Thema: Zelt mitnehmen?  (Gelesen 3619 mal)

ezlusch

« am: 13. April 2013, 16:00 »
Hallo,

Wir stehen vor einer grundlegenden Frage für unsere Reise. Die meisten hier werden wahrscheinlich einen anderen Reisestil wählen, aber ich möchte trotzdem fragen.

Wir stellen uns die Frage, ob sich die Mitnahme eines Zeltes lohnt, oder nicht. Unsere grobe Route soll folgende sein:

Russland
Mongolei
China
Vietnam
Laos
Thailand
Australien
Neuseeland
Lateinamerika

Es geht auch um Trekkingtouren in Nationalparks und um eine Alternative zum Hostel und Hotel.
Ich würde mich über fundierte Erfahrungsberichte freuen. Mit Spekulationen kann ich wahrscheinlich nicht so viel anfangen.

Danke
0

Stecki

« Antwort #1 am: 13. April 2013, 16:13 »
Lediglich für Australien und Neuseeland würde sich ein Zelt lohnen, aber da macht es dann mehr Sinn vor Ort eines zu kaufen.
1

arivei

« Antwort #2 am: 14. April 2013, 19:01 »
Wir haben auch ein Zelt (http://www.trekking-lite-store.com/trekkingshop/Zelte/TarpTent-Squall-2::35.html) dabei - sicher, ist teuer, hat sich aber in Australien nach wenigen Nächten ausgezahlt. Es ist superwasserdicht und sehr leicht. Gibt aber vielleicht auch schon wieder bessere.
In Asien haben wir es zuerst nicht gebraucht (da haben wir aber manchmal in unseren Hängematten (s. http://www.amazon.de/H%C3%A4ngematte-Silk-Traveller-Fallschirmseide-gr%C3%BCn/dp/B000OOS7WU/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1365956612&sr=8-6&keywords=amazonas+h%C3%A4ngematte) übernachtet, die sind auch so am Strand ganz toll. In Australien haben wir dann fast nur gezeltet und in Neuseeland auch das ein oder andere mal. Zurück in Asien haben wir das Zelt und selbstaufblasende Isomatten, die wir in NZ noch dazugekauft hatten, heimgeschickt (aus Malaysia für ca 10€ für 5kg). Jetzt geht's nach einem kleinen Heimaturlaub weiter nach LA und da kommen Zelt und Hängematte wieder mit :) Natürlich haben wir auch Isomatten (https://www.globetrotter.de/shop/sirex-easy-light-faltmatte-179335/), die möchte ich auf keinen Fall missen - super auf kalten Bänken, auf dem Boden, am Kiesstrand...Da die faltbar ist und nicht zum aufrollen, liegt die auch wirklich schön flach auf dem Boden und kringelt sich nicht so auf.

Wenn die Zeitplanung von deinem früheren Post (zuerst 7 Mon Asien) noch aktuell ist, dann würd ich aber auch erst in Australien ein Zelt kaufen (würd mich aber trotzdem vorher schon mal umsehen, was es so gibt; Lieferzeiten sind evtl auch länger als in D). Da ist selbst das eine kilo zu viel. Wenn ihr in Australien work and Travel macht, werdet ihr es vielleicht auch nicht so oft brauchen und wenn doch (wir haben in NZ ein Work and Travel Pärchen getroffen die immer gezeltet haben, auch wenn sie gearbeitet haben), dann wollt ihr wahrscheinlich ein etwas größeres, komfortableres.
Allgemein würd ich sagen, wenn man ein Zelt mitnehmen will, dann soll es gute Qualität und vor allem leicht sein, das kostet dann halt meist auch ein bisschen mehr.  Das gleiche gilt auch für die anderen Sachen die man zum zelten mitnimmt (vorsicht bei Schlafsäcken und selbstaufblasenden Isomatten, die nehmen es einem manchmal übel, wenn sie sehr lange Zeit eng eingepackt sind)

jahoda

« Antwort #3 am: 17. Mai 2013, 01:38 »
Wir haben ein Zelt dabei und haben ungefähr die gleiche Route bereist

Russland -> Zelten am Baikal
Mongolei -> wenn man individuelle Touren macht, kann man gut zelten
China -> Haben es ein paar mal probiert, aber das Konzept "Zelten" ist fast unbekannt, aber ermöglicht so manche Tour abseits
Vietnam -> Wir haben es im Norden genutzt (Sapa) bei individueller Tour
Laos -> Kommt darauf an, wo (UXO!), aber die Menschen reagieren sehr hilfsbereit
Thailand -> war nicht unser Reiseland
Lateinamerika -> Im Süden von Argentinien und Chile gibt es sehr viele Zeltplätze und für manche Wanderungen braucht man ein Zelt, fast die meisten hatten hier eines dabei oder gekauft.

Nach fast zwei Jahren Reisen, würde ich sagen, dass es sehr auf den Reisestil und die Abenteuerlust ankommt. Immer, wenn es wirklich von nöten ist ein Zelt zu haben, kann man es mieten oder günstig kaufen. Obwohl es während unserer Reise, insgesamt gesehen, eher selten zum Einsatz kam, möchte ich es nicht missen. Wir haben keine 100m vom Everest Basislager gezeltet und so manche Nacht in sehr schöner Natur. Zusammen mit dem Zelt tragen wir aber auch Kocher und Geschirr und so mit, so dass wir einige Tage unabhängig von Zivilisation unterwegs sein können.

Hier gibt es Bilder von unserem Zelt im Einsatz:
http://www.flickr.com/photos/trinchen/tags/expedorionextreme/show/

Auf unserem Blog gibt es die jeweiligen Berichte:
http://rtw.cto3.com/
(nur Artikel zum Wandern hier: http://rtw.cto3.com/wiki/Kategorie:Wandern)

Wir haben übrigens ein Exped Orion Extreme (unsere Meinung darüber: http://rtw.cto3.com/wiki/Exped_Orion_Extreme).

Viel Spaß auf eurer Reise und Grüße aus Chile!
0

ezlusch

« Antwort #4 am: 17. Mai 2013, 16:49 »
Danke für die Antworten! Wann wart ihr denn in den genannten Ländern? Auf euren Fotos ist ja durchaus Schnee zu sehen:D
Was habt ihr für einen Schlafsack benutzt? Kunstfaser oder Daune? Welche Temperaturbereich?
Welchen Kocher hattet ihr dabei? Man darf ja kein Brennstoff im Flugzeug mitführen. Und wie ist das mit der Verfügbarkeit?

Ich bin erleichtert, dass ich jemanden gefunden hat, der das auch so machen will. Ich stehe aber noch vor diesen Fragen.
Über Antworten würde ich mich sehr freuen! :)
0

jahoda

« Antwort #5 am: 17. Mai 2013, 19:15 »
Russland (Sept. - Okt. 2011)
Mongolei (Okt. - Nov. 2011)
China (Dez. 2011 - Feb. 2012)
Vietnam (Feb. - Apr. 2012)
Kambodscha (April 2012)
Laos (Apr. - Mai 2012)
Thailand (Mai - Juni 2012)
Malaysia (Juni - Aug. 2012)
Singapur (Juli 2012)
Brunei (August 2012)
Indonesien (Aug. - Sept. 2012)
Sri Lanka (Sept. 2012)
Nepal (Okt. - Nov. 2012)
Indien (Sept., Nov. '12 - März '13)
Südafrika (März 2013)
Argentinien (März 2013)
Chile (seit März 2013)

In unserem Blog haben wir eine Liste mit allen wichtigen Ausrüstungsgegenständen. Zu den meisten haben wir auch noch unsere derzeitige Meinung geschrieben (Schlafsack, Zelt, Kocher). Beim Temperaturbereich des Schlafsackes ist es schwierig. Ich (Frau) hab meistens noch meinen Seidenschlafsack mit drin und gewinne so einige Grad, während mein Mann das nicht braucht. Wir zippen unsere Schlafsäcke auch zusammen, so dass es noch ein bisschen wärmer ist. -20Grad hab ich im Western Mountaineering Apache MF sehr gut überlebt (mit Seidenschlafsack und langer Unterwäsche). Aber der ist schon eine ganz schöne Investition. Mit Daune bekommt man meistens ein besseres Wärme/Gewicht-Verhältnis, allerdings ist er feuchtigkeitsanfällig. Wenn es zu warm ist, schlaf ich nur im Seidenschlafsack und benutze den Daunenschlafsack maximal als Zudecke.
Wie auf unserem Blog steht, hatten wir bisher kein Problem mit unserem Benzinkocher, aber bei jedem Flug auch ein bisschen Herzflattern (wir fliegen so wenig wie möglich). Ein großes Plus: die Benzinflasche war auf Motorradtouren auch immer unser Backup, wenn der Tank alle war. Benzin bekommt man einfach überall. Allerdings kann man den Kocher nicht im Zelt und nicht in geschlossenen Räumen benutzen. Aber Asiaten sehen das alles voll entspannt, wenn man dann vor der Unterkunft anfängt zu kochen, ist Aufmerksamkeit (im positiven) garantiert.

Bin gespannt, wie ihr euch entscheidet!
Grüße aus Chile
0

ezlusch

« Antwort #6 am: 17. Mai 2013, 20:14 »
Danke!

Ich hab noch eine Frage.
Wie ist das mit der Sicherheit? Hattet ihr das Gefühl in Gefahr zu sein? Oder habt ihr euch unsicher gefühlt?
Hattet ihr irgendwelche Probleme? Mit der Polizei oder Einheimischen?

Das ist die Frage die sich meine Freundin stellt.
0

jahoda

« Antwort #7 am: 17. Mai 2013, 20:56 »
Es kam immer darauf an,  wo wir gezeltet haben. So oft wie möglich machen wir es offiziell (Einheimische gefragt) und wenn nicht, dann möglichst gut versteckt. Am Baikal und in der Mongolei hatten wir bedenken, wegen Bären. Dann halt versuchen sich zu Siedlungen und Jurten zu stellen. In Laos muss man sich erkundigen, wie es mit UXO ist (im Osten des Landes lieber nicht von den Pfaden abweichen). Bei uns waren sie jedoch unglaublich nett. Einmal warnten sie uns, dass es nicht sicher sei ("böse" Menschen) im Wald, dafür schliefen wir dann hervorragend in einem Vorgarten. In Indien würde ich nach den letzten Ereignissen nicht mehr zelten.

Kurz gesagt, ich hab mich meistens sicher gefühlt, haben aber das Zelt niemals tagsüber allein stehen lassen, außer auf Campingplätzen. Meist waren die Leute eher interessiert als aggressiv. Wir haben zur Kommunikation so ein Zeige-Wörterbuch dabei. Manchmal erkannten die das Zelt :)

0

Conne23

« Antwort #8 am: 24. Mai 2013, 12:10 »
Ich hab mich da auch mal schlau gemacht. So lange es nicht zu kalt ist, kannst du alleine locker ein kleines Wurfzelt mitnehmen. Die sind mittlerweile so faltbar, dass man die ohne Probleme mitnehmen kann.
0

ORANGPHILOSOPHICUS

« Antwort #9 am: 03. Juni 2013, 02:40 »
@ezlusch: was sind denn eure vorhaben in den jeweiligen ländern? und wie lange bleibt ihr in den ländern?
bei dem was ich von china und soa gesehen habe würde ich dort kein zelt mitnehmen. wobei ich sagen muss, mein reisestil war auch nicht darauf ausgelegt. vl wärs doch cool! (wenn ich dahoda's fotos so durchklicke...)

ich habe mir den großteil meiner wander- und campingausrüstung nach australien schicken lassen. bin damit jetzt ein halbes jahr herumgekkommen und überlege zzt es wieder nach hause zu schicken. hab das deswegen so gemacht, weil ich zeit und geld sparen wollte. ein vergleichbares ultraleicht zelt (< 1kg) hätte in oz rund 600 euro gekostet.  das selbe zelt in ö über eine deutsche firma aus den usa importiert 330.

kaufen in australien oder neuseeland könnt ihr euch überlegen. kommt draufan was ihr wollt! 2nd hand zelte könnt ihr günstig finden. wenn ihr aber länger unterwegs seid mit dem zeug und ihr qualität wollt, dann könnt ihr euch auf ca den doppelten preis im vgl zu deutschhland oder österreich einstellen. IRRE! ich war ziemlich schockiiert als ich mir neue wanderschuhe kaufen musste. :(

zum kocher: ich hatte einen msr dragonfly mulitifuel kocher. dazu eine 0,7 liter flasche. beim einchecken wurde von der airline mitarbeiterin reingeschnuppert und gesagt, die darf nicht im gepäck sein. im endeffekt musste ich sie gründlichst am klo auswaschen bis nicht mehr zu riechen war vom brennstoff. ansonsten hätte ich sie abgeben müssen.
multifuel ist schon sehr gut. da bekommst du überall brennstoff. (spiritus, benzin, diesel, kerosin,.... funktioniert alles. hat aber verschiedene eigenschaften - funktionsfähigkeit bei niedrigen außentemperaturen, brennstoffdichte, sauberkeit, geruch, aufwärmzeit, und und und). der kocher insgesamt ist aber etwas schwerer, da du eben noch eine flasche mit hast. zum kochen aber sehr komfortabel.
am simplesten sind aber nach wie vor gaskocher mit den kartuschen..


@jahoda: boah, ich steh total auf diese zelt fotos!!!! großartig!!!!!!!!!

0

ORANGPHILOSOPHICUS

« Antwort #10 am: 03. Juni 2013, 03:17 »
@arivei: 10€ für 5kg?
welches unternehmen war das? dhl? fedex? post?

aus neuseeland würde es mit der post minimum 100 euro kosten 5 kg zu schicken. suche gerade was günstigeres! kennt jemand was? dhl klingt nicht schlehct, allerdings finde ich da keinen online kalkulator...


@jahoda: nochwas! ist das ein solar panel das ihr da mithattet?
http://www.flickr.com/photos/trinchen/6321593531
wenn ja, wozu?
0

arivei

« Antwort #11 am: 03. Juni 2013, 03:40 »
@orangphilosophicus: Das war ein unversichertes Paket bei der Malayischen Post. (hat so weit ich mich erinnere 43MYR gekostet)...geht halt nur ab Malaysia ;)

jahoda

« Antwort #12 am: 13. März 2014, 10:30 »
@jahoda: nochwas! ist das ein solar panel das ihr da mithattet?
http://www.flickr.com/photos/trinchen/6321593531
wenn ja, wozu?

.. Späte Antwort:
Ja, wir hatten ein Solarpanel dabei und einen kleinen Akku, mit dem wir den gewonnen Strom gespeichert haben. Wie mit dem Zelt, kann man sich über die Sinnhaftigkeit streiten. Meist hat es gereicht um Foto- und GPS-Akkus wieder zu laden. In Nepal hatten wir es vier Wochen im Einsatz und waren somit unabhängig von den recht teuren Preisen für eine Akkuladung weit oben in den Hütten, die auch nur Solar zur Verfügung haben. Den kleinen Gorilla-Akku, den würde ich jedoch unabhängig vom Panel empfehlen - war immer mal praktisch ein bisschen Strom zur Hand zu haben, wenn irgendwo ein Akku unerwartet leer wurde. (Wenn es sehr kalt ist, immer die Akkus warm halten und evtl. mit in den Schlafsack nehmen.)
0

j-zum-asmin

« Antwort #13 am: 22. März 2014, 11:59 »
Hahaha ... Die Akkus mit in den Schlafsack nehmen?
Hört sich ja echt spannend an (im warsten Sinne des Wortes).

Aber klar. Wenns hilft ...
Muss ja echt sagen, dass ich bei der Auswahl der ganzen verschiedenen
Powerbanks doch immer etwas überfordert bin.
Aber wieviel wiegt denn eigentlich so ein Solar-Panel?
Und wie transportiert man sowas am besten im Flugzeug-Gepäck?
Geht sowas nicht sehr schnell kaputt weil es so empfindlich ist?
0

j-zum-asmin

« Antwort #14 am: 23. März 2014, 20:52 »
... und könnte man eigentlich mit so einem Solarpanel den Akku eines Laptops komplett aufladen?
Das wäre tatsächlich für mich im nächsten Urlaub sehr praktisch.
0

Tags: