Thema: 8 Wochen für das südliche Südamerika - Was tun?  (Gelesen 2721 mal)

Sebastian81

« am: 24. Januar 2011, 14:52 »
Hallo,

meine Reise steht inzwischen zu 80%. Nur bei Südamerika bin ich mir noch sehr unsicher, da ich da was Klima, Strecken und Sehenswürdigkeit angeht noch so gar kein Gefühl habe. Klar werde ich die auch noch in die Detailplanung einsteigen, aber erstmal würde ich gerne ein Gefühl bekommen, ob es überhaupt Sinn macht in diesem Zeitraum überhaupt Sinn macht oder eine Alternative auszuarbeiten. Hier erstmal meine Route:

Mitte Aug. - Mitte Sep. (4 Wochen): Japan
Mitte Sep. - Ende Sep. (2 Wochen): Hong Kong
Anfang Okt. - Anfang Jan. (14 Wochen): Südost-Asien (Laos / Kambodscha / Malaysia / Singapur sind gesetzt, in Thailand war ich schon zweimal, daher werde ich da wohl nicht lang bleiben. Meint ihr Vietnam passt da noch gut rein oder sollte ich mich da lieber auf den Süden beschränken?)
Anfang Jan. - Ende Feb. (8 Wochen): Australien
Anfang Mrz. - Mitte Apr. (7 Wochen): Neuseeland
Mitte April - Ende April (3 Wochen): Südsee
Anfang Mai - Ende Jun. (7 Wochen): Von Santiago nach Iguazu...Rio...Buenos Aires...???
Anfang Juli - Ende Juli (4 Wochen): Peru
Ende Juli - Mitte August (3 Wochen): Ecuador

Anfang Mai bis Ende Juni ist natürlich nicht die optimale Reisezeit für die Ecke, daher frage ich mich, ob es überhaupt Sinn macht sich in dieser Zeit  zwischen Chile und Brasilien zu bewegen. Daher würde ich mich freuen, wenn ihr ein paar Anregungen hab. Alternativ könnte ich mich ja dirkt weiter in den Norden begeben und die Route z.B. um Bolivien, die Osterinseln oder Galapagos erweitern.

Freue mich auf den Input der Südamerike-Experten.

LG,
Sebastian

karoshi

« Antwort #1 am: 24. Januar 2011, 17:22 »
Hallo Sebastian,

wenn Du gerade vorher in Neuseeland warst, dann wird Dir Patagonien (zumal im Winter) vielleicht nicht mehr so viel Neues bieten. Es würde sich aus meiner Sicht anbieten, sich weiter nördlich zu halten. Das würde Dir mehr Zeit in den kulturell interessanten Andenstaaten verschaffen. 4 Wochen Peru und 3 Wochen Ecuador sind nämlich nicht so üppig. Aber wenn Du 7 Wochen mehr hast, dann kannst Du diese Länder ohne Zeitdruck sehen und außerdem noch die von Dir genannten zusätzlichen Ziele einbauen (die sich alle lohnen).

LG, Karoshi
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Sebastian81

« Antwort #2 am: 25. Januar 2011, 00:15 »
Hi karoshi,

Danke für dein Feedback.
Meine größte Frage jetzt: Wie lässt sich Bolivien am besten in die Route einbauen? Kann ich von Chile (von Santiago ist die Strecke schon ganz schön weit, oder?) oder Peru über Land einreisen? Oder macht es mehr Sinn mit lokalen Flügen hinzukommen?

Auf die Galapagos Inseln komme ich nur aus Ecuador, oder?

Dank und Gruß,
Sebastian

karoshi

« Antwort #3 am: 25. Januar 2011, 08:29 »
Hi Sebastian,

es gibt 4 Haupt-Landrouten, auf denen Du nach Bolivien kommen kannst.

  • Über Argentinien: Ab Santiago erst mal über die Anden nach Mendoza, dann über Salta nach Tupiza. Von dort kann man die Uyuni-Tour starten.
  • Über den Salar de Uyuni: Bus nach Calama und weiter nach San Pedro de Atacama. Dann mit einer Uyuni-Tour nach Bolivien rein. Das ist zwar der reizvollste Weg, aber auch der brutalste: Die Uyuni-Touren gehen auf Höhen bis 5400m, und den Punkt erreichst Du am Tag 1, wenn Du in San Pedro anfängst.
  • Von Arica aus (evtl. über den Lauca-Nationalpark) nach La Paz.
  • Über Peru: Von Santiago aus mit dem Bus nach Arica, dann über Arequipa zum Titicacasee und weiter nach La Paz.

Bei der ersten und letzten Option wirst Du die wenigsten Probleme mit der Höhenkrankheit haben. Persönlich würde ich mich für die Argentinien-Variante entscheiden, denn dann musst Du später kein Backtracking machen, um nach Peru zu kommen. Ist halt günstiger, wenn Du von Süden ins Land kommst und nicht von Westen.

Lange Busfahrten sind übrigens in Südamerika (besonders Chile/Argentinien/Brasilien) kein Problem, solange es nicht auf kleinere Nebenstraßen geht. Auf den Hauptstrecken fahren excellente Luxusbusse.

Zu Galapagos: Ja, ist nur von Ecuador (Quito oder Guayaquil) aus zu erreichen.

LG, Karoshi
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Sebastian81

« Antwort #4 am: 25. Januar 2011, 20:18 »
Hallo karoshi,

Danke für den tollen Input. Auch wenn das erst meine letzten Etappen auf der Reise sein werden (also erst in 1 1/2 Jahren), würde ich mich jetzt am liebsten in Arica oder so in den Bus setzen. :-)

Da ich die Osterinseln ohnehin sehen möchte, werde ich wohl um Backtracking in irgendeiner Form nicht rum kommen. Entweder ich fliege von Santiago über die Inseln nach Lima und mache mich dann von da auf den Weg nach Bolivien oder ich reise über Land von Chile nach Lima und muss dann Osterinseln hin und zurück fliegen.

Die drei entscheidenden Fragen sind dann wohl:
1. Ist das nördliche Chile reizvoll (das würde ich ja bei der ersten Variante nicht sehen)
2. Wie würde ich am günstigsten aus dem südlichen Bolivien nach Quito kommen (bei der ersten Variante)
3. Was würden mich Hin- und Rückflug zu den Osterinseln kosten, wenn ich sie nicht im RTW habe (zweite Variante)?

Falls hierzu jemand Rat weiß, immer her damit. :-)

Dank und Gruß,
Sebastian

karoshi

« Antwort #5 am: 26. Januar 2011, 08:51 »
Da ich die Osterinseln ohnehin sehen möchte, werde ich wohl um Backtracking in irgendeiner Form nicht rum kommen. Entweder ich fliege von Santiago über die Inseln nach Lima und mache mich dann von da auf den Weg nach Bolivien oder ich reise über Land von Chile nach Lima und muss dann Osterinseln hin und zurück fliegen.
Du kannst auch Südsee (Tahiti) - Osterinsel - Santiago fliegen.

1. Ist das nördliche Chile reizvoll (das würde ich ja bei der ersten Variante nicht sehen)
Besteht überwiegend aus Wüste und Hochgebirge. Ist beeindruckend, aber ähnliche Landschaften finden sich auch in Peru und Bolivien. Kulturell gibt die Gegend nicht so viel her. Baden kann man zwar (um Arica herum), aber das Wasser ist kalt und nach der Südsee sicher kein Highlight. Einzigartig sind allerdings die großen Observatorien um La Silla (wenn Du die Chance bekommst, sie von innen zu sehen).

2. Wie würde ich am günstigsten aus dem südlichen Bolivien nach Quito kommen (bei der ersten Variante)
Letztlich läuft es immer darauf hinaus, dass Du von La Paz aus mit dem Bus zum Titicacasee fährst und Dich dann durch Peru nach Ecuador bewegst.

3. Was würden mich Hin- und Rückflug zu den Osterinseln kosten, wenn ich sie nicht im RTW habe (zweite Variante)?
Wenn Du kein Sonderangebot kriegst, sind das ca. 800-900 Euro. Innerhalb des RTW-Tickets wäre natürlich ideal. Mit dem oneworld Explorer könntest Du sowohl die Osterinsel als auch Galapagos anfliegen, müsstest dann allerdings in der Südsee entweder nach Neukaledonien (einziges Qantas-Ziel im Südpazifik) oder die Flüge auf andere Inselgruppen zukaufen. Mit dem oneworld Global Explorer kannst Du über Tahiti fliegen. Solltest Du nicht beide Ziele im RTW-Ticket unterbringen können, würde ich Galapagos separat kaufen, der Flug ist deutlich günstiger.

LG, Karoshi
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cielo

« Antwort #6 am: 29. Januar 2011, 19:52 »
vielen dank karoshi für die tipps. vor der frage wie nach bolivien steh ich in ca. einem monat auch.

ich hatte eigentlich vor über san pedro de atacama nach bolivien zu reisen (mit der uyuni-tour). aber du rätst ja eher davon ab wegen der höhenkrankheit. nur wie krieg ich die wüste eingebaut wenn ich über tupiza einreise (ich wollte vorher unbeidngt noch in den norden von argentinien)? dann muss ich ja auf gleichem wege wieder zurück oder sehr weit in den norden von chile und dann einiges an backtracking in bolivien, hm?
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karoshi

« Antwort #7 am: 30. Januar 2011, 11:13 »
Von welcher Wüste sprichst Du? Von der Sandwüste in Chile und dem Salar de Atacama, oder vom Salar de Uyuni?

Falls Du den Salar de Uyuni meinst, kannst Du die Tour oneway von Tupiza nach Uyuni machen. Viele empfehlen das, weil dann das Highlight (Salar) am letzten Tag kommt. Das ist bei den Touren ab San Pedro auch so, aber nicht wenn man in Uyuni startet.

Du kannst natürlich die Uyuni-Tour auch von San Pedro aus machen, wenn Du Dich vorher an die Höhe gewöhnst. Das ist aber nicht so einfach, weil San Pedro nur auf gut 2400 Meter liegt. Die Tour zum Geysirfeld "Sol de Manana" geht ziemlich hoch rauf, wenn Du die machst, merkst Du schon, ob Du Probleme kriegst. (Eine Garantie ist es aber nicht.)
Das blöde ist: wenn Du am ersten Tag Probleme kriegst, hast Du keine Möglichkeit, schnell in tiefere Regionen abzusteigen. Und ärztliche Versorgung ist auch nicht zu erwarten, denn Du bist dann "right in the middle of nowhere". Eigentlich ist es unverantwortlich, die Touren in dieser Richtung überhaupt anzubieten. Aber das Wort "unverantwortlich" ist in Bolivien unbekannt, wenn jemand einen wirtschaftlichen Vorteil sieht. (Das wirst Du in den Minen von Potosí auch noch erleben.)

LG, Karoshi
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cielo

« Antwort #8 am: 30. Januar 2011, 17:55 »
danke karoshi. und sorry für die unklarheit, ich meinte die atacama-wüste.

ich würde von salta einreisen nach tupiza (wie du ja auch empfiehlst), dann die uyuni-tour machen, dann die atacama-wüste. wie würdest du weiterreisen um in chile nicht allzu weit nördlich zu kommen (also in bolivien nicht so viel backtracking zu haben)? welchen grenzübergang und welche orte in chile? ich hoffe, das war jetzt etwas klarer. ich wollte in bolivien z.b. auch nach potosi, müsste also dann wieder ein ganzes stück zurück :(.
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karoshi

« Antwort #9 am: 30. Januar 2011, 18:31 »
Die Touren von Tupiza enden in Uyuni. Wenn Du in San Pedro de Atacama rauskommen willst, solltest Du in Uyuni starten.
Später kannst Du den Bus von Arica nach La Paz nehmen. Das ist kein größerer Zeitverlust, denn aufgrund der Straßenverhältnisse dauert die Strecke Uyuni-Potosí genauso lang wie die Strecke La Paz-Potosí (und auf der Strecke sind die Busse viel besser).
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Xenia

« Antwort #10 am: 01. Februar 2011, 08:56 »
Ich bin da gerade ganz interessiert am mitlesen. Hätte nicht gedacht, dass diese Route (Atacama und Uyuni) so viele "Problem" mit sich bringen kann. Werde mir das dann auch noch mal so richtig anschauen müssen, bevor es so weit ist.

Einzigartig sind allerdings die großen Observatorien um La Silla (wenn Du die Chance bekommst, sie von innen zu sehen).

Ich selber möchte eben auch sehr gerne die Observatorien anschauen gehen. Wie schwer ist es denn da reinzukommen Karoshi? Hast du da Erfahrung?



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karoshi

« Antwort #11 am: 01. Februar 2011, 09:49 »
In die ganz großen Observatorien kommst Du nur tagsüber, und auch nur an festgelegten Tagen (normalerweise Samstags, teilweise nur der 1. Samstag im Monat). Man muss sich vorher registrieren lassen.

Es gibt ein kleineres Observatorium, Cerro Mamalluca, das für touristische bzw. edukative Zwecke gebaut wurde. Dort finden Nachtführungen statt, die naturgemäß stark von chilenischen Gruppen (Schulklassen etc.) genutzt werden. Wir haben bei der Adminstration in Vicuña (Calle Gabriela Mistral, westlich der Plaza) kurzfristig Restplätze bekommen, aber dann ist die Führung ausgefallen, weil wir einen der 5 Tage im Jahr erwischt hatten, an denen der Himmel bedeckt war. :'(

Bei allen Observatorien ist die Anreise mit öffentlichen Transportmitteln schwierig bis unmöglich. Plane also Geld für ein Taxi ein.

Vicuña ist auch sonst ein guter Ort, um Sterne zu sehen: es gibt dort mehrere Pisco-Destillerien, u.a. die größte, Capel.

Noch ein Link dazu: http://www.suite101.com/content/chile-vicua-observatory-of-cerro-mamalluca-a93103

LG, Karoshi
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Xenia

« Antwort #12 am: 01. Februar 2011, 09:58 »
Super! Vielen Dank für die ausführliche Info  :)
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cielo

« Antwort #13 am: 02. Februar 2011, 00:20 »
vielen dank karoshi. du meinst also folgende route (die groben eckpunkte):

salta - uyuni - san pedro - arica - la paz - oruro - potosi - und über sucre zurück? und dann würde ich noch von la paz aus eine dschungeltour starten. hab ich einen wichtigen schlenker vergessen? hab mich mit bolivien noch nicht so dolle befasst ;). nächstes land wäre dann peru.

wäre diese route denn höhentechnisch gut machbar?
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karoshi

« Antwort #14 am: 02. Februar 2011, 07:03 »
Ja, genau so meinte ich das.
(Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass Dir die Atacamawüste wichtig ist. Falls Du Dich doch dagegen entscheiden solltest, wäre eine Route wie Salta - Tupiza - Salar de Uyuni - Uyuni - Potosí - Sucre - La Paz irgendwie naheliegender.)

Von der Höhe her solltest Du bei dieser Strecke keine Probleme kriegen, weil Du Dich langsam dran gewöhnen kannst.

LG, Karoshi
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Tags: südamerika chile