Thema: 3 Wochen Peru - karge Landschaften - Lago de Junín?  (Gelesen 623 mal)

Julschen

« am: 09. Oktober 2016, 18:34 »
Hallo zusammen,

ab übernächster Woche geht's für mich für immerhin volle 22 Tage nach Peru! Ankunft in Lima, Abflug in Arequipa (Mitte November). Als grobe Route habe ich mir zunächst den folgenden Weg vorgestellt: Lima - Huacachina - Ayacucho - Cusco/Machu Picchu - Arequipa/Colca-Tal.

Ich mag sehr gerne karge, weite und raue Landschaften und bin auch mal ein paar Tage lang gerne für mich. Daher denke daher gerade über folgende Alternativroute nach: Lima - Cerro de Pasco/Lago de Junín - Huancyao - Ayacucho - Huacachina und von dort weiter nach Cusco und Co. Hat das schon mal jemand gemacht und kann davon berichten? Ich habe den Eindruck, dass ich damit sehr sehr viel Zeit im Bus verbringen würde und das ständige Pendeln zwischen 4.000 Metern und Meereslevel muss man auch erst mal verkraften.

Gibt es vielleicht rund um Arequipa noch mal die Möglichkeit, ein bisschen 'auszutreten' und abseits der klassischen Route in einem kleinen Städtchen Ausflüge in die wilde Weite zu unternehmen? Oder anderswo auf dem 1. Routenvorschlag?

Vielen Dank für eure Einschätzung!
Julschen
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PhiRe

« Antwort #1 am: 09. Oktober 2016, 21:10 »
Falls dir wie du meintest karge Landschaften gefallen solltest du auf jeden Fall einen Zwischenstop in Paracas mit einplanen. Schau dir mal auf unserem Blog die Berichte dazu an, sie sollten einen ganz guten Eindruck dazu geben. Uns hat die Gegend sehr gut gefallen. Ansonsten wirst du, wie du bereits richtig bemerkt hast seeeeehr viel Zeit in Bussen verbringen, da 1. die Distanzen sehr groß sind und du 2. (das wird gerne vergessen) mit ganz anderen Durchschnittsgeschwindigkeiten kalkulieren musst. Diese liegt gerade in den Bergen (alles jenseits von Nasca) gerne auch mal bei 30 km/h. Dabei rede ich jetzt von der Route über die Küste, Nasca nach Cusco gequert und dann runter nach Arequipa. Deine Alternativroute und die Orte sagen mir nichts.
Noch eine weitere Anmerkung: hast du vor nach Machu Picchu mit einer mehrtägigen Wanderung zu laufen? Wenn ja, gehen leicht 1,5-2 Wochen nur für Cusco und Umgebung drauf. Überleg dir, ob du all diese Stationen wirklich in deiner Route haben möchtest und riskierst, dass dir am Ende die Zeit ausgeht. Ein verdorbener Magen reicht dann, um alles durcheinander zu bringen, Zeit um mal "auszutreten" und abzuschalten bleibt dir bei der Route wahrscheinlich sowieso nicht mehr. Aber am Ende liegt es natürlich an dir, wie du diene Reise gestaltest :)
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Julschen

« Antwort #2 am: 09. Oktober 2016, 22:05 »
Hallo PhiRe,
vielen Dank für den Tipp (Paracas), ich habe gleich mal auf euren Blog geschaut. Vorfreude! Du hast Recht, ich möchte nicht die ganze Zeit von A nach B hetzen, daher hatte ich auch z.B. die Islas Ballestas bisher nicht 'auf der Liste' (ebenso wie den Titicaca-See/Puno und den Inka Trail). Vielleicht ändert sich das jetzt ;) Dass es in den Bergen sehr langsam vorangeht habe ich mir schon gedacht. Gut zu wisssen, dass das Tempo an der Küste auch nicht viel flotter ist!
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santiago

« Antwort #3 am: 10. Oktober 2016, 10:45 »
Ich würde noch Huaraz in Betracht ziehen. Von dort lassen sich tolle Wanderungen in der Cordillera Blanca machen. Ich war damals auf dem Santa Cruz Trek. Da ist man 4 oder 5 Tage lang zwischen 4000 und 5000 Meter unterwegs, übernachtet in Zelten, und erst am Ende der Wanderung kommt man wieder in ein Dorf. Landschaftlich absolut grandios! Möchte man keine mehrtägige Wanderung machen bieten sich auch Tageswanderungen zur Laguna 69, etc. an.
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karoshi

« Antwort #4 am: 10. Oktober 2016, 15:56 »
Ja, die Umgebung von Huaraz (nicht unbedingt der Ort selbst) ist grandios. Liegt aber im Norden, von daher schwer in eine 3-wöchige Reise einzubauen, die sonst nur Ziele im Süden beinhaltet.
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michelaufreise

« Antwort #5 am: 19. Oktober 2016, 15:06 »
Du kannst teilweise fliegen wo das Ticket 20-30 Euro mehr kostet als die busfahrkarte!!
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michelaufreise

« Antwort #6 am: 19. Oktober 2016, 15:10 »
Huarez lässt sich gut einbauen das es mit dem Nächt Bus von Lima in acht Stunden schnell zu erreichen ist.
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Julschen

« Antwort #7 am: 18. November 2016, 18:48 »
Hallo zusammen,

ich bin wieder zurück :-\ und fasse gerne zusammen - vielleicht interessiert es ja Andere mit ähnlichen Plänen:

1. Tag: Ankunft in Lima frühmorgens, einen Tag herumlaufen, abends todmüde ins Bett fallen
2. Tag: mit dem Bus nach Huaraz (Ankunft am späten Nachmittag, danke für den Tipp michelaufreise)
3.-4. Tag: Akklimatisieren und kleiner Ausflug in die Umgebung, 5. Tag: Wanderung zur Laguna 69 (geführte Tour, tolle Landschaft, schöne wenn auch anstrengende Wanderung), abends mit dem Nachtbus zurück nach Lima, dort gleich Umsteigen und weiter nach Huacachina
6. Tag: Mittags Ankunft in Huacachina
7. Tag: Ausflug zu den Islas Ballestas und ins Reservat Paracas (geführte Tour)
8. Tag: Abhängen in Huacachina und abends mit dem Nachtbus nach Ayacucho
9.- 11. Tag: Ayacucho erkunden, Ausflug zu den Wari-Ruinen und nach Quinoa, abends zum Nachtbus nach Cusco (puuuhhh! Die Fahrt hat 17 Stunden gedauert inklusive Manövrieren in eine Sackgasse, Drogenrazzia und Klimaanlagenausfall. Das hat ganz schön geschlaucht).
12.-14. Tag: Cusco, Erkunden der Stadt und Umgebung (Ausflug nach Pisac, tolle Ruinen)
15. Tag: Cusco - Aguas Calientes
16. Tag: Machu Picchu und Rückfahrt nach Ollantaytambo
17. Tag: Abhängen in Ollantaytambo (Muskelkater!), am späten Nachmittag zurück nach Cusco und dann weiter mit dem Nachtbus nach Arequipa
18. Tag: Arequipa erkunden
19. + 20. Tag: Colca-Tal und Colca Canyon (nicht ganz günstige Tour mit Colca Trek, hat sich aber gelohnt)
21. + 22. Tag: Arequipa erkunden und nochmal lecker essen.
23. Tag: Abflug morgens.

Es hört sich vielleicht anstrengend an, aber aufgrund der vielen Nachtbus-Fahrten hatte ich insgesamt nicht das Gefühl, mich übermäßig zu stressen. Mir blieb genügend Zeit für Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten und auch, um in Cafés viel frischen Obstsaft zu trinken oder Ceviche zu essen und das eine oder andere Schwätzchen zu halten. Im Nachhinein würde ich vielleicht je einen Tag von Huacachina (wo es mir ohnehin nicht so besonders gefallen hat) und notfalls von Ayaucho und Arequipa abziehen, um noch nach Puno fahren zu können. DAS wäre dann aber wohl ziemlich stressig geworden. So muss ich halt noch irgendwann nach Bolivien reisen, um mir den Titicacasee anzuschauen ;) Insgesamt sind drei Wochen natürlich immer mit Kompromissen verbunden und ich hätte noch viel länger bleiben können.

Um auf den Titel des Threads zurück zu kommen: Ein Großteil der Gegenden, in denen ich mich aufgehalten habe, ist ziemlich karg und landschaftlich beeindruckend. Wenn man die Weite sucht muss man also gar nicht unbedingt an einen bestimmten Ort fahren, wobei die Gegend um Huaraz schon besonders toll war. Andere Reisende sind von Lima nach Cerro de Pasco, dann einmal um den Lago de Junín gefahren und dann von Huancayo nach Ayacucho gekommen. Das muss eine recht mühsame Tortur gewesen sein und ich bin ganz zufrieden, dass ich diese Route wieder verworfen hatte.

Nochmals danke für die Tipps, Peru lohnt sich sehr!

Julschen
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