Thema: Kolumbien - Tipps zum Sparen?? Oder: Was machen wir falsch?  (Gelesen 6892 mal)

dirtsA

Hi zusammen,

seit fast einer Woche bin ich nun in Kolumbien. Bisher war ich in Cartagena, Mompox und Taganga. Was mir bisher negativ auffaellt, sind die wirklich hohen Preise fuer Unterkunft, Essen und Busse. Da ich auch in Mompox war, kann ich auch fuer untouristische Gegenden sprechen, denke ich...

Unterkunft im Dorm war bisher immer min 15.000 Pesos (7 Euro), was guenstigeres war nirgends zu finden.

Bei den Bussen koennen wir 20 Leute fragen (und wir sprechen Spanisch!) und bekommen immer andere Antworten, werden angelogen sodass wir den guenstigeren Bus versaeumen, dass es nur eine teure Verbindung gibt etc. Dabei helfen scheinbar immer einige zusammen, im Nachhinein erfahren wir dann, wo es guenstiger gewesen waere. Wir fragen schon im Hostel, auf der Strasse, andere Backpacker etc. nichts scheint zu helfen... am Ende wird es immer teurer und noch eine Verbindung zu zahlen, ein Bus, der sich weigert Backpacks mitzunehmen und uns nur auf teure Taxis verweist (der Bus war komplett leer) etc. wir hatten schon so viele negative Erlebnisse in der kurzen Zeit, dass wir richtig demotiviert sind. Und ich wollte in so viele kleine Doerfer, aber alles was ein bissl ab vom Schuss ist, scheint nochmal teurer zu sein... :(

Essen tun wir fast gar nicht auswaerts, wir gehen bei den Restaurants vorbei, schauen die Preise an,........und drehen wieder um. In den touristischeren Gegenden war es immer min 7.000 Pesos fuer ein Gericht, meistens 10-15.000. Guenstige Strassen-kueche haben wir bisher noch nicht gefunden. Selbst in einem kleinen Dorf vor Mompox wo nur Einheimische hinkommen haben wir in einem Plastikstuhl-Restaurant 4.000 Pesos fuer ein ok-grosses Gericht bezahlt. Aus Guatemala und SOA kenne ich das halt ganz anders... Immer im Hostel kochen finde ich halt auch nicht so toll, wenn man schon unterwegs ist und auch anderes Essen kennenlernen will... Und die Preise im Supermarkt sind auch nicht soooo guenstig.

Schoen langsam weiss ich nicht mehr, wie sparen....  >:( Wir versuchen echt schon alles, fragen so viel herum (wie gesagt, auf Spanisch),... und der Ciudad Perdida Trek ist momentan auch einheitlich bei allen Agenturen auf 600.000 Pesos gestiegen.

Irgendwelche Tipps? Was machen wir falsch? Oder ist es wirklich so viel teurer als angenommen?
Momentane Tageskosten mit extremem Sparen: 40 Euro... Ich hatte mit 25 Euro gerechnet nach allen Erzaehlungen und was man im Internet findet...

Danke schon mal fuer euer Feedback :) mir gefaellts hier naemlich und ich moechte gerne wirklich ein Monat bleiben...
Astrid
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reisender0815

« Antwort #1 am: 18. Juni 2012, 00:20 »
Tach,

also als ich da letztes Jahr im julie und august war, sah es schon so aehnlich aus.
15000-20000 Pesos fuer ein dormbett
5000-10000 Pesos fuer eine Stunde Busfahrt
essen allerdings gibt es fast ueberall fuer etwa 5000 Pesos.

Du hast von WIR gesprochen, was ich als gemacht hab, wenn ich mit jemand unterwegs war, in so kleinen Gassen in Hotels gefragt nach nem Zimmer, die bekommt man dann auch schon fuer 15000-20000 und wenn ihr es euch teilt zahlt schonmal jeder nur die haelfte.

Noch ein anderer Tipp ist Couchsurfing. Bogota ist mit 10000 couchsurfern recht aktiv und acuh die anderen groesseren Stadte bieten was in die Richtung. Dort werden als auch kostenlose touren angeboten (ab und an busfahrt selber zahlen)

Von Parks wuerde ich absehen, mit 50000-100000 eintritt und ohne einen guide kommt man garnich rein. der kostet etwa nochmal 100000 pro tag. kann man aber dann druch die personen teilen die mitgehen.

Kolumbien ist noch nicht wirklich bagpackerreif.

Sehr hilfreich sind auch die Turi infos, war dort in Bogota und muss sagen, besser hab ichs in keinem anderen land bekommen.
(gibts auch ne recht gute homepage, mal bei google suchen)

Billig war bei mir auch der "Playa blanca" waere ne option wenn ihr noch in cartagena seit.
haengematte 5000 peso bungalow 10000 peso essen allerdings 8000-12000 aber da es dort sonst nix großartig gibt außer karibisches superfeeling kann man da auch ne weile bleiben.

FAZIT: kolumbien ist von den Kosten her mit Chile zu vergleichen, probierts mal mit couchsurfing.

und falls ihr sonst noch was wissen wollt einfach melden.
 
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Vombatus

« Antwort #2 am: 18. Juni 2012, 09:19 »
Ja, Kolumbien ist schon ein teureres Land,  so teuer wie Chile empfand ich es lange nicht.

Essen gab es für 5000-7000 mit Suppe, Hauptspeise und Getränk an fast jeder Ecke. In teureren Restaurant zwischen 7000 und 11000.

Bei den Bussen muss man knallhart verhandeln, die Preise sind nicht fest. Aber ja, relativ teuer und alle verarschen einen. 15000 bis 20000 für ein Dorm halte ich auch für normal.

So gesehen kann ich keine Ratschläge zum sparen geben. Es ist halt teurer aber wie du sagst, ein schönes Land … und verglichen mit Europa ist es nicht so teuer. Oder? Man hat Ordentliche Unterkünfte, gute Busse und große Portionen, auch wenn diese 3-5 Euro kosten.
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dirtsA

« Antwort #3 am: 18. Juni 2012, 21:19 »
Danke fuer eure Antworten!! Gut zu hoeren, dass wir nicht irgendwas falsch machen ;) Ich bin bisher zu 2 gereist, aber jetzt dann wieder alleine unterwegs, aber ich werde versuchen, mehr CS zu machen. Hab schon einige echt nette Nachrichten bekommen, ohne ueberhaupt direkte Anfragen zu schicken :)

Und ansonsten werde ich die hoeheren Preise wohl akzeptieren muessen... Ciudad Perdida ist damit wohl aus dem Rennen, da ich das Geld so brauchen werde.
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reisender0815

« Antwort #4 am: 18. Juni 2012, 23:48 »
Mein tipp "Pierdra del peniol" ist in Peniol bei Medellin, guenstig außer am Wochenende, da dort viele aus Medellin hingehen.

Super aussicht von oben und auch die Gegend lohnt sich zum erkunden!
 
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dirtsA

« Antwort #5 am: 19. Juni 2012, 04:17 »
Liegt leider wohl nicht auf meiner Route...mal schauen ;) Aber trotzdem danke fuer den Tipp!!
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farmerjohn1

« Antwort #6 am: 08. Juli 2012, 22:19 »
Dazu moechte ich mich denn doch auch mal aeussern: die Warenkorb-Preise sind in Kolumbien zur Zeit relativ hoch, das stimmt - selbst das Einkaufen auf dem Markt von Produkten, die theoretisch ein paar hundert Meter weiter angebaut werden. Woran das letztendlich liegt, weiss ich nicht -  nur so viel: normale Bankkredite sind absolut, Treibstoff  relativ teurer als in Europa, Transportwege sind oft Umwege und bedeuten dazu fuer Kraftfahrzeuge eine Materialschlacht, und es ist ein grosses Land mit ziemlichen Entfernungen.
Auch beobachte ich oft eine relativ geringe Arbeitseffizienz, die sich kostentreibend auswirkt, und geradezu pathologische  Fehlvorstellungen ueber die Vermoegensverhaeltnisse von Personen ausserhalb ihres eigenen Kulturkreises.
Bis dahin stimme ich den Aussagen von dirtsA zu, obwohl nur die letzten beiden Punkte den Betreffenden teilweise berechtigt zum Vorwurf gemacht werden koennen.

Aber jetzt kommen ein paar Einwaende:
1) Man muss den im folgenden Beispiel enthaltenen Sachverhalt einmal ganz klar sehen: natuerlich ist die Wurst billiger, wenn - nachdem der Bauer das Schwein im eigenen Garten geschlachtet und zerlegt hat - sich die Bauersfrau mit fuenf Toechtern stundenlang hinstellt, die Gedaerme waescht und von Hand stopft, abkocht und sie dann am naechsten Tag auf dem Dorfmarkt verkauft,  als wenn die Wurst - industriell und hygienisch auf neustem Stand der Wissenschaft und versehen mit Aromastoffen, die ueber den Geschmack nach Alter, Fett und Knochenmehl hinweghelfen sollen - maschinell hergestellt, eingeschweisst und in Kuehlwagen durch halbe Land gekarrt wird, bevor sie im Eisschrank von irgendeinem Supermarkt landet. Zumindest importierte Maschinen kosten  mindestens dasgleiche, ob sie nun in Kolumbien oder in Deutschland  stehen. Und ich versuche mir gerade mal den Skandal und das juristische Nachspiel vorzustellen, das etwa einstehen wuerde, wenn bei 'Bauer sucht Frau' fuer die Zukunft solch eine Taetigkeit signalisiert werden wuerde!!!
2) Ich bin in den Jahren 1993 bis 2009 oefter in Lateinamerika unterwegs gewesen, und etwa ab dem Jahr 2000 habe ich es nirgendwo mehr wirklich preisguenstig gefunden. Guatemala war vielleicht gerade etwas guenstiger, aber Mexiko, Peru, Ekuador, Brasilien, Chile und teilweise auch Argentinien zumindest sofern der arg. peso 1:1 zum US-Dollar war, habe ich ueberhaupt nicht als preisguenstiger erlebt als Kolumbien, eher noch im Gegenteil.
Mit SOA kann man das allein schon wegen der Bevoelkerungsdichte pro qkm nicht vergleichen.
Das mit den ungenauen Informationen/Luegen ist so eine Sache:  die 'public transports' fahren tatsaechlich meist nach dem shuttle-System: wenn ein Sammeltaxi oder Kleinbus voll ist, geht's los, da schaut niemand auf die Uhr, und deswegen weiss auch tatsaechlich niemand 100% genau, wann wo welche Transportverbindung wartet oder eben abfaehrt. Jemandem aber direkt ins Gesicht zu sagen: 'Ich weiss es nicht, habe keinen blassen Schimmer, und kann dir deswegen beim besten Willen nicht weiterhelfen' - das gilt nicht als ehrliche und zuverlaessige Aussage, sondern bedeutet etwa: 'Ich will mit dir nichts zu tun haben, hau ab bevor ich ungemuetlich werde!' -
3) Ein corrientazo in Mompox fuer 4000 Pesos -  wenn die ihre Mittagsmahlzeiten zu dem Preis verkaufen koennen ohne draufzuzahlen, dann haben die Lokal und Einrichtung geschenkt bekommen/geerbt und mehrere Familienmitglieder arbeiten da ohne Bezahlung mit.
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icybite

« Antwort #7 am: 09. Juli 2012, 09:09 »
Huhu,

bin ja gerade auch in Kolumbien und surf ne Couch... Die Couchsurfing Community hier ist hervorragend und super gastfreundlich. Ich bin hier schon seit 6 Nächten bei einem super lieben Mädel. Auch in Medellin und Bogota habe ich schon eine Couch. Für ca. 1 Woche habe ich bisher nur 100 € ausgegeben... Du findest hier auf alle Fälle was. Wenn Medellin nicht in deiner Route ist solltest du dir das nochmal überlegen. Ne tolle Stadt (ich werd in 3 Tagen dorthin fahren).... Wenn du hilfe mit Couchsurfing brauchst, dann gib mir bescheid, bin dort sehr aktiv. Ansonsten vielleicht auch mal in einer Gruppe von CS nachschauen. Die haben ab und zu sehr gute Tips.

Ansonsten fand ich die Preise, die du genannt hast schon normal =(
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GPS

« Antwort #8 am: 09. Juli 2012, 17:00 »
Hi DirtSa,

also bin auch gerade in Kolumbien unterwegs und finde die Preise die du aufgelistet hast als normal.
Allerdings kommen wir nicht auf 40€ pro Tag und schlafen auch meistens in Dorms oder im Doppelzimmer. Hängt natürlich immer von der Reisegeschwindigkeit ab.

-Buspreise: Find ich auch blöd ständig über die zu verhandeln, aber meistens schaffen wir es billiger zu sein als die anderen Backpacker. Fragen immer Einheimische was es kosten soll (Preis hängt aber immer von der Busgröße ab und wie oft er stehnbleibt), meistens kann man gut verhandeln wenn man zu mehrt ist (Gruppenrabat) oder wenn der Bus kurz vor dem Abfahren ist, weil die dann den Bus noch vollkriegen wollen und Nachlass gewähren. Aber bei längeren Fahrten oder Nachtfahrten zahlt man fast immer den vollen Preis.
- Übernachtung: sind keine Couchsurfer, aber haben unser Zelt dabei und fragen oft in Hostels ob wir es aufstellen dürfen. Manche Hostels haben auch selber Zelte die sie verleihen. Kostenpunkt für Übernachtung meist 8000COP p.P.; geht eher nur auf dem Land.
-und ein Menü (Suppe, Hauptspeise, Nachtisch, Saft) um 5000-6000COP (2,2 oder 2,7 Euro!)
 als teuer zu empfinden, ich weiss nicht...

Finde aber Kolumbien nicht megateuer, die südamerikanischen Länder sind halt keine Dritte-Welt-Länder mehr. (Bolivien vielleicht ausgenommen) Die haben jährliche BIP-Wachstumsraten von denen wir Europäer nur träumen können. Ich bin froh dass es noch so bilig ist, wird die nächsten Jahre wahrscheinlich nur noch viel teurer werden.

GPS
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