Thema: Job: Reiseleiter vs. geregeltes Leben  (Gelesen 5068 mal)

Odysseus

« am: 07. Mai 2010, 15:11 »
Hallo Weltreise-Community,

zunächst ein großes Lob an diese Seite! Wirklich erstklassige Informationen!

Ich bin neu hier und stehe gerade vor einem ernsten Problem, bei dem ich euch gerne um Rat fragen würde. Es ist für mich nämlich sehr schwierig, objektive Meinungen zum Thema zu bekommen, da mein kompletter Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis in einem bestimmten Muster festgefahren Ansichten vertritt, die kaum Raum für andere Gedanken lassen.

Aber zunächst zu meiner Situation. Ich bin 24 Jahre alt, habe bereits erfolgreich studiert und habe im Anschluss das letzte halbe Jahr eine Backpackerreise unternommen. Aktuell bewohne ich wieder kostenlos bei meinen Eltern ein Zimmer und außer ein paar unumgänglichen Versicherungen habe ich auch ansonsten keine laufenden Kosten (kein Handy, kein Auto, keine Mitgliedschaften).

Bedingt durch viele Gründe (auch aber nicht ausschließlich die Reise) bin ich zu der Auffassung gekommen, dass  ich für mich weder den 70-Stunden-plus-Bürojob mit hohem Gehalt und auch nicht das „normale“, geregelte Leben (Übertreibung: eigenes Haus, mit 30 Jahren heiraten, geregeltes Einkommen, dickes Auto, 2 Kinder) möchte. Ganz im Gegenteil würde ich gerne so schnell  wie möglich wieder eine längere Backpackerreisen unternehmen. Daher kam mir der Gedanke, in der Sommersaison mein Geld als Reiseleiter zu verdienen um damit die nächste Tour zu finanzieren.

Dazu möchte ich zunächst sagen, dass mir klar ist, dass der Job des Reiseleiters kein „Traumberuf“ mit Cocktails schlürfen unter Palmen etc. ist. Es ist mir bewusst, dass die Reiseführung keine Rolle spielt und es im Wesentlichen um Bustransfers vom/zum Flughafen, Ausflugsverkauf, Reklamations- und Beschwerdemanagement, Umbuchungen (und andere administrative Aufgaben) geht. Dazu findet sich reichlich Material im Netz. Ob mir der Job dann tatsächlich liegen würde, würde sich natürlich auch erst in der Saison zeigen. Wenn ich es allerdings jetzt nicht ausprobiere, werde ich mich mein Leben lang fragen: „Was wäre gewesen,  wenn…“. Abhängig davon, ob mir der Job Spaß machen, von den Konditionen her alles passen und mir ein Vertrag für die Wintersaison angeboten würde, könnte ich mich immer noch für die Wintersaison oder das Reisen entscheiden. Zumindest wüsste ich dann Bescheid.

Persönlich denke ich einfach, es wird immer möglich sein, irgendwann noch bodenständig zu werden. Andersherum wird es sicherlich mit den ganzen Verpflichtungen nicht einfacher, mal eben so für 6 Monate nach Südostasien zu fliegen.

Nun ist es aber natürlich auch so, dass mir bedingt durch Studium und weitere Engagements andere berufliche Perspektiven offen stehen. Wie oben bereits angedeutet, kann auch mein komplettes Umfeld nicht verstehen, dass ein Akademiker mit dem Gedanken spielt, kein richtiges „Zuhause“ zu haben und als Reiseleiter zu arbeiten, um dann wieder reisen zu gehen.

Ich denke, von einer aufgeschlossenen Weltreise-Community wird man objektive und begründete Ansichten anstelle der Schallplatten zu hören bzw. zu lesen bekommen. Deshalb freue ich mich auf eure Ansichten, egal ob pro oder contra.

Liebe Grüße

Odysseus
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Einmalrundum

« Antwort #1 am: 07. Mai 2010, 15:23 »
Also ich hab auch mal studiert, man glaubt es kaum. Mittlerweile bin ich auf einmal doch schon 38 geworden, ups. Ich denke es ist nach dem studium besser wenn du dich mal für eine Zeit einarbeitest und erfahrungen sammelst, es ist auch eine möglichkeit etwas zu verdienen und zu sparen. Das hab ich auch gemacht. Ich hab jetzt den Job gekündigt und gehe im August für ein Jahr auf reisen. Wenn ich zurückmme weiss ich nicht genau was ich mache, aber ich muss dann irgendwie wieder was verdienen. Aujedenfall hab ich nun shon Arbeitserfahrung in meinem Bereich und ich kenn ein paar leute wo ich mich nach meiner reise wieder melden kann.
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Horitamus

« Antwort #2 am: 07. Mai 2010, 16:59 »
Ich persönlich denke auch, dass es vielleicht besser wäre, in dem Beruf Geld zu verdienen, für den du dein Studium absolviert hast. Das hat für mich mehrere Gründe:

1. Du wirst wahrscheinlich mehr Geld verdienen als ein Reiseleiter und hast somit schneller das nötige Geld für die Reise zusammen.

2. Du kannst erste Kontakte in der Arbeitswelt knüpfen, was dir einen evtl. Wiedereinstieg nach der Reise erleichtern könnte.

3. Da du ja schreibst, dass man irgendwann ja immernoch bodenständig werden kann. Da geb ich dir Recht, aber ich denke, dass es immer   schwieriger werden könnte, einen Beruf in deinem Fachbereich zu finden, wenn du vorher die ganze Zeit als Reiseleiter gearbeitet hast und in der Weltgeschichte rumgetingelt bist. Das könnte bei einem Personalchef ein wenig den Eindruck eines träumenden "Hans-guck-in-die-Luft" erwecken.

Ich bin zur Zeit selbst noch im Studium, würde aber später gerne in meinem Beruf (Lehrer) arbeiten, um Geld für evtl. Reisen zu verdienen, da ich solche Probleme sehe. Ob die alle realistisch sind, kann ich dir nicht sagen, aber ich denke, sie sind wenigstens eine Überlegung Wert. Aber hier gibt es ja auch ein paar "alte Hasen" auf dem Arbeitsmarkt, die bestimmt gute Anregungen geben können.

Gruß
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Skraal

« Antwort #3 am: 08. Mai 2010, 08:39 »
Persönlich denke ich einfach, es wird immer möglich sein, irgendwann noch bodenständig zu werden. Andersherum wird es sicherlich mit den ganzen Verpflichtungen nicht einfacher, mal eben so für 6 Monate nach Südostasien zu fliegen.

Amen!
Alle anderen Argubmente ſind Ergebnis einer Erziehung zu einem übertriebenen Sicherheitsbedürfnis.

Für mich iſt es völlig unverſtändlich, wie man auch nur mit dem Gedanken ſpielen kann, mehr als 35 Stunden die Woche zu arbeiten. Völliger Irrſinn.
Kleine Anekdote aus meinem Berufsalltag, die ich ſchon oft in ähnlicher Form erlebt habe:
Ein älterer Herr, 66 Jahre alt, wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Es ſtellt ſich heraus, daß er eine Niereninſuffizienz hat, und ab jetzt extrem auf ſeine Trinkmenge achten muß und in einem Jahr dreimal die Woche dialyſiert werden muß.
Zu mir ſagt er: „Wiſſen Sie, ich hab' mein Leben lang gearbeitet, war nie krank und habe mich immer auf den Ruheſtand gefreut, da wollte ich mein Leben noch genießen.“
(Nicht daß kranke Menſchen ihr Leben nicht genießen können, aber der kann nichtmehr einfach 6 Monate nach Aſien.)

Je mehr Berufserfahrung Du ſammelſt, deſto mehr ketteſt Du Dich an ein eigenes Haus, geregeltes Einkommen und 1,7 Kinder. Und gerade als Mann haſt Du ja mit letzterem auch keinen Zeitdruck.

Alſo zeig den Spießern den Stinkefinger und mach' Dich auf!
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Carola

« Antwort #4 am: 08. Mai 2010, 08:50 »
Ich seh dein Problem nicht so wirklich. Du bist jung, hast eine abgeschlossene Berufsausbildung und möchtest jetzt ins Ausland. Und nicht mal "nur" reisen, sondern sogar arbeiten. Reiseleiter ist zudem noch ein Job, durch den du später in vielen Bereichen profitieren kannst, weil deine Sozialkompetenz auf eine harte Probe gestellt wird.

Hast du schon eine Idee, wo du genau arbeiten möchtest bzw. ein konkretes Angebot?

Setzt deinen Plan jetzt in die Tat um, so einfach geht es nie wieder! Wenn es dir nicht taugt, kannst du immer noch zurück, du hast ja nicht viel aufgegeben.

Und das Beispiel von Skraal nicht vergessen!

Grüße
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Toby

« Antwort #5 am: 09. Mai 2010, 12:15 »
Hallo Odysseus

Mich beschäftigt nach meinen 8 Monaten Reisen genau die gleiche Frage... Rein vom persönlichen Befinden her würd ich am liebsten als Reiseberater arbeiten (bei einigen Reisebüros in der Schweiz kannst du bis zu 4 Monate im Jahr zusätzlichen unbezahlten Urlaub nehmen, und du kannst den ganzen Tag nur übers Reisen quatschen) oder auch einen der verlockenden Jobs im Ausland annehmen (bevor du Bustransfers durchführst, schau dir mal die Jobangebote auf www.intrepidsuntrek.com an - da siehst du wenigstens ständig wieder neue Gegenden).

Nach langem abwiegen hab ich mich jetzt für einen "Mittelweg" entschieden: Erst mal wieder im angestammten Beruf Fuss fassen und ein bis zwei Jahre arbeiten - ich verdien da einfach markant besser als im Reisebüro oder gar als Tourguide, und ein bisschen was will ich nebst Reisefinanzierung trotz allem auch noch zur Seite bringen. Jaja ich weiss, für den einen oder andern mag das zu spiesserisch sein, aber ich will das Leben eben jetzt UND im Alter geniessen können.

Eine sehr gute Lösung bieten meines Erachtens Temporärjobs oder die gezielte Jobsuche in befristeten Projekten. Sind anständig bis teilweise sehr gut bezahlt, und es juckt keinen wenn du zwischendurch immer mal wieder "Lücken" im CV hast - die wollen dich ja eh nur für eine gewisse Zeit verpflichten. Nebst besserem Verdienst ist hier vor allem die Berufserfahrung und damit verbunden die Chance auf immer "bessere" Jobs in deinem erlernten Beruf, die sich später finanziell auswirken wird. Eine Möglichkeit ist übrigens, vor der Abreise sein Dossier mit ungefährem Rückreisedatum bei einem guten Personalvermittler zu hinterlegen - der sucht bereits einen Job für dich, während du noch unbeschwert deine Reise geniessen kannst.

Gruss, und viel Glück bei der Entscheidungsfindung
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steelydan

« Antwort #6 am: 10. Mai 2010, 10:11 »
Hallo zusammen,

generell gilt: Hier ist eine Menge Richtiges gesagt worden, dem ist wenig hinzuzufügen. Ich persönlich würde auch dazu tendieren, in dem Beruf zu arbeiten, den ich gelernt bzw. studiert habe, und zwar u.a. aus folgendem Grund: Die Zeitgenossen, die man auf Gruppenreisen zu betüddeln hat, sind nicht gerade die, die wir unterwegs sonst so kennen lernen.

Mit anderen Worten: die sind oft so angenehm im Umgang wie ein Flohzirkus. Natürlich kann man mit den Leuten auch Glück haben, aber unter dem Strich ist der Eindruck, dass man einen Kindergarten zu managen hat, mit Sicherheit ziemlich wahrscheinlich. Ganz gleich, welche Art von Reise man denn jetzt leitet. Und mit solchen Typen wie dem, der schon am Anfang der Tour zum Reiseleiter geht und ihm sagt, er werde den Veranstalter auf jeden Fall wegen irgendwas verklagen, um einen Teil der Reisekosten wieder rauszuholen, und der Reiseleiter möge das doch bitte nicht persönlich nehmen, würde ich nun wirklich nichts zu tun haben wollen. Na klar können die einem in jedem anderen Beruf auch begegnen, aber da verdient man dann (in aller Regel) mehr – und außerdem soll das Reisen doch etwas Besonderes bleiben und nicht zum grauen und oft nervtötenden Alltag werden, oder?

Steely
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Odysseus

« Antwort #7 am: 10. Mai 2010, 11:04 »
Zunächst möchte ich mich für eure Antworten bedanken!

Einige machen ja Mut  ;), aber auch die anderen Ansichten sind willkommen, geht es schließlich um eine objektive Betrachtung. Ich hoffe, es nimmt mir niemand übel, wenn ich ein paar Aussagen kommentiere um meine Überlegungen klarer darzustellen.

Sicherlich sind Berufserfahrung und Kontakte hilfreich bzw. nötig, um in den "normalen" Beruf (wieder) hineinzukommen. Auch wenn ich es nicht erwähnt habe, sind mir die Aspekte bewusst. Es ist mir klar, dass ich mit der Entscheidung für den Reiseleiterjob andere Optionen definitiv ausschließe. Dennoch wird auch ein Hotelmanager irgendwann mal im Zimmerservice oder an der Bar Erfahrungen gesammelt haben. Ich meine damit, Möglichkeiten (irgend)einen "normalen" Beruf auszuüben, wird es immer und ausreichend geben.

Auch über das Alter denke ich nach. Wie Skraal richtig aufzeigt, besteht die Gefahr, im Alter evt. eben nicht mehr reisen zu können. Daher werde ich (auch als Reiseleiter) meine Altersvorsorge für ein gemütliches Leben in Deutschland natürlich nicht vernachlässigen. ;)

Zitat
Du wirst wahrscheinlich mehr Geld verdienen als ein Reiseleiter und hast somit schneller das nötige Geld für die Reise zusammen.

Da ich mir eine Wohnung und/oder ein Auto anschaffen müsste, definitiv wieder ein Handy bräuchte, weitere Anzüge, etc. zu besorgen wären, Kosten für Internetzugang und weitere Nebenkosten anfallen würden und auch die Lebenshaltungskosten in den meißten größeren Städten höher liegen als in meinem Dörflein, bezweifele ich genau das. Ich behaupte sogar rein rechnerisch, als Reiseleiter nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bei freier An-/Abreise, freier Unterkunft, freier Verpflegung, gestelltem Fahrzeug und vom Arbeitgeber getragener Auslandskrankenversicherung am Ende mehr übrig zu haben als bei einem "normalen" Beruf. "Mehr verdienen" ist nicht unbedingt mit netto "mehr haben" gleichzusetzen genauso wenig wie unter dem Strich und unter Berücksichtigung der individuellen Ausgaben "mehr verdienen" nicht mit "mehr sparen" gleichzusetzen ist.  ;)

Dazu kommt weiter, dass sich genau diese Anschaffungen wie z.B. Wohnung, Auto, Handy, etc. nachher für das Reisen als nachteilig erweisen.

Zitat
Die Zeitgenossen, die man auf Gruppenreisen zu betüddeln hat, sind nicht gerade die, die wir unterwegs sonst so kennen lernen.

Auch das ist mir bewusst. Es ist halt ein Job und kein Urlaub. Deshalb würde es für mich auch nicht als reisen laufen (zumal ich ja als Reiseleiter stationär beschäftigt wäre) sondern als arbeiten im Ausland. Die Reise käme im Anschluss.  ;) Aber deiner Schilderung entnehme ich, dass du bereits Erfahrungen in diesem Job gesammelt hast? Dann würde ich dich gerne mal per PN kontaktieren.

Zitat
Hast du schon eine Idee, wo du genau arbeiten möchtest bzw. ein konkretes Angebot?

Ja, ich habe mich online bei fünf Reiseveranstaltern beworben und mir liegen zur Zeit vier Angebote vor. Einen Favoriten gibt es auch. Die Entscheidung für oder gegen den Job bzw. für welchen Arbeitgeber steht diese Woche an. Einzelheiten gerne per PN.

Auch wenn ich nicht auf jeden Beitrag einzeln eingegangen bin, nochmals vielen Dank für eure Antworten, Ideen, Links, etc.

Ich freue mich auf weitere Beiträge!

LG

Odysseus

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Jens

« Antwort #8 am: 10. Mai 2010, 13:29 »
Zitat
Du wirst wahrscheinlich mehr Geld verdienen als ein Reiseleiter und hast somit schneller das nötige Geld für die Reise zusammen.

Da ich mir eine Wohnung und/oder ein Auto anschaffen müsste, definitiv wieder ein Handy bräuchte, weitere Anzüge, etc. zu besorgen wären, Kosten für Internetzugang und weitere Nebenkosten anfallen würden und auch die Lebenshaltungskosten in den meißten größeren Städten höher liegen als in meinem Dörflein, bezweifele ich genau das. Ich behaupte sogar rein rechnerisch, als Reiseleiter nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bei freier An-/Abreise, freier Unterkunft, freier Verpflegung, gestelltem Fahrzeug und vom Arbeitgeber getragener Auslandskrankenversicherung am Ende mehr übrig zu haben als bei einem "normalen" Beruf. "Mehr verdienen" ist nicht unbedingt mit netto "mehr haben" gleichzusetzen genauso wenig wie unter dem Strich und unter Berücksichtigung der individuellen Ausgaben "mehr verdienen" nicht mit "mehr sparen" gleichzusetzen ist.  ;)

Da magst du recht haben, aber dein Brutto ist auch höher und somit zahlst du auch mehr in die Rente mit ein.  8)
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steelydan

« Antwort #9 am: 10. Mai 2010, 14:39 »

Hallo Odysseus,

falsch vermutet: Ich habe keine Berufserfahrung als Reiseleiter, aber in insgesamt ca. 45 Monaten in Asien und Südamerika bekommt man so einiges mit, als leitender Redakteur eines Reisemagazins ebenfalls.

Fazit: Dass ich mir mein Studium und meine frühen Reisen als Altenpfleger, Erdnussstapler oder Fahrradverkäufer verdient habe und nie und nimmer auf die Idee gekommen wäre, als Reiseleiter zu arbeiten, muss wohl irgendworan liegen. Altenpflege (habe ich insgesamt acht Jahre lang gemacht) ist auch nicht gerade angenehm, verlangt teilweise ein ziemliches Fingerspitzengefühl und ganz sicher die Fähigkeit, mit Menschen umzugehen, ist mir aber allemal lieber als die Reisegruppenteilnehmer, die ich unterwegs kennenlernen musste. Ich kann Dir gar nicht sagen, wer mir unsympathischer ist: Der Amüsierpöbel, der sich für einen Appel und ein Ei zehn Tage lang in Lloret del Mar (oder was weiß ich wo) auf das Übelste abschießt, oder die Bonzen, die für knapp drei Wochen Papua Neuguinea 7000 Euro (oder noch viel mehr) hinblättern und sich benehmen, dass ich das hier nicht in Worte fassen möchte.

Klar, Reiseleiter heißt nicht reisen, sondern im Ausland arbeiten – aber gibt es nicht andere Möglichkeiten, in fremden Ländern seine Brötchen zu verdienen? Es gibt mit Sicherheit interessantere und angenehmere Jobs als Reiseleitung.

Wie gesagt: Das ist meine persönliche, vollkommen subjektive Meinung; andere mögen das ganz anders sehen. Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Glück und alles Gute!

Steely
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Jens

« Antwort #10 am: 10. Mai 2010, 15:27 »
Mir fällt da noch was ein, ich hätte mal bei einer kleinen Firma in Johannesburg als Guide für ein oder zwei Overlandtouren anheuern können. Leider bekam ich damals kein Urlaub/Frei  :-\ , aber ich denke, dass sowas doch viel besser ist! du kannst reisen, die Leute die eine Overlandtour machen sind nicht so spießig (wahrscheinlich außer Routeltours, da es eine ältere Generation ist  ::) ??? ::) ??? ) und oft kannst du sogar kostenlos die extra activities mit machen, da du sie ja deinen Reisegästen wärmstens anbieten, oder als Guid mitkommen sollst.
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cielo

« Antwort #11 am: 14. Mai 2010, 15:47 »
ich hatte das auch mal überlegt, aber mich dagegen entschieden. aus den schon genannten gründen. mir wäre die kundschaft nix und die aufgaben selber auch nichts. also irgendwelche teuren ausflüge andrehen, mich mit reklamationen rumärgern usw. und dann sitzt man meist in irgendeinem urlaubsnest, wo nix geht außer touris, fest.

wenn dann am ehesten noch bergführer, fahrradguide, oder sowas wie jens vorgeschlagen hat. oder bei einem "besseren" veranstalter. also sowas wie marco polo und wie sie nicht alle heißen. die studienreisenveranstalter. dann musst du dich aber in einer region besonders gut auskennen um den leuten was zu erzählen. wahrscheinlich arbeiten die aber auch auf selbstständigenbasis wie die stadtführer hierzulande.  ich hab auch mal von einem pärchen gelesen, dass im sommer über touren (ich glaub bergtouren, klettertouren, vielleicht auch fahrradtouren) in süddeutschland anbietet (auf selbstständigenbasis), dabei viel sparen und dann den rest des jahres verreisen, auch eine möglichkeit. aber nicht so ein job als reiseleiter. überleg dir das gut. bringt ja nix wenn man monatelang über seinen job gefrustet ist, nur um möglichst unabhängig zu sein.

zurück in den erlernten beruf kommt man auch schwerer als du denkst wenn du danach zielstrebig etwas anderes gemacht hast. denn dann musst du immer erklären warum. und das wird schwerer umso älter du wirst. die personalchefs heute wollen leider einen zielstrebigen lebenslauf. wenn du dazwischen ganz offensichtlich lieber etwas anderes machen wolltest, wissen sie, dass dir der beruf nicht so wichtig sein kann.
d.h. nicht, dass du dich jetzt an den erlernten beruf binden musst, wenn du das nicht möchtest. du musst halt nur immer davon ausgehen, dass es vielleicht nichts mehr wird, oder gegen ein schlechteres gehalt.
sprich: wenn dir das reisen im moment so wichtig ist, dann wird es in jedem fall konsequenzen für dein weiteres leben haben. wenn du dazu bereit bist, dann mach es :).
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