Thema: Mexico - extrem gefährlich für Frauen??  (Gelesen 3332 mal)

tanileha

« am: 11. März 2009, 14:31 »
Hey zusammen

War gestern an einem Vortrag von Evelyne Binsack (schweizer Bergsteigerin welche mit dem Velo durch Südamerika und dann mit dem Schlitten die Antarctica gemacht hat) :)

Jetzt hat sie gestern erzählt, dass sie also in Mexico die ganze Zeit dumm angemacht wurde, einmal ist sie mit dem Bike gefahren, ein Lastwagenfahrer hat weiter vorne angehalten und dann, als sie vorbeifuhr, die Hosen runtergelassen...sie wurde auch beraubt und die ganze Zeit dumm angequatscht, sodass sie schlussendlich einen Dolch und ein Elektroschocker stehts griffbereit hielt.

Ist das wirklich sooo krass? Möchte ja eigentlin in Mexico meinen Sprachaufenthalt und das Volortariat machen...was wäre eventuell sonst noch ein super Ziel (Costa Rica, Nicaragua)??... :P
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karoshi

« Antwort #1 am: 13. März 2009, 11:54 »
Hallo Nathalie,

ich bin zwar keine Frau, kann also keine eigenen Erfahrungen wiedergeben. Aber ich habe schon viele Frauen getroffen, die durch Mexico gereist sind (auch alleine), und von solchen Erfahrungen hat keine berichtet.

Möglicherweise sind diese krassen Erlebnisse der Tatsache geschuldet, dass man als Radfahrer in solchen Ländern immer besonders angreifbar ist. Dass ein Fernfahrer an einem einsamen Stück Landstraße die Hose runterlässt, kann ich mir noch gut vorstellen. Dass so etwas in einer Stadt oder in einem Linienbus passiert, eher nicht.

Natürlich ist Mexico (besonders der Norden) eine Macho-Gesellschaft, und es wäre Blödsinn, etwas anderes zu behaupten. Als Frau muss man sich dort schon etwas anders verhalten als zu Hause und oft auch den Anfängen wehren. Aber solche Erfahrungen, wie Du sie beschreibst, sind die Ausnahme. Wenn Du Dir deswegen Sorgen machst, solltest Du besser die berüchtigten Grenzstädte im Norden (z.B. Tijuana) meiden, wo die US-Kids zum Saufen rübergehen. Da kann in der Tat alles passieren.

LG, Karoshi
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solunaa

« Antwort #2 am: 15. März 2009, 18:07 »
Hallo Nathalie!
Ich bin Ende letzten Jahres fast 3 Monate in Mexico gewesen. Dabei vorallem in Mexico City, dem Zentrum (Guadalajara - San Luis Potosi - San Miguel Allende) und im Süden, Oaxaca, Chiapas, Halbinsel Yucatan. Meine Erfahrungen waren sehr positiv. Als Frau hören wir zwar laufend Anmach-Sprüche, aber ignorieren hat bei mir gut geholfen. Ich habe darauf geachtet adequate Kleidung zu tragen, also keine kurzen Miniröcke und so. Nicht nur wegen der Männer, sondern auch um traditionelle Gepflogenheiten nicht zu verhöhnen. (Gerade in Gegenden mit indigener Bevölkerung zeigen einheimische Frauen kaum Schultern oder viel Bein). Ansonsten: ich bin fast außschließlich tagsüber gereist und im Dunkeln gar nicht oder nicht alleine auf der Straßen unterwegs gewesen. Wie schon öfter im Forum notiert wurde: nur weil einem selber nichts passiert ist soll man anderen keinen Freibrief geben, als Orientierungshilfe können die Erfahrungen anderer aber durchaus dienen. Ich selber traute mich als Frau nicht alleine durch Guatemala, El Salvador oder Honduras zu reisen und hab´s auch gelassen. Habe aber andere Mädels getroffen, die das sehr wohl taten und nur positives berichtet haben. Ich denke, es kommt immer auch aúf eine selbst an, ob man eher vorsichtig ist oder sehr gelassen.
Wünsche dir jedenfalls eine tolle Reise! Solunaa
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Julschen

« Antwort #3 am: 18. März 2009, 02:45 »
Hallo Nathalie,

ich kann mich meiner Vorgaengerin nur anschliessen. Ich habe meine Reise (alleine) in Mexiko begonnen (Mexiko-Stadt, Oaxaca, die Straende von Oaxaca, San Cristobal, Palenque) und kann von keiner wirklich negativen Erfahrung berichten. Dumme Sprueche sind tatsaechlich oft gekommen, wenn auch weniger haeufig, als ich erwartet hatte. Aber wenn man sich damit abfindet, lieber einmal zu sehr als abweisende Touristin zu handeln und die Sprueche zu ignorieren, als einmal zu schnell zu freundlich zu sein, kann man ganz gut damit leben, denke ich. Auf "agressive" Kleidung habe ich auch verzichtet und war damit oft weniger freizuegig gekleidet als einheimische Frauen, zumindest in der Stadt - das hilft tatsaechlich.

Derzeit bin ich in Nicaragua und hier wird man noch oefter angesprochen oder angepfiffen als in Mexiko. Es nervt natuerlich, aber ich betrachte es nicht wirklich als Einschraenkung meiner Reisefreiheit. Angenehmer (da stressfreier) ist es trotzdem, wenn man sich eine maennliche Begleitung angelt  ;) Ich hatte ziemlich viel Bauchkribbeln, als ich hergekommen bin, und habe mich bis jetzt, toi toi toi, noch nicht wirklich unwohl gefuehlt.

Natuerlich sind das alles persoenliche Erfahrungen, aber vielleicht hilft die Tendenz? Ich wuensche dir jedenfalls eine gute Entscheidungsfindung und eine tolle und sichere Reise!

LG aus Granada
Julschen
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tanileha

« Antwort #4 am: 18. März 2009, 11:46 »
Hallo zusammen...danke vielmals für die super Antworten, hat mir jetzt auf jeden Fall weitergeholfen...werde demnach Mexico nicht gleich "schneiden" :P

Und was die Kleidung betrifft, hab eh nicht wirklich die supertollste Figur für kurze Miniröcke und ultrakurze Tops, hehe, werde also eh nicht so rumlaufen ;D
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Tags: frauen mexico