Thema: Serra dos Órgãos - Südbrasilien  (Gelesen 725 mal)

cielo

« am: 18. Juli 2010, 19:27 »
Letztens bin ich zufällig (die täglich wechselten Bilder bei Bing können sehr inspirierend sein :D) über die Serra dos Órgãos gestolpert. Das liegt 50-80 km nord-westlich von Rio de Janeiro. Infos hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Serra_dos_%C3%93rg%C3%A3os
http://www.brasilienportal.ch/reisen/nationalparks-in-brasilien/uebersicht-nationalparks/2189-serra-dos-orgaos.html
http://www.brasilien.de/ReiseService/reiseangebote/rio/sehenswuerdigkeit/serrasorgaos.asp
http://www.summitpost.org/image/90665/br-116-road-put-you-in-front.html (The highway BR-116 to Teresópolis)

Getting There by bus:
From Rio de Janeiro
To Petrópolis : Viação Unifac Company ; 20/20 min everyday ; US$ 5.
To Teresópolis : Viação Teresópolis ; 30/30 min everyday ; US$ 6 .
To Nova Friburgo : Autoviação 1001 ; 30/30 min everyday ; US$ 6,50.

und: "... die klassische 30 km lange „Travessía“ von Petrópolis  nach Teresópolis. Sie führt quer durch die Serra dos Órgãos. Die Begehung muss allerdings mit der Verwaltung des Nationalparks abgestimmt werden, da dieser Weg für das normale Publikum geschlossen ist." (wikipedia) (http://www4.icmbio.gov.br/parnaso/index.php?id_menu=75  leider nur auf portugiesisch, 3 Tage soll der Wanderweg dauern und nur mit Guide machbar)

Klingt ja schon mal sehr interessant und war mir vorher nicht bekannt. Was bedeuten könnte, dass es nicht so überlaufen ist wie andere Nationalparks.
War von euch schon jemand dort? ist es ein Besuch wert? Wenn ja: wieviel Zeit sollte man einplanen?
 
Ansonsten probier ich das einfach mal aus und berichte hier dann wie's war. In knapp 4 Monaten werde ich in Rio landen *juchhu*. Und das wäre dann gleich mein nächster Weg bevor es an der Küste weiter geht. Deswegen wollte ich hier mal horchen ob der Umweg lohnt. Aber ich denke schon.

edit: fast alle Webseiten, die ich finde sind auf portugiesisch. Sieht tatsächlich so aus als sei der Park und Wanderweg für internationale Reisende eher ein Geheimtipp? Naja und natürlich nicht so spektuakulär wie Perito Morena, Torres del Paine & Co. Aber für den Start sicher ein guter Einstieg :). Und auch gar nicht so unanspruchsvoll Wenn man die 3 Tagestour macht legt man schon am 1. Tag 1000 Höhenmeter hinter sich.
Da ich eh nicht nur die klassischen Ziele abhaken will, werde ich wohl tatsächlich einfach mal hinfahren (nach Petropolis, dem "Haupteingang" zum Nationalpark) und dort mal schauen wie es weiter geht :). Ich hoffe, ich kann mich auch ohne Portugiesischkenntnisse durchschlagen ;).
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farmerjohn1

« Antwort #1 am: 20. Juli 2010, 13:55 »
Cielo, erkundige dich vorOrt nochmal genauer, auch in einem guten Hotel in Rio und beim Touristenbuero. Geh in Rio erst mal zum Strand, trinke verschiedene Fruchtsaefte, frisch gepresten Zuckerrohrsaft und Cocos-Milch, nimm dir ein registriertes Taxi fuer  1 Tag und lass dich zum Botanischen Garten, zum Corcovado und zu den diversen Straenden und Strandpromenadenrestaurants kutschieren, iss abends in einem der Strandpromenadenrestaurants Hummer und Fisch, trinke einen Miolho (bras. Wein), ein Bier (Skol, Brahma, Kayser) oder in sicherer Umgebung eine Caipirinha, um dann besser zu schlafen (vorsicht, letzteres geht sofort ins Blut). Akklimatisiere dich erst mal ein paar Tage in Rio selbst, das und seine Kustenformation sind die Hauptattraktion.  Vielleicht kann man auch mit Seilbahn auf den Zuckerhut, ab 5:30h frueh trifft man an den Straenden Jogger. Es gibt an der  Lagoa von Rio einen deutschen Club, geh mal da eine Apfelschorle trinken und frag die Leute da, die wohnen da und wissen, wo man zum WE hingehen kann und wo lieber nicht, und die kennen auch unsere Wanderausflugsmentalitaet.  
Um Rio herum liegt ein etwa 80km dicker Guertel mit Slums, mehr oder weniger gefaehrlich. Wenn da ein Wanderweg (30km sind ja mehrere Tagestouren) geschlossen ist, dann wahrscheinlich nicht wegen der schlechten Wege, sondern wegen Ueberfallgefahr. Petropolis und Teresopolis sind alles Staedtegruendungen, die mit dem Aufenthalt des brasilianischen Kaisers (etwa 1810 bis 1860) zusammenhaengen, und die wegen ihrer neoklassizistischen und Barock- Bauten (v.a. Kirchen) im Volksmund so etwas wie Wallfahrtstatus geniessen - v.a. weil die portugiesischen Barockbauten sich von den unverputzten Lochziegel-Huetten mit verrostetem Wellblech und Plastik abheben und im Gegensatz zu den Villen in bewachten Wohnparks oeffentlich zugaenglich sind. Fast die gesamte Kueste Brasiliens ist geologisch nach einem aehnlichen Schema gestaltet: in Sichtweite von den Straenden erhebt sich ein Gebrigszug, der zu einem huegeligen und bergigen Plateau fuehrt, dessen Basis 300-600m ueber NN liegt. Aehnliches wie in der Serra dos Orgaos gibt es auch im Hinterland von Paraty oder anderen Strandorten, ich wuerde einen Wanderausflug lieber in eine Gegend verlegen, wo keine Grossstadt in der Naehe ist, das gilt auch fuer SP und andere grosse Staedte.
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cielo

« Antwort #2 am: 20. Juli 2010, 14:06 »
vielen dank für die infos zu rio. ja, so in etwa hab ich mir das vorgestellt, wollt da schon knapp ne woche bleiben. sollte ja passen, ne?

bei meiner recherche hatte ich eigentlich nicht das gefühl, dass die gegend um petropolis und teresopolis verslumt ist. dass man einer genehmigung für den wanderweg benötigt hängt wohl damit zusammen, dass dies eben ein nationalpark mit normalen öffnungszeiten ist. aber er wird ja regelmäßig bewandert. nur eben vorrangig von portugiesen. und man soll ihn ja mit guide laufen (aber wohl weniger weil er gefährlich ist, sondern anspruchsvoll und vielleicht nicht so gut "ausgeschildert"?). alleine würd ich eh nicht laufen wollen. ist übrigens keine tagestour, sondern eine 3-tagestour. wegen der höhenmeter.

ich werd mich in rio natürlich nochmal umhören. ansonsten seh ich ja noch genug berge. wäre also auch nicht so dramatisch ;).
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farmerjohn1

« Antwort #3 am: 20. Juli 2010, 14:59 »
Eines der auffaelligsten Merkmale von Suedamerika ist, dass  Glanz und Elend oft direkt nebeneinander liegen. Wenn es heisst, irgendwo sei die 'Creme de la Creme' und dort ein paar Villen, Luxusapartements und teure Hotels sind, heisst das nicht, dass nicht 10m daneben Elendshuetten stehen... 
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