Thema: Unsicherheit Malarone  (Gelesen 28418 mal)

Enzymle

« am: 24. Mai 2012, 21:06 »
Hallo,

ich werde ab August für 2 Monate (60 Tage) nach Gambia reisen. Als ich beim Hausarzt wegen Impfungen und Malariaprophylaxe war, sind wir überein gekommen, dass von den 3 möglichen nur Malarone zu mir passt. Hab ich mit auch geholt (KV hat die Kosten bis auf gesetzliche Zuzahlung übernommen :) ), bin nun aber verunsichert, weil ich gehört und gelesen hab, dass es nicht länger als 28 tage genommen werden soll....im Tropeninstitut wurde einer Bekannten dies gesagt, mein Hausarzt hat nichts gesagt (er ist in Reisemedizin geschult)...nun bin ich verunsichert, ob ich Malarone wirklich so lange nehmen kann.
Welche NW könnten denn von einem langen Gebrauch auftreten bzw was denkt Ihr?

Danke schon einmal
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Stecki

« Antwort #1 am: 24. Mai 2012, 21:24 »
Malarone musst Du überhaupt nicht nehmen, da es auch als Stand by-Medikament genutzt werden kann. Du solltest es also mitnehmen und erst einnehmen wenn sich die ersten Symptome zeigen.

Die Meinungen dazu sind hierdrin aber unterschiedlich. Ich persönlich habe noch nie etwas gegen Malaria genommen und hatte die Krankheit auch nie, hatte aber immer Malarone zur Sicherheit dabei.
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rema

« Antwort #2 am: 24. Mai 2012, 22:54 »
ich hatte malarone bis jetzt auch immer als standby dabei.

ich denke auch, dass dazu jeder ne andere meinung hat... mir wurde von der reiseleitung epfohlen, mich lieber gleich gegen die stiche zu schützen, und malarone nur als standby mitzunehmen. das "problem" bei malariaprophylaxe ist, dass sie anscheinend nur zu nem bestimmten prozentsatz wirken. ich ahbe so was von 80% im kopf - bin aber echt nicht sicher. vielleicht weiß da jemand mehr dazu. die gefahr, wenn man die tabletten nimmt ist, dass man dann evt. etwas nachlässiger mit dem insektenschutz generell ist. ist halt trügerisch.
bei meiner afrikareise haben 2 leute dann tatsächlich malaria bekommen - da sie aber sofort behandelt wurden, hatten sie danach keine weiteren probleme mehr. ob das generell so ist, wenn man gleich behandelt wird, weiß ich aber auch nicht.
ich wollte mir bisher nicht die chemiekeule geben, und hatte bisher aber auch glück...
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tetsi

« Antwort #3 am: 25. Mai 2012, 00:25 »
Zum Thema Malaria hat irgendwie jeder den man fragt ne eigene Meinung. Der Nachteil der Prophylaxe ist, dass es die Symptome ggf. abschwächt oder verzögert und du nicht mitbekommst, dass du Malaria hast. Wie schon gesagt wurde, es schützt eben nicht zu 100%. Auch stechen Mücken nicht jeden Menschen gleich gern. Wenn du zu denen gehörst, um den Mücken eher einen Bogen machen, dann reicht evtl Standby. Haben's Mücken eher auf die abgesehen, ist Prophylaxe vermutlich schon eher sinnvoll.

Ich persönlich bevorzuge Standby, wenn ich halbwegs schnell zum Arzt kommen kann - war aber auch bisher nur in Regionen mit niedrigem bis mittlerem Risiko. Gambia hat nun dummer Weise ein ziemlich hohes Risiko. Der Schutz vor Stichen ist immernoch die beste Hilfe. Also lange, weite, unten und oben geschlossene Kleidung, Schuhe und Instektenspray (auch auf die Kleidung sprühen), schlafen unterm Insektennetz etc.

Malaria hat eine Inkubationszeit von ein bis zwei Wochen (je nach Art). Wenn du also nur für 60 Tage nach Gambia reist und dann wieder nach Hause, dann ist das Risiko doch schon fast überschaubar, dass du noch auf der Reise erkrankst. Die Nebenwirkungen werden sich nicht großartig ändern, nur eben je länger du Malarone nimmst, desto wahrscheinlicher wird es, dass du sie bekommst. Konnte dir dein Arzt nichts dazu sagen?

alex

« Antwort #4 am: 25. Mai 2012, 06:48 »
Ich war gestern im Tropeninstitut zwecks Beratungsgespräch und Impfungen.
Hab da über ne Stunde mit dem Arzt gesprochen und ihn ausgefragt. Ich fands echt super und hab so einiges neues gelernt.

Ich würde dir empfehlen das gleich zu tun. Auch wenn dein Hausarzt in Reisemedizin geschult ist. Die 20€ für die Beratung sind wirklich gut angelegtes Geld. Vor allem wenn du nach Afrika gehst, wo Malaria dann doch stärker verbreitet ist als z.B. in SOA.
Allein deine Frage "Welche NW könnten denn von einem langen Gebrauch auftreten bzw was denkt Ihr?" zeigt doch, dass dein Hausarzt sich da nicht richtig auskennt.
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Enzymle

« Antwort #5 am: 30. Mai 2012, 21:34 »
Danke euch schon einmal für eure Antworten.

Eine Prophylaxe möchte ich auf jedenfall nehmen, da ich zu einer Zeit reise in der das Risiko zu erkranken sehr hoch ist (Regenteit).
Ausserdem bin ich jemand der ständig total verstochen ist.

Beim Tropeninstutut war ich schon vor Monaten. Da musste ich 1 Std warten und die Ärztin hat gerade mal mit mir 5 min gesprochen. War ein totaler Reinfall :( Noch mal 25Euro dafür ausgeben möchte ich eigentlich nicht.

Von den 3 Meds welche für das Gebiet passen ist nur Malarone was zu mir passt.

Intensiv mit meinem Hausarzt hab ich nicht darüber geredet, da ich damals noch nicht wußte, dass Malarone eigentlich nur bis 28 Tage eingenommen werden soll. Werd ihn auf jedenfall noch mal anrufen und auch in der Apotheke noch mal vorbei gehen.
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Marco75

« Antwort #6 am: 01. Juni 2012, 10:30 »
In welchem Tropeninstitut warst du denn? Ich war in Heidelberg und ich habe fast 30 Minuten mit dem Arzt gesprochen. Eine impfung habe ich in Berlin machen lassen, da ich da gerade beruflich war und die machten auch einen sehr fitten Eindruck.
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Enzymle

« Antwort #7 am: 02. Juni 2012, 18:53 »
War auch in HD
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little_earthquake

« Antwort #8 am: 04. Juni 2012, 18:27 »
mal ne frage: wieso passt nur malarone zu dir? das muss man jeden tag nehmen. lariam zum beispiel nur einmal die woche als prophylaxe. ist deutlich überschaubarer. mich würde interessieren woran das festgemacht wird. ich weiß dass ich doxy nicht nehmen kann da ich allergisch darauf bin aber sonst kann man das sehr schlecht einschätzen wenn man es noch nie genommen hat. lariam ist z.b. ohne probleme mehrere wochen einnehmbar. und soweit ich weiß kann man doxy auch über wochen nehmen. mit malerone hab ich mich ehrlich gesagt noch nicht so befasst.

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Carola

« Antwort #9 am: 04. Juni 2012, 20:42 »
@little_earthquake: Bin keine Ärztin, aber die eventuell auftretenden psychischen Nebenwirkungen von Lariam finde ich schon bedenklich (vgl. wikipedia).

Außerdem kommt es doch auch darauf an, in welchen Malariagebiet man sich aufhält, da die Erreger sich ja unterscheiden und unterschiedliche Mittel wirksam sind.

So hat es unsere Reiseärztin erklärt.
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Enzymle

« Antwort #10 am: 04. Juni 2012, 21:09 »
3 Malariaprophylaxen sind für das Gebiet:
- Malarone
- Lariam (schwere neuropsychischen Nebenwirkungen)
- Doxy (war glaub das 3.)

Lariam nehm ich auf keinen Fall da schwere neuropsychische NW auftreten können, besonders mit Vorbelastung (bin ich). Doxy ruft als HauptNW Übelkeit hervor -> Nicht gut, da dies zu etwas anderem bei mir führt. Daher ist Malarone das Einzige welches FÜR MICH am verträglichsten erscheint.
Ich denke ich werde auf jedenfall Malarone nehmen. D sagt zwar Einnahme bis 28 Tage, aber Länder wie USA, Kanada und Australien setzen kein Zeitlimit. Habe ein paar Tropeninstitute in den USA angeschrieben. Mal sehen was die sagen.
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little_earthquake

« Antwort #11 am: 04. Juni 2012, 21:23 »
Zitat
@little_earthquake: Bin keine Ärztin, aber die eventuell auftretenden psychischen Nebenwirkungen von Lariam finde ich schon bedenklich (vgl. wikipedia).

Außerdem kommt es doch auch darauf an, in welchen Malariagebiet man sich aufhält, da die Erreger sich ja unterscheiden und unterschiedliche Mittel wirksam sind.

So hat es unsere Reiseärztin erklärt.


naja jein.

also für afrika ist entweder malarone oder lariam ein sicheres medikament (doxy müsste auch gehen). was du meinst sind die verschiedenen meds für verschiedene kontinente > afrika und z.b. amazonas. für südamerika gibts was anderes, das stimmt.

naja man fühlt sich mit lariam halt etwas besoffen wohl, aber d.h. jetzt nicht dass man vollkommen gaga is wenn man das nimmt. ist auf jeden fall das bessere mittel von beiden (laut meinen bisherigen malariaberatungen im tropeninstitut und meinen schwestern > beide ärzte, waren auch beide mehrmals in afrika mitten im malariagebiet.) Will aber Malarone nicht schlecht machen. Ist dennoch ein sehr gutes malariamittel und wird auch helfen.

muss man aber selber wissen, was zu einem passt, klar. ich glaube nicht dass malarone irgendwelche nebenwirkungen hat wenn man es länger als 28 tage nimmt. wenn vorher nix is, dann wird sicher nicht ab dem 28 tag der haussegen im körper schief hängen. alle meds werden halt entweder über nieren oder leber (bei malarone müsst ich jetzt nachschauen) abgebaut und dieses organ wird halt in der zeit etwas mehr beansprucht. die einen verkraften das nicht, die anderen schon, aber generell eben meist sofort oder gar nicht. so langsame nebenwirkungen sind eher selten und entstehen nur bei kumulation im körper. wie gesagt so sehr hab ich mich mit malarone noch nicht beschäftigt, möglich dass es bei dauereinnahme über monate irgendwann probleme macht. ich wäre jedenfalls vorsichtig mit stand-by mitten im malariagebiet. alle reden immer davon dass sie glück hatten und nix brauchten, aber keiner guckt sich im vergleich die zahlen an, von denen die erkranken oder sogar sterben. das ist so ähnlich wie mit dem running-gag, dass man Tollwut nachträglich noch impfen oder behandeln lassen kann. Jeder verreckt jämmerlich stirbt der nicht geimpft ist und gebissen wird. Jeder.

aber wie gesagt, muss man selber wissen. wenn man unsicher ist, dann halt in 2 verschiedenen tropeninstituten ne meinung einholen.
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helen

« Antwort #12 am: 05. Juni 2012, 08:22 »
http://www.dtg.org/malaria.html

Die Seite kann ich nur empfehlen. Das Auswärtige Amt spricht sich übrigens gegen eine Stand-By Therapie aus und für eine Dauertherapie (da sind auch Zahlen zu den Erkrankungsfällen - nicht schön  :-\ ). Auf der Seite des AA gibt's auch ausführliche Merkblätter zu Malaria inkl. der möglichen Medikamente und Nebenwirkungen. Das hilft auf jeden Fall um sich eine Meinung zu bilden. Entscheiden muss letztendlich jeder selbst nach Beratung durch einen Arzt.

Grüße  :)

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