Thema: Freund auf Weltreise - Wie soll ich weitermachen?  (Gelesen 2071 mal)

aleno

« am: 29. Juni 2016, 21:42 »
Hallo, ich vermute, ich bin hier eigentlich falsch, weil ich nicht selbst verreise, sondern zurückgeblieben bin, mein Freund ist auf Weltreise, und ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich habe gegoogelt und gegoogelt aber nirgends Foren finden können, die sich mit einer Weltreise aus der Sicht des zurückgebliebenen Partners befassen.
Mein Freund ist seit Januar auf Weltreise und ich bin direkt am Anfang für vier Wochen mit nach Afrika geflogen und habe ihn im Mai für drei Wochen in Indonesien besucht. Zurück kommt er Mitte September, bis dahin sehen wir uns nicht mehr.
Ich hoffe, mein Anliegen wird hier nicht nur milde belächelt und als Anstellerei abgetan. Mir geht es so unglaublich schlecht mit der Situation und ich bin zum wiederholten Mal an einem Tiefpunkt angekommen, ich weiß einfach nicht, wie ich noch weitermachen soll. Ich bin mir einerseits so unglaublich sicher, dass mein Freund und ich einfach zusammengehören und ich sehe meine Zukunft mit ihm. Ich habe mich noch nie so perfekt ergänzt gefühlt durch eine andere Person wie durch meinen Freund! Aber es ist einfach so unerträglich für mich, diese Situation durchzustehen! Vor meinem Besuch in Indonesien haben wir einmal die Woche geskyped (oft mit mehr als schlechter Qualität, sodass die Gespräche eher unzufrieden gemacht haben), da mein Freund meinte, mehr als einmal die Woche zu skypen sei ihm zu viel. Da wir dadurch aber krass aneinander vorbeigelebt haben, haben wir uns während meines Besuchs in Indonesien auf zweimal die Woche skypen einigen können. Ansonsten schreiben wir eigentlich jeden Tag per Whatsapp, aber auch das wird durch die zunehmende Zeitverschiebung (gerade sind es 8 Stunden, bald 13) zwangsläufig weniger und mein Freund reist öfter an Orte, an denen es komplett gar kein Internet gibt, sodass wir mehrere Tage nicht kommunizieren können. Ich kann seinen Standpunkt, dass er nicht auf den Besuch traumhafter Orte verzichten will, weil es dort kein Internet gibt, definitiv nachvollziehen, aber trotzdem komme ich aus meiner Position als die "Zurückgelassene" nicht heraus und die Existenz von Internet ist für mich essenziell geworden, da das Internet das Einzige ist, worauf unsere Beziehung in all diesen Monaten beruht. Wir kommen einfach nicht auf einen Nenner und ich mache ihm immer wieder Vorwürfe, wenn er kein Internet hat, obwohl ich weiß, dass er da ja selbst nichts für kann. Aber für mich ist das einfach unerträglich.
Hinzu kommen Probleme wie Eifersucht. Durch einige Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind (er hat mich nicht betrogen und ich bin mir auch zu 100% sicher, dass er das niemals tun würde!) komme ich einfach nach wie vor nicht damit klar, dass er so viel mit Mädels rumhängt während der Weltreise (so als Anhaltspunkt: von zehn Leuten, die er kennenlernt und mit denen er sich kurzfristig anfreundet, sind ca 7-8 Mädels) und ich bin mega eifersüchtig. Nicht, weil ich denke, dass er mit einer was anfängt, aber weil ich mich in den Mädels wiederfinde und extrem eifersüchtig bin, dass irgendwelche fremden Mädchen so viel Aufmerksamkeit von meinem Freund bekommen und Zeit mit ihm verbringen dürfen und ich als seine eigene Freundin auf ihn verzichten muss und ihn nicht sehen darf (für weitere Besuche habe ich kein Geld und mein Freund will nicht zwischendurch nach Deutschland kommen). Und diese Eifersucht ist ein weiteres Problem, was die eh schon schwierige Situation noch schwerer macht.

Zusätzlich habe ich mega Angst vor seiner Rückkehr, weil er schon einmal für ein halbes Jahr im Ausland war (da kannten wir uns noch nicht) und er danach überhaupt nicht mehr in das Leben in Deutschland eingefunden hat und monatelang, wenn nicht sogar ein bis zwei Jahre, mega durchgehangen hat und einfach nur wieder weg wollte. Und ich fiebere seiner Rückkehr natürlich mega entgegen und dadurch, dass es mir selbst so schlecht geht mit der jetzigen Situation, glaube ich nicht, dass ich es irgendwie auffangen könnte, wenn er wieder in so ein Loch fällt nach seiner Rückkehr. Und auch wenn ich objektiv gesehen weiß, dass das ja nichts mit seiner Liebe zu mir zu tun hat, so wäre es so ein mega krasser Schlag ins Gesicht für mich, zu spüren, dass er gar nicht zurück nach Deutschland und somit zu mir will, sondern einfach direkt wieder weg will.

Ich stehe durch diese ganze Sache einfach seit Monaten so mega krass unter Strom, ich bin einfach mit dieser ganzen Situation so mega überfordert und kann es überhaupt nicht kompensieren. Der Abschied in Indonesien war einfach nur schrecklich und danach ging es mir mehrere Tage lang mehr als dreckig und seit meiner Rückkehr aus Indonesien (also seit vier Wochen) habe ich jeden Tag quasi non-stop Kopfschmerzen, zum Teil Migräne, schlafe schlecht und habe seit einer Woche auch immer wieder Kreislaufprobleme (nein, ich war nicht beim Tropenarzt, habe aber auch eine Malariaprophylaxe genommen, obwohl ich das nicht einmal hätte tun brauchen, und habe auch kein Fieber o.ä. Dadurch, dass all meine Symptome wie weggeblasen sind, sobald ich Freunde treffe und es schaffe, mal vollkommen zu entspannen, gehe ich davon aus, dass meine Probleme einzig und allein psychischer Natur sind).

Ich hoffe, es kann mir hier irgendwer helfen, ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich liebe meinen Freund aber viel zu sehr, als dass ich die Beziehung aufgeben will. Aber so, wie es jetzt ist (mit der Perspektive, die nächsten zwei Wochen komplett gar nichts von ihm zu hören, weil er dann in Papua-Neuguinea sein wird und das Internet dort ja quasi nicht existent sein soll - wenn da wer Erfahrungen hat bitte gerne melden!), ist es einfach auch kein Zustand für mich, weil es mich einfach nur kaputt macht.
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Claudia-to-go

« Antwort #1 am: 29. Juni 2016, 23:23 »
Liebe/r Aleno,

das klingt tatsächlich nach einer sehr harten Zeit, die du gerade durchlebst. Ich kann dir leider keine Tipps aus der Perspektive einer "Betroffen" geben, aber ich habe mich gefragt, was ich in deiner Situation tun würde.

Ich würde wohl versuchen, mich stark auf mich und die Dinge, die mir große Freude machen und guttun, konzentrieren. Dein Freund erlebt gerade eine intensive Zeit, in der er sich Träume erfüllt, vielleicht kannst du das ja auch tun? Vielleicht gibt es ein Projekt, das dich schon immer interessiert hat, wofür dir aber die Zeit gefehlt hat?

Eine Sportart, die du schon immer mal probieren wolltest, ein neues Hobby?

Du schreibst, dass es dir gut geht wenn du mit Freunden unterwegs bist, also scheint Ablenkung dir zu helfen. Daher mein Rat: Lenk dich ab, nimm ein bisschen den Fokus von ihm, seinem Leben weg und konzentriere dich mehr auf dich und sieh diese Zeit als Geschenk für dich an. Du hast die Möglichkeit, dich für eine Zeit lang ganz auf dich fokussieren zu können, wenn du versuchst die Vorteile an deiner Situation stärker wahrzunehmen, dann kannst du die Zeit bis er zurückkommt sicher besser durchstehen.

Vielleicht gibt es ja auch ein Forum für Fernbeziehungen über sehr weite Distanzen, da sind sicher Leute zu finden, die über Monate ohne den Partner sind und damit irgendwie zurecht kommen müssen. Vielleicht hat dort noch jemand einen guten Vorschlag?

Alles Gute für dich,
Claudia
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Blume

« Antwort #2 am: 30. Juni 2016, 09:14 »
Du hast es schon selbst gemerkt, dass es dir gut geht, wenn du dich mit Freunden triffst oder dich anderweitig entspannst. Mach also mehr davon. Fülle dein Leben mit anderweitigen Dingen, dann ist weniger Platz für Liebeskummer. Und damit machst du dich interessanter als mit Klammern. Magst du vielleicht eine neue Sprache lernen, eine neue Sportart ausprobieren, oder ein Musikinstrument, oder Nähen, Fotografieren, exotisch Kochen...? Ich stimme Claudia zu, dass jetzt die richtige Zeit ist für neue Hobbys. Alles Andere nützt ja nichts, denn wie du schreibst, ist weder das Beenden der Beziehung noch ein nochmaliger Besuch eine Option für dich. Also mach das Beste draus. Ob jetzt oder nach seiner Rückkehr, deinen Freund kannst du nicht ändern. Du kannst aber durchaus ändern, wie du selbst über die Sache denkst und wie du damit umgehst.
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dirtsA

« Antwort #3 am: 30. Juni 2016, 10:50 »
Hey,

ich war mal in einer ähnlichen Situation, wie du, jedoch war ich vorher auch auf langer Reise. Wir haben uns damals nachdem ich bereits 11 Monate unterwegs war in Thailand kennengelernt. Er war damals erst in seiner zweiten Reisewoche oder so. Sind dann mehrere Monate zusammen gereist, aber auch immer wieder mit Trennung und die Abschiede waren da schon schwierig. Nach 20 Monaten musste ich dann heim - Geld war alle und ich musste ja auch mal wieder arbeiten. Er wollte aber noch min. 6 Monate lang weiter reisen.
Ich also heim, neuen (alten) Job angefangen, neue Wohnung bezogen und viel zu viel Zeit zum Nachdenken im langweiligen Alltag während er noch länger reisen konnte. In gewissem Sinne kam bei mir noch dazu, dass ich ja gern weiter gereist wäre wenn es möglich gewesen wäre... also war ich auch auf seine Reiseerlebnisse neidisch, dass ich nicht dabei sein konnte. Und auch das mit den Mädels kann ich nachvollziehen, die Zeit mit ihm verbringen dürfen, während du nicht kannst.

Wir konnten uns damals für etwas mehr als 6 Monate nicht sehen. Für mich war es keine Möglichkeit, ihn in der Zeit zu besuchen, da ich Urlaubssperre hatte und für ihn kam ein Heimatbesuch schon auch aus Kostengründen nicht in Frage. So richtig hatten wir darüber gar nie gesprochen, das war einfach klar, dass das nicht passiert. Am Ende der Zeit habe ich ihn in Mexiko getroffen (da war mein erster Urlaub möglich), danach hatten wir allerdings in Europa erst mal wieder ein halbes Jahr Fernbeziehung München-Amsterdam. Bis ich dann nach Amsterdam gezogen bin ;)

Ihr habt euch ja gerade erst gesehen und bis September ist es nicht mehr sooo lange. 2-3 Monate wären für mich damals in Klacks gewesen. Soll jetzt nicht böse klingen, aber halte es dir doch auch mal positiv vor Augen. Halbvolles Glas statt halbleeres Glas! ;) Nichts für ungut - jeder ist anders... und ich will auf keinen Fall sagen, dass das halbe Jahr gar nicht sehen und das halbe Jahr danach einmal im Monat sehen einfach war ::)

Wie haben wie es überstanden? Nun ja für ihn war es natürlich viel einfacher: Viele neue Erlebnisse jeden Tag lassen die Zeit nur so verfliegen. Ich habe auch immer auf seine Nachrichten gewartet und immer wenn er akzeptables Internet hatte und es zwecks Zeitverschiebung irgendwie ging, haben wir geskyped. Irgendwann hasst man Skype, weil die Qualität oft einfach zum K... ist ;) Bei uns war das damals mit whatsapp noch nicht so, aber haben eben Emails geschrieben oder Facebook. Die Mails sind dann immer länger geworden und wir haben uns darüber echt gut unterhalten. Wie eine gute alte Brieffreundschaft. Das hat sehr geholfen, da Skype ja nicht immer ging. Teils gab es auch Wochen, wo ich nichts von ihm gehört habe und das ist natürlich hart. Meistens konnte er sich aber alle 2-3 Tage melden. Ich habe mich damals sehr stark auf Sport und meine Arbeit konzentriert und einen Niederländisch Kurs besucht, um ihn damit zu überraschen :) Leicht war es dennoch nicht - aber etwas zu unternehmen hilft auf jeden Fall!!

Da für euch weder ein Besuch deinerseits, noch ein Besuch seinerseits, ein frühzeitiges Ende oder ein Ende der Beziehung eine Möglichkeit ist, musst du so hart es auch klingen mach durch die 2-3 Monate jetzt eben einfach durch. Ne andere Möglichkeit existiert einfach nicht.

Wie du dir die Zeit hier einfacher machen kannst, haben Claudia und Blume schon gut geschrieben. Es hängt v.a. von dir selbst ab! Lass dich nicht in ein Loch fallen (bzw hol dich da wieder raus)! Das Leben ist schön und hat so viel anzubieten - mach dein Glück nicht nur von ihm abhängig. Entwickle dich selbst, verplane deine Freizeit einfach so viel wie möglich um so wenig wie möglich zum Nachdenken zu kommen. Das ist eigentlich der Trick, den du ja selbst schon bemerkt hast: Sobald du unterwegs mit deinen Freunden bist, geht es dir besser. Mach das doch einfach öfter und konzentriere dich auf deine Hobbies.

Du hast nicht geschrieben, womit du dein Leben so ausfüllst - Arbeit, Freizeit etc. Darin liegen vielleicht schon ein paar Antworten: Wenn du studierst, kannst du vielleicht noch einen Nebenjob anfangen. Wenn du schon immer mehr Sport machen wolltest, ist jetzt die Zeit. Mach dir deine persönliche Bucket List von Dingen, die man in der Heimat machen kann und fang an, die abzuarbeiten. Etc. etc.

An die Zeit nach der Rückkehr würde ich jetzt noch nicht denken. Das kannst du nicht beeinflussen und niemand, absolut niemand, kann dir vorhersagen wie es werden wird. Mach einfach das Beste daraus. Für deinen Freund bist du auch interessanter, wenn du mehr unterwegs bist und Hobbies unternimmst anstatt zuhause zu sitzen und dich nach seiner Rückkehr nur auf ihn zu stürzen (überspitzt gesagt). Ich denke damit eure Beziehung danach gut weitergeht, musst du dich vorher selbst aus diesem Loch rausholen. Gib dir einfach mal selbst einen kleinen Tritt und leg los! ;)

Und noch einmal: 2-3 Monate (je nachdem wann im Sept er zurück ist), ist jetzt echt nicht die Welt. Das schaffst du schon noch!
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aleno

« Antwort #4 am: 30. Juni 2016, 12:20 »
Hey ihr,
vielen Dank für eure lieben und ausführlichen Antworten! Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell Antworten bekommen würde hier, weil ich ja eigentlich nicht aus der Sicht der eigentlichen Zielgruppe, Weltreisenden, schreibe. Umso mehr freue ich mich über eure Antworten! :)
Also es klingt vielleicht so, als hätte ich bisher nicht versucht, mich abzulenken. Aber ich hatte mir von Anfang an vorgenommen, die Zeit für mich zu nutzen und mich einfach mal mehr um mich selbst zu kümmern. Ich habe mich zum Beispiel direkt zu Beginn im Fitnessstudio angemeldet, was ich schon immer mal machen wollte, und gehe auch regelmäßig hin und es hilft mir, in jeglicher Hinsicht den Kopf frei zu kriegen - aber halt nur temporär. Mein Alltag ist mehr als voll: Ich habe mit dem Masterstudium begonnen und habe (aus welchen Gründen auch immer) irgendwie einen Termin nach dem anderen und sehe auch zu, dass ich meine Freundschaften intensiv pflege. Auch meinen Nebenjob, für den ich mich allerdings schon im Februar beworben hatte, kann ich nun endlich beginnen und darauf freue ich mich sehr!
Also mein Alltag ist vom Zeitpensum her mehr als ausgefüllt.
Aber das Gefühl, nicht mit der Abwesenheit meines Freundes zurechtzukommen, bleibt halt bisher trotzdem. Vielleicht ist es auch die Angst, loszulassen? Loszulassen und dass damit einhergeht, dass wir uns voneinander entfernen und sich seine und/oder meine Gefühle verändern? Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich denke: Egal! Dann kommt es halt so! Ich will so so gerne, dass wir das schaffen! Aber wenn es mir ständig schlecht geht, kann ich ja keine gute und gesunde Beziehung führen! Also werde ich mich jetzt nochmal intensiv damit befassen, herauszufinden, wie ich "wieder glücklich werden kann" (sorry für die melodramatische Formulierung^^).
Es ist halt so komisch für mich, mich so zu fühlen, wie ich mich fühle. Normalerweise bin ich selbst ein sehr freiheitsliebender Mensch und muss nicht non-stop zusammenhocken. Bis zur Weltreise immer eine Fernbeziehung geführt und werden auch nach der Weltreise weiterhin studienbedingt eine Fernbeziehung führen. Und das ist auch eigentlich echt okay für mich. Aber so mit dieser Situation der Weltreise komme ich irgendwie nicht zurecht. Ich habe schon überlegt, ob es vielleicht die Art des Reisens ist (also eine Weltreise), die es so besonders schwer macht: Zu wissen, dass mein Freund alle 1-3 Tage an einem anderen Ort ist, sich das Land und die Zeitverschiebung und die Internetbedinungen mindestens alle 4 Wochen ändern, dass er kein konstantes Umfeld hat,... und dass auch ich mich ständig neu auf die Situation einstellen muss und dadurch irgendwie nie zur Ruhe komme. Es ist immer alles so ungewiss irgendwie. Ich habe das Gefühl, wenn er für ein Auslandssemester oder für die Arbeit für lange Zeit ins Ausland gehen würde, würde mich das insofern einfacher fallen, dass auch er einen festen Alltag hat, ein stabiles Umfeld, einen festen Wohnsitz,...ich habe das Gefühl, das würde mir helfen, mich auf die Situation einzustellen und mich damit abzufinden, wie es ist.
Ach, ich weiß auch nicht so genau... Gedanken über Gedanken...

Mir ist schon seit Langem klar, dass ich erstmal zusehen muss, dass es mir selber gut geht. Aber ich glaube, was mich davon abhält, das durchzuziehen, ist die Angst, dass wir uns dadurch entfremden und "entlieben".

Sorry, dass ich mich an "so ein paar Monaten" so aufhänge, ihr habt sicherlich alle schon viel krassere Sachen erlebt! Für mich ist es nur die größte Herausforderung, vor der ich je gestanden habe. Und klar sind es nur noch 2 1/2 Monate bis zu seiner Rückkehr, aber da schon so viel "schlechte und komplizierte" Zeit hinter uns liegt (er ist zwar "erst" seit Januar auf Weltreise, aber das komplette Jahr 2015 war aus verschiedenen Gründen einfach für den Arsch und ich konnte daraus nicht die nötige Kraft ziehen, die ich jetzt brauchen würde), bin ich trotz der verglichenermaßen kurzen Zeit, die noch vor uns liegt bis zum Ende seiner Weltreise, an einem Punkt angekommen, an dem ich gemerkt habe, dass es so nicht mehr weitergeht und dass ich einfach kaputtgehe daran, wie es ist.
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dirtsA

« Antwort #5 am: 30. Juni 2016, 12:53 »
Hey,

Hmm scheint du machst wirklich schon sehr viel um dich abzulenken. Dann ist recht viel mehr wohl quasi nicht möglich. Noch einen Tipp was ich mal gemacht habe: Schreib dir auf einen Zettel alle (von ihm unabhängigen) Sachen auf, die dich glücklich machen. Kann wirklich alles sein - als Beispiel ein Auszug meiner Liste wäre Reisen, Tauchen, Mozarella, Schokolade, in der Sonne liegen etc. ;) Wenn es dir dreckig geht, versuch zumindest eines von der Liste tun/essen/trinken/... zu können. Ist ne Kleinigkeit, aber kann schon manchmal aufheitern oder zumindest, dass man sich etwas besser fühlt.

Aber das Auf und Ab ist normal. Das hatte ich auch. Glaub mir, hat auch Tage gegeben, da bin ich nur in meiner Wohnung geblieben und war total negativ, hab gedacht das klappt sowieso nie etc. Durch die Tage muss man einfach durch, so schwierig es klingt. Wenn man es schafft, sich dann rauszuholen und mit Freunden zu treffen ist das sicher immer die beste Wahl. Wenn nicht - auch so ein Tag mit Schokolade auf der Couch und TV-Serien geht vorbei. Mach dir nen Countdown an die Wand, aber in Tagen, nicht in Wochen! Dann kannst du öfter was durchstreichen ;)

Zitat
Aber das Gefühl, nicht mit der Abwesenheit meines Freundes zurechtzukommen, bleibt halt bisher trotzdem. Vielleicht ist es auch die Angst, loszulassen? Loszulassen und dass damit einhergeht, dass wir uns voneinander entfernen und sich seine und/oder meine Gefühle verändern? Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem ich denke: Egal! Dann kommt es halt so! Ich will so so gerne, dass wir das schaffen! Aber wenn es mir ständig schlecht geht, kann ich ja keine gute und gesunde Beziehung führen! Also werde ich mich jetzt nochmal intensiv damit befassen, herauszufinden, wie ich "wieder glücklich werden kann" (sorry für die melodramatische Formulierung^^).
Man sollte sich ja bekanntlich nicht zu viel den Kopf über Dinge zerbrechen, auf die man keinen Einfluss hat. Ich denke nicht, dass ihr euch auseinander lebt, wenn du mehr loslässt - im Gegenteil! Wenn du auch mehr Spannendes aus deinem Alltag zu berichten hast und Feuer und Flamme über einen Ausflug oder einen neuen Uni-Kurs erzählst, wird ihn das glücklicher machen, als dich ständig aufmuntern zu müssen. Ihr werdet ein besseres Gespräch haben, die Stimmung wird insgesamt nach oben gehen. Wenn einer unglücklich ist, macht das in einer Beziehung meist beide unglücklich - was natürlich für die Beziehung äusserst negativ ist. Ich weiss nicht, wie sehr er deine negative Stimmung wirklich mitbekommt oder ob du es schaffst, das mehr für dich zu behalten. Natürlich ist es wichtig, es anzusprechen, aber damit würde ich es auch gut sein lassen. Du ziehst ihn sonst nur runter und ne unglückliche Freundin zuhause ist weniger was, auf das man sich freut, als eine lebensfrohe Freundin! ;)

Schon klar, ihr hattet es vorher auch nicht einfach und es wurde quasi immer schlimmer in der Situation. Trotzdem: Halte dir nochmal vor Augen, wie kurz die Zeit wirklich ist, wie sehr 2,5 Monate normalerweise verfliegen! Das wird schon!!
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dirtsA

« Antwort #6 am: 30. Juni 2016, 12:57 »
Achso und ich denke nicht, dass es etwas bringt jetzt zu grübeln, warum es dir so schwer fällt und ob du es einfacher finden würdest, wenn er fix an einem Ort wäre. Die Situation ist nicht gegeben und bevor du in der Situation wärst, wüsstest du es auch nicht sicher. Und: Es hilft dir in deiner, eigentlichen/jetzigen Situation nicht weiter - auch wenn du es wissen würdest... (sorry, soll keine Klugsch... sein, aber einfach um das auch vor Augen zu führen)
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Degna

« Antwort #7 am: 04. Juli 2016, 18:28 »
@aleno
wenn ich so lese,worunter du leidest,glaube ich nicht,dass es bei dir an Mangel an Aktivität liegt. Du machst ja viel und lenkst dich auch ab,es ist die Einstellung zur Sache,die dich fertig macht,die dich grübeln läßt,......
Du machst verschiedene Aktivitäten eigentlich nur unter dem Sinn u.Zweck dich abzulenken,nicht weil du sie genießt.
An deiner Einstellung musst du arbeiten,die Situation kannst du nicht ändern,aber deine persönliche Einstellung kannst du ändern.
Mach doch mal alles,was du mit deinem Freund nicht machen kannst,oder wozu Männer so keine rechte Lust haben:
-girlie Abend
-Besuch im SPA
-Kino: Filme,die er nicht mag
-Restaurants die er nicht gerne besucht.
Gibt doch so Vieles. Ich habe die Erfahrung gemacht,dass eine Beziehung,je selbstständiger jeder Einzelen ist,besser klappt,als wenn man ständig aufeinander klebt. Dein Freund hat das anscheinend verinnerlicht und macht ALLEINE was ihm Spaß macht,du hast damit ein erhebliches Problem.
Die meisten selbstständigen Männer,sind relativ schnell von klammernden Frauen abgenervt,da sie einen Partner suchen,der ihre Freiheit akzeptiert und nicht darunter leidet.

Mein Partner arbeitet viel im Ausland und ist manchmal Monate weg und das finde ich prima. Ich genieße es,alles zu kochen,was er nicht mag,Freunde zu besuchen,die er nicht so toll findet und Sachen zu unternehmen,die nicht so sein Ding sind.
Wir skypen nie,schreiben uns E-Mails und freuen uns wenn wir dann wieder zusammen sind aber es tut unserer Beziehung echt gut,weil ich gemerkt habe,dass wir uns, wenn wir non-stop zusammen sind auch mal gegenseitig auf die Nerven gehen,daher genießen wir unsere regelmäßigen Trennungen.

Geh mal in dich und versuche eine größere geistige Unabhängigkeit zu gewinnen. Einen Partner zu haben ist schön,aber ohne tut auch gut,wenn man ein ausgeglichener,selbstbewußter Mensch ist.

Alles Liebe.
Lg Claudia
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aleno

« Antwort #8 am: 07. Juli 2016, 10:39 »
Hey ihr Lieben!
So, nach einer stressigen Woche komme ich nun endlich dazu, mir eure Posts durchzulesen.

Also zunächst muss ich einmal sagen, dass ich an sich ein sehr freiheitsliebender und unabhängiger Mensch bin. Durch meine Nachrichten klingt durch, als könnte ich nicht allein sein und als würde ich nur mit meinem Freund zusammenhängen wollen. Ich kann das verstehen. Aber genau das ist Teil meines inneren Konflikts: Normalerweise bin ich überhaupt nicht so! Ich finde es super wichtig, dass jeder sein Leben lebt und ein eigenständiger Mensch bleibt. Mein Freund und ich habe noch nie am gleichen Ort gewohnt und das ist in den nächsten Jahren auch nicht absehbar. Wir haben immer eine Wochenendbeziehung geführt (außer jetzt während seiner Weltreise sehen wir uns natürlich abgesehen von meinen beiden Besuchen gar nicht). Das ist für mich auch kein Problem, ich bin noch nicht in dem "Stadium", dass ich zusammenziehen will oder unbedingt am selben Ort wohnen muss.
@degna Um daher auf deinen Post einzugehen: Mein Leben hat während und auch vor unserer Beziehung immer daraus bestanden, dass ich mein eigenes Leben lebe und zufrieden bin damit. Allerdings hat sich es sich durch die Beziehung bzw. in Hinblick auf die Weltreise folgendermaßen verändert: Mein Freund hat letztes Jahr ein Jahr lang bei seinen Eltern gewohnt und dort auf Nachtschicht in einer Fabrik gearbeitet, um das Geld für die Weltreise zu verdienen. Durch seinen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus, seine sonstigen Freizeitaktivitäten, die er nicht bereit war, groß einzuschränken, damit wir uns sehen können und durch die enge Bindung unserer Beziehung an das Familienleben in seiner Familie hat es sich immer mehr so entwickelt, dass ich das Gefühl bekommen habe, kein gleichwertiges Mitgestaltungsrecht in unserer Beziehung zu haben. Sprich: Wann, ob und wie wir uns sehen war einzig und allein durch SEIN Lebenskonzept vorgegeben, da er einen straffen Zeitplan hatte und auch nicht bereit war, unserer Beziehung zuliebe etwas daran zu ändern, und ich als Studentin der flexiblere Part war. Nun, das Jahr war mehr als hart, da ich wie gesagt sehr freiheitsliebend bin und mich durch diese krassen Vorgaben, unter denen unsere Beziehung aushalten musste, eingeengt gefühlt habe. Ich kann es auf den Tod nicht ab, wenn man mir etwas vorsetzt, ohne es mit mir zu besprechen. Und wenn eine Beziehung (ganz gleich welcher Art, besonders aber im privaten Bereich) so läuft, dass man sich nicht auf Augenhöhe begegnet, sondern dass einer von beiden die Oberhand über die Geschicke der Beziehung übernimmt. Weder will ich, dass mein Freund derjenige ist, der den Rahmen für unsere Beziehung steckt, noch will ich diejenige sein, die alles bestimmt. Ich will einfach Gleichberechtigung und ein Miteinander auf Augenhöhe.
Und das kann ich seit langer langer Zeit nicht kriegen. Jetzt eben durch die Weltreise: Ob, wann und wie wir uns sehen, sprechen, nicht sehen, nicht sprechen etc. ist einzig und allein durch meinen Freund vorgegeben und ich sehe mich gezwungen, mich dem zu fügen, wenn ich die Beziehung weiterhin will. Und damit komme ich nicht klar. Das hat dazu geführt, dass ich Verhaltensweisen entwickelt habe, die ich sonst eigentlich ablehne. Zum Beispiel, wenn ich weiß, dass mein Freund und ich den ganzen Tag noch nichts voneinander gehört haben durch die Zeitverschiebung und dadurch, dass er unterwegs war und ich weiß, oh, jetzt ist es abends bei ihm und jetzt hat er noch ein, zwei Stündchen Zeit (bzw. nicht "hat die Zeit" sondern "ist bereit, sich die Zeit zu nehmen") zu schreiben, dann hänge ich in dieser Zeit ständig am Handy - obwohl ich zum Beispiel selber gerade bei einer Freundin bin oder in der Uni sitze oder oder oder. Ich mache mich also von dem abhängig, was er mir gibt. Es ist nicht so, dass ich Dinge nur mache, um mich abzulenken. Ich versuche es eigentlich positiv zu sehen und genieße es eigentlich auch, meine Zeit endlich mal wieder völlig frei einteilen zu können. Allerdings seht ihr ja, dass ich das "äußerlich" schaffe (also ich gehe raus, mache etwas, treffe mich mit Freunden, verreise,...), aber "innerlich" (also wie ich diese Zeit fülle und gestalte) schaffe ich es nicht, weil ich zum Beispiel während dieser Zeit am Handy hänge.
Das Problem ist, dass ich WEIß, das das total dämlich ist und mich nicht weiterbringt! Ich weiß, dass ich nicht auf mein Handy gucken MUSS, dass wir auch einfach gar keinen Kontakt haben können. Dass ich mich davon lösen muss, mich dieser Abhängigkeit von dem, was mein Freund mir als Rahmen vorgibt, zu lösen. Ich bin mir dessen voll und ganz bewusst. Und trotzdem schaffe ich es nicht. Weil ich mich trotzdem nicht von dem Gefühl lösen kann, dass es sich irgendwie falsch anfühlt, sich so lange nicht sehen zu können. Weil mein Freund trotzdem eine Lücke hier in meinem Leben zurückgelassen hat. Weil sich schon so lange alles "nur" um ihn und seine Pläne dreht. Mich stört es schon ewig, dass ich das Gefühl habe, in dieser Beziehung mit meinen Wünschen und Plänen viel zu kurz zu kommen. Und trotzdem habe ich mich ja ganz offensichtlich ein Stück weit damit abgefunden. Ich könnte kotzen bei dem Gedanken daran, dass mein Freund zwar so gesehen bald zurückkommt, aber dass sich auch dann alles darum dreht wie die Weltreise war, was er gemacht hat, wie es ihm geht, was er jetzt machen will, wo er hinziehen will, was er will,...
Es ist irgendwie so eine verzwickte Situation. Ich habe das Gefühl, es gibt gar keinen anderen Weg als dass ich mich damit abfinde wie es ist, wenn ich diese Beziehung weiterhin will. Aber ich will zwar die Beziehung, aber nicht SO! Und trotzdem kann ich mich nicht davon lösen. Weil ich die Hoffnung habe, dass es wieder anders wird (so, wie es zu Beginn unserer Beziehung war), wenn das Thema Weltreise erstmal endgültig abgeschlossen ist. Nur ich sehe, dass ich auf dem Weg dahin einfach ständig leide und es mir sehr schlecht geht mit der Situation. Und das nervt mich. Und trotzdem schaffe ich es nicht, etwas daran zu ändern, weil ich nicht weiß, was und wie.
Und klar verletzt es mich zutiefst, hier zu sitzen und meinen Freund immer wieder schmerzlich zu vermissen - gleichzeitig aber zu wissen (das hat er mir schon öfter gesagt), dass er mich nie vermisst. Und natürlich zweifle ich dann an seinen Gefühlen. Auch, wenn er mir versichert, dass das nichts mit seinen Gefühlen für mich zu tun hat. Das ist für mich einfach nicht vorstellbar, weil es mir so völlig anders geht mit der Situation.
Und ich hasse das Gefühl, abhängig zu sein. Abhängig von den Entscheidungen meines Freundes. Das ist so ein riesengroßer innerer Konflikt, der mich daran hindert, das Hier und Jetzt einfach nur zu genießen und Frieden damit zu schließen wie es gerade ist.
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Blume

« Antwort #9 am: 07. Juli 2016, 11:21 »
Was, er vermisst dich nicht? Was ist das für einer? Ich würde keinen Freund haben wollen, der mich nach längerer Abwesenheit nicht vermisst. Das ist ja traurig.
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Vombatus

« Antwort #10 am: 07. Juli 2016, 11:33 »
(...) Und trotzdem schaffe ich es nicht. Weil ich mich trotzdem nicht von dem Gefühl lösen kann, dass es sich irgendwie falsch anfühlt, sich so lange nicht sehen zu können. (...)

Von aussen liest sich das wie Schuldgefühle. Irgendwie eigene emotionale Erpressung. Kannst du die Situation umdrehen? Sag ihm, du bist dann und dann erreichbar (also dann wenn es von der Zeitverschiebung auf beiden Seiten passt). In der Zeit nimmst du dir auch Zeit. Ansonsten machst du dein Ding, kompromisslos, um nicht in der passiven Wartesituation zu hängen mit dem Gefühl, für ihn jetzt gerade nicht da zu sein. Leider kenne ich kein Rezept gegen unbegründete Schuldgefühle ...

Und klar verletzt es mich zutiefst, hier zu sitzen und meinen Freund immer wieder schmerzlich zu vermissen - gleichzeitig aber zu wissen (das hat er mir schon öfter gesagt), dass er mich nie vermisst. Und natürlich zweifle ich dann an seinen Gefühlen. Auch, wenn er mir versichert, dass das nichts mit seinen Gefühlen für mich zu tun hat.

Was ist das denn für ein Scheiß? Entschuldigung. Merkwürdige Gefühlswelt in einer Partnerschaft, dass man niemanden vermisst, wenn man auf längerer Reise ist? Unfassbare Aussage "ich vermisse dich nie".
Und dann kommt er zurück und hat dich auf Parkposition. Von außen hört sich das nicht gut an, aber von außen hat man auch nie das ganze Bild ... und vieles ist leichter gesagt und getan, als wenn man selbst in einer Herzschmerzsituation ist.

Hoffe aber mal, dass dir das "Ausschreiben" und die Auseinandersetzung mit dem Thema hilft. Ohne, dass du ständiges Kopfkino hast, dass dich runter zieht.
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dirtsA

« Antwort #11 am: 07. Juli 2016, 12:51 »
Hast du ihn schon mal darauf angesprochen, dass du es nicht gut findest, dass sich alles um ihn dreht? Also eben auch schon letztes Jahr? Wenn nicht oder wenn es vielleicht nicht klar genug war, würde ich das einfach nochmal machen. Ohne negativen Beiklang, sondern einfach den Sachverhalt darstellen.

Dass er dich nicht vermisst, kann ich zu einem gewissen Grad sogar nachvollziehen. Ich glaube zwar nicht, dass er dich "nie" vermisst (vielleicht einfach eine macho-Männer-Aussage, womit er nicht zu gefühlig rüber kommen will), aber auf Reisen ist so viel los. Man erlebt so viel und macht/sieht jeden Tag Neues. Klar, da ist die Ablenkung gross und man kommt oft gar nicht so zum Nachdenken und Vermissen. Würde das nicht überbewerten, im Gegensatz zu meinen Vorrednern ;)

Wichtiger ist denke ich, dass du mit ihm über deine Einschätzung von der Beziehung generell sprichst und auch erfahrst, wie das Ganze aus seiner Sicht aussieht.

Aufpassen würde ich, wenn er zurück ist, dass du genug Interesse an seiner Reise zeigst. Ich hatte mal einen Freund, der mir nie eine Reise gegönnt hat, nicht mal im Auto vom Flughafen nachgefragt hat wie es denn war und die Fotos musste ich ihm aufzwingen. Ab dem 10. Foto hiess es denn, kannst du nicht schneller machen... Ja, die ersten Wochen wird sich alles um ihn drehen. Und ich würde dir raten, auch genug Interesse zu zeigen, da das sonst anders rum auch verletzend sein kann. Aber: Das Interesse verpufft sehr sehr schnell wieder. Man trifft jede Freundesgruppe/Familienkonstellation einmal, die üblichen 5-10 gleichen oberflächlichen Fragen, und dann ist alles wieder beim Alten. Die wenigsten interessieren sich tiefer für die Reise etc. Also denke nicht, dass du wenn er zurück ist, noch durch viel durch musst.

Ich glaub ich hab das schon mal vorher geschrieben, aber nochmal: Ich glaub nicht, dass dein Grübeln jetzt irgendwas bringt. Du musst nicht analysieren, warum du dich so fühlst oder verhältst. Akzeptiere dich einfach, wie du gerade bist. Akzeptiere die Situation, dass es eben noch 2 Monate sind, bis er zurück ist und danach ein paar Wochen bis wieder Normalität eingekehrt ist. Du versuchst zu sehr gegen etwas anzukämpfen, wozu es eben einfach keine Lösung gibt, anstatt dich damit abzufinden, dass es so ist. Du willst ihn behalten, also zieh es durch und sprech ihn wie oben geschrieben darauf an, wie für dich die Beziehung funktioniert. Mehr kannst du momentan nicht machen.
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Boldag

« Antwort #12 am: 07. Juli 2016, 13:01 »
Was, er vermisst dich nicht? Was ist das für einer? Ich würde keinen Freund haben wollen, der mich nach längerer Abwesenheit nicht vermisst. Das ist ja traurig.

Da muss man jetzt nochmal sich genau anschauen, wie bzw. was genau gesagt wurde.
Ich selbst war nämlich auch bereits 2 Monate am Backpacken und ein Semester im Auslandsstudium während meine Freundin zu Hause war. Auch mir ging es so, dass ich objektiv auf jedes (oft fallende) "Ich vermisse dich" meiner Freundin nicht mit dem gleichen antworten konnte.
Das lag aber weniger daran, dass ich es nicht schön gefunden hätte, wenn sie z.B. dabei gewesen wäre, sondern eher dass man auf einer Reise oder generell im Ausland einfach unglaublich viele neue Eindrücke sammelt, viele Leute kennenlernt und (zumindest bei mir) auch viel mehr unternimmt als zu Hause. Daher hat man einfach viel mehr Ablenkung und natürlich auch viele schöne Erfahrungen/Erlebnisse, welche die Person zu Hause also nicht hat (da sie oftmals im Alltag gefangen ist).
Während also meine Freundin zu Hause ihrem alltäglichen Leben nachging, welches zu der Zeit auch nicht immer optimal war und darauf wartete, dass ich zurück komme, habe ich allerlei Sachen erlebt und die Zeit verging gefühlt auch viel schneller. Aufgrund der vielen positiven Eindrücke kam ich auch gar nicht in so absolute "Wehmut", da ja immer etwas neues spannendes passierte.
Daher hab ich auch meine Freundin deutlich weniger vermisst, als sie mich. Finde ich unter dem Aspekt aber auch normal und nicht wirklich schlimm. Allerdings wäre ich wie gesagt auch sehr froh gewesen, wenn sie mich begleitet hätte. Das ging aus verschiedenen Umständen jedoch nicht. Falls dem dann in dieser Situation nicht so ist bzw. man froh ist, sich nicht melden zu "müssen" etc, dann läuft denke ich mal etwas falsch. Aber das wäre jetzt auch reine Spekulation.

Daher kann ich dir nur als Tipp "von der Gegenseite" geben, solche Aussagen nicht zu stark zu gewichten.

Versucht einfach klare "Regeln" aufzustellen wann (Uhrzeiten) bzw. wie (und wie oft) ihr kommuniziert. Und zwar welche, die für beide in Ordnung sind.
Klar gibt es immer mal wieder Situationen, in denen dann etwas dazwischen kommt (z.B. als ich auf manchen Inseln kein bzw. nur seeeeeehr sporadisches WLAN hatte. Falls wir dann aber etwas ausgemacht haben, hab ich eben kurz eine SMS geschickt und die Situation geschildert, da es zumindest normalen Netzempfang gab). Auf der anderen Seite solltest du dann aber auch nicht gleich in Panik ausbrechen bzw. ihm Vorwürfe machen, wenn mal (Betonung auf mal) ein Termin nicht gehalten werden kann. Je nachdem wo er sich befindet, kann wie gesagt immer mal was dazwischen kommen. Allerdings sollte er sich auch ein bisschen nach dir richten und da fängt eben die Abwägung ab:
Ich kann nachvollziehen, dass er eine Vulkantour o.ä. Aktivitäten fix geplant hat, wenn aber dann einem Termin etwas flexibles (wie z.B. mit anderen ein Bierchen trinken) im Weg steht, sollte er auch zu Kompromissen bereit sein.

Insofern redet darüber und findet eine für beide akzeptable Lösung.

EDIT: dirtsA hat jetzt was gepostet, bevor ich mit schreiben fertig war. Dem kann ich aber nur zustimmen :)
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Degna

« Antwort #13 am: 07. Juli 2016, 13:26 »
 ;D wenn ich das alles so lese,hört sich so eine Beziehung verdammt kompliziert an.
Sorry,jeder hat da eine andere Meinung und ich will jetzt echt nicht klugscheißen,aber mir wäre das alles zuviel act.
Ich habe in meinen Beziehungen
die Erfahrung gemacht,wenn ein Partner der Meinung ist,das dringend Redebedarf besteht und
 gewisse Regeln für ein besseres
 Zusammenleben aufgestellt werden müssen,.....die Beziehunge sich eigentlich schon erledigt hat und diese Gespräche NIE zu befriedigenden Ergebnissen geführt haben.
Eine gut funktionierende Partnerschaft ist relaxt,angenehm und bedarf weniger grundsätzlicher Gespräche,weil man sich mit Respekt,gegenseitigem Vertrauen und tiefer Zuneigung begegnet.Ich hätte auf diese ganze Nummer keine Lust.
Er lebt sein Leben ,vermisst moch nicht großartig und verteilt "Termine",........aber Hallo,da gehören zwei dazu.
Ich für meinen Teil wäre hochbeschäftigt,wenn er zurück käme,würde ihm einen Termin erteilen,wenn dann aber kein sonderliches Interesse käme,hätte ich noch virl weniger Lust mir std-lang öde Bilder anzusehen,die sowieso nur für denjenigen der dabei war interessant sind.Daher zeige ich von meinen diversen Reisen NIE Bilder,da ich festgestellt habe ,dass das für Nicht-dabei-gewesene der Gähner ist..
Wenn von ihm dann nichts kommt,was mich irgendwie glücklich machen würde,würde ich mich dezent zurück ziehen und einen Schlußstrich ziehen und mir unnötige Tränen ersparen,die die Zukunft mit einem solchen Typen bringt.
Ist halt eone Entscheidung,wie hoch das Selbstwertgefühl ist,....
Lg Claudia
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filoliz

« Antwort #14 am: 14. September 2016, 00:11 »
... jetzt bin ich mal neugierig! erzähl uns doch, wenn du magst, wie du die restlichen zwei Monate des Wartens überstanden hast. Und jetzt: ist er zurück? Alles wieder gut?
Oder gab es da eher so eine Ahnung in dir, dass eure Beziehung "nicht auf Augenhöhe" ist und daher nicht das ist, was du willst?
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