Thema: Vulkane in Indonesien (Auswahl, Schuhe, Sicherheit)  (Gelesen 3929 mal)

Speedy

« am: 23. März 2013, 14:40 »
Hey ho,

in 2 Wochen wird mein Flug nach Jakarta gehen, dort werde ich mich dann Stück für Stück nach Lombok durcharbeiten. Spätestens seit dem Tongariro Northern Circuit in Neuseeland bin ich ein Vulkanfan :) Nun gibt es auf meiner Route ja grob zusammengefasst Merapi, Bromo und Ijen auf Java sowie Rinjani auf Lombok.
Folgende Fragen kommen mir in den Sinn:

1.) Auch wenn Vulkane schön sind, macht es vielleicht Sinn eine Auswahl zu treffen und nicht alle 4 zu besteigen?! Kann jemand Vergleiche ziehen zwischen den Vulkanen, welche sich möglicherweise eher lohnen oder eben nicht lohnen?

2.) Ich habe mir für ein paar Wanderungen in Neuseeland Wanderschuhe gekauft, die da durchaus angebracht waren. Nun frage ich mich, ob diese für Vulkanwanderungen in Indonesien auch von Vorteil sind oder ob man die wirklich ruhigen Gewissens mit Sportschuhen machen kann? (Hätte die Tage die Möglichkeit Freunden die Wanderschuhe mit nach Deutschland zu geben, denn sie haben ja schon ein ganz schönes Gewicht.)

3.) Habe soeben beim auswärtigen Amt Folgendes gelesen: "Mehrere Vulkane in Indonesien sind gegenwärtig aktiv. In deren Nähe sollten sich Reisende nicht aufhalten, da mit erheblichen Gesundheitsrisiken gerechnet werden muss." Ist es wirklich unvernünftig in deren Nähe zu wandern oder übertreibt das auswärtige Amt nur? Wer hat aktuelle Infos?

Freue mich wie immer über Antworten :)
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cocolino

« Antwort #1 am: 25. März 2013, 15:09 »
Hi,

ich kann nur für den Rinjani sprechen:
wir haben die Tour damals mit Turnschuhen gemacht, die noch dazu schon ziemlich abgelaufen waren. Prinzipiell war das kein Problem, aber ein besseres Profil wäre schon gut gewesen. Wir sind von Senaru nach Sembalun (es gibt auch ungekehrte Touren). Tag 1 war untergrundtechnisch sehr unproblematisch. Tag 2 beginnt mit dem Abstieg in den Krater. Da es von der Nacht noch sehr feucht war, war es teilweise etwas schlammig und rutschig. (Gipfelaufstieg haben wir nicht gemacht, da ist aber Geröll zu erwarten). Tag 3 am Abstieg ging es anfangs relativ steil auf Sand und Staub nach unten, da sind wir mehrmals ausgerutscht, und haben uns auf den Hintern gesetzt, weiß nicht, ob das mit besserem Profil auf den Schuhen einfacher wäre. Außerdem hat es ab Mittags tropisch runtergeschüttet und zwar mehrere Stunden, da waren die Schuhe dann auch noch mit Wasser und Schlamm gefüllt. Schlechtenfalls kann sowas die Schuhe auch mal ruinieren.  (Porter und Guides sind natürlich auf den bewährten Flipflops unterwegs, ist aber nicht zur Nachahmung empfohlen. ;D

Falls du kein leichter "Umknicker" bist, würde ich die Turnschuhe mitnehmen.

Indiana Joe

« Antwort #2 am: 30. März 2013, 12:54 »
Also auf dem Bromo selber bin ich leider nicht hoch, nur zu dem in der NÄhe gelegenen Aussichtspunkt. Der Weg ist ziemlich einfach und braucht keine Wanderschuhe. Man kann sogar hochreiten (es stehen überall Leute die ihre Pferde anbieten).
Wenn du mal nach "Bromo Indonesien" Bilder googelst, findet man ein Bild wo eine Treppe zum Bromo hochführt. Daraus schließe ich, dass es dort auch einen einfachen Wanderweg gibt und nicht wirklich Wanderschuhe erforderlich sind.

Für den Ijen braucht man auch keine Wanderschuhe, bin dort auch nur mit Turnschuhen langgelaufen. Einzig der Abstieg zum Kratersee ist etwas steiler, geht aber auch problemlos.

Zum Thema Sicherheit kann ich nicht viel sagen. Dass das AA vor aktiven Vulkanen warnt dürfte wohl klar sein (die Warnen ja wirklich vor allem). Wenn du jetzt direkt am Vulkan stehtst und z.B. in dem Moment eine Gaswolke ausstößt dürfte wohl nicht so toll sein, aber ich habe keine Ahnung wir wahrscheinlich so etwas ist. Am Besten die Leute vor Ort fragen, ob es möglich/gefährlich ist näher an die Vulkan zu gehen.
Als ich zum Krater des Ijen abgestiegen bin habe ich auch nur gehofft, dass es jetzt keinen Windrichtungswechsel gibt und den ganzen Schwefeldampf Richtung Auf/Abstiegsweg weht.
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dirtsA

« Antwort #3 am: 03. April 2013, 05:30 »
Bromo würde ich auf keinen Fall auslassen!! Ob Viewpoint oder Bromo selbst... Ich habe beides gemacht, jeweils zum Sonnenaufgang, und es war jedes Mal spektakulär. Normale Sportschuhe reichen dafür. Auf den Bromo gab es damals (2010) eine Treppe (leider...! *würg*), keine Ahnung ob die nach dem letzten Ausbruch noch existiert/wieder aufgebaut wurde.

Für die weniger Sportlichen: Es geht auch mit dem Jeep zum Viewpoint und wie schon erwähnt mit dem Pferd zum Bromo Krater.
Für die Sportlichen noch 3 weitere Wander-Tipps: 1) Vom Viewpoint kann aus kann man die Jeepstraße entlang in die große Kaldera wandern und dann durch diese hindurch - wunderwunderschöne Ausblicke! 2) Der Bromo Krater kann auf einem guten Pfad umrundet werden - schön, weil man auch auf der anderen Seite hinunter sieht, wo sich auch nochmal ein kleiner Krater befindet. 3) Auch den Batok kann man besteigen - es gibt keinen Pfad, aber das Gelände ist recht einfach. Auf dem Weg hat man immer wieder schön in den Krater vom Bromo gesehen - vom "Gipfel" selbst allerdings gab es keine so tolle Aussicht...

Wegen der Sicherheit habe ich mir keine Gedanken gemacht... Indonesien ist ja erfahren mit Vulkanausbrüchen, dh im Normalfall werden die Zugänge zu den Vulkanen früh genug gesperrt, wenn Anzeichen eines Ausbruchs erkannt werden. Der Merapi stand damals kurz vorm Ausbruch und niemand bot mehr Touren dorthin an und alle Locals waren in Alarmbereitschaft. Aber natürlich kann man ein Risiko nie ganz ausschließen...
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SteffiH

« Antwort #4 am: 03. April 2013, 08:37 »
Hallo!
Also ich war am mt bromo und an dessen aussichtspunkt und wie oben schon gesagt, hierfür braucht man definitiv keine wanderschuhe. auch der aufstieg zum mt ijen ist ein gekiester weg. nur den abstieg zum kratersee fand ich ein bisschen schwieriger, aber wenn du etwas trittsicher bist, ist das mit turnschuhen sicher auch kein problem.
An deiner stelle würd ich diese beiden Vulkane auf jeden fall machen. Die Aussicht auf den Mt. Bromo bei Sonnenaufgang ist einfach wahnsinn, aber auch der Schwefelabbau im mt ijen ist total interessant.
Wir hätten eigentlich nicht in den Krater absteigen dürfen, da die schwefelbelastung zu dem zeitpunkt seit einigen wochen so hoch war, aber da zwei indonesische arbeiter auch runter sind, sind wir ihnen einfach gefolgt, und das wars wirklich wert. man muss nur schaun, dass man nicht direkt in die schwefelwolken reinkommt, dass ist dann schon leicht unangenehm ;-)
auf jeden fall einen trip wert! und lasst euch nicht von den touranbietern übers ohr haun! (andere mitreisende haben für den gleichen trip das doppelte bezahlt, also handeln, handeln, handeln!)
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indompg

« Antwort #5 am: 09. April 2013, 00:21 »
Da hast du dir aber eine schöne Tour vorgenommen, die gleiche habe ich vor einigen Jahren auch gemacht. Der Merapi liegt bei Yogyakarta. Die Stadt ist auf jedenfall eine Besichtigung wert, denn man sollte sich den Borobodur-Tempel auf gar keinen Fall entgehen lassen. Der Merapi selber ist allerdings kein netter Vulkan. Er ist häufig aktiv und recht unberechenbar. Ob es geführte Touren gibt weiß ich eigentlich nicht. Von Yogya aus kannst du allerdings in jedem Hostel die, in Indonesien üblichen,  One-Way-Touren buchen, die dich zum Bromo bringen und dich in Bali raus lassen. (Lovina oder Kuta). Ich glaube die Unsere dauerte drei Tage mit Übernachtung am Bromo (das kleine Hotel liegt direkt am Kraterrand auf ca. 2000m) und erleben des Sonnenaufgangs im Krater. Der Bromo stellt da keine besondere herusforderung dar. Es gibt Treppen und Trampelpfade. Der Berg raucht allerdings alle fünf Minuten.  Es kann also ziemlich schwefelig werden. Du kannst aber auch Pferde leihen und in den Krater reiten. Das eigentlich erschöpfende ist die Fahrt selber (in überfüllten Kleinbussen mit vollem Tempo, dafür aber 40cm Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug) aber die praktischste Möglichkeit, nach Bali zu kommen.
Der Rinjani ist ein 40000er und damit nicht ohne Anspruch und besser man hat geeignetes Schuhwerk. Es gibt verschiedene Touren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, die in Senggigi auf Lombok angeboten werden. Die sind auch unterschiedlich Lang (zeitlich) man braucht aber schon einiges an Kondition zumindest für die Gipfeltour. Oben befindet sich ein großer See und wenn der Vulkan aktiv ist sieht man nachts die Lava leuchten. Ein Insider-Tipp: Übernachte bei Roland, er hat ein kleines Anwesen am Rinjani-Massiv und man kann im Zelt in einem trockengelegten Reisfeld übernachten (nich ganz so billig). Von da aus kannst du tolle Wanderungen durch die Reisfelder machen und unweit davon gehen die Touren zum Rinjani los. Er kann dir auch sicher bei der Vermittlung eines Führers behilflich sein, wenn du rauf willst. Geh ins Angels-Cafe in Senggigi (der Besitzer ist Deutscher) und frag nach Roland.

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cocolino

« Antwort #6 am: 09. April 2013, 10:48 »
Der Rinjani ist ein 40000er und damit nicht ohne Anspruch und besser man hat geeignetes Schuhwerk.

?? der Rinjani ist 3726m hoch, meinst du es ist ein 4000er? Man muss ja auch nicht unbedingt zum Gipfel, den kann man problemlos auslassen, am Kraterrand sind es maximal 2900m. Außerdem hat Höhe ja nicht zwingend was mit Anspruch an das Schuhwerk zu tun. Kondition ist allerdings schon von nöten und etwas Kraft in den Beinen.

icybite

« Antwort #7 am: 09. April 2013, 18:58 »
Bromo war für mich der beste... Super traumhaft schöne Aussicht... Sonnenaufgang sollte man unbedingt mitnehmen. Aber Früh aufstehen... Um 5 Uhr gehts langsam los... RICHTIG WARM ANZIEHEN!
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indompg

« Antwort #8 am: 09. April 2013, 22:28 »
Der Rinjani ist ein 40000er und damit nicht ohne Anspruch und besser man hat geeignetes Schuhwerk.

?? der Rinjani ist 3726m hoch, meinst du es ist ein 4000er? Man muss ja auch nicht unbedingt zum Gipfel, den kann man problemlos auslassen, am Kraterrand sind es maximal 2900m. Außerdem hat Höhe ja nicht zwingend was mit Anspruch an das Schuhwerk zu tun. Kondition ist allerdings schon von nöten und etwas Kraft in den Beinen.

Du hast recht, ich hab da wohl etwas verwechselt, ich war in der Annahme gefangen er wäre 4200m hoch. Danke für die Korrektur. Auch haben Höhe und Schuhwerk nicht zwingend etwas miteinaner zu tun (die Guides gehen schliesslich auch mit Schlappen). Der Anspruch an ein solches ergibt sich folglich aus der Beschaffenheit des Geländes. Meiner Erfahrung nach ist, in diesm Falle, leichte aber haltgebende, geländetaugliche Fußbekleidung sinnvoll, da sowohl Matsch, als auch Geröll ein gewisses Gefährdungspotetial für den Halt und somit die Sprunggelenke darstellen könnten. Den Begriff "Anspruch" verwendete ich in Bezug, sowohl auf die zu übwerwindenden Höhenmeter, was zumindest eine gewisse Grundfitness erfordert, als auch auf die Höhe als Absolutum, auf welche Menschen durchaus unterschiedlich zu reagieren scheinen. Man sollte sich folglich in dessen Bezug selbst gut einschätzen können.
Ich möchte mich hiermit für meine missverständliche Ausdrucksweise entschuldigen, sowie für den von mir gemachten Gedächtnisfehler zur Gesamthöhe dieses so eindrucksvollen Vulkans. :)
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cocolino

« Antwort #9 am: 10. April 2013, 12:26 »
inod, die Korrektur war gar net böse gemeint ;) und beim Schuhwerk geb ich dir recht, hatte ich ja oben auch geschrieben.

Ich war übrigens letztes Jahr auf dem Rinjani, allerdings völlig untrainiert. War zwar anstrengend, aber trotzdem schön. Dieses Jahr geht es höher hinaus, der Kilimanjaro ist schon gebucht, dieses mal aber mit Training davor...

indompg

« Antwort #10 am: 13. April 2013, 17:02 »
@cocolino: Ich hab´s auch gar nicht als böse aufgefasst! Für mich selbst habe ich allerding mal wieder gelernt: Erst denken -  dann posten!  :)
viel Spass am Kilimanjaro  ;)
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lulu321

« Antwort #11 am: 28. April 2013, 18:44 »
der Rinjani ist der einzige aus deiner Gruppe den ich kenne, sehr zu empfehlen ist bei mir aber schon über 10 Jahre her, Trekkingschuhe waren damals gut, speziell beim "Seramis"aufstieg zum Gipfel. Tags zuvor hat es in die Schuhe reingeregnet und da es morgens im der Gipfelnacht gefrohren hatte war ich dankbar dafür das ich zwei plastiktüten in die nassen Schuhe anziehen konnte. Zu empfehlen ist aber auch Balis Vulkan, da war nicht soviel los wie auf Lombok und ich hatte nur einen einheimischen Guide mit Mopet...
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