Thema: Was tun bei Thrombose?  (Gelesen 7358 mal)

MaLia

« am: 16. Juni 2011, 16:32 »
Hallo ihr Lieben,

...ich hab im Forum jetzt nichts zu dem Thema gefunden und vielleicht ist es ja für mehr Leute von Interesse.

Ich hab eine Thrombose-Neigung und bin deshalb etwas nervös, was die langen Flüge angeht. :-\
Klar, ich werde mich an alle gängigen Tipps halten (viel trinken, rumlaufen, Thrombose-Strümpfe usw), aber was mache ich wenn ich trotz allem eine Thrombose kriege?
Wie fühlt sich das überhaupt an? Also woher weiß ich überhaupt dass es eine ist? ???

Muss ich dann sofort zum Arzt oder kann das auch noch einen Tag warten?
Und was macht dann eigentlich der Arzt genau mit mir?

Hat schonmal jemand Heparin gespritzt und weiß wie schwer oder leicht es ist im Ausland an die Spritzen zu kommen?
Brauch ich da ein Rezept oder kann ich mir das einfach in der Apotheke holen?
Mein Arzt wußte das nicht und hat nur gemeint "das sollte kein Problem sein..."

Ihr seht - viele Fragen, die beantwortet werden wollen! ;)




0

Jens

« Antwort #1 am: 16. Juni 2011, 16:43 »
Hallo MiaLia,

leider habe ich keine Ahnung, da ich auch kein Arzt bin, auch wirst du hier in diesem Forum nicht die fachliche Antwort bekommen wenn es auch ein paar Mediziner gibt. Allerdings wüsste ich was ich machen würde, wenn meine Ärztin mir solche eine Auskunft geben würde:
Mein Arzt wußte das nicht und hat nur gemeint "das sollte kein Problem sein..."
Den Arzt wechseln! Du kannst ja mal beim netdoktor.de vorbei surfen....  :)
0

MaLia

« Antwort #2 am: 16. Juni 2011, 16:49 »
Das ist mir schon klar!  :)
Ich hatte jetzt auch mehr auf persönliche Erfahrungen von anderen Reisenden gehofft, als auf fachliche Antworten.

Gibt doch bestimmt ein paar Leute, die sowas schon erlebt haben...?
0

Bella

« Antwort #3 am: 16. Juni 2011, 18:03 »
Ich war mal dabei als meine Oma eine Thrombose bekommen hat und zwar im Bein. Sie hatte tierische Schmerzen und konnte auch nicht mehr weitergehen, sondern höchstens ein bisschen humpeln. Natürlich haben wir nicht an eine Thrombose gedacht, die hat dann der Arzt später festgestellt. Allerdings bin ich nicht sicher, ob Thrombosen immer schmerzhaft sind. Auf der anderen Seite wird es dir ja wenn überhaupt nur beim Fliegen (oder kurz danach) passieren, da würde ich dann einfach aufmerksam sein und wenn sich etwas komisch anfühlt, direkt zum Arzt gehen.

Einen Tag warten würde ich da bestimmt nicht, denn so eine Thrombose kann ja ganz schön gefährlich werden. Der Arzt spritzt dann einfach etwas und dann ist es ok (zumindest war das bei meiner Oma so  ;D).

An deiner Stelle würde ich mir aber auch keinen zu großen Kopf machen. Wenn du wirklich meinst, dass du zu Thrombosen neigst (wobei ich mich frage warum du das denkst, wenn du noch nie eine hattest  ;) ), frag doch mal einen Arzt, ob es sinnvoll ist, vorsorglich Aspirin zu nehmen o.Ä., da das ja blutverdünnend wirkt und somit Thrombosen vorbeugen kann. Allerdings solltest du das Aspirin dann wahrscheinlich nur für den Flug nehmen, hier gibt es nämlich auch einen Thread, aus dem ich gelernt habe, dass ASS (in Aspirin enthalten) in Südostasien eigentlich nichts zu suchen hat.. (wenn es dich interessiert, such mal nach "ASS").

Aber wie gesagt, mit den von dir genannten Maßnahmen (trinken, Strümpfe etc.) fährst du bestimmt gut und deine Sorgen sind unbegründet  :)
0

mimmi

« Antwort #4 am: 16. Juni 2011, 18:33 »
hej malia

eine fachliche antwort kann ich dir auch nicht geben, ich hatte zum glück auch noch nie eine thrombose. mein freund ist durch seine krampfadern prädestiniert für thrombosen, deshalb hat ihm die ärztin damals geraten, heparin zu spritzen. hat er dann gemacht und hatte auf dem flug von zürich nach auckland praktisch durchgehend nasenbluten, so dass er die spritzen wegschmiss und dann jeweils einfach viel getrunken und sich oft bewegt hat auf den anderen flügen. er hatte ein rezept dabei und hätte sich in neuseeland/australien weitere spritzen besorgen können. wies in asien oder anderen teilen der welt ist, weiss ich nicht.

das selbe gilt auch für lange busfahrten, wo du teilweise auf noch beengterem platz in fliegern sitzen musst, aber 4 stunden steigt schon das risiko.

ich hab mir auf dem flug nach neuseeland auch blutverdünner gespritzt, mein arzt hat mir aber nicht dazu geraten, er hat gemeint, strümpfe, bewegung und wasser reichen aus, wenn ich mich jedoch damit sicherer fühle, soll ichs machen.

wie sich das anfühlt, weiss ich auch nicht. von meiner arbeit im spital her weiss ich aber, dass es verschiedene symptome gibt, kann auch sein, dass dein bein anschwillt.

mein rat ist derselbe wie der von jens: geh zu einem anderen arzt und lass dich beraten.
0

AmyVega

« Antwort #5 am: 17. Juni 2011, 09:46 »
Hallo

Also, Du solltest dich am besten von Deinem Hausarzt beraten lassen. Nur DER kann und darf Dir sagen was Du tun kannst.


Bei mir ist es so, daß ich ein "Thrombose-Patient" bin. Das heißt ich hatte schon welche und neige deshalb auch dazu. Aus diesem Grund spritze ich mir bei jedem Langstreckenflug eine Heparinspritze. (beim Hin- und Rückflug)
Zusätzlich trage ich Thrombosestrümpfe, trinke viel, bewege mich regelmäßig und stehe öfters einmal auf und wandere (wenn es geht) umher.

Wie fühlt sich eine Thrombose an??
Also ich hatte einmal eine Lungenembolie.....da habe ich ganz schlecht Luft bekommen und meine Freundin hat mich gleich in einen Sanka verfrachtet und ab ins Krankenhaus.
Das nächste mal hatte ich eine Thrombose im Bein.........das hat auch sehr stark geschmerzt und ich habe gleich einmal Blutverdünner gespritzt bekommen, einen kräftigen Verband und viele Heparinspritzen, die ich dann 2 x täglich spritzen mußte und Salbe zum eincremen der Thrombosestelle.

Also wenn ich ehrlich bin, unterwegs möchte ich das nicht erleben müssen. Deshalb baue ich immer vor und spritze vor jedem Flug der länger als 4 Stunden dauert.
Ich habe einen guten Hausarzt der mich immer mit allem was ich brauche versorgt.
So einen solltest Du Dir auch suchen.
Dann brauchst Dir keine Sorgen mehr machen.


AmyVega
1

MaLia

« Antwort #6 am: 20. Juni 2011, 14:04 »
Vielen Dank für eure Antworten! :)

Ich glaub ich werde für die Flüge von und nach Asien auf ASS verzichten, da die Wirkung da ja auch noch 7 Tage anhält und das is mit Dengue und dergleichen nicht so cool. ;)
Werd dann da Heparin spritzen, is eh der erste Flug.

Bei den anderen Flügen kann ich dann Aspirin nehmen.

Es gibt ja auch Produkte gegen "schwere Beine" aus z.B. Roßkastanie usw. (Kann mich nur noch vage an so eine Werbung mit einer Kellnerin erinnern... :) ) die die Durchblutung der Beine fördern.

Glaubt ihr sowas hat zusätzlich einen positiven Effekt??
0

Skraal

« Antwort #7 am: 20. Juni 2011, 14:38 »
Wenn Du nicht ſchon eine Thromboſe hatteſt, oder eine andere Grunderkrankung, biſt Du höchſtwahrſcheinlich nicht thromboſegefährdet und brauchſt weder ASS noch Heparin.

Mach einfach das gleiche, das Du machſt, wenn Du Dich für acht Stunden ruhig ins Bett legſt um beſpielsweiſe zu ſchlafen, da beſteht nämlich auch ein Thromboſeriſiko.

Falls es dennoch dazu kommt, morgen früh zum Beiſpiel nach dem Aufſtehen:
Venöſe Beinvenenthromboſen (die häufigſten beim Reiſen) zeichnen ſich durch Schwellung, Erwärmung und Schmerzen unterhalb des Thrombus aus.
Bei arteriellen wird das Bein kalt und ſchmerzt, keine Schwellung.
Lungenembolien ziehen Atemnot mit ſich und
Herzinfarkte zeichnen ſich durch Schmerzen in Brust, linkem Arm oder Unterkiefer, Engegefühl in der Bruſt, Kurzatmigkeit und Unruhe aus.

Bei allen Thromboſen ſollteſt Du ſchnellſtmöglich einen Arzt aufſuchen, bei arteriellen ſofort.

Allergrößte Gefährdung bei Menſchen ohne Vorerkrankung iſt die Bewegunsarmut, alſo fleißig die Wadenmuſkulatur benutzen und keine Sorgen machen!
0

Bella

« Antwort #8 am: 20. Juni 2011, 21:39 »
Ich hab auch noch eine kurze Frage zum Thema: Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man Thrombose-Strümpfe in der Apotheke und vielleicht sogar bei dm kaufen kann. Jetzt sagte mir aber jemand, dass man die anpassen lassen muss? Stimmt das?  ??? Und was kosten solche Strümpfchen?
0

mimmi

« Antwort #9 am: 20. Juni 2011, 22:04 »
hej bella

das stimmt, du kannst dir beim orthopäden welche anpassen lassen, in der schweiz sind die ziemlich teuer (rund 200 schweizer franken das paar), wenn man die aus medizinischen gründen aber auch wirklich benötigt, wird das von der kasse bezahlt.
normale stützstrümpfe kannst du aber auch in der apotheke kaufen, oder die günstigeren varianten, in der schweiz z.b. in der migros oder in d im dm. je weniger du bezahlst, desto geringer ist wohl auch die stützende wirkung. allenfalls kannst du in orthopädiegeschäften auch noch welche kriegen.
hab letztens mal gehört, dass der wolfgang joop sogar stützstrümpfe designt hat, weiss nicht, was bei denen dann im vordergrund steht, design oder stützende wirkung?  ;)
0

AmyVega

« Antwort #10 am: 21. Juni 2011, 09:49 »
@ Bella
Ich habe von meinem Arzt ein Rezept für ATS Strümpfe bekommen aber man kann sich auch bei den Apotheken selber welche kaufen und die beraten auch bei der genauen Größe die man trgen sollte.
Von Joop  Strümpfen habe ich persönlich jetzt noch nichts gehört aber nichts ist unmöglich  ;D
Aber meistens trage ich lange Hosen und dann sieht keiner meine "Joop-Strümpfe" *grins

@MaLia
Das stimmt, da gibt es z. B. diese Rosskastanie aber vorher bitte ausprobieren......ich habe die auch ausprobiert und ich wusste nicht das ich dagegen allergisch bin und schwupps dachte ich mir fallen die Beine ab. Die ganzen Venen haben gebrannt wie Feuer und mein Arzt mußte mich 1 Woche krank schreiben.
Also, alles vorher zu Hause ausprobieren.

AmyVega
0

Bella

« Antwort #11 am: 22. Juni 2011, 20:42 »
Na dann versuche ich mal mein Glück in der Apotheke. Danke für die Antworten  :)
0

A-n-n-i-e

« Antwort #12 am: 12. August 2011, 13:55 »
Möchte mich ebenfalls für die interessanten Infos hier im Thread bedanken.

Seitdem ich ebenfalls mal dabei war wie eine Mitreisense eine Thrombose
bekommen hat, wollte ich auch mehr darüber wissen und muss zugeben
dass ich nun auf jeden Fall mehr Respekt davor habe als vorher.

Man sollte mit diesem Thema wirklich nicht spaßen.
Werde mir die Tipps hier auf jeden Fall merken und vor dem nächsten
längeren Flug auch mal mit meinem Hausarzt darüber sprechen.

LG
0

Tags: heparin thrombose