da Tollwut immer tödlich ist.
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cocolino

« Antwort #5 am: 12. September 2013, 12:13 »
Zum Thema Tollwut zitiere ich mich mal eben selbst:

Hat man die eine prophylaktische Tollwutimpfung (also Grundimmunisierung mit 3 Injektionen und entsprechende Auffrischungsimpfungen), dann braucht man im Notfall NICHT mehr dieses sauteure Immunglobulin=passive Impfung (das dann vielleicht in irgendeinem kleinen Provinzkrankenhaus auch gar nicht verfügbar ist).
Wenn man die Impfung vorher hat, braucht man auch nur noch 2 Spritzen nach tollwutverdächtigem Kontakt UND hat statt 24h bis zu 72h Zeit für diese Injektionen.
Ohne vorherige Impfung wird eben gleichzeitig passiv und aktiv geimpft.

also zusammenfassend sind die Vorteile der vorherigen Impfung:
*kein teures und schwer verfügbares Immunglobulin nötig
*nur noch 2 statt 5 Injektionen post Exposition
*längeres Zeitfenster


Re: Tollwutnotfallbehandlung

Hier zum Nachlesen, relativ ausführlich, aber alles auf einer Seite:
http://www.eurovir.de/de/wissen/tollwut ... undwissen/

Unter den Punkten "Präexpositionelle Immunoprophylaxe" und "Prophylaxe bei erneuter Exposition", kannst du sehen, dass man bei vorheriger Impfung auf die Gabe vom Immunglobulin verzichtet und nur 1 bis 2 weitere Injektionen des passiven Impfstoffs verabreicht.

Auch hier nochmal als übersichtliche Tabelle bei postexpositioneller Impfung Verzicht aug Immunglobulin, wenn bereits vorher passive Impfung stattgefunden hat:
http://www.eurovir.de/de/wissen/tollwut ... _therapie/

Das längere Zeitfenster erklärt sich dadurch, dass bei vorhergehender Impfung bereits Antikörper vorhanden sein sollten. Ohne Impfung eben nicht und wenn dann geimpft wird, braucht der Körpetr etwa 1 Woche um die enstprechenden Antikörper herzustellen (deshalb die passive Impfung gleichzeitig, damit gleich welche zur Verfüpgung stehen).

Und nicht vergessen: Ist die Tollwut erstmal ausgebrochen (Inkubationszeit meist 3-8 Wochen, selten unter 9 Tagen, in Einzelfällen auch viel länger), sprich zeigen sich tatsächlich Symptome, dann ist die Krankheit zu 100% tödlich!



Für Bali ist die Impfung übrigens sehr zu empfehlen, sonst siehe auch:

http://www.fit-for-travel.de/startseite.thtml

Pachacookie

« Antwort #6 am: 13. September 2013, 01:31 »
Danke für all die Antworten :-)

Also, ich hab nicht vor offtrek zu gehen, da es meine erste Reise nach SOA ist, werd ich wohl genügend beschäftigt sein mit Tourizeug anschauen :-D . Da ich erst mal ne Pause brauch, wirds die erste Zeit nur an Strand gehen.
Und dann Tempel, Märkte usw. aber nicht in Busch :-P .

Typhus bekomm ich hin. Das ist nur eine Spritze. Tollwut ist etwas kompliziert, da ich keine 4 Wochen am gleichen Ort bin und ob die NZ Ärzte zusammen arbeiten und ich das bei verschiedenen machen kann, hab ich noch nicht raus gefunden. Und dann kommt es noch auf die Kosten an, da ich glaube meine Reiseversicherung wird das bestimmt nicht übernehmen.  Bin mal gespannt, wie teuer NZ bei Impfungen ist :-\
Nächste Woche gehts zum Doc....

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White Fox

« Antwort #7 am: 13. September 2013, 06:36 »
Also ich würde mich auf jeden Fall gegen beides impfen lassen. Besser vorsicht als nachsicht!
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cocolino

« Antwort #8 am: 13. September 2013, 10:38 »
Du solltest auch die Affen nicht vergessen bzgl Tollwut. Es sind nicht nur (Straßen-)Hunde mögliche überträger, gerade auf Bali zB wird das Risko durch Affen höher sein. Die Tiere sind an Menschen gewohnt und was wir da teilweise erlebt haben, wie aggressiv die werden, wenn sie Nahrung vermuten, ist irre. Da wurden Touristen teilweise die Hosen zerrissen nur um an Futter zu kommen. Und Affen findest du hauptsächlich da wo viele Menschen sind, also zB an Tempeln und nicht im Urwald.

Vada

« Antwort #9 am: 13. September 2013, 11:23 »
ich habe auch beides gemacht (Typhus als Schluckimpfung, Tollwut 3 Spritzen und nach Reise 1 Spritze).
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peka65

« Antwort #10 am: 13. September 2013, 18:26 »
Hallo,
ich habe auch beides machen lassen.
Bei der Tollwut-Impfung habe habe ich auch ein zeitlang überlegt sie nicht zu machen (3 Spritzen und ziemlich teuer), aber wenn ich sie nicht gemacht hätte, würde ich wahrscheinlich bei jedem streunenden Hund oder sonstigem Tier was mir zu Nahe kommt, in Panik geraten!
Gruß
Peter
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Carola

« Antwort #11 am: 13. September 2013, 20:53 »
Vergiss die Ratten nicht als potentielle Überträger!
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Radlerin

« Antwort #12 am: 20. Februar 2014, 20:56 »
Also ich bin froh, dass ich mich für SOA gegen Tollwut habe impfen lassen.

In Thailand wurde ich von einer Katze gebissen.
Sie war süss und gehörte zum Guesthouse und kam beim auschecken ins Zimmer, lief mir zwischen den Füssen rum und auf einmal kratzte sie und biss mich (vielleicht bin ich ihr versehentlich auf den Schwanz getreten, keine Ahnung - es ging so schnell).
Der Arzt meinte, es sei schon gefährlich. Ich bekam noch eine Tollwutspritze und Antibiotikum, damit sich die Wunde nicht entzündet. Aber erst meine Hausärztin sagte mir, dass ich nach einem Biss zwei Spritzen brauche, also bin ich dann nochmal in ein anderes Krankenhaus.

Fazit: Auch in der Provinz in Thailand hatten sie die Spritzen da (hiessen Verorab). Das war in Kraburi und in Ranong. Auf Koh Phayam aber nicht, wegen der nicht durchgängig gewährleisteten Kühlung auf der Sanistation dort. Die Behandlung ist billig, einmal bezahlte ich um die 300 Baht (mit Antibiotikum) und einmal um die 70.

Meine Erfahrung mit Hunden in SOA:
In Laos sind die Hunde so relaxt wie die Menschen und lassen sich von Radfahrern nicht aus der Ruhe bringen. Lediglich zwei Haushündchen haben gekläfft.
In Kambodscha sind die Hunde ähnlich ruhig und friedlich, wahrscheinlich wissen sie, dass sie in den Kochtopf kommen, wenn sie negativ auffallen...
In Thailand gab es teilweise echt ätzende Köter, sehr aggressiv und angriffslustig, da half nur Gas geben oder ein Dog Dazer (Ultraschalltöne zum abschrecken). Ich fand auch, es gab dort viele schlecht und krank aussehende streunende Hunde.

Es reicht ja auch schon, wenn man von einem Hund freundschaftlich abgeleckt wird und hat eine offene Wunde am Bein, wie z.B. einen aufgekratzten Mückenstich.
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