Thema: Reality-Check, Erfahrung ist gefragt  (Gelesen 1020 mal)

Schleichkatze

« am: 05. Januar 2011, 16:13 »
Hallo miteinander,


nach bummlig einem Jahr "Prüfzeit/Reifezeit" steht für mich nun fest, dass ich die Welt etwas ausgiebiger bereisen möchte. Auf der Suche nach einer geeigneten Strecke, bin ich auf die Selbsterkenntnis gestoßen, dass ich so ein großes Vorhaben und dessen Planung nur schwer einschätzen kann. Mir fehlt einfach die Erfahrung für so eine große Reise. Daher dachte ich, wende ich mich mal an ein paar erfahrenere Leute, in der Hoffnung auf ein paar hilfreiche Tipps, sowie vielleicht auch einen Reality-Check der mich auch mal wieder auf den Boden der Tatsachen holen soll (während der Planung kann man sich ja doch ganz schon verlieren und in Vorstellungen hineinsteigern...).

Ich denke mal, für die Realisierung spielt das liebe Geld keine unerhebliche Rolle :D Mein Ziel ist es, mir 10.000 EUR anzusparen, plus (etwas) Ausrüstung und Papierkram und so. Da ich recht flexibel bin, auch gerne Dinge auf mich zu kommen lasse, genügsam bin und prinzipiell erstmal an allem interessiert bin, dachte ich, lasse ich lieber das Geld entscheiden, wohin und für wie lange meine Reise gehen soll.

Meine erste Idee ist folgende:
Es soll in Südamerika los gehen. Von Argentinien (Buenos Aires) soll es über Chile (Santiago) nach Peru (Lima) bis nach Ecuador (Quito) gehen. Vornehmlich alles via surface Strecken. Die Hauptstädte sollen mir auf der Reise so als Zwischenstopps dienen. Dann soll es von Mexiko (Mexiko-Stadt) in die USA gehen (Los Angeles, San Francisco, Seattle) und dann durch Kanada (Vancouver) hoch nach Alaska. Von Quito nach Mexiko-Stadt würde ich fliegen wollen, den Rest würde ich gerne wieder via surface Strecke zurück legen wollen.

Mein Ziel dieser Reise wäre es, Menschen, Kulturen, Natur kennenzulernen und dann wollte ich schon immer mal nach Machu Picchu und Alaska. Dauer der Reise soll dann ein Jahr werden. Ich bin mir auch bewusst, dass 10.000 EUR ziemlich knapp sind.
Deshalb schätze ich diese Option auch als recht unrealistisch ein.

Meine nächste Idee wäre diese:
Mit der Transsibirischen Eisenbahn durch Russland, die Mongolei bis nach China (Peking - Shanghai), über Singapur weiter nach Australien (Perth - Sydney) und Neuseeland. Natürlich mit dem Flugzeug :D Dann würde ich mir ganz gerne noch Polynesien anschauen - diesbezüglich bin ich momentan dabei mir ein paar Informationen zusammenzutragen.

Für diese Reise dachte ich an eine Dauer von 7.5 Monate und mein Ziel wäre es neben oben genanntes (Menschen, Kulturen, Natur) noch, dass ich sehr gerne einmal quer durch Neuseeland reisen möchte, also einmal von der Südspitze bis hoch in den Norden. Was die Kosten anginge kann ich es wirklich nicht einschätzen. Australien und Neuseeland halte ich schon für Kostenfresser, Singapur ist sicherlich ähnlich. Allerdings wäre die Reise insgesamt auch kürzer.

Ach so, losgehen würde es in fast genau drei Jahren. Start der Reise plane ich für März 2014.

Was meint ihr dazu?
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karoshi

« Antwort #1 am: 08. Januar 2011, 13:03 »
Hallo Schleichkatze,

Deine Vorstellungen, was realisierbar ist und was nicht, sind doch schon ziemlich realistisch. €10.000 für ein Jahr in Amerika ist nicht üppig, besonders wenn teure Länder wie die USA und Kanada einen nicht unerheblichen Teil der Reise ausmachen. Es bestünde natürlich die Möglichkeit, auch diese Reise etwas kürzer zu machen, dann würde die Sache schon wieder anders aussehen.

Die zweite Variante (Transsib-Asien-Ozeanien) sollte mit einem Budget von 10.000 ganz gut machbar sein. Wobei sich in 3 Jahren ja noch viel ändern kann, vielleicht hast Du sogar mehr Geld zur Verfügung. Außerdem kannst Du unter Umständen in Australien oder NZ noch Work&Travel einbauen.
Finanziell würdest Du Dich leichter tun, wenn Du nicht auf Polynesien bestehst, sondern statt dessen Melanesien (z.B. Fidschi, Vanuatu) in Betracht ziehst (günstig von Australien aus zu erreichen, außerdem geringere Lebenshaltungskosten).

Das nur mal als erste Einschätzung.

LG, Karoshi
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Neytiri

« Antwort #2 am: 08. Januar 2011, 13:13 »
In drei Jahren solls losgehen?! Lass doch noch mal zwei Jahre vergehen und fang dann an ;-) Reicht völlig. Dann lacht auch dein Konto etwas mehr. Ich halte es grundsätzlich für übersteigerten Ergeiz und es hat immer irgendwie den Beigeschmack von Träumerei für mich, wenn Leute in drei, fünf, acht Jahre auf Weltreise gehen wollen aber schon genau wissen, wie sie ihren Rasierer verpacken.

Leutchen, erst wenn die Kohle am Start ist, dann lohnt es sich darüber Gedanken zu machen. Somit liegst du mit der Idee, die Entscheidung wo´s hingehen soll, eher von den Finanzen abhängig zu machen, goldrichtig. Ich habe Leute kennengelernt, die zwei Jahre eine Weltreise geplant haben, bereits Unsummen für Ausrüstung und Tickets bezahlt haben und zwei Wochen vor der "absoluten Lebensentscheidung" den "ersten richtigen und einzigartigen" Lebenspartner kennenlernten. Und schon war all die Zeit und Kohle für den Arsch. Schade für die entgangenen Reisen. Deshalb rate ich stets dazu in Monaten zu planen, höchstens ein Jahr, aber nie in JAHREN.

Viel Erfolg!!
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jess

« Antwort #3 am: 09. Januar 2011, 10:58 »
Hej Schleichkatze !!!

Ich muss Neytiri widersprechen. Sparen ist ganz schön hart und da braucht man jegliche Motivation die man kriegen kann und was kann da motivierender sein als Reisevorbereitungen. Also lies und plane und ändere alles und lese nochmal und plane aufs Neue.
Du wirst sicher in 3 Jahren Deine Route noch mindestens 10 mal wieder umstellen und ändern und schliesslich kommt dann
"Deine Route" raus, die genau zu Dir und Deinem Budget passt.
Und sparen kann ja nie verkehrt sein und solltest Du in 3 Jahren 10.000 Euro auf dem Konto haben, aber plötzlich nicht mehr reisen wollen, findet sich sicherlich Verwendung fuer das Geld  ;D

Wuensche Dir viel Spass mit Deiner Planung !!!

jess
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Nausikaa

« Antwort #4 am: 09. Januar 2011, 14:51 »
Ich schließe mich Jess an!! Kein Mensch weiß, was morgen sein wird, und schon gar nicht in ein paar Jahren, aber warum sollte uns das vom Planen oder gar vom Träumen abhalten? Mal davon abgesehen halte ich es sowieso für utopisch, das Ganze gedanklich auf Eis legen zu wollen, sobald man mal den Entschluss gefasst hat und anfängt zu sparen.
Einen frühen Reality Check finde ich sogar sinnvoll, damit die Idee nicht wirklich zu einem Luftschloss wird, das dann zwei Monate vorher zerplatzt. Je mehr Du über die Länder weißt, in die Du vielleicht reisen möchtest, desto besser kannst Du am Ende entscheiden, wo Du wirklich hin willst, wie Du das am besten kombinierst und was Du Dir für spätere Reisen aufheben möchtest. Und Du hast noch genug Zeit, um vor der Reise Spanisch oder ein bisschen Russisch oder Chinesisch zu lernen. :)
Und wenn Du dann in drei Jahren doch lieber was anderes mit dem Geld anfangen möchtest, war die investierte Zeit meiner  Meinung nach überhaupt nicht "für'n Arsch", denn Du hast ja nicht nur viel über die Länder dieser Welt gelernt, sondern hattest dabei auch noch jede Menge Spaß! :)

Jetzt noch zur eigentlichen Frage: Ich kann mich nur zur ersten Route äußern, und die kommt mir auch etwas zu teuer vor. Deswegen würde ich auch eine Kürzung vorschlagen, so reizvoll die Route auch ist. Kalifornien z. B. kann ganz schön ins Geld gehen, lässt sich aber meines Erachtens auch sehr gut auf eine spätere Reise verschieben, weil Du problemlos hinkommst und in zwei Wochen schon sehr viel sehen kannst. Über die Lebenshaltungskosten in Alaska weiß ich leider nichts.
Eine Möglichkeit wäre, in aller Ruhe Süd- und Mittelamerika zu bereisen und dann in Kanada Work & Travel zu machen. Die USA könntest Du auf später verschieben. Der nächste große Sommerurlaub geht dann z. B. nach Alaska. Oder doch lieber nach Neuseeland? :)   

Viel Spaß beim Träumen! :)

Nausikaa
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