Thema: Zurück im Berufsalltag und über das Warten zwischen den Reisen...  (Gelesen 4039 mal)

southern_cross

Hi zusammen,

ich habe einen Bürojob und bin grundsätzlich ganz zufrieden mit dem, was ich mache. Hab auch eine gute Ausbildung, verdiene nicht schlecht und könnte mich eigentlich entspannt zurücklehnen, weil ich auch nicht den Mega-Stress habe (insofern gut, weil ich so gut wie meine ganzen Reisen nebenbei von hier aus planen kann).

Also genau das Richtige.  ::)

Es ist so stinkelangweilig für mich. Ich glaub wenn man mal die Größe von "draußen", die Abwechslung und das "Rauskommen" aus dem Alltag mal lange und intensiv genossen hat, tut man sich schwer, in den geregelten Alltag zurückzukehren. Die Zeit bis zum nächsten Abflug kann sich schon seeeeeehr dahinziehen.

Nach dem Motto "Aus einem Tiger wird kein Kätzchen mehr" tu ich mir echt schwer, mich wieder zu zähmen und in den geregelten (langweiligen) Alltag zurückzukehren. Da geht mir echt alles auf den Keks: Die Engstirnigkeit, die Eigenheiten der Firma und der Menschen, die Aufgaben (sinnloses Papier- und Buchstaben-Zeug hin und her schieben), ich schau beim Fenster raus und sehe tollstes Frühlingswetter, die Husterei meines Kollegen... WAS MACHE ICH HIER

Geht das nur mir so?
Was macht ihr dagegen?

LG
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impac7

Hallo,

ich habe genau das gleiche Gefühl.
Ich schaue momentan nur auf den Kalender und hoffe, dass die Zeit zu meinem nächsten Urlaub endlich vergeht.

Eine richtige Ablenkung habe ich leider noch nicht gefunden. Insbesondere da ich täglich noch Kontakt zu früheren Reisegefährten habe und die Erinnerungen immer wieder aufgefrischt werden.

Also, noch 50 Tage :)
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little_earthquake

ich finde ja immer dass der allgemeine triste alltag immer die größte herausfoderung ist. denn dieser ist es der am ende einer reise wieder vor der tür steht. und vielleicht sollte man genau diesen auch als hauptaugenmerk sehen.

ich meine das im bezug auf sich wohlfühlen. man sollte ihn sich so gestalten dass man freude daran hat. zum beispiel hoffe ich auf reisen etwas zu finden (ob nun nur eine idee oder bereits das volle programm) dass mich berufsmäßig später glücklich macht. ich weiß, dass ich nicht nochmal jahre in einer praxis herumhängen möchte und tag ein tag aus auf notfälle warten will und mich mit schwierigen besitzern rumärgern möchte. ich meine, ich mag meine arbeit und tieren helfen steht immer an erster stelle bei mir, aber mit menschen zu tun haben, will ich eigentlich nicht mehr so sehr. drum werde ich schauen was ich nach der reise anders machen kann. welche zweige mir noch offen stehen mit meiner ausbildung etc und lasse mich auf reisen dazu inspirieren.

ich möchte auch nach meiner reise privat etwas voran kommen. endlich aufs land ziehen und mir einen stall voller tiere holen. ;) hehe und dann auf die nächste vermutlich eher kurze reise sparen. oder wer weiß, mich verschlägt es wieder ins ausland.

ich denke dem alltag per se kann man nicht entkommen. man kann ihn sich nur so angenehm wie möglich gestalten. seine hobbys in den alltag einbauen und die arbeit gern tun und vielleicht als abenteuer als als muss ansehen. ist schwer, das weiß ich nur zu gut. aber was anderes wird dir fast nicht übrig bleiben.  :-\

vielleicht kannst du eine neue sprache lernen oder dir eine tolle sportart aneigenen, die du auf deiner neuen reise ausüben wirst. gibt da ja wirklich viel. oder du gehts für einige zeit ins ausland zur abwechselung. oder du legst deinen ganzen urlaub zusammen und bist halt wenigstens einen monat unterwegs im jahr.

weiß nicht. ist halt immer schwierig ratschläge zu finden, die für den berufsalltag sprechen. haha.  :D

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southern_cross

Vielleicht führt einem aber auch der Abstand, dem man beim Reisen vom Alltag hat, Alternativen vor die Augen und zwar mehr, als bei jenen, die 20 Jahre lang brav am selben Posten hocken, und mit 1 Woche Pauschalurlaub pro Jahr in der Türkei glücklich sind. Bevor ich gereist bin, war ich auch viel "untertäniger" und viel mehr auf Sicherheit (Job, Einkommen,...) bedacht. Ich glaub, Reisen hilft, Grenzen auszuloten und sich weiterzuentwickeln. Wenn jetzt im Job was aufkommt, denk ich mir: Pah, was wollt ihr eigentlich von mir, ich bin am anderen Ende der Welt aus einem Flugzeug gesprungen, es juckt mich jetzt nicht wirklich, mich über ein Blatt Papier aufzuregen...

Klar, dass der Alltag das Hauptaugenmerk ist. Ist ja jene Zeit, von der wir am meisten haben. Die Reisen dazwischen sind die schöne Abwechslung, aber dann geht's zurück ins Geld verdienen.

Ich beginn demnächst mit einem Spanisch-Kurs für meine nächste Reise und versuche auch generell wirklich, meine Freizeit so auszugestalten, dass ich viel rauskomme, mich gut entspanne und das was für mich wichtig ist, tue.

Meine nächste Reise 2014 wird über mehrere Monate (derzeit grob geplant 3 bis 4 Monate Südamerika) gehen und nachdem mich mein Arbeitgeber eher nicht so lange in unbezahlten Urlaub schicken will, werde ich ohnehin kündigen müssen, darüber bin ich auch sicher nicht enttäusch, es steht ohnehin eh eine Veränderung an für mich, das weiß ich auch schon länger. Ein, zwei mögliche Richtungen habe ich auch schon im Auge.

Der Plan wäre ja, halbtags mit flexibler Arbeitszeit zu arbeiten und zwar genau das was mir richtig Spaß macht, bei gleichem Gehalt wie bei Vollzeit.  ;D
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Einmalrundum

Ich wäre erst mal froh wenn ich nach 16 Monaten auf reisen wieder einen Job finden würde, ich suche nun seit 2 Monaten, aber es sieht düster aus gür einen kleinen Molekularbiologen wie mich :-( Aber ich bin mir sicher das die Sehnsucht nach der Ferne irgend enmal zurückkehren wird, glaube aber nicht das ich nochmals auf so eine lange Reise gehen werde.
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southern_cross

Nach meiner letzten 4wöchigen Reise dauerte es genau vier Wochen, dann war das Fernweh wieder da.  :P
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perner123

also ich glaub mir wird es bald gleich gehen, wenn ich wieder zurück im berufsalltag bin.
aber ich werde es so wie vorher machen. fast jeden monat einen kleinen städtetrip für ein verlängertes wochenende planen. dann hat man jedes monat einen kleinen "step" bis zum großen urlaub ;-)

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southern_cross

aber ich werde es so wie vorher machen. fast jeden monat einen kleinen städtetrip für ein verlängertes wochenende planen. dann hat man jedes monat einen kleinen "step" bis zum großen urlaub ;-)

Würd ich auch gern. Suche hiermit Millionär oder Goldesel.  ;D
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CPT_CHAOS

aber ich werde es so wie vorher machen. fast jeden monat einen kleinen städtetrip für ein verlängertes wochenende planen. dann hat man jedes monat einen kleinen "step" bis zum großen urlaub ;-)

Würd ich auch gern. Suche hiermit Millionär oder Goldesel.  ;D
Dafür braucht man nicht Millionär zu sein. Mittels Billigflügen (Tipp: Blind Booking bei Germanwings), Europa Bahn-Specials, Mitfahrgelegenheit, Fahrrad oder einfach per Anhalter kommt man billig fast überall in Europa hin und mit Couchsurfing oder Camping oder bei Freunden pennen kostet auch Unterkunft nicht viel. Oder du gehst einfach mal wandern in deiner eigenen Region. Alles was man braucht ist ein bissel Flexibilität und Abenteuerlust...
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southern_cross

Ja, gute Idee. Ich mach auch viel davon bereits. Blind Booking hab ich noch nie gehört - klingt aber cool! Wandern geh ich auch viel und jetzt im Frühling werde ich wieder damit starten. Am liebsten fahr ich einfach irgendwo hin und geh - ohne Plan und Karte - einfach drauf los! Ich liebe es!

Hab jetzt mit meinem Arbeitgeber auch vereinbart, 1,5 Tage pro Woche von zuhause aus zu arbeiten (wo "zuhause" dann ist, ist im Grunde egal, ich muss nicht im Büro sein, muss nur meine Leistung erbringen und alles was ich dazu brauche ist mein Notebook und WLAN). Wenn auch die Urlaubstage logischerweise dadurch nicht mehr werden, bin ich damit doch auch noch flexibler und kann zB mal ein verlängertes Wochenende wegfahren, ohne dafür Urlaub beanspruchen zu müssen, und das finde ich schon auch eine ziemlich coole Möglichkeit.  8)

Auch eine Möglichkeit der "Freiheit" in den Phasen des Wartens auf die nächste Reise...
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CPT_CHAOS

Hab jetzt mit meinem Arbeitgeber auch vereinbart, 1,5 Tage pro Woche von zuhause aus zu arbeiten (wo "zuhause" dann ist, ist im Grunde egal, ich muss nicht im Büro sein, muss nur meine Leistung erbringen und alles was ich dazu brauche ist mein Notebook und WLAN). Wenn auch die Urlaubstage logischerweise dadurch nicht mehr werden, bin ich damit doch auch noch flexibler und kann zB mal ein verlängertes Wochenende wegfahren, ohne dafür Urlaub beanspruchen zu müssen, und das finde ich schon auch eine ziemlich coole Möglichkeit.  8)

Auch eine Möglichkeit der "Freiheit" in den Phasen des Wartens auf die nächste Reise...
Coole Idee, das muss ich auch mal ansprechen. Ginge bei meiner Arbeit ja theoretisch auch und mehr als "nein" sagen kann er ja nicht. Wäre ja nicht schlecht wenn das klappt...  :)
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djmuh

Eigentlich sehe ich ja gar nicht alles schwarz, aber...

... meine letzte dreiwöchige Reise konnte ich gar nicht wirklich genießen, weil ich schon wusste, danach geht der Scheiß wieder los (Arbeit). Das war bei meinen beiden langen Reisen davor ganz anders. Dazu kommt, das mich der Job im Moment einfach nur anpisst. Diese verbohrten Freaks, die meinen, ihr lächerliches Produkt macht die Welt besser. Ich könnte mich tot lachen, wenn ich nicht selber einer der traurigen Darsteller wäre. Es pisst mich also echt an.

Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, mich Mitte/Ende nächsten Jahres mal wieder auf den Weg zu machen...

Und siehe da, der Junge hat extrem gute Laune. Und wenn mir jetzt einer doof kommt, stelle ich mir immer vor wie ich einfach sage: "Weißt du was, du Freak, mach deinen Scheiß doch alleine, ich kündige und fahre nach Asien, lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen und mache wo ich gerade Bock drauf hab. Und du auf der anderen Seite, machst ab jetzt meinen Scheiß noch mit! HA"

Und auf lange Sicht, muss ich wohl selbstständig werden. Ich kann es mir einfach nicht mehr geben.
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CPT_CHAOS

Eigentlich sehe ich ja gar nicht alles schwarz, aber...

... meine letzte dreiwöchige Reise konnte ich gar nicht wirklich genießen, weil ich schon wusste, danach geht der Scheiß wieder los (Arbeit). Das war bei meinen beiden langen Reisen davor ganz anders. Dazu kommt, das mich der Job im Moment einfach nur anpisst. Diese verbohrten Freaks, die meinen, ihr lächerliches Produkt macht die Welt besser. Ich könnte mich tot lachen, wenn ich nicht selber einer der traurigen Darsteller wäre. Es pisst mich also echt an.

Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, mich Mitte/Ende nächsten Jahres mal wieder auf den Weg zu machen...

Und siehe da, der Junge hat extrem gute Laune. Und wenn mir jetzt einer doof kommt, stelle ich mir immer vor wie ich einfach sage: "Weißt du was, du Freak, mach deinen Scheiß doch alleine, ich kündige und fahre nach Asien, lass mir die Sonne auf den Bauch scheinen und mache wo ich gerade Bock drauf hab. Und du auf der anderen Seite, machst ab jetzt meinen Scheiß noch mit! HA"

Und auf lange Sicht, muss ich wohl selbstständig werden. Ich kann es mir einfach nicht mehr geben.
Danke DAS habe ich gerade gebraucht auf der Arbeit. 100% Zustimmung und kann deine Gefühle und Absichten absolut nachvollziehen. Denke in die selbe Richtung was meine Zukunft angeht. Schön zu sehen dass man nicht alleine ist... ;)
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huskyeye

Also, heute muss ich das Forum auch mal als Psychotherapie benutzen. Ich bin jetzt seit genau drei Monaten wieder in Deutschland, nach fünf Monaten auf Reisen, in denen ich es geschafft habe, mir über Jobfragen überhaupt keine Gedanken zu machen. Nun bin ich im langwierigen Bewerbungsprozess, da es bei vielen Stellen, die für mich in Frage kommen, mehrstufige Auswahlverfahren gibt und zwischen den Terminen oft Wochen liegen (na ja, und in den ersten Wochen nach meiner Rückkehr war ich auch noch etwas gemächlicher, was das Losschicken von Bewerbungen angeht...).

Nun hab ich drei Stellen in Aussicht und habe leider ÜBERHAUPT keine Ahnung, welche mich am meisten reizen würde. Ist schon komisch. Als ich die Ausschreibungen gelesen habe, fand ich alle drei spannend. Nun hatte ich für alle drei Stellen Gespräche, und natürlich hat jede Stelle auch ihren Haken. Wo gibt es schon den perfekten Job. Nur: Mir gelingt es nicht, Prioritäten zu setzen und so zu entscheiden, was ich am liebsten machen würde (davon abgesehen: Ich habe noch keine endgültigen Zusagen, aber falls die kommen, muss ich ja eine Haltung dazu haben).

Zwei der Stellen wären jeweils in einer anderen Stadt. Ich müsste also mal wieder einen Umzug wuppen und hätte erst mal keine vertrauten Leute um mich herum. Ein Job wäre hier, wo ich jetzt lebe, privat würde sich also nichts ändern erst mal, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich in den Laden so wirklich reinpasse. Komme aus dem Kulturbereich und das wäre jetzt eher ein wirtschaftslastiger Job mit einem Chef in einem nicht so gut sitzenden Anzug. Während die beiden anderen, für die ich umziehen müsste, wieder im Kulturbereich wären, also für mich eher so ein "Fisch im Wasser"-Gefühl, andererseits eben auch keine wirkliche berufliche Veränderung, weil ich sehr ähnliche Sachen machen würde wie vorher. Kurz dachte ich, ok, ich gucke einfach mal ganz kalt aufs Gehalt und entscheide mich für den bestdotierten Job. Aber irgendwie hängt dann ja doch viel mehr dran.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Qual der Wahl überfordert mich gerade vollends. Und ich glaube, falls ich mal wieder so eine Reise mache, würde ich mich doch im letzten Monat der Reise schon mit der beruflichen Zukunft befassen (oder sogar doch schon vor der Reise!), um nachher nicht in diesem sich ewig hinziehenden, aufreibenden Bewerbungswirrwarr zu stecken.

So, das musste jetzt einfach mal aufgeschrieben werden...
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huskyeye

wollte nach meinem letzten Eintrag nur schnell berichten, dass ich mich jetzt für den Job entschieden habe, der hier in meiner derzeitigen Heimatstadt ist. Habe dort die erste Zusage bekommen und obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob es das Richtige für mich ist, hab ich mich jetzt zu einem "Ja" aufgerafft. So hab ich erst mal wieder Arbeit und verdiene Geld, die Leerlauf- und Wartephase ist vorüber und falls ich mich gar nicht eingewöhnen kann, kann ich ja wieder kündigen.... ausschlaggebend war für mich im Moment, dass ich erst mal hier wohnen bleiben kann und nicht überstürzt umziehen muss für einen Job, bei dem ich mir vielleicht auch nicht ganz sicher wäre.

Das vielleicht als Ermutigung für alle Reiserückkehrer, die in der Bewerbungsphase sind: Bei mir hat es jetzt alles in allem drei Monate gedauert, bis ich wieder einen Arbeitsvertrag in der Hand hatte. Und das, obwohl ich nach meiner Rückkehr überhaupt keine Ahnung hatte, wie es eigentlich weiter gehen soll. Dafür finde ich drei Monate echt nicht so lang, vor allem, weil ich mich in den ersten Wochen noch nicht sehr ernsthaft beworben habe und weil vom jeweils ersten Vorstellungsgespräch bis zu einer Zu- oder Absage meist mehrere Wochen vergangen sind. Letztendlich war es also völlig ok, einfach zu kündigen, loszureisen und ohne Plan wieder zurück zu kommen.

 
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