Thema: Schlafsack für Südamerika, Australien, Neuseeland!? Welcher?  (Gelesen 3632 mal)

th23

Wir sind aktuell dabei mal die Ausrüstung für unseren Trip durch Südamerika (Ecuador bis Chile), einige Pazifikinseln und Australien sowie Neuseeland ab Juli diesen Jahres zusammenzustellen.

Dabei kommt die Frage auf, ob es nötig/sinnvoll ist einen Schlafsack mitzunehmen - und wenn ja, wie dieser dimensioniert sein sollte (also welches Gewicht für welche Kältestufe in kauf genommen werden soll)?

Bisher gehen wir davon aus, dass wir die meisten Nächte in eher günstigen Hostels verbringen werden, allerdings z.B. auf dem Inka-Trail in SA oder in Neuseeland auf einigen Treks im Zelt/sehr einfachen Hütten verbringen werden. Sollte es Eurer Erfahrung nach dafür eher ein dicker Schlafsack (bis -3/4 Grad bei ca. 1,5 kg Gewicht) sein oder reicht auch ein dünner (bis +10/12 Grad bei 600 g), alternativ kann ganz darauf verzichtet werden und nur ein Inlett dabei sein?

Wir sind uns dabei bisher nicht ganz einig geworden - vielleicht auch, weil wir nicht absolut genau wissen, was uns erwarten wird...

Hilfe!? ;)

Danke im voraus
Thorsten
0

Matzepeng

« Antwort #1 am: 01. April 2009, 23:53 »
Wir nächtigen auch größtenteils in Hostels, für mehrtägige Touren in die Natur ist ein Schlafsack aber unerlässlich. Mieten würde ich nicht unbedingt einen wollen. Ein Inlett reicht auf keinen Fall.

In Patagonien oder im Andenhochland kann es nachts empfindlich kalt werden, Neuseeland ist auch eher als schattig bekannt. Wir haben uns für Daunentüten mit einem Komfortbereich bis ca. -3 °C entschieden. Gewicht 700 und 900 g, je nach Schnitt. Für Frostbeulen evtl großzügiger kalkulieren. Im Torres del Paine im Februar war es mit Isomatte gerade so angenehm. In etwa 2 Wochen geht's für 3 Nächte auf Höhe (+3000m) zum Salar de Uyuni, danach weiß ich mehr.

Und vergiß nicht tiefkühltruhenartige Busfahrten.

Cheers,
Matzepeng

PS: Details auch hier: http://projekt365.wordpress.com/equipment/
0

Eidechsenkönigin

« Antwort #2 am: 17. November 2009, 23:38 »
@ matzepeng: wie ergeht es euch mit den daunenschlafsäcken in den eher luftfeuchtigkeitreichen gebieten? überlege auch bzgl. eines daunenschlafsackes (gutes packmaß und -gewicht) doch auch bei mir wird es mal in gebiete mit einer luftfeuchtigkeit ab 80% aufwärts gehen. mich würde es sehr interessieren, wie schnell die daunen wirklich verklumpen oder die wärmeisolation abnimmt. vielen dank schonmal und weiterhin maximale freude und freiheit bei eurer reise! :)
0

Susu

« Antwort #3 am: 18. November 2009, 02:41 »
Hallo,

wir sind auch mit Daunenschlafsäcken unterwegs gewesen in Alaska, Kanada, USA und jetzt ganz neu in Südamerika.
Gezeltet haben wir bisher ca. 120 Nächte von 0-28° Nachttemperatur, die Schlafsäcke haben also schon viel mitgemacht.

Wenn ihr euch für einen Schlafsack entscheidet, würde ich Daune empfehlen wegen dem Komfort und dem Packmaß. Wir können unsere Schlafsäcke auf die Größe eines Volleyballs komprimieren und dann kommt der Schlafsack zusammen mit der Isomatte ins Schlafsackfach des Rucksacks.
Unsere Säcke sind ein bisschen schwerer als Matzepengs (1,0 -1,3kilo) waren mit 150 EUR aber auch sehr günstig für Daune.

Wir haben einige Male in sehr "feuchten" Klimaten an Seen gezeltet, der Schlafsack wurde dann zwar etwas klamm aber wenn man ihn am nächsten Tag ordentlich durchgelüftet und geschüttelt hat, ist er auch schnell wieder getrocknet. Ich kann bisher keinen Verlust der Wärmeisolation feststellen.

Unsere Tüten sind von Globetrotter/meru "Oregon" und haben eine Komfort-Temperatur von 3°C. Während mein Freund darin in T-Shirt und Unterbüchse bis 0° optimal geschlafen hat, war mir (Ich bin aber auch eine unnatürliche Frostbeule) bei den Temperaturen kurz über Gefrierpunkt schon kalt. Ich hab dann halt viel angezogen und dann ging es auch.

Einziges Manko an unseren Säcken finde ich, ist der weite Schnitt im Schulterbereich aber das geht auch, wenn man sich auf das, was "zu viel" ist, drauflegt.

Viele Grüße, Susu
0

karoshi

« Antwort #4 am: 18. November 2009, 09:33 »
Hi zusammen,

einen Daunenschlafsack würde ich nur denjenigen empfehlen, die vorhaben, ihn auch regelmäßig zu benutzen. Wenn der Schlafsack (fast) täglich ausgerollt wird, schadet ihm die Kompression nicht so sehr, weil sich die Daunen zwischendurch immer wieder ausdehnen können. Wer viel in Hostels übernachtet und seinen Schlafsack nur als Backup oder für einzelne kühle Gebiete nutzt und ihn den Rest der Zeit im Rucksack komprimiert aufbewahrt, der fährt mit Kunstfaser besser -- oder gleich ganz ohne.

LG, Karoshi
0

Ronnyhimself

« Antwort #5 am: 18. November 2009, 11:18 »
Ich habe ähnliche Touren vor wie Matzepeng und hab mir einen Daunenschlafsack von Marmot gekauft (Sawtooth 600). Dieser hat eine Komforttemp von -3.3°C und warm angezogen, sollte man auch bei -10° noch gut durchschlafen können.
0

Eidechsenkönigin

« Antwort #6 am: 18. November 2009, 12:44 »
@ susu: vielen dank für die schon sehr hilfreiche info. ich werde wohl oft eher in luftfeuchtigkeitreichen gebieten sein (thailand, vietnam, kambodscha, mittel- u.südamerika, etc.) so ganz schlüssig bin ich mir bzgl. eines daunenschlafsackes noch nicht, denn ich werde wohl auch vorwiegend in hostels übernachten. doch gerade für die kälteren regionen (bolivien-salar de uyuni, Peru usw.) dachte ich, dass ein daunenschlafsack nicht ganz so verkehrt wäre. ich werd mal sehen, das thema wird wohl doch noch das ein oder andere mal überdacht werden :) 

0