Thema: Zika Virus in Südamerika  (Gelesen 1272 mal)

Leaa

« am: 15. September 2016, 22:49 »
Hallo zusammen,

ich habe mich nun ein bisschen durchgeklickt aber keinen passenden Beitrag gefunden, daher habe ich mich dazu entschlossen einen neuen aufzumachen.

Ich (weiblich, 26) möchte sehr gerne für etwa 6 Monate nach Südamerika (von Kolumbien nach Argentinien) reisen. Soweit ich das den Medien, der WHO und der europäischen Gesundheitsorganisation entnehmen konnte, sind vor allem Reisewarnungen für schwangere Frauen, oder solche die planen bald schwanger zu werden ausgesprochen.
Ich zähle zu keiner der beiden Gruppen, allerdings habe ich auch oft gelesen, dass der Virus noch sehr unerforscht ist und man nie weiß ob er den Körper letztlich ganz verlässt, oder wiederkommt (wie Herpes) oder mutiert (ähnlich zu HIV) oder ob man einfach immun wird.

Da ich plane in den nächsten 4-5 Jahren eine Familie zu gründen, würden mich dennoch die Langzeitfolgen (bzw. ob es diese gibt?) interessieren. Falls das der Fall ist, sollte ich vielleicht einfach noch 1-2 Jahre warten und dann dort reisen?
Aber eigentlich ist meine Zeit und der perfekte Moment JETZT.

Naja, vielleicht hat ja jemand von euch Erfahrungswerte? Wie geht ihr mit dem Thema um?

P.S. Ich bemühe mich immer um Mückenschutz bin aber auch immer die Erste die gestochen wird. Zum Beispiel unter der Dusche wenn ich mir nur kurz mein DEET abwasche um schlafen zu gehen.

Ich würde mich wirklich riesig über eure Erfahrungswerte und Einschätzungen freuen.
Vielen Dank!

Liebe Grüße,
Lea
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serenity

« Antwort #1 am: 16. September 2016, 13:07 »
Ist zwar nicht die Antwort, die du dir erhoffst - aber Zika ist inzwischen auch in Südostasien angekommen.
In Bangkok und Singapur wurde in den letzten Tagen von mehreren Fällen berichtet, in anderen Ländern (Laos, Kambodscha, Vietnam) dürft es ebenfalls inzwischen verbreitet sein.
Ansonsten - hier eine informative Website https://www.cdc.gov/zika/about/
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Leaa

« Antwort #2 am: 16. September 2016, 21:08 »
Vielen Dank für deine Antwort! Die Website schau ich mir gleich mal an.

Das mit Singapur hatte ich neulich auch in den Nachrichten gelesen.. Aber war irgendwie klar, dass er sich noch weiter verbreitet. Gottseidank war ich gerade erst 6 Wochen in Asien  :D

Für alle Interessierten: ich habe nun einen Termin beim Tropeninstitut ausgemacht und werde mich ausführlich beraten lassen. Kann das Resultat dann gerne hier teilen.
LG
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Kama aina

« Antwort #3 am: 17. November 2016, 08:42 »
Und hattest du deinen Termin schon?
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Binarina

« Antwort #4 am: 17. November 2016, 09:42 »
Das würde mich auch interessieren  ;)
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Leaa

« Antwort #5 am: 16. Januar 2017, 20:21 »
Hallo!
Etwas verspätet aber besser als nie ;)

Da ich derzeit nicht schwanger bin und auch nicht vorhabe in nächster Zeit schwanger zu werden, haben mich vor allem Langzeitfolgen interessiert. Einfache und enttäuschende Antwort: dazu kann man nichts sagen, entsprechende Studien dazu wurden noch nicht durchgeführt/veröffentlicht, da muss man abwarten. Man hat bei Männern wohl bis zu 6 Monate nach der Infizierung den Virus noch nachweisen können, die Annahme, dass es bei Frauen auch so ist, liegt nahe.

Bei den Fällen der Mikroenzephalitis kam es wohl immer vor, dass Frauen WÄHREND der Schwangerschaft infiziert wurden, nicht also bereits davor.

Besonders interessant fand ich auch diese Aussage vom CDC, welche mich ein wenig beruhigt: 
"Future Pregnancies
Based on the available evidence, we think that Zika virus infection in a woman who is not pregnant would not pose a risk for birth defects in future pregnancies after the virus has cleared from her blood. From what we know about similar infections, once a person has been infected with Zika virus, he or she is likely to be protected from a future Zika infection."


Hier auch nochmal der Link um sich noch besser über Zika zu informieren: https://www.cdc.gov/zika/healtheffects/birth_defects.html

Lange Rede, kurzer Sinn: Man kann hierzu (außer bei vorhandener oder geplanter Schwangerschaft, dann bitte die generellen Empfehlungen bzw. Warnungen beachten!!) keine generellen Empfehlungen aussprechen. Es ist wahrscheinlich, dass er Virus noch eine Weile im Körper bleibt, jedoch unklar wie lange. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Virus nach 6 Monaten weg ist und anhand ähnlicher Infektionen könnte man davon ausgehen, dass man nach einmaliger Infektion immun ist - hierbei handelt es sich aber nur um Vermutungen, welche nicht mit Daten belegt sind.

Am besten ihr lest euch nochmal ein & lasst euch von einem Tropenarzt beraten! Es steht natürlich außer Frage, dass Mückenschutz so oder so essentiell ist und Prävention eine hohe Priorität haben sollte.



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Kama aina

« Antwort #6 am: 26. Januar 2017, 15:00 »
Danke für den Bericht! Ist halt alles sehr unsicher was an Informationen kommt! Ich denke das Beste wird einfach sein, so wie immer stark auf den Mückenschutz zu achten! Vielleicht sogar mehr als üblich!
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Degna

« Antwort #7 am: 27. Januar 2017, 18:20 »
Hallo zusammen,
ich lebe seit über 2J in Trinidad und bin oft in Brasilien unterwegs.
Die Insektenplage ist speziell in der Regenzeit extrem und selbst konseqenter Mückenschutz bringt wenig.
Langzeitstudien zu Dengue-Fieber,Zika und Chikungunya gibt es nicht,regt in diesen Ländern niemanden groß auf.
Das ist wie Roulette spielen,wenn dich nun mal eine gewisse Mücke sticht hast du es,.....
Diagnose und Therapie außer symptomatisch gibt es nicht.
Mein Nachbarin von Guyana lächelte nur milde,als ich sie fragte,...........sie wüßte nicht,ob sie es es hätte,aber wenn würde es ja sowieso keine Konsquenz haben.
Also,wer 100% sicher sein will,was ich verstehen kann,verzichtet dann besser auf Reisen in diese Länder,......da hilft auch nicht das Tropeninstitut.

LG Claudia
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