Thema: Kontakt halten nach Hause!!  (Gelesen 1472 mal)

laCriiis

« am: 28. Mai 2009, 14:56 »
Ich bin gerade ein wenig erschrocken - ich habe gemerkt, dass sich meine Eltern ziemliche Sorgen machen. Ich werde in 47 Tagen (ha!!!!) meine ca. 9 monatige Reise beginnen. Meine Mutter meinte, als ich auf Besuch war, ob ich wirklich die Reise antreten oder vielleicht nicht lieber zuhause bleiben möchte. Ich denke, sie mögen mir das Ganze schon gönnen und verstehen auch einigermassen, weshalb ich diese Reise jetzt und nicht später verwirklichen will, doch sie machen sich anscheinend eben schon Gedanken und Sorgen.

Ich werde mir wohl noch etwas ausdenken müssen, wie ich ihnen diese Angst nehmen kann.

Wie macht ihr das, wenn ihr alleine unterwegs seid, habt ihr einen bestimmten Wochentag, an dem ihr euch immer meldet? Muss ja nur eine SMS oder ein Mail sein oder sowas. Oder sonst ein System??

Meine Mutter macht sich wohl Gedanken, wie sie reagieren soll, wenn sie längere Zeit nichts von mir hören sollte. Sie hat mich gefragt, was dann wohl angebracht wäre - ich habe jedoch keine Ahnung?? Was geschieht, wenn jetzt tatsächlich was passieren sollte und ich mich nicht mehr melde. Wo beginnt man mit der Suche??? Ich weiss, sehr sehr sehr wahrscheinlich passiert eh nichts, und ich gehe auch gar nicht mit der Angst auf Reisen, dass was passieren könnte - aber ich denke, wenn ich meiner Mutter sagen könnte, wie vorgehen FALLS was schief geht, würde sie das auch etwas beruhigen.

Ich habe mir schon überlegt, ob ich vielleicht meinen Eltern die Verantwortung nehmen sollte und mit z.B. meiner Schwester einen Wochentag abmache, an dem ich mich melde. Sie nimmt das garantiert gelassener und würde sich sicherlich auch nicht aufregen, wenn ich mich mal eine Woche nicht melden könnte.

Es wäre super, wenn ihr mir mal alle sagen könnt, ob ihr einen 'Notfallplan' hattet und wie dieser aussah. Habt ihr euch regelmässig gemeldet, als ihr unterwegs wart? Oder vielleicht habt ihr noch weitere Tipps, wie ich meinen Eltern die Angst nehmen und ihnen Sicherheit und ein gutes Gefühl geben kann?!


Danke für eure Antworten im Voraus!!!!!
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Ronnyhimself

« Antwort #1 am: 28. Mai 2009, 15:32 »
Ciao Chrigä,

ich hab mir gestern dieselben Gedanken gemacht. Nachdem ich noch kurz mit meiner Mutter telefoniert hab und ihr erzählt hab, dass ich heute mein Ticket buchen werde kam am Abend eine SMS. In etwa "Mein Lieber Junge, bist du dir sicher, dass du Weihnachten und Neujahr alleine im Ausland verbringen willst? Dass du deinen Job in dieser Schwierigen zeit aufgeben willst... etc"

Ich hab immerhin den kleinen Vorteil, dass meine Mutter in Italien wohnt, und ich in der Schweiz. Wir sehen uns sowieso nur ein- bis zweimal im Jahr. Deshalb ist sie es sich gewohnt mehrere Wochen oder gar Monate nichts von mir zu hören. Trotzdem macht sie sich grosse Sorgen.

Ich hab ihr Skype installiert und werde halt wenn möglich etwas mit ihr Skypen.

Mein Vater macht sich nicht solche Sorgen, er war der erste der gesagt hat: Tu es! Immerhin war er selber für einige Jahre im Ausland.

Ich glaub am Ende kannst du gar nicht viel machen, als einfach zu gehen, und dich halt sooft du kannst/möchtest bei deinen eltern zu melden. Schliesslich kann dir auch hier täglich was passieren, siehe das Unwetter die letzten Tage mit Todesopfer, oder halt einfach ein Auto, Sport, Berufsunfall...

War vermutlich nicht unbedingt was du hören wolltest, aber ist halt das was mir diesbezüglich in den Sinn gekommen ist

Gruss Ronny
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Carola

« Antwort #2 am: 28. Mai 2009, 15:42 »
Hallo,

mach auf keinen Fall einen bestimmten Tag aus, an dem du dich meldest! Es wird mit Sicherheit vorkommen, dass ausgerechnet da keine Möglichkeit besteht, anzurufen oder zu mailen. Zuhause ist dann die Hölle los. So wäre es bei meiner Mutter. Ein Patentrezept habe ich aber auch nicht.

Grüße

Carola
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crazyiris

« Antwort #3 am: 28. Mai 2009, 15:43 »
Hallo,

oje, das ist ein Thema, was ich sehr gut kenne...

Ich kann nur abraten, dass man sich an einem bestimmten Tag in der Woche meldet, manchmal geht das nämlich nicht (kein Internetcafe, kein Handyempfang, Handyakku leer, keine Steckdose etc.). Und dann sind die Sorgen besonders groß, wenn sich der Tag gen Abend neigt und man sich nicht gemeldet hat  ;) Hat erst das Beispiel eines Freundes gezeigt, er sollte sich Samstags melden, aber man hat nichts gehört und das Handy war aus und und und. Am Ende war natürlich nichts, nur Akku leer und das hat er nciht mal gemerkt und hatte im Kopf, dass er sich Sonntags melden wollte....

Ich bin bisher sehr gut mit folgenden "Maßnahmen" gefahren:
- ich habe ein Handy dabei worauf man mich zur Not erreichen konnte; z.B. irgendwann kam mal eine "ich-bin-in-Sorge"-SMS, weil ich eine Woche oder so nicht gemailt hatte - ich konnte gleich zurück SMS'n und beruhigen, ich bin auf einem Schiff auf'm Yangtse - kein Internet
- Reiseemails an Freundeverteiler (natürlich auch an Eltern) - zwar in unregelmäßigen Abständen, aber doch immer mit ner Angabe, was man als nächstes vorhat

Klar ist das keine Garantie, aber es beruhigt etwas, zu wissen, wohin man als nächstes fährt und dass man zur Not auch erreichbar ist.

Und ein bisschen Angst wird Deine Mutter sicher trotzdem um Dich haben, es ist halt nicht alltäglich, dass die Kinder auf Weltreise gehen...

Wird schon, Kopf hoch!

LG Iris
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karoshi

« Antwort #4 am: 28. Mai 2009, 15:59 »
Hallo Christine,

es gibt viele Möglichkeiten, Kontakt zu halten, egal ob E-Mail, Anrufen oder ein Blog. Alle sind geeignet, um Eltern zu beruhigen. Ich habe es aber bis jetzt bewusst vermieden, einen regelmäßigen Termin für Kontakte auszumachen. Denn es kann immer mal was dazwischen kommen, und dann sterben Deine Eltern vor Angst.

Was ganz gut funktioniert: immer wenn Du weißt, was Du als nächstes planst, eine kurze Nachricht übermitteln, á la: "ich gehe jetzt da und da hin." Und wenn Du schon weißt, dass Du Dich von dort nicht melden kannst, ggf. auch das vorher durchgeben. Wenn Du eine größere Unternehmung planst (z.B. eine organisierte Tour in einen Nationalpark), weißt Du ja in der Regel vorher, wie lange Du weg sein wirst.

Eventuell kannst Du Deine Eltern auch schrittweise entwöhnen, indem Du die Intervalle zwischen den einzelnen Kontakten nach und nach etwas vergrößerst.

Interessant finde ich übrigens die unterschiedliche Wahrnehmung, was Gefahr ist. Wenn ich nach einem langen Flug in einem gut gewarteten Flugzeug mit excellent ausgebildeter Crew vom Flughafen aus anrufe, dass ich gut gelandet bin, nehme ich meinen Eltern eine große Sorge. Dass ich mich gleich anschließend in einem fahrbaren Schrotthaufen und mit einem Taxifahrer, der an Wiedergeburt glaubt, in eine mir unbekannte Stadt mit hoher Kriminalitätsrate stürze, spielt keine Rolle. Da fehlt ihnen einfach der Erfahrungshorizont.

Und um Deine letzte Frage auch noch zu beantworten: wenn Deine Eltern tatsächlich das Gefühl haben, dass Du im Ausland vermisst wirst, ist die erste Anlaufstelle das Departement für Auswärtige Angelegenheiten (bzw. für Deutsche das Auswärtige Amt).

LG, Karoshi
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Stecki

« Antwort #5 am: 28. Mai 2009, 16:08 »
Meine Mutter hat mir 1-2 Mal pro Woche eine SMS geschrieben, auf die ich jeweils vom Internet aus geantwortet habe. Auf telefonieren habe ich fast ganz verzichtet. Zwischendurch gabs mal eine E-Mail und der Blog war ja auch noch da.

Für Notfälle hatte ich an 3 Orten (Portemonnaie, Rucksack, Reisepass) einen Notfallzettel mit Adressen, Botschaften und Reiseplänen. Ausserdem hatte ich die Nummer meiner Eltern im Handy unter dem International bekannte Kürzel ICE (In case of emergency) gespeichert. Dazu habe ich meinem Vater eine Vollmacht hinterlassen.
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crazyiris

« Antwort #6 am: 28. Mai 2009, 16:23 »
Das scheint wirklich ein beliebtes Thema zu sein. Ich dachte immer, nur bei mir würden sich meine Eltern sorgen machen...

Mir ist noch was eingefallen: ich habe ab und zu links von z.B. einem Nationalpark / Hostel / Boot nach Hause geschickt - je mehr sich die Leute der Heimatbasis vorstellen können, wo man ist, desto weniger besorgt erschienen sie mir. Unbekanntes erscheint erst mal unbehaglich. Der Trick funktioniert natürlich nicht, Skorpione etc abgebildet sind  ;)

Thema Wahrnehmung: wenn ich geschäftlich unterwegs bin, muss ich auch nie anrufen (obwohl ich da schon mal mit dem Flieger notlanden musste), wenn ich aber privat z.B. nach Italien fliege, dann soll ich nach Landung eine SMS schreiben. Ich kann da Karoshi recht geben, Wahrnehmung der Gefährlichkeit hat mit der Realität nur bedingt etwas zu tun.

Thema Vollmacht: abgesehen davon, dass etwas passiere könnte, sollte man sich durchaus überlegen, den Eltern oder anderen vertrauenswürdigen Personen (z.B. Geschwister) Vollmachten zu erteilen, z.B. für Banken, Mietangelegenheiten. Das kann ggf. Dinge erleichtern, falls irgendwo Probleme auftreten und man sich schlecht von unterwegs darum kümmern kann.

LG
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laCriiis

« Antwort #7 am: 28. Mai 2009, 16:32 »
ha, dieses forum ist ja einfach der hammer... 6 super antworten in nicht einmal 3 stunden!! vielen dank!!!

ja, einen bestimmten wochentag abmachen ist wohl nicht so geeignet. ich weiss ja, wie's manchmal läuft auf reisen... deshalb werde ich mich wohl ihnen zuliebe wohl zumindest zu beginn häufig und regelmässig melden... ich bin wahrscheinlich schon eher der typ, der den kontakt nach hause vergessen könnte - zumindest in guten zeiten.

es ist nicht das erste mal, dass ich längere zeit unterwegs bin - war 5 monate in OZ und NZ, mit einer kollegin, und 3 monate in peru, alleine aber nur in cusco bei einer gastfamilie. aber es ist wohl das erste mal, dass ich mich alleine auf die socken mache. aus der erfahrung kann ich jedoch sagen, dass bei meinen eltern der satz 'aus den augen, aus den sinn' zutrifft. ich hoffe, dass sie sich halt nur jetzt im vorfeld derart sorgen machen und dass sie das ganze dann gelassener nehmen können. bin mir sogar relativ sicher, dass dies der fall sein wird. sie können sich halt absolut nicht vorstellen, wie das Reisen in diesen ländern ist, was sicherlich viel zu ihrer unsicherheit beiträgt - und da kann ich noch so häufig sagen, dass es trotz allem nicht allzu gefährlich ist, wenn man mit offenen augen und 'gesundem menschenverstand' (jaaa, ich weiss, ein unwort:)) rumwandert...

hach, trotzdem freu ich mich so krass auf meinen trip!!!!




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