Thema: Myanmar kurz Infos gesucht  (Gelesen 4411 mal)

Jens

« am: 17. Juni 2012, 05:59 »
Unverhofft kommt oft auf Reisen und so habe ich gestern ein Ticket nach Myanmar gebucht. Allerdings hatte ich mich mit dem Land vor meiner Reise nicht auseinandergesetzt, da ich es nicht bereisen wollte. Nun werde ich 14 Tage dort sein und würde mich über Infos freuen. Ein- und Ausreise ist in Yangon.
Was ist machbar und sollte unbedingt auf den Plan, vielleicht hat jemand eine ähnliche Route in der selben Zeit gemacht!!
Danke schon mal  ;D
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Der Bommel

« Antwort #1 am: 17. Juni 2012, 11:06 »
Hey Jens,

cool das du doch nach Myanmar gehst - war definitiv eines meiner "Lieblingsländer" auf unserer Reise. Wir waren ca. 3 1/2 Wochen da, konnten also noch etwas mehr dort machen... Folgende Sachen würde ich sehr empfehlen:

- In Yangon solltest du auf jeden Fall während der Abenddämmerung die Shwedagon-Pagode sehen (was du aber wahrscheinlich ohnehin vor hast).

- Den Inle-See fanden wir beide sehr schön. Entspannte Atmosphäre, sehr gute kleine Restaurants (vor allem für denjenigen, der europäisches Essen vermisst: Bei einem italienischem Restaurant zeigte uns stolzen Hauptes das eigens angebaute italienische Basilikum und die Original-italienischen Zutaten in der Küche ;-)) . Man kann ganz schöne Fahrradtouren um den See machen und u.a. bei einer Weinkellerei stoppen (den Namen habe ich grade nicht mehr im Kopf). Die Boots-Touren auf dem See selbst sind auch sehr schön, wenn auch sehr touristisch.

- Auch wenn Bagan für Myanmar seeehr touristisch ist, ist es einfach eine tolle Sehenswürdigkeit.

- Ich habe eine kurze 1-Tages-Wandertour von Kalaw aus gemacht, was eines meiner Highlights war. Ich bin alleine mit meinem Guide (einem 19-jährigem Mädchen aus einem Bergdorf) durch die Berge gelaufen. War für meine Verhältnisse absolut untouristisch. Wir haben in der Hütte bei einer Familie gekocht und längere Zeit mit dem Vater der Family geredet, wurden von Leuten, die am Rand ihrer Felder grade Mittagspause machten, spontan zum Tee eingeladen usw. Also die Empfehlung ist einfach, mal eine Wandertour in ein Gebiet zu machen, in das möglichst wenige Touristen kommen. Wo auch immer. 

- Uns hat der Golden Rock sehr sehr gut gefallen. Es brauchst allerdings recht viel Zeit, dort hinzufahren und es lohnt sich (wie wir glauben) nur, wenn du dort oben übernachtest. Wir waren abends die einzigen Touris dort. Leider gibt es hier nur ein Hotel, das zudem recht teuer ist. Wir habens ausnahmsweise trotzdem gemacht und waren begeistert von der Stimmung, die dort oben während der Abenddämmerung und in der Nacht aufkam.

- Falls du dir überlegst, ein Bild/Gemälde anzuschaffen, gibt es in Yangon eine wirklich gute Ausstellung: http://tawwinartgallery.blogspot.de/

Hier nochmal unsere beiden Einträge über Myanmar:
http://www.postcardsfromfaraway.de/?p=410
http://www.postcardsfromfaraway.de/?p=448

Was uns an Myanmar absolut begeistert hat, waren die Menschen. Man hat sich richtig willkommen gefühlt. Wenn du Zeit hast, bleibe ruhig mal ein bisschen bei bekannten Sehenswürdigkeiten (Shwegadon, Berg in Mandalay, Golden Rock) sitzen. Uns haben mehrmals irgendwelche Locals angesprochen, die ihre Englisch-Kenntnisse aufbessern wollten und einfach eine Weile mit einem gequatscht haben. Von einem Mönch wurde ich an unserem zweiten Tag in Myanmar zu seinem Englisch-Kurs und in sein Kloster eingeladen, so was ergibt sich nicht alle Tage finde ich ;-) Wir haben uns beide eine Longyi schneidern lassen, was die Locals öfters ganz lustig fanden (im positiven Sinne)...

Ich bin ja schon etwas neidisch ;-) Würde Myanmar wahnsinnig gerne nochmal einen Besuch abstatten...

Eine schöne Reise noch,
Tomas

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Reisekerl

« Antwort #2 am: 17. Juni 2012, 13:29 »
Ich stimme Bommel beim dem Meisten zu. Baganebene und Inlesee sind wirklich das Sehenswerteste. Bei mir waren es 18 Tage, also eine ähnliche Länge. Kürzen würde ich im Nachhinein Mandalay.

Die Wandertouren waren mein Höhepunkt in Myanmar. Und vor allem wegen der Menschen in den kleinen Dörfern. Die vielen unterschiedlichen Stämme mit den Stammestrachten sind einfach der Hammer und wirklich noch echt. Die Tour von Kalaw zum Inlesee machen sehr viele. Daher ist es einfach zu organisieren und Mitreisende zu finden. Der Nachteil ist aber auch der Vorteil, es laufen viele Leute diesen Trek. Ich hab noch eine Tageswanderung vom Inlesee Richtung Osten mit einem Führer gemacht. Das hat mir noch viel besser gefallen, weil sich die unterschiedlichen Stämme irre schnell abgewechselt haben. Da gibt's dann die mit Chinesenhut, die Zuckerrohr anbauen oder die mit dem Handtuch auf dem Kopf, die in den Hügeln leben, usw. Myanmar hat auch die schönsten Märkte, die ich in Asien gesehen habe.

Yangoon ist auch super, um sich einfach treiben zu lassen. Die vielen Teestuben in Yangoon am Straßenrand einfach toll. Man bestellt einen indischen Tschai oder Kaffee und kriegt grünen Tee soviel man mag. Abends gibt's dann so lustige Sachen wie frittierte Teeblätter zu essen. Und die Leute sind der Hammer: Alle strahlen einen an und können gut Englisch.

Ach ja, "Kaondeh" bedeutet "lecker", das kommt immer gut an.
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dirtsA

« Antwort #3 am: 18. Juni 2012, 05:54 »
Myanmar ist toll!!! Freu dich schon mal :)
Bring genug Bargeld mit, besser zu viel als zu wenig...

Die Burmesen sind so ein freundliches, hilfsbereites Volk...wir haben uns sooo wohlgefuehlt dort. In Bagan wuerde ich einen Tag mit Pferdekutsche die weiter entfernten Pagoden und Doerfer anschauen und dann einen Tag mit Fahrrad die naeheren. Das haben wir gemacht und es hat super gepasst.

Neben den Tipps oben hat mir Mandalay sehr gut gefallen. Das liegt v.a. daran, dass wir einen total tollen Fahrer von unserem blauen Taxi/Tuktuk hatten. Der hat uns in MAndalay alle moeglichen Handwerke gezeigt und bei Werkstaetten gehalten OHNE Verkaufsabsicht bzw Provisionsabsicht und es war sooo interessant!!! Lass dich vom Verkehr in Mandalay nicht abschrecken, es verbirgt sich so viel interessantes dort, v.a. eben Kunsthandwerkstaetten. Wenn du Interesse hast, ich habe die Email von dem Fahrer (Win San) noch. Eine Bekannte hat ihn ein Jahr spaeter getroffen und war ebenso begeistert.

Wir haben in 2 Wochen Yangon - Mandalay - Bagan - Inle See - Yangon gemacht, was zwar ein ziemliches Programm war, aber gut machbar. Hier mein Reisebericht, falls du Interesse hast: http://singahitam.wordpress.com/2010/09/09/myanmar-2009-21-03-05-04-2009/

LG
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Jens

« Antwort #4 am: 19. Juni 2012, 07:27 »
Die Emailadresse von dem Fahrer wäre klasse, kannst du sie mir per PN zusenden! Wäre super!! Dein Bericht lese ich jetzt gleich mal!!
Grüße  ;)
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serenity

« Antwort #5 am: 20. Juni 2012, 20:15 »
Myanmar im Juni ist sicher eine Herausforderung, da wird es am Inle See vermutlich am ehesten erträglich sein. Einfach mit dem Boot über den See gondeln - besuche auf jeden Fall mindestens einen der 5-Tage-Märkte. Eine gute Anlaufstelle in Nyaungshwe ist Thu Thu, sie hat ein kleines Reisebüro direkt neben dem Markt in Nyaungshwe und organisiert dir, falls erforderlich, Permits, Ausflüge oder einen Bootsfahrer, der dich über den See fährt, ohne permanent an irgendwelchen Seidenwebereien, Silberschmieden oder anderem zu halten (allerdings sind die richtigen Schmiede schon einen Stopp wert - ich kaufe dort jedes Mal etliche Scheren und Messer, sie sind handgeschmiedet und wunderbar scharf).

4-5 Tage sollten es dort schon sein -

Ebenfalls nicht auslassen solltest du Mandalay, wenigstens für 3-4 Tage, dort U Bein Brücke bei Sonnenauf- oder -untergang, Sagain mit seinen hunderten von Tempeln auf dem Berg, Awa .... Je nach Wasserstand kannst du günstig mit dem Boot von Mandalay nach Bagan fahren (ansonsten würde ich bei nur 14 Tagen alle Strecken fliegen). Bagan ist einfach ein MUSS - auch wenn du nicht so sehr auf Tempeln und Pagoden stehst.

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serenity

« Antwort #6 am: 20. Juni 2012, 20:44 »
Leider hab ich aus Versehen zu früh auf "Schreiben" geklickt - hier der Rest:

Bagan ist einfach ein MUSS - auch wenn du nicht so sehr auf Tempeln und Pagoden stehst. Nimm dir eine Pferdekutsche und vertrau dem Kutscher, der bringt dich zu den schönsten Stellen. Oder leih dir ein Fahrrad – könnte allerdings ziemlich schweißtreibend werden ….

In Yangon ist die Shwedagon natürlich das Ziel, lohnenswert ist aber auch, einfach mal mit der Fähre über den Yangon River nach Dala zu fahren, drüben nimmst du eine Fahrradrikscha (vorher die Dauer fest vereinbaren, sonst fahren sie dich 5 Stunden lang rum!) und fährst durch die Gegend, über Dörfer, wo so gut wie nie Touristen hinkommen. Ansonsten lass dich einfach durch Yangon treiben.

Leider bin ich im Moment in England, sonst hätte ich dir gescannte Infos aus dem Loose und eine Karte von Bagan mailen können – aber vielleicht macht’s ja jemand anderes….

Ich war im Januar zum 5. Mal in Myanmar und ganz sicher nicht zum letzten Mal – ein wunderbares Land! Den Reisebericht vom letzten Mal kannst du unter   http://serenity.rtwblog.de/ (Südostasien 2012) lesen, den vom vorletzten Mal (Februar 2010) kann ich dir gerne per PM schicken, falls er dich interessiert.

Genieße Burma!
Serenity
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migathgi

« Antwort #7 am: 21. Juni 2012, 11:08 »
Nun werde ich 14 Tage dort sein und würde mich über Infos freuen.

Hi Jens,

Myanmar war für mich auch ein Traum, und bei der Ausreise habe ich spontan gesagt: Da fahre ich bald wieder hin.

In meinem Reiseblog habe ich damals auch sehr ausführliche Berichte über Geldtausch, Reisen im Land, Essen und Trinken etc. geschrieben. Wie das nun heute ist nach der Öffnung des Landes weiss ich nicht genau, aber vielleicht sind das hier einige Anhaltspunkte, wenn auch auch 2 ½ Jahre alt:

http://tinyurl.com/bl93no3

Ansonsten muss ich meinen Vorrednern zustimmen, lediglich Mandalay fand ich persönlich nicht besonders prickelnd, 2 Tage dort reichen allemal, und da würde ich mir die Flussgegend und den Mandalay Hill anschauen.

Bon Voyage
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Meersburger01

« Antwort #8 am: 22. Juni 2012, 08:49 »
Hallo Jens,

also, alles Sehenswerte hast du ja bereits genannt bekommen.
Hier noch ein paar praktische Tipps (Stand Mai 2012): trotz Öffnung des Landes brauchst du immer noch druckfrische, neue Dollarscheine zum Umtausch in Kyat. Anscheinend kann man die in Bangkok bekommen, wo sonst noch, kann ich nicht sagen (ich hab meine aus Deutschland mitbringen lassen). Ich würde direkt am Flughafen tauschen, da sind ein paar Banken mit ganz gutem Kurs. In Yangon kommen auch ständig Männer auf einen zu, die Geld tauschen wollen und einige Reisende, die ich unterwegs getroffen habe, haben das auch gemacht. Der Kurs war deutlich besser angegeben. Allerdings war er das tatsäclich dann nur bei einem, der sofort auf der Straße nachgezählt hatte und dann erst die dollars aus der Hand gab. Bei allen Anderen haben danach einige Kyat gefehlt, so dass der Kurs alles in allem deutlich schlechter war als meiner.
Du kannst auch an anderen Orten im Land Geld wechseln: Inle-See, Mandalay, sogar am Strand. Brauchst also nicht alles zu Beginn zu wechseln. Ich habe das gemacht und eine recht große Tüte Bargeld mit mir rumgetragen...

Ein sehr gutes und preiswertes Hotel in Yangon ist das "White House GH". Sehr zentral an der Sule-Pagode, da fahren auch alle Busse ab, ist der China- und der Nachtmarkt etc. Die Leute sind sehr nett, alles ist super sauber und es gibt ein Frühstücksbuffet, das im Preis drin ist. Als alleine Reisende hab ich so um die 10 USD gezahlt.

Schönen Urlaub,

Sabine
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Reisekerl

« Antwort #9 am: 22. Juni 2012, 13:39 »
Wechseln sollte man möglichst nur in Yangoon und Mandalay. In den Dörfern kriegt man üble Kurse. Ich hatte mal 750 statt 800 Kyat (sprich Tschat). Auf gar keinen Fall bei den Wechslern auf der Straße tauschen. Die sind dafür bekannt, einem doch irgendwie zuwenig zu geben ("Let me count again") oder einfach mit deinem Hunderter wegzurennen.
100er geben bessere Kurse als 50er geben bessere Kurse als 20er usw. Die Wechselkurse für Euro in den Banken in Yangoon erschienen mir übrigens sehr fair (natürlich mit den gleichen Einschränkungen wie Dollar), das könnte für den Anfang interessant sein. Dann spart man für die ersten 300 oder 400 Euro halt die Wechselgebühr von Euro zu Dollar.
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laax

« Antwort #10 am: 22. Juni 2012, 15:22 »
Wieviel USD schlagt ihr vor reichen für 14 Tage bei oben angegebener Route und Low Budget reisen? Hätte jetzt so mit 1000 Dollar gerechnet.
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Meersburger01

« Antwort #11 am: 29. Juni 2012, 09:51 »
Also, ich hab für 25 Tage im Mai 685 Euro gebraucht. Nicht besonders gespart, aber auch nicht so aushausig gelebt. Hab in Hotels (Einzelzimmer) gewohnt mit ca. 10 bis 15 USD/Nacht. Essen entweder in Restaurants oder Straßanmarkt. Souvenirs sind bei den 685 Euro mit drin.

Das sind pro Tag im Schnitt also 26,50 Euro.

Das Land war lang nicht so teuer wie ich dachte und wie jeder immer sagt.

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Oli

« Antwort #12 am: 30. Juni 2012, 14:44 »
Das sind pro Tag im Schnitt also 26,50 Euro.

Ich komme zwar bei 685 € : 25 Tage = 27,40 €/pro Tag, aber danke für die Info  ;)

laax

« Antwort #13 am: 01. Juli 2012, 10:52 »
Ich wollte gerade Baht gegen Dollar tauschen. Ich habe ja mit vielem gerechnet, aber nicht damit das ich weniger Baht zahlen soll als ich eigentlich laut OANDA zahlen müsste.
Ist ja eigentlich positiv, doch bei einem größeren Betrag bin ich lieber vorsichtig und frage mal nach euren Erfahrungen.

Das ganze spielt sich in Chiang Mai ab und die Umtauschbude ist keine von einer Bank. No name sozusagen...ist das normal das man manchmal wirkliche "best rates" erhält oder handelt es sich da evtl. um ein schwarzes Scharf?
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Tags: myanmar