Thema: 5 Wochen Kolumbien - Routenplanung, Inlandsflug?  (Gelesen 4392 mal)

climo

« am: 01. April 2013, 14:11 »
Hallo,

wir haben ab dem 23. Mai 5 Wochen Kolumbien vor uns. Los gehts in Medellin und der Rückflug ist ebenfalls ab dort. Nun haben wir schon einiges an Empfehlungen hier und in anderen Foren und Blogs gelesen und uns überlegt, dass wir gerne südlich bis nach Popayan runter wollen, aber auch in den Norden nach Cartagena und Santa Marta. Wir sind am Überlegen, ob wir zwischen Cali und Cartagena fliegen, haben da Flüge für etwa 50 € gesehen. Allerdings nehmen wir uns natürlich einen Teil der Flexibilität, wenn wir jetzt schon einen Flug buchen. Habt ihr Erfahrung mit kurzfristig gebuchten Inlandsflügen, werden die wohl viel teurer, wenn wir kurzfristig vor Ort buchen?
Ansonsten: Reichen die 5 Wochen für die Stecke aus? Und macht es einen Unterschied, ob wir zuerst nach Norden oder Süden losziehen?
Bisherige Wunschziele: Medellin - Zona Cafetera (welche Orte lohnen sich da am meisten?) - Cali - Popayan - (Flug von Cali nach) Cartagena- ggf. Inseln (Rosarios oder San Bernado) - Santa Marta/ Tayrona NP - Medellin
Welche Zwischenstopps sollten wir noch einbauen und lohnt sich ein Abstecher nach Bogota? Gibt es noch Sehenswertes zwischen Cartagena und Medellin?

Danke schonmal im Voraus!
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farmerjohn1

« Antwort #1 am: 01. April 2013, 14:27 »
Der ''eje cafetero'' ist meiner Meinung nach nicht ganz so toll wie die Werbung dafuer, und der beste kolumbianische Kaffee wird laengst nicht mehr dort, sondern in anderen departamentos hergestellt - u.a. in hoeheren Lagen.
Sehenswert sind auf jeden Fall die archaeologischen Ausgrabungen von San Agustin (Huila) und Tierradentro (Cauca). Man kann auch zwischen den beiden Unesco-Weltkulturerbe-Parks direkt hin und herfahren, und in Huila / Zentralmassiv gibt es eine Menge mehr zu sehen, wie z.B. eine Tropenwuweste, heisse Quellen, Vulkane und Bergnebelwaelder.
Vieles von dem was zwischen er Breite Bogota-Medellin und der Karibik liegt, ist Tiefland mit Sumpfklima, wo bei den Regenfaellen von 2011 schwer Landunter geherrschtr hat.
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Vombatus

« Antwort #2 am: 01. April 2013, 14:47 »
War leider nur ganz kurz in Bogota, hatte sich aber schon wegen dem Goldmuseum gelohnt. In Santa Marta und Cartagena gibt es zwar auch kleine Goldmuseen (freier Eintritt) aber das in Bogota ist absolut erlebenswert. Natürlich gibt es in Bogota noch anderes zu sehen als Museen … :-)
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farmerjohn1

« Antwort #3 am: 02. April 2013, 16:11 »
Kurz zu Bogota, da gibt es meiner Meinung nach das Goldmueseum, das Nationalmuseum und das Viertel La Candelaria (Uni-Viertel mit Kolonialhaeusern), meinetwegen noch Cerro Montserrate. Damit hat es sich aber dann auch fuer Besucher, der Rest sind Wohn-  und Geschaeftsviertel, teilweise elegant, teilweise so lala und teilweise slumartig, und viel Verkehr.

Ganz huebsch im eje cafetero sind das Kolonialdorf Salento und der Parque Tematico del  Café bei Montenegro - beides eher Freilichtmuseen. Noch einmal: beim dortigen Tourismusangebot handelt es sich oft um anlegergerecht konzipierte Freizeitangebote innerhalb eines noch im Entstehen begriffenen, sauberen Technologie- und Industrieparks, bei denen Nutzpflanzen und die Verarbeitung der Ernte als kunsthandwerkliche Dekoration  dienen - Landwirte, die Tourismus als zweites Standbein aufgebaut haben, gibt es dort kaum.

An Eurer Stelle wuerde ich die Rundfahrt anders konzipieren: Medellín-eje cafetero-Cali-Popayán-San Agustin-Tierradentro-Bogota per Bus mit verschiedenen Zwischenstops, auch auf der Strecke liegenden Doerfern. Wenn Ihr Euch dafuer 3 Wochen nehmt, koennt ihr ohne Hetze viel vom echten Leben im Land mitkriegen und dabei einmalige exotische Landschaften kenenlernen. Wenn Ihr dann unbedingt zwei Wochen an die Karibik wollt, Flugzeug Bogota-Cartagena, dann Tayrona und per Flugzeug Santa Marta-Medellín.   Aber auch da gilt. dass die Karibik ein durchaus teilweise schoenes und populaeres, nicht aber das schoenste und interessanteste Reiseziel ist.      
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farmerjohn1

« Antwort #4 am: 02. April 2013, 16:39 »
Ich habe in Kolumbien ganz gute Erfahrungen damit, am Tag des Abflugs zum Flughafen zu gehen und kurzfristig bei verschiedenen Airlines nach Sonderangeboten zu fragen - ausserhalb der Ferienzeiten   und natuerlich nur wenn man nicht unbedingt ein Datum einhalten muss.

Ob Ihr jetzt erst den noerdlichen und danach den suedliche Teil macht oder umgekehrt, ist im Prinzip egal. Vielleicht seid Ihr nach dem kalten Fruehjahr sonnenhungrig, da wuerde ich erst an den Strand, und dann auf Entdeckungsreise.   
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climo

« Antwort #5 am: 02. April 2013, 22:27 »
Danke schonmal für eure Tipps! Spontan fliegen würde uns auch echt gut in den Kram passen.
Bogota klingt jetzt für uns noch nicht sooo sehenswert... Ist das Goldmuseum echt so überragend, dass man dahin sollte?

farmerjohn:
Was findest du am sehenswertesten in Kolumbien?

Wir sind generell nicht auf Städte fixiert, schöne Nationalparks und die ein oder andere Wanderung locken uns eher... Bergsteigen dagegen geht verletzungsbedingt nicht.

Tierradentro und San Agustin landen dann auch schonmal auf unserer Liste, sind das deine Favoriten?
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ulmi

« Antwort #6 am: 03. April 2013, 10:15 »
Hallole

ich pflichte farmerjohn bei, dass das eje cafetero (wie auch meiner Meinung nach genug andere Dinge in COL) etwas überbewertet wird.
Eine Alternative zum sehr touristischen Salento ist Filandia. Kannst Du von Pereira gut erreichen. In der Nähe von Pereira gibt es außerdem noch chillige Thermalbäder.

Was ich noch sehr empfehlen kann ist der Nationalpark El Cocuy. Man kommt dort von Bogota aus hin, ein etwas längerer Ritt per Bus. In der Nähe von Bogota gibt es noch diese Salzkathedrale, falls das interessiert.
Cali klingt aus meiner Sicht auch hübscher als es ist, genau so wie Medellin.
Da ist Popayan deutlich netter, außerdem weniger überlaufen. In der Nähe kann man glaub ich auf Vulkan(e) rauf. Und die San Augustin-Geschichte (war ich nicht) ist nicht so weit weg (relativ gesehen natürlich)

Die Buspreise von Medellin an die Küste waren zumindest als ich dort war (05/12) verhältnismäßig teuer für COL und auch nicht verhandelbar, wie sonst üblich. Wir bezahlten damals gut 40 EUR für ca. 10h Fahrt (und wir sind noch nicht mal ganz bis Cartagena/Santa Marta)
Wenn Küste, dann würde ich auch Tayrona NP empfehlen. Angenehm, dass man dort direkt Küstenregenwald hat, Ruinen besuchen kann, Mangos auflesen kann und wir sind vom NP-Eingang bis zur nähesten Unterkunft am Meer gelaufen und haben am Straßenrand Affen in den Bäumen gesehen.

Mit Flügen habe ich keine Erfahrung.
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MachuPikachu

« Antwort #7 am: 04. April 2013, 00:54 »
Ich habe in Kolumbien ganz gute Erfahrungen damit, am Tag des Abflugs zum Flughafen zu gehen und kurzfristig bei verschiedenen Airlines nach Sonderangeboten zu fragen - ausserhalb der Ferienzeiten   und natuerlich nur wenn man nicht unbedingt ein Datum einhalten muss.

Dazu mal eine Frage an dich: In welchen finanziellen Regionen befinden sich denn diese Sonderangebote ?

Ich habe jetzt oft gelesen, dass Leute für Preise wie 40-60 Euro Kurzstrecken geflogen sind.. wenn ich aber dannach suche, geht da absolut nichts unter 150-200 Euro.
Was für "gute Erfahrungen" hast du denn nun genauer gemacht ? Waren diese Sonderangebote nun wirklich preisgünstig ? Ich würde solche kurzfristigen Flüge erst unter 60 Euro in Betracht ziehen. Ist das realistisch ?
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farmerjohn1

« Antwort #8 am: 04. April 2013, 04:42 »
Konkret zu den Fluegen bin ich mal fuer 160.000 Pesos von Bogota nach Sta. Marta geflogen, waehrend der normale Tarif um die 350.000 one way war. Der Kurs schwankt hin und wieder - Faustregel zwischen 2200 und 2700 Pesos pro Euro. Es gibt die nationale Airline Avianca, aber daneben operieren parallel noch Copa und einige andere, teilweise Airlines nur auf einer bestimmten Strecke. In der Eincheckhalle herumlaufen und an den Schaltern nach Sonderangeboten fragen ist eine ganz gute Methode. Das ist aber auf keinen Fall vergleichbar mit den Billigfluegen innerhalb Europas. Wo die Grenze zur Inbetrachtziehung kurzfristiger Fluege liegt, muss jeder fuer sich abstecken - wir reden hier nicht von der Frage, ob man die die fuenf Stunden, die zwischen Duesseldorf und Hamburg immer auf der Strecke bleiben, lieber im Mietwagen im  Autobahn-Stau, im Intercity-Grossraumwagen, im Flughafen/Cityjet  oder auf der Suche nach dem Touring-Busbahnhof verliert, was fuer eine Person eh immer beinahe das  gleiche kostet.
Sondern man muss fuer Kolumbien  immer die Alternative im Auge behalten, und die ist oft eine Busfahrt, die zwar vielleicht nur etwa 25%  von einem Flug kostet, dafuer aber z.B. fuer 450km  nicht 4 Stunden unter eher langweiligen, aber uebersichtlichen Verhaeltnissen bedeutet, sondern  9 Stunden Fahrt, davon 2 wartenderweise auf irgendwelchen Zwischenstops, 3 Stunden im Stau und weitere 4 auf Schnellstrassen, die entweder irre kurvige oder aus Schotterpisten bestehende Teilstrecken haben, sodass man - auch in grossen Navette-Bussen und trotz Hoechtsgeschwindigkeit wo es geht - auf Durchschnittgeschwindigkeiten von 35 bis 40 km/h kommen kann. Abgesehen vom Preis ist das Busfahren manchmal vorzuziehen wegen des Panoramas, und manchmal auch einfach deswegen, weil die Flughaefen so unguenstig liegen, dass man genausviel Zeit mit hin- und wegkommen zum/vom Flughafen  verbringt wie die 300km gesparte Strassenfahrt  im Bus gedauert haetten. Die Entscheidung fuer das Flugzeug ist eher dem Sicherheits- und Uebersichtlichkeitsmanagement zuzurechnen.
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Vombatus

« Antwort #9 am: 04. April 2013, 09:03 »
Zu den Sehenswürdigkeiten.
Der Ciudad Perdida Trek ist laut Berichten einer der Besten?
NUR wegen dem Goldmuseum würde ich nicht nach Bogota. Aber es gibt ja vielleicht auch andere Gründe für euch?

Und zu den Bussen. Achtung, Nachtbusse können sehr kalt werden!!!
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pandablues

« Antwort #10 am: 13. Mai 2013, 21:06 »
Ich habe in Kolumbien ganz gute Erfahrungen damit, am Tag des Abflugs zum Flughafen zu gehen und kurzfristig bei verschiedenen Airlines nach Sonderangeboten zu fragen - ausserhalb der Ferienzeiten   und natuerlich nur wenn man nicht unbedingt ein Datum einhalten muss.

Da würde es mich interessieren wie es mit der Verfügbarkeit aussieht?
Wir sind für ein Hilfsprojekt da und würden gerne anschließend noch etwas das Land erkunden. Das heißt aber wir wären so 8 Personen. Meinst du man bekommt mit so einer verhältnismäßig großen Gruppe genug Plätze im Flieger?
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climo

« Antwort #11 am: 15. Mai 2013, 09:54 »
Du kannst ja mal auf den Internetseiten der Fluggesellschaften
www.avianca.com
www.aerorepublica.com.co
www.aires.com.co
www.easyfly.com.co
www.satena.gov.co
oder auch bei LAN schauen, wie es da mit Plätzen für 8 Personen heute oder in den nächsten 3 Tagen ausschaut. Obwohl es jetzt vielleicht knapper ist wegen Pfingsten. In der nächsten Woche könntest du aber vielleicht eher was finden. Nur um mal nen Eindruck zu bekommen, wie gut Fliegen spontan möglich ist.
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climo

« Antwort #12 am: 15. Mai 2013, 10:36 »
Wir haben inzwischen unsere Route nach einigem Hin und Her tatsächlich sehr ähnlich ausgelegt wie von farmerjohn empfohlen. Nur andersrum (erst Karibik, dann nach Süden), weil das vom Wetter her anscheinend ein wenig besser ist. Also im Juni haben die Orte im Landesinneren im Schnitt ein paar Regentage weniger als im Mai. Klar, das ist nur die Statistik und wir sind auch erst Ende Mai im Land, aber nach irgendwas muss man die Reise ja ausrichten ;) Cocuy hätten wir wahnsinnig gern gesehen, aber wir haben jetzt sehr oft gehört, dass das eher schwieriges Terrain ist, wo ich evtl. nicht wandern könnte. Außerdem haben wir wohl in den 5 Wochen keine Zeit, um uns an die Höhe zu gewöhnen...
Geplant ist jetzt:
Medellín und eine Tour zum Guatape Rock,
Flug Medellín - Cartagena,
dann Cartagena - Santa Marta/Taganga, um von dort in den PN Tayrona zu kommen - Minca,
Flug Santa Marta - Bogotá,
Neiva (+Tatacoa) - San Agustín - Popayán (von dort aus evtl. PN Purace, Silvia je nach Zeit und Lust) - Salento und Valle de Cocora - Medellín
Den Aufenthalt in Bogotá wollen wir allerdings sehr kurz halten, eigentlich gehts da nur hin, weil die Flüge direkt nach Neiva sehr teuer sind.
Zwischendurch stehen inzwischen fast schon ZU viele Touren und sehenswerte Orte auf unserer Wunschliste, mal gucken wie es sich ergibt. Ob die Busse kommen oder auch nicht, die Straßen unpassierbar sind wegen Regen, oder es uns doch ganz woanders so gut gefällt, dass wir dort länger bleiben ;) Man weiß ja nie.
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climo

« Antwort #13 am: 04. Juli 2013, 15:35 »
Übrigens haben wir uns jetzt ziemlich genau an die Planung gehalten.
Von Santa Marta sind wir direkt nach Neiva geflogen, wo ich leider ein paar Tage krank im Bett lag, aber trotzdem hat fast alles noch geklappt. Den Vulkan Puracé haben wir ausgelassen, weil der gesamte Nationalpark über 3000 Meter liegt und wir weder genug warme Kleidung + Schlafsäcke mithatten, noch ausreichend Zeit zum Akklimatisieren.
Mit dem Wetter hatten wir unglaubliches Glück: Wir haben kaum einen Tropfen Regen abbekommen, hatten Hitze in der Karibik und angenehm bewölkten Himmel bei den meisten Wanderungen, wobei es früh morgens oft blauen Himmel gab.
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Tags: kolumbien route