Thema: Entscheidungshilfe : Myanmar,Sri Lanka,Laos oder Philippinen  (Gelesen 3758 mal)

Lakshu

Servus,
Ich möchte ab Februar für 2 Monate nach Asien. Ich war bereits in Indien, Nepal, Thailand, Kambodscha und Vietnam und habe aber noch nicht genug. Wink Dieses mal stehen zur Auswahl : Sri Lanka, Myanmar, Laos, Philippinen und evtl. auch Bangladesh. Da ich ziemlich hin und her gerissen bin, hoffe ich hier mal so einige Erfahrungen und Tipps zu hören. Die 2 Monate würde ich mir gerne auch einteilen, falls geographisch/preislich sinnvoll. Z.B. Myanmar und Laos.

Was ich mir so dachte zu den jeweiligen Ländern :
Sri Lanka : Abwechslungsreiche Landschaft, Strände
Myanmar : Sehr ursprünglich, freundlich, einzigartig, sehr billig, Abenteuer
Laos : Freundlich, wunderschöne Natur, relativ viele Touris
Philippinen : Weniger touristisch, wunderschöne Landschaft, Inseln
Bangladesh : Indien wie vor 20 Jahren, kaum Touris

Ich war mir eigentlich schon sicher, dass ich Myanmar auf jeden Fall sehen will, habe dann aber gelesen, dass es dort zur Zeit eine komplette Überlastung (durch schlagartig angestiegen Tourismus) gibt, was viel zu hohe Preise und Mangel an Unterkünften resultiert. Kann das jemand bestätigen, wie ist die aktuelle Situation dort ?

MfG
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serenity

« Antwort #1 am: 11. November 2012, 11:03 »

Was ich mir so dachte zu den jeweiligen Ländern :
......
Myanmar : Sehr ursprünglich, freundlich, einzigartig, sehr billig, Abenteuer
Laos : Freundlich, wunderschöne Natur, relativ viele Touris

Ich war mir eigentlich schon sicher, dass ich Myanmar auf jeden Fall sehen will, habe dann aber gelesen, dass es dort zur Zeit eine komplette Überlastung (durch schlagartig angestiegen Tourismus) gibt, was viel zu hohe Preise und Mangel an Unterkünften resultiert. Kann das jemand bestätigen, wie ist die aktuelle Situation dort ?MfG
Über Myanmar wälzt sich im Moment eine Touristeninvasion, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat. Bei der Botschaft in Berlin dauert es derzeit 4 Wochen und länger, um ein Visum zu bekommen (früher 5 Tage), weil der Andrang so enorm ist -  und es reisen ja nicht nur Deutsche nach Myanmar.

Die Preise für Unterkünfte sind explodiert und das wird in den nächsten Monaten noch schlimmer werden, denn die Hauptreisezeit fängt gerade erst an.

Es gibt schon jetzt an vielen Orten Engpässe, die Inlandsflüge sind gegenüber Anfang 2012 um ca. 40% teurer geworden. Schau dich mal im Myanmar Forum um, da bekommst du konkrete Infos zu allen Fragen über Myanmar www.myanmar-guide.de/cgi-bin/forum/YaBB.pl

Laos ist in der Tat sehr schön, viele Touristen gibt es aber eigentlich nur in Luang Prabang oder  In Vang Vieng (dort vor allem wegen der berüchtigten Saufpartys und dem Tubing) Der Norden von Laos ist noch sehr ruhig, im Süden (Pakse und Umgebung) geht es auch eben erst richtig los ....
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Tbors

« Antwort #2 am: 11. November 2012, 12:53 »
Also ich kann dir Laos wirklich sehr empfehlen. Wie bereits erwähnt gibt es an vielen Orten wenig Touristen (vorallem im Norden). Sprich, wenn du von der Standartroute Huay Xai - Luang Prabang - Vang Vieng - Vientiane - 4000 Islands runterkommst, wirst du nicht sehr vielen Touristen begegnen. Die Leute sind sehr freundlich und teilweise sehr gesprächig, das Essen ist wunderbar und die Natur wundervoll. Ich war dieses Jahr ein Monat in Laos und will so schnell wie möglich wieder zurück.
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Skraal

« Antwort #3 am: 11. November 2012, 13:53 »
Bangladesh ist eher Indien wie vor 40 Jahren. Keine Touristen (habe in vier Wochen fünf (5) Ausländer gesehen), die Menschen sind daher unglaublich ehrlich, offen und unglaublich neugierig. Viele Fragen, viel Freude, daß Du im Land bist, Einladungen bei wildfremden zu übernachten und im Gegensatz zu Indien muß man nie dieses dumme Gefühl im Hinterkopf haben, daß sie Dich abzocken wollen.
Es gibt wenig zu sehen, was touristische Ziele angeht. Kein Taj Mahal oder ähnliches. Man geht wegen der Natur (Sundarbans, St. Martin's Island) und wegen der Leute hin − und das Essen ist auch nicht zu verachten. Motto des Tourismusoffice von Bangladesh: Come before the Tourists do!

Die Philippinen sind ein großartiges Reiseland. Die Menschen sind fröhlich, lachen ständig und sind zu Scherzen aufgelegt. Als ehemalige US-amerikanische Kolonie ist englisch sehr verbreitet und man kann sich mit den Einheimischen unterhalten.
Es gibt viele Inseln zu entdecken und viele unberührte Flecken, aber durchaus eine touristische Infrastruktur. Das Essen ist gut, die Natur abwechslungsreich (Strände, Berge und alles dazwischen) und man kann großartig tauchen.
http://travel-philippines.com/

Ich bin gerade in Sri Lanka und dank Nilam regnet es viel, das trübt meinen Blick etwas. Die Menschen sind nett, zwischen Bergen und Strand gibt es viel zu sehen. Würde Bangladesh und die Philippinen aber Sri Lanka vorziehen.

Zu Myanmar hat serenity alles gesagt, so toll das Land ist (war), derzeit wird es wohl überrannt … Schade.

Laos fand ich im Norden ganz nett, aber insgesamt eher langweilig und die Menschen uninteressiert. Wäre meine letzte Wahl.

Also entweder einen Monat (wobei drei Wochen auch ok sind) Bangladesh und einen Monat (bzw. fünf Wochen) Philippinen, oder zwei Monate Philippinen.
Von Bangladesh nach Philippinen zu kommen ist wahrscheinlich nicht die billigste Option, dafür ist Bangaldesh eines der billigsten Reiseländer überhaupt!
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Lakshu

« Antwort #4 am: 11. November 2012, 17:56 »
Wow, vielen, vielen Dank erstmal für eure Eindrücke und Tipps !

Die Situation mit Myanmar ist wirklich schade. Da komme ich wohl ein paar Monate zu spät und denke ich werde meine Pläne dort hin zu reisen ad acta legen. Hoffentlich lässt es sich nicht komplett überrennen vom Massentourismus.

Zur Zeit favorisiere ich die Philippinen. Vielleicht wirklich einfach die vollen 2 Monate dort verbringen. Trifft man dort viele Touristen oder hält sich das in Grenzen ? Ich denke mal im Februar/März sind schon einige unterwegs oder ?
Und noch ne andere Frage : Kann man das Land auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dort bereisen ? Mir wurde mal gesagt, dass man sich dort unbedingt einen Wagen mieten sollte, darauf habe ich überhaupt keine Lust.
Edit: Hab gerade mal geguckt die Flugpreise sind allerdings schon happiger als z.B. Sri Lanka/Laos


Zitat
Bangladesh ist eher Indien wie vor 40 Jahren. Keine Touristen (habe in vier Wochen fünf (5) Ausländer gesehen), die Menschen sind daher unglaublich ehrlich, offen und unglaublich neugierig. Viele Fragen, viel Freude, daß Du im Land bist, Einladungen bei wildfremden zu übernachten und im Gegensatz zu Indien muß man nie dieses dumme Gefühl im Hinterkopf haben, daß sie Dich abzocken wollen.
Es gibt wenig zu sehen, was touristische Ziele angeht. Kein Taj Mahal oder ähnliches. Man geht wegen der Natur (Sundarbans, St. Martin's Island) und wegen der Leute hin − und das Essen ist auch nicht zu verachten. Motto des Tourismusoffice von Bangladesh: Come before the Tourists do!

Das klingt für mich allerdings auch sehr reizvoll. Ich war 1,5 Jahre in Indien und habe mich oft gefragt wie es hier vor 30/40 Jahren ausgesehen haben muss. Wie läuft es denn da mit der Kommunikation ? Kommt man mit English/ Hindi durch ?

Puh, keine einfache Entscheidung, Sri Lanka und Laos sind auch noch nicht aus dem Rennen....
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Radlerin

« Antwort #5 am: 12. November 2012, 08:14 »
Hallo Lakshu,

ich kann nur zu den Philippinen was sagen. Öffentliche Verkehrsmittel sind gar kein Problem. Es gibt Busse (die halt überall halten), Tuk-Tuks, Taxis kosten auch nicht die Welt, nur leider haben die Fähren nicht den besten Ruf und so würde ich lieber nur die kürzeren Passagen per Schiff machen, also zwischen den Inseln der Visayas zum Beispiel.
Ich würde evtl. eher mal ein Moped mieten und ein paar Tage rumfahren. Die Landschaft ist wirklich toll. Ich war mit dem Rad dort und für mich macht das einen grossen Reiz aus, langsam zu reisen und auch mal da anhalten zu können, wo der Bus nicht hält, oder mal einen Ausflug zum Wasserfall zu machen (es werden aber auch Touren angeboten).
Wenn du gerne schnorchelst oder tauchst bist du auch richtig dort.
Wie bereits geschrieben sind die Leute nett, es ist auch ganz easy mit englisch. Das Essen fand ich jetzt abseits der Touristenorte nicht ganz so toll, es sei denn es war frischer Fisch oder eine frische Kokosnuss, also es war nicht schlecht, aber so superköstlich wie immer von Thailand berichtet wird, auch wieder nicht.

Wir waren zuerst auf Mindoro und da waren wenig Touristen (ausser ganz im Norden, da kann man pauschal als Tauchtourist hin, aber selbst da war es nett). Von da sind wir die Westküste entlang und haben kaum Touristen getrofffen. Von Sablayan kann man auf Pandan Island übersetzen, da sind natürlich ein paar Touristen, aber toll zum chillen und du kannst Tauchtouren zum Apo Reef machen.

Zu den Hauptzielen Bohol, Cebu, etc. kamen wir leider nicht mehr, da sind bestimmt mehr Touris. Panay ist auch noch sehr ursprünglich mit tollen einsamen Stränden.

Sri Lanka und Laos stehen auch noch auf meiner Wusnchliste und ich freue mich, wenn nochjemand von dort erzählt ;)
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Skraal

« Antwort #6 am: 12. November 2012, 09:14 »

Das klingt für mich allerdings auch sehr reizvoll. Ich war 1,5 Jahre in Indien und habe mich oft gefragt wie es hier vor 30/40 Jahren ausgesehen haben muss. Wie läuft es denn da mit der Kommunikation ? Kommt man mit English/ Hindi durch ?

Puh, keine einfache Entscheidung, Sri Lanka und Laos sind auch noch nicht aus dem Rennen....

English ist zwar nicht so weit verbreitet, wie in Indien, aber man kommt problemlos durch. Wenn Du Hindi kannst, hilft das Bengalisch zu lernen, aber mit Hindi selbst kommst Du nicht weit. Die Bengalen sind sehr stolz auf ihre Sprache, nicht zuletzt der Kampf um die Gleichstellung der bengalischen Sprache im damaligen Pakistan (Ost und West) hat zur Unabhängikeit Bangladeshs geführt. Deshalb hat Englisch weit weniger Prestige als in Indien.
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Vombatus

« Antwort #7 am: 12. November 2012, 10:02 »
Philippinen verbinde ich mit super Natur, unglaublichen Schnorchelmöglichkeit, auf Samar gibt es rundum Catbalogan wahnsinns Caving-Abendteuer (eines meiner Reisehöhepunkte), sehr freundliche Menschen, einfaches Reisen. Aber etwas hochpreisiger, Essen ist nicht so toll und es waren in der NS wenig Reisende unterwegs. Nur Manila fand ich so schrecklich (falsche Gegend gewohnt), dass ich nach einer Nacht floh.

In Laos hat auch wunderschöne Natur zu bieten (Höhlen, Konglor Cave; Mekong, 4000 Islands/Regenwald/Berge), gutes Essen, preiswert, leichtes Reisen, nette Menschen, viele Reisende unterwegs. Zu empfehlen ist http://www.gibbonexperience.org/ wo man auf 30-70 Meter hohen Baumhäusern lebt und dann mit Ziplines von Baum zu Baum, Hügel zu Hügel gleitet. Verbunden mit kurzen oder längeren Trekking.
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Lakshu

« Antwort #8 am: 12. November 2012, 13:00 »
Danke ! Die Philippinen hören sich ja echt klasse an. Dass man durchaus auch auf andere Reisende trifft finde ich gut. Ich bin ja erst 21 und möchte nicht die ganze Zeit alleine reisen. :) Eine Frage für die die in Sri Lanka waren/sind : 2 Monate dort.- Zu lang oder würdet ihr sagen dort gibt es so viel zu sehen/ machen, dass 2 Monate dort durchaus sinnvoll sind ?

Grüsse !
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Skraal

« Antwort #9 am: 12. November 2012, 13:34 »
2 Monate Sri Lanka sind viel, aber füllen kannst Du sie gut.
Es kommt ein bißchen drauf an, wieviel Du an Stränden abhängen magst, das kann man hier nämlich sehr gut, da kann man schon ordentlich Zeit verbraten. Und es gibt auch viele Nationalparks, verschiedene Tempelanlagen und Trekkingmöglichkeiten.
Auch kann man hier Surfen (Arugam Bay) oder Tauchen (im Februar Südwestküste) lernen. Die Einheimischen staunen schon, wenn ich sage, daß ich 5 Wochen hier bin, „normal“ sind 3-4 Wochen, da kann man schon viel sehen, aber langsamer Reisen ist auch schön.
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Lakshu

« Antwort #10 am: 12. November 2012, 16:26 »
Hmm okay, danke.
Also 2 Monate Sri Lanka werde ich dann wohl nicht machen.
Noch mal zu den Philippinen : Mein einziges Bedenken ist, dass ich dort zu wenig andere gleichgesinnte Reisende finde. In Bangladesh wäre das m.M.n. etwas anderes, weil man eben genau deshalb dorthin fährt.
Aber wenn ich dann am Ende auf den Philippinen wirklich an einem komplett einsamen Strand bin, wo außer mir nur ein Ehepaar in den Mitvierzigern ist, ist das auch nicht das wahre, mal etwas überspitzt formuliert. ;) Nichts gegen die älteren Herrschaften hier. :) Kann mir jemand dieses Bedenken nehmen ? :)

Grüsse !
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Skraal

« Antwort #11 am: 17. November 2012, 17:32 »
Ich war im März 2011 fast drei Wochen auf Palawan, das ist eine touristisch recht unerschlossene Insel, da gibt es relativ wenig Touristen.
In manchen Orten waren wir die einzigen Ausländer, in anderen haben wir ein paar Touris getroffen und in El Nido (DIE Hauptattraktion auf Palawan) haben wir mir anderen Travellern was unternommen.

Das heißt, wenn Du einen einsamen Strand ohne Touris willst, kannst Du den finden, aber wenn Du einen Strand mit anderen Backpackern willst, dann gibt's den auch. Du kannst es Dir quasi aussuchen.
Bedenken niemanden zu treffen hätte ich nicht.
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