Thema: Infos Myanmar Juni-Juli 2011 (Budget, Preise)  (Gelesen 3321 mal)

Susu

« am: 09. Juli 2011, 05:48 »
Hallo Leute,

wir waren vom 9.6.-7.7.11 in Myanmar unterwegs. Hier ein paar Informationen zum Budget, evt. hilfts dem ein oder anderen ja bei der Planung:

Budget:
Wir sind zu zweit mit 2.300 USD insgesamt nach Myanmar gereist. Zum einen, weil wir noch kein Ausreiseticket hatten und einen Puffer wollten, falls es mit dem Online-Buchen des Rückfluges nicht klappen sollte, zum anderen um sowieso genügend Puffer zu haben, weil wir ja ebenfalls nicht wussten, wie lange wir bleiben würden/ob wir das 28 Tage-Visum voll ausschöpfen würden.

In Yangon wollten wir 250 Dollar davon in Kyat umtauschen.

Wechselkurs Dollar in Kyat:
Die erste Überraschung war der aktuelle Wechselkurs. In Blogs von Leuten, die in der Hauptsaison Jan/Feb 2011 in Myanmar waren, stand was von 850-960 Kyat je Dollar, je nach Dollarnote (für 100er Dollarnoten gibt’s 10 Kyat mehr als für 50er und kleinere Scheine) und Zustand der Noten. Unsere Dollar, die wir uns in Bangkok besorgt hatten, waren praktisch druckfrisch, nicht geknickt hatten aber jeder auf der Rückseite so einen dunklen Abrieb von der Druck- oder Zählmaschine. Das störte aber niemanden.

Der aktuelle Kurs im Juni 2011 liegt bei nur 700 Kyat im Motherland Inn2-Guesthouse in Yangon, bei 740 im Central Hotel und selbst beim Schwarzmarkt gegenüber, mit der Gefahr beschissen zu werden, sind nur 750 Kyat möglich. Wir haben im Central Hotel getauscht. Dort bekommt man die Kyat nicht als stapelweise 1000er Noten sondern die scheinbar noch recht neuen 5.000er Noten. Dann wird das Portemonnaie nicht so dick.  ;)

Auf die Frage, warum der Wechselkurs aktuell so schlecht geworden ist, hört man die unterschiedlichsten Antworten. Hier eine Auswahl:
- „Es ist jetzt Nebensaison.“ – Aha, sollte es da nicht genau anders herum sein?
- „730 Kyat ist doch gut, in Mandalay gibt’s zur Zeit keine 700 Kyat mehr.“
- „Die Regierung will den Dollar schlecht stellen, um die Chinesen im Land zu unterstützen.“
- „Man munkelt, dass es bis September noch bis auf 650 gehen wird.“
- Und hier meine Lieblingsantwort: „Die Regierung will demnächst alle ausländischen Währungen auf 600 Kyat drücken.“ Super! So viel wirtschaftliches Verständnis!
Das würde aber auch erklären, dass das Eintrittsticket für Bagan tatsächlich entweder 10 USD oder 10 EUR kostet. Der Eintritt der Shwedagon-Pagode in Yangon liegt aktuell bei entweder in 5 USD oder 5.000 Kyat – scheinbar hat denen noch keiner was von den neuen Wechselkursen gesagt.

Nach einer Woche Reisen stellten wir fest, dass unsere 250 umgetauschten USD niemals reichen würden und tauschten in Mandalay noch mal 250 USD bei einem Kurs von 750 Kyat. Es ist also nicht unbedingt schlechter in Mandalay zu tauschen als in Yangon. Am Inle Lake tauschten wir nochmal 120 USD und in Yangon kurz vor der Ende der Reise 60 USD, ebenfalls bei einem Kurs von 750 Kyat.
Innerhalb von den 4 Wochen, die wir im Land waren, ist der Kurs nicht schlechter geworden.
Es gibt übrigens mittlerweile auch 5.000 Kyat-Noten, die überall akzeptiert werden.

Hotel- und Restaurantpreise im Lonely Planet:
Die Hotel- und Restaurantpreise in Myanmar haben uns überrascht. Mir ist klar, dass die im LP (vom Mai 2009) genannten Preise oft nicht mehr stimmen, aber in Myanmar liegen da mittlerweile Welten dazwischen. Die genannten Preise kann man kaum mehr als Anhaltspunkt nutzen.

Der LP nennt z.B. für das Motherland Inn 2 Guesthouse in Yangon 10 USD für ein Doppelzimmer, teurere Zimmer haben ein eigenes Bad. Wir hatten vorher online reserviert über deren Homepage, wo ein Doppel-Zimmer (keine Aircon) mit eigenem Bad 19 USD kosten sollte. Da der Airport-Pickup kostenlos mit drin war, haben wir gebucht. Ich dachte, die 19 Dollar wären halt deren Online-Rate. Aber nein, das ist mittlerweile der Standard-Preis. Auf dem Preisaushang des Hotels steht: „Due to many circumstances these are our new prices from Feb 2011 on…“ Leider habe ich versäumt zu fragen, was denn die vielen Umstände sind, die die Preise so deutlich teurer machen.

Unser Eindruck ist, dass viele der im LP genannten Hotels und auch Restaurants ihre Preise deutlich angezogen haben in den letzten Monaten. Weitere Beispiele: Ein Doppelzimmer im New Heaven in Bagan kostet 14 Dollar statt der im LP genannten 8USD. Im Pyay Star Restaurant in Pyay gibt es Gerichte für 3.000-4.000 Kyat statt der genannten 1.500.

Der LP sagt, dass man in der Nebensaison die Hotelpreise gut drücken kann. Das stimmt meist gar nicht. Obwohl manche Guesthouses kaum belegt waren, konnten wir ein 17 Dollar-Zimmer nicht mal auf 15 Dollar drücken. Da liess man uns lieber gehen.

Grundsätzlich ist Myanmar also teurer als wir dachten aber natürlich immer noch ein sehr günstiges Reiseland. Zum Glück hatten wir genügend Barmittel dabei. Andere Reisende, mit denen wir gesprochen haben, sind ähnlich überrascht ob der Preisentwicklung. Nehmt also genügend Geldpuffer mit wenn ihr in dieses wunderbare Land fahrt.

Letztendlich waren wir tatsächlich 28 Tage in Myanmar. Das Rückflugticket haben wir uns ein paar Tage vor Abflug online bei Airasia gebucht.

Für die 4 Wochen haben wir zu zweit, trotz der unerwartet höheren Preise, 1.200 USD ausgegeben. In der Summe enthalten sind die Übernachtungen in Doppelzimmern in Guesthouses/Hostels, Essen (zweimal täglich, meist eher günstigere Restaurants), Eintrittsgelder für die Sehenswürdigkeiten, Transport (Bus und Bahn), Sonstiges (keine Souvenirs, ein paar Postkarten, ein paar Zigarillos, Internet, Wäschewaschen).
Von den ausgegebenen 1200 USD haben wir knapp mehr als die Hälfte in Kyat ausgegeben.

Achso Internet ist ja auch noch so ein Thema. Also wer schon mal in Australien war ;), der wird sich über die Möglichkeiten ins Internet zu kommen, die Schnelligkeit der Verbindungen und die Preise sehr freuen.
Ich hatte es mir schlechter, langsamer und teurer vorgestellt (Preis pro Stunde: 400-600 Kyat).
In jedem Internetcafé, in dem wir waren, konnte man Facebook und gmx öffnen und wenn mans nicht selbst hinbekommen hat (gmx geht oft nur über https://www.gmx.net), dann hilft einem der Admin und zapft irgendwelche Server in der Schweiz an.

Und alles, was wir sonst noch erlebt haben, könnt ihr in der nächsten Zeit hier nachlesen:

http://www.traumweh.de/seite305.html

Viele Grüße, Susan
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simu

« Antwort #1 am: 09. Juli 2011, 08:33 »
danke für diese detaillierten Infos!!!
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dirtsA

« Antwort #2 am: 11. Juli 2011, 13:21 »
Interessant, zu hören, wie es sich so entwickelt... Ich war im März 2009 dort und habe damals schon die Preise als ziemlich teuer empfunden (bin mit dem Loose gereist) - und wenig / kein Verhandlungsrahmen auch in der Nebensaison.

Im New Heaven in Bagan waren wir auch  ;D Schöne Bungalows, oder? Wir haben damals genauso 14$ bezahlt, also wenn der LP 2009 erschienen ist, scheinen die eher schlecht recherchiert zu haben... Fand den Preis dafür allerdings gerechtfertigt, weil (zumindest bei uns) sogar Aircon dabei war und das Bad so top wie in einem (sehr) guten Hotel.

Aber im SOA-Verhältnis würde ich Myanmar eher als teuer einstufen. V.a. weil man nicht die gleichen Sparmöglichkeiten hat wie z.B. in Thailand. Dort in einem Local Bus zu überstehen, ist (meiner Meinung nach) easy und meistens immer noch komfortabel. In Myanmar willst du dir das nicht antun, weil die Luxusbusse schon fast auseinander fallen. Genauso Straßenküche: Sieht in Thailand meiner Meinung nach fast immer appetitlich und hygienisch aus, in Myanmar *naja*,... etc. ;)
Jedenfalls habe ich das 2009 so erlebt.
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Susu

« Antwort #3 am: 11. Juli 2011, 15:08 »
Hallo dirtsA,

hm, scheinbar waren wir in unterschiedlichen "New Heaven"-Bungalows in Bagan. :-)
Die 14 $ sind schon ok im Vergleich zu anderen Guesthouses in Myanmar aber das Bad war bei uns so mit das ranzigste der ganzen Reise, was u.a. daran lag, dass die Dusche immer schön auf die Holztür des Bades zielte und dadurch ganz wunderbar faulte. Aircon hatte das Zimmer aber auch. Man kann wohl Glück oder Pech haben.

Zum Thema Busfahren in Myanmar wird es demnächst noch eine "wunderbare" Abhandlung auf unserer Homepage geben. Gute Busse (ich würde sie aber auch nicht Luxusbusse nennen) gibt es mittlerweile aber die fahren scheinbar nur auf den Rennstrecken Mandalay-Yangon und Inle-Yangon.

Und ja, Straßenküche in Myanmar kann ganz doll gewöhnungsbedürftig sein. Ich musste ganz tief durchatmen, als Nudeln, Gemüse, Pulver, Gewürze und dies und das von der Koch-Mutti mit der bloßen Hand aus einem Topf geklaubt wurden auf einen Teller gepackt und das ganze dann der Tochter gegeben wurde, damit die das mit ihrer bloßen Hand ordentlich durchmischt.  Zwei bloße Hände in meinem Essen sind zwei Hände zu viel.

Ah, ich lass mir heute noch ein Thaicurry auf Ko Tao schmecken. Das hab ich mir verdient.

Susan
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Flynn

« Antwort #4 am: 12. Juli 2011, 17:05 »
Myanmar hat eben einen indischen Einfluss ;) Also wer schon in Indien war wird mit dem Essen der Straßenstände keine Problem haben. Ich fand Indien noch krasser - in Myanmar sind die Zutaten wenigstens in getrennten Behältern :P
Die Standard-Restaurants in Myanmar aber nicht viel besser als die Straßenstände (zumindest die lokalen die wir gesehen und besucht haben) - du siehst es halt nur nicht...
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