Thema: Sicherheit Nordmexiko  (Gelesen 2079 mal)

Anderle

« am: 03. Juli 2011, 01:21 »
Hallo Leute,


bin aktuell noch in Kalifornien und moechte Ende Juli von San Diego nach Tijuana reisen.
In den Medien hoert man im Zusammenhang mit Nordmexiko ja immer von Drogenkriegen. Da diese Gegend landschaftlich und von den Einwohnern her trotzdem super sein muss, moechte ich natuerlich ungern darauf verzichten. Ich habe in diesem Zusammenhang das Auswaertige Amt angeschrieben und eine Antwort der dt Botschaft in Mexiko bekommen: "In der Tat ist es so, dass es nach Kenntnis der Botschaft keine gezielten Uebergriffe auf auslaendische Toursiten gibt. Die so genannten Drogenkriege finden zwischen den Kartellen untereinander oder mit den mex. Sicherheitsbehoerden statt. Leider werden aber auch immer wieder Zivilpersonen Opfer dieser Auseinandersetzungen."
Mein Entschluss, nach Tijuana zu fahren und einen Teil des Nordens mitzunehmen steht deswegen jetzt.

Im Prinzip habe ich jetzt hier die Frage, ob es irgendwelche aktuellen Erfahrungen aus diesem Bereich gibt? Ist vor kurzem jemand aus diesem Forum in diese Gegend gekommen? Wenn ja, waere ich dankbar, aktuelle Tipps und Hinweise zur Sicherheitslage als Backpacker zu bekommen.
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smashbrother

« Antwort #1 am: 03. Juli 2011, 09:27 »
2 freunde von mir waren letztes jahr im sommer von san diego nach tijuana unterwegs und hatten absolut keine probleme! sie haben nur gesagt, dass die grenze doch schon ein erlebnis für sich ist!
außerdem reisen ja jährlich auch tausende amis dort über die grenze um feiern zu gehen
wünsch dir viel spaß!
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tetsi

« Antwort #2 am: 03. Juli 2011, 13:43 »
Ich war letztes Jahr in San Diego und bin für einen Tag über die Grenze - von den nervigen "komm hier in mein Taxi"-Leuten abgesehen hatten wir da auch keine Probleme. Wir sind aber auch nicht weit gekommen, da wir Abends zurück mussten :-)

cosmo7531

« Antwort #3 am: 25. August 2011, 12:11 »
Solange man sich auf den entsprechende Touri-Pfaden bewegt ist es eigentlich sicher. Wenn man sich aber in "fremdes" Terrain begibt hätte ich persönlich schon Schiss.
Ich war im Mai 2010 da, da wars natürlich noch nicht so am Eskalieren wie in den letzten Monaten. Warst du jetzt schon in Mexiko? Würd mich ja interessieren wie es war und was man von den Drogenkonflikten so mitbekommt.
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Anderle

« Antwort #4 am: 20. November 2011, 00:31 »
Erst mal sorry fuer meine spaete Antwort, hab das Thema hier voellig vergessen gehabt.

Ich war in Baja California unterwegs, hab die Kupferschlucht und Chihuahua auch noch mitgenommen. Tijuana war in meinen Augen ueberhaupt kein Problem, man sollte sich halt nachts am besten von den Gegenden nahe der Grenze fernhalten, an denen alle warten, die in die USA wollen. Ansonsten hab ich mich immer sicher gefuehlt.
Baja California war in meinen Augen total sicher - auch wenn in Cabo San Lucas vor einem Monat oder so ne Schiesserei in nem Einkaufszentrum war. Bin da auch nachts rumgelaufen und hatte nie Bedenken.
Kupferschlucht hab ich mit dem Zug erkundet, war wunderschoen und bis jetzt ein Highlight meines Trips. Hatte ich sicherheitstechnisch auch ueberhaupt keine Bedenken. In Chihuahua selbst wars in meinen Augen auch relativ sicher - ich denk mir immer, solang man nicht in die gefaehrlicheren Stadtteile geht, sich von Drogen fernhaelt und nachts nicht allein in dunklen Gassen unterwegs ist, ist auch Nordmexiko kein Problem.

Hab uebrigens auch 2 Leute getroffen, die in Ciudad Juarez waren, was allerdings zwecks hoher Militaer- und Polizeipraesenz bei ihnen ein mulmiges Gefuehl hervorruf. Aber da es da eh nichts besonderes zu sehen gibt, wuerd ich das Risiko auch nicht freiwillig eingehen wollen - die 2 genannten Personen waren da auch nur, weil sie von Texas ruber sind.

Also wer den Norden von Mexiko sehen will, dem wuerd ich auf jeden Fall empfehlen mit gesundem Menschenverstand dahin zu reisen. Spanischkenntnisse sind allerdings von Vorteil, da dort nicht viele andere Traveller unterwegs sind und viele Leute ausserhalb der Grenzstaedte eigentlich kein Englisch koennen.
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ramiho

« Antwort #5 am: 21. Juli 2013, 15:19 »
Hallo,

da ich vor meiner Reise nach Baja California auch Sicherheitsbedenken hatte, hier eine kleine Beruhigung für alle Baja-Reisenden nördlich der Baderegion am Cabo. Ich flog Ende Februar 2013 nach La Paz, von dort per Bus nach Loreto, später zu den Walen von Laguna San Ignacio, lief einige Tage von San Ignacio aus fasziniert durch die fantastische umliegende Wüstenlandschaftund strandete schließlich in Guerrero Negro, wo die ATMs aus unbekannten Gründen meine Visakarte nicht akzeptierten - trotz Deckung. Euros wollte man nicht annehmen - nördlich von Loreto ist Dollarland!! Dies nur als Warnung. Ich mußte meine letzten Pesos für den Nachtbus zurück nach Loreto ausgeben. Hinsichtlich Sicherheit hatte ich nur einen Moment lang Bedenken, als ich morgens um 3 in Loreto mit vollem Gepäck Geld am ATM zog und vor der Tür des Raums plötzlich 2 schmierige Gestalten standen. Tut man ja auch nicht, aber ich war total Pleite, hatte Hunger und wollte schnell weiter. Ging aber alles gut, die wollten nur bereits gestohlene Kreditkarten abräumen und grinsten mich freundlich an. Jedenfalls ist zumindest der südliche Teil der Baja nach meinem Empfinden weitestgehend sicher. Lästig sind die ständigen Militärkontrollen auf dem Weg nach Norden; in südliche Richtung wird lockerer gecheckt. Ansonsten: Nette Leute, stramme Preise im Vergleich zum restlichen Mexiko, saubere Unterkünfte. Ich spreche Spanisch, aber Englisch scheint überall verstanden zu werden. Man könnte fast meinen, die Leute fühlen sich schon fast als Teil der USA. Die Landschaft ist gigantisch, und Wander- und Wüstenfreunde werden ihr Paradies finden.

Grüße, Rami Ho

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