Thema: Wie sag ich's meinem Chef ...  (Gelesen 10521 mal)

MiCo

« am: 15. März 2011, 11:28 »
Hallo zusammen,

langsam wird es ernst und ich muss Ende März kündigen, um Ende September loszuziehen auf die große Reise.
Es ist wirklich nicht einfach, alles hinter sich zu lassen: Freunde, Hobby, Wohnung, Job und so viele Erinnerungen, die man mit einem Ort verbindet, in dem man zehn Jahre gelebt hat ... wohlwissend, dass man hierher aller Voraussicht nach, nicht wieder zurückkehren wird.

Was mich momentan umtreibt ist, dass ich nicht genau weiß, wie ich meiner Chefin das mit der Reise verklickern soll. Und ich habe nicht mehr viel Zeit, denn ich möchte nicht unbedingt erst am 31.03. mit ihr sprechen.
Die Chance auf eine "Auszeit" von meinem Job, also unbezahlten Urlaub, sehe ich als gegen Null gehend an. Und ich glaube, das möchte ich auch gar nicht. Obwohl mir mein Job sehr, sehr viel Freude macht und ich gern in der Branche arbeite, in der das Unternehmen tätig ist. Aber es wäre schon schön, sich eine "Tür" offen zu halten, um evtl. nach der Rückkehr nochmals anklopfen zu können und - sei es auch freiberuflich - um an einigen Projekten mitzuarbeiten. Es sei denn, ich habe nach der Reise noch Lust darauf.

Grundsätzlich glaube ich, dass aktuell niemand damit rechnet, dass ich kündige.

Jetzt aber wieder zurück zur Eingangsfrage: Wie habt Ihr Euren Chefs gesagt, dass Ihr kündigen möchtet, um auf eine Weltreise zu gehen? Welche Begründungen habt Ihr genannt und wie kam das an?

Über ein paar Tipps würde ich mich freuen,
MiCo
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Xenia

« Antwort #1 am: 15. März 2011, 11:55 »
Hey MiCo

Also ich finde eine Kündigung, weil man auf Weltreise geht, ist doch viel einfacher als alle anderen Kündigungen. Man muss niemandem sagen, dass man Kündigt, weil es einem nicht gefällt oder weil man lieber beim Konkurrenten arbeitet ;)
Da wird doch neimand sauer sein, eher neidisch und wenn sie nett sind, dann freuen sie sich einfach für dich mit.

Also nimm es einfach in den Angriff. Das packst du schon und ich bin sicher, es wird nur halb so schlimm sein, wie du gedacht hast.

Grüsse
Xenia
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cielo

« Antwort #2 am: 15. März 2011, 14:21 »
war bei mir genauso. erst totalen bammel gehabt und dann waren sie neidisch und haben sich für mich gefreut :). und gemeint, ich kann danach wiederkommen ;).

ich hab um einen termin gebeten, meine beiden chefs zusammengetrommelt und erklärt dass ich eine auszeit brauche um meinen traum zu verwirklichen. sie wollten am liebsten mitkommen :D.

viel erfolg! und schiebs nicht zulange hinaus, das belastet einen nur zu sehr.
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CPT_CHAOS

« Antwort #3 am: 15. März 2011, 14:41 »
Bei mir wars auch viel besser gelaufen als ich dachte, hatte auch erst Bammel davor und dachte die fallen aus allen Wolken, aber die Chefs habens verstanden, auch wenn sie nicht glücklich waren. Mein Tip (so hab ichs gemacht): Spiel mit offenen Karten, rede nicht um den Brei herum, erkläre ihnen dass dies ein grosser Traum ist, ein Sache die du einfach in deinem Leben machen willst und dass du das Gefühl hast dass jetzt der richtige (und vielleicht letzte) Zeitpunkt ist es durchzuziehen. Sag Ihnen dass es nicht am Job liegt aber dass du es einfach machen musst und dass du hoffst dass sie Verständnis dafür haben.

Und wenn sie dann trotzdem sauer auf dich sind: Ihr Problem. Du hast dir nichts vorzuwerfen. Die Kündigungsfrist ist ja echt lange genug...
Mensch es ist DEIN Leben und deine Glücksseligkeit - sollen sie doch zur Hölle fahren wenn sie das nicht verstehen ;)

Aber aus meiner eigenen Erfahrung haben die Menschen (wahrscheinlich auch deine Chefs) für so einen Schritt  mehr Verständnis als du jetzt vielleicht denkst (Ich glaube es liegt daran dass die meisten Menschen insgeheim doch auch davon träumen mal alles hinter sich zu lassen)

Aber Bammel hin oder her, und auch egal wie's läuft: Es ist ein unglaublich befreiendes Gefühl trotz der Sorgen seinen Weg zu gehen und du wirst danach mächtig stolz auf dich sein.

Und wenn du dich im Guten trennst und sie dich als Mitarbeiter schätzen stehen die Chancen auch nicht sooo schlecht dass sie dich wieder nehmen wenn du zurückkommst und bei Ihnen anklopfst...


P.S. Leute kommen und gehen, das ist unsere heutige Wirtschaftswelt, die Arbeitgeber haben da oft auch keine Skrupel, also mach dir nicht zu sehr ein schlechtes Gewissen deswegen!
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MiCo

« Antwort #4 am: 15. März 2011, 17:55 »
Vielen Dank für Eure aufmunternden Worte ... und auch für die Erfahrungsberichte.
Ich werde die Sache wohl nächste Woche in Angriff nehmen und kann ja dann mal berichten, wie es gelaufen ist.

Danke,
MiCo
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marica

« Antwort #5 am: 16. März 2011, 11:41 »
ich fühle mit dir, MiCo.  ;)
Bei mir steht heute die Kündigung an. Wenn auch nicht wegen dem Reisestart, das kommt später, sondern wegen einer beruflichen Neuorientierung. Was aber etwa die selbe Ausgangslage ist ...  :-\ An und für sich nichts Schlimmes, so eine Kündigung, aber ich bibber schon ein bisschen. Ist einfach unangenehm, gerade auch weil ich nicht so recht abschätzen kann wie die Reaktion ist.
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Bobsch

« Antwort #6 am: 16. März 2011, 12:44 »
ich fühle mit dir, MiCo.  ;)
Bei mir steht heute die Kündigung an. Wenn auch nicht wegen dem Reisestart, das kommt später, sondern wegen einer beruflichen Neuorientierung. Was aber etwa die selbe Ausgangslage ist ...  :-\ An und für sich nichts Schlimmes, so eine Kündigung, aber ich bibber schon ein bisschen. Ist einfach unangenehm, gerade auch weil ich nicht so recht abschätzen kann wie die Reaktion ist.

Toi toi toi... Ich drück dir die Daumen :)
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MiCo

« Antwort #7 am: 16. März 2011, 14:07 »
Liebe marica,

ich drücke Dir die Daumen! Du kannst ja später mal erzählen, wie die Kündigung aufgenommen wurde!

Grüße
MiCo
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marica

« Antwort #8 am: 17. März 2011, 09:15 »
Es ist gesagt!  ;D

Und gleich vorweg: Das Schwierigste ist, sich überhaupt zum Gespräch durchzuringen. Als wir dann am Tisch sassen, gab ich gleich im ersten Satz durch, was Sache ist. Und dann hab ich ausgeholt, erklärt. Es hat sich ein sehr lockeres, unverkrampftes Gespräch entwickelt. Er war interssiert, sagte, er könne sich gut vorstellen, dass mir diese Tätigkeit entspricht. Es war durchwegs positiv, und das Verständnis war da. Er hat gemeint, er verstehe das und wenn ich das Reissen verspüre, etwas Neues anzufangen, dann soll ich es machen, sonst werde ich es später nur bereuen. War also ganz easy alles.  8)

Ich ging gestern so erleichtert nach Hause, mir ist das schon etwas auf dem Magen gelegen. Und als es dann raus war und sogar gut ging, hat sich gleich einiges an Anspannung gelöst, und ich fühlte mich echt befreit! Endlich ist es offiziell.  :D

Also nur Mut MiCo!
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MiCo

« Antwort #9 am: 17. März 2011, 09:29 »
Super!

Das freut mich sehr für Dich. Und dass Du total erleichtert bist, kann ich gut und gerne glauben.

Ich glaube, es ist wirklich so, dass die Überwindung, es anzusprechen, das Schwierigste an der ganzen Sache ist.


MiCo
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Renegade

« Antwort #10 am: 17. März 2011, 11:42 »
Hi Zusammen,

ich hatte auch vor 2 Wochen das Vergnügen und kann es jedem nur raten es so schnell wie möglich zu machen. Konnte auch gar nicht einschätzen wie er es finden wird. Zunächst war er auch geschockt aber im Laufe des Gesprächs hat er mehr und mehr positives daran gefunden und sogar gesagt ich soll ihm aus jedem Land eine Karte schicken und das ich jederzeit wiederkommen kann. Das ist doch mal was! Und es befreit und steigert die Vorfreude ungemein!

Also, A...backen zusammen kneifen und los,

es kommt sowieso meisten anders als man denkt:)

Gruß R.
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MiCo

« Antwort #11 am: 23. März 2011, 22:00 »
Ich hab's getan!

Jippieh! Ich habe heute meiner Chefin von meinen Plänen erzählt und mitgeteilt, dass ich zu Ende September kündigen werde. Das Gespräch war ganz nett, sie meinte zwar, dass ich verrückt sei und sie es schade findet, dass ich gehe, aber sie wünscht mir alles Gute und konnte verstehen, dass wenn man einen Traum hat, man diesen auch umsetzen möchte.

Ich habe dann gleich auch meine direkten Kollegen informiert, die ziemlich überrascht waren. Aber ich habe wirklich von ALLEN Seiten aufmunternde Worte bekommen und solche Sätze gehört wie: Man soll seine Träume verwirklichen. Ich habe dies damals nicht gemacht und habe jetzt keine Gelegenheit mehr dazu.

Ich bin jetzt wirklich erleichtert und freue mich, dass ich den nächsten Schritt in Richtung große Reise getan habe.

MiCo
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marica

« Antwort #12 am: 24. März 2011, 08:18 »
glückwunsch MiCo! tolles gefühl, nicht? :)
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perner123

« Antwort #13 am: 24. März 2011, 10:18 »
hey,

hab am anfang auch überlegt, wie ich das machen soll.
habe mit meinem vorgesetzten geredet, ob eine möglichkeit der freistellung etc. besteht und ihm erklärt, was ich machen will.
der war weniger begeistert und sehr überrascht und meinte, dass er das nicht entscheiden kann. dann gab es ein weiteres gespräch mit dessen vorgesetzten mit dem ziemlich gleichen ergebnis.
also: noch eine stufe höher, damit es wer entscheiden kann. dort bin ich gott sei dank auf verständnis gestoßen und man hat sich auch "gefreut", dass ich mich schon lange vor meinem geplanten start erkundige (8 monate).
wir haben uns geeinigt, dass der dienstvertrag einvernehmlich aufgelöst wird und ein vertrag bzgl. wiedereinstellung 1 jahr später gemacht wird. denn beide seiten wollen wieder zusammenarbeiten :-)
zusatz: ich muss einen blog schreiben :-)
positiv für mich: nach der rückkehr sofort wieder einen job
positiv für die firma: genug zeit zum planen bzw. ersatz suchen/schulen und danach wieder einen mitarbeiter den man kennt und der auch das unternehmen kennt.
sozusagen eine win-win-situation ;-)

diese lösung ist natürlich nichts alltägliches und daher weiß ich das auch sehr zu schätzen!

lg
stefan
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Kroc

« Antwort #14 am: 19. Mai 2011, 19:22 »
Hi zusammen,

bei mir steht das gleiche an, und zwar Ende Juni. Ich habe 3 Monate zum Quartal Kündigungsfrist, d.h. ich wäre ab Ende September weg.

MiCo, als ich Deinen ersten Beitrag gelesen habe, dachte ich "das bin ich". Du sprichst mir da aus der Seele.
Ich habe auch einen Job, in dem ich wirklich zufrieden bin und eine gute Perspektive habe, und der es mir noch schwerer macht, diesen Schritt zu gehen.
Das größte Problem, das ich in meinem Fall für die Akzeptanz/das Verständnis sehe ist, dass ich weiss was für ein großes Loch meine Kündigung reissen wird. Wir sind ein kleines Team und ich bin auf meinem Teilgebiet ein Hauptwissensträger, und wir kämpfen sowieso tagtäglich um jeder Ressource...
Von daher könnte ich mir vorstellen, dass trotz persönlichem Verständnis meines Chefs die Tatsache, dass ich es trotz der Gesamtsituation durchziehe, eher nachteilig für einen Wiedereinstieg hinterher sein wird.

Habt ihr mit sowas Erfahrung?

Vielleicht bin ich da auch zu loyal, aber meine Chefs haben wirklich viel für mich getan, mich immer unterstützt und gefördert, und darum habe ich jetzt schon ein schlechtes Gewissen...obwohl ich überzeugt bin, dass ich es machen will...
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