Thema: Danke für den Kaufkraftverlust, Mr. Draghi ...  (Gelesen 4133 mal)

Hauptstädter

« am: 22. Januar 2015, 22:28 »
Die nächste Stufe des "QE" seitens der EZB ist wie erwartet gezündet worden:

"Der Euro ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. Nachdem die Europäische Zentralbank bekannt gegeben hatte, Anleihen im Wert von gut 1,1 Billionen Euro zu kaufen, fiel die Gemeinschaftswährung um etwa zwei Cent auf bis zu 1,1404 Dollar. Das ist der tiefste Stand seit November 2003."

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/europaeische-zentralbank-analyse-zum-kauf-von-staatsanleihen-der-ezb-a-1014353.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-anleihekaeufe-euro-so-billig-wie-2003-aktien-teurer-a-1014497.html

Habt ihr ja sicherlich heute alle mitbekommen. Das Thema ist ja für Vielreisende aus dem Euroraum durchaus unangenehm. Der Spiegel formuliert es so:

"Zum Skilanglauf lieber nach Finnland statt nach Norwegen fahren und lieber Schokolade aus Belgien statt aus der Schweiz einkaufen."

Ne Weltreise im Euroraum ist nur leider schwerlich zu bewerkstelligen...   ::)

Nachfolgend mal einige Zahlen, auf Stand heute:

  • EUR/Baht: Lag der Kurs bis Juni 2014 noch stabil bei 44, liegt er heute bei nur noch 37 Baht. Hätte ich vor ab sofort c.p. in Thailand 3.000 Euro auszugeben, läge mein Kaufkraftverlust bei ca. -21.000 Baht oder -570 Euro vs. Vergleichszeitraum.
  • EUR/USD: Lag der Kurs bis Juni 2014 noch stabil bei 1,35 liegt er heute bei nur noch 1,13 USD. Hätte ich vor ab sofort c.p. in den USA 3.000 Euro auszugeben, läge mein Kaufkraftverlust bei ca. -660 USD oder -580 Euro vs. Vergleichszeitraum.
  • EUR/Yuan: Lag der Kurs 2014 im Mittel noch stabil bei 8,2 liegt er heute bei nur noch 7 Yuan. Hätte ich vor ab sofort c.p. in China 3.000 Euro auszugeben, läge mein Kaufkraftverlust bei ca. -3.300 Yuan oder -470 Euro vs. Vergleichszeitraum.
  • EUR/Rupie: Lag der Kurs im Mittel noch stabil bei 82 liegt er heute bei nur noch 69 Rupien. Hätte ich vor ab sofort c.p. in Indien 3.000 Euro auszugeben, läge mein Kaufkraftverlust bei ca. -39.000 Rupien oder -565 Euro vs. Vergleichszeitraum.

Ich weiß natürlich, dass Wechselkurse relativ komplex von vielfältigen, auch temporären Faktoren beinflusst werden und sich auch wieder erholen können. Nichtsdestotrotz sieht man seit Draghis Amtsübernahme einen klaren Trend in der EZB-politik, die klar zu lasten der Sparer geht. Der Euro als Währung wird klar im Wert geschwächt und Besserung ist jetzt nach der Erweiterung des QE und der anhaltenden Rezession in Europa auch nicht in Sicht.

Warum ich das im Weltreiseforum thematisiere? Zum einen um mir ein wenig Luft zu machen und zu diskutieren. Und zum anderen um euch zu fragen, wie ihr damit umgeht? Gibt es risikoarme Möglichkeiten sich effektiv vor derartigem Kaufkraftverlust zu schützen? Ich hab von Geldanlage nicht viel Ahnung, muss ich gestehen. Die Euros, die man hat, jetzt in eine stabile Währung wechseln, um einem möglichen weiteren Verfall vorzubeugen, erscheint mir grundsätzlich möglich, aber auch nicht als der Weisheit letzter Schluss und risikofrei ist es auch nicht. Was denkt ihr über das Thema?   

Gruß aus der Hauptstadt





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RETPIG

« Antwort #1 am: 22. Januar 2015, 23:03 »
Frag mal die Schweizer wie es denen geht nach der letzten Woche - die können ihren Urlaub um ein Fünftel verlängern. ;D
Spaß beiseite, ernste Antwort geb ich morgen.
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MissMojo

« Antwort #2 am: 22. Januar 2015, 23:25 »
Au scheisse. Danke Dir, für diese Übersicht! Ich sitze gerade in Kanada und tja, was soll ich sagen... mir ist gerade ne Menge Holz weg gekommen... was planen die damit? Alle Eurozonenmitglieder im Land zu halten?

Ich hab gerade keine Worte bin aber wütend und frustriert!
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Fidelino

« Antwort #3 am: 23. Januar 2015, 03:34 »
Meckern ist immer leicht...
sieh mal das Positive: Deutshland ist eine Exportnation, kann somit die Waren günstiger im Ausland verkaufen, davon hast letztenendes auch Du was und kannst Deinen Urlaub dann finanzieren.

Hast Du Dein Erspartes in Aktien investiert? Dann solltest Du jubeln, der DAX ist aufm Rekordhoch!

Das ist immer ne zweischneidige Seite.

Grüße aus Bora Bora (sorry, den konnte ich mir gerade nicht verkneifen)
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GschamsterDiener

« Antwort #4 am: 23. Januar 2015, 06:07 »
Bei jeder Entscheidung gibt es immer Gewinner und Verlierer.

Ich bin gerade in Indien und habe das Abrutschen von 78 zu 70 wahrgenommen. Aber mir wäre nie der Gedanke gekommen, mich deswegen aufzuregen. Erstens kann ich den Kursverlust eh nicht beeinflussen, die Krise ist halt Tatsache, und zweitens bin ich froh, aus einem Land zu sein, das so reich ist, dass es sich ein Durchschnittsbürger wie ich leisten kann, trotz Krise nach ein paar Jahren Berufstätigkeit auf Weltreise zu gehen. Das ist ein unglaublicher Luxus.

Im letzten Jahr habe ich wiederum von einem (auf 10-Jahres-Basis betrachtet) schwachen Yen profitiert. Die aktuell niedrigen Ölpreise führen wiederum zu niedrigeren Kosten bei Flugtickets. Alles ist relativ und gleicht sich mal mehr mal weniger aus. Andere Nationen werden abwerten und die Kurse sich wieder einrenken - oder auch nicht. Die Wirtschaft wird vielleicht angekurbelt und man bekommt wieder leichter einen Job oder eine Gehaltserhöhung. Etc.

Wie du dich gegen Kursverluste absichern kannst? Du kannst dir ja die benötigte Währung im Voraus zu einem bestimmten Kurs zulegen, dann ist das Budget gesichert. Dann aber nicht jammern, wenn der Euro zwischenzeitlich an Wert gewinnt.

Und ich verstehe auch nicht, wieso gerade die aktuellen Maßnahmen so schlecht für Sparer wären, denn man versucht damit die Wirtschaft anzuheizen. Wenn das gelingt, steigt die Inflation und damit automatisch die Sparzinsen. Natürlich, wenn man quasi in Fremdwährung anlegen möchte (also Euro außerhalb des EUR-Raumes ausgeben möchte), kann man diesen Vorteil nicht lukrieren, aber die EZB ist eher an denen interessiert, die Euro im Euroraum ausgeben wollen (= Anheizen der Wirtschaft) als in Asien.
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MissMojo

« Antwort #5 am: 23. Januar 2015, 06:19 »
Es war einfach so klar, dass nachdem sich jemand Luft verschafft und sich wirklich damit auseinander setzt wieder irgendwer in Hippie-Gutmensch-Attituede um die Ecke kommt und sagt "Ja mensch, sei doch mal froh!!! Anderswo sterben Kinder / muessen Menschen vergammeltes Gemuese essen / sind Parkuhren ueberteuer"

Hahaha. Solche Sprueche sind so urdeutsch wie die Meckerei selber. War einfach echt absehbar.

Ich fuer meinen Teil finde das sehr wohl wichtig. Fuer mich persoenlich auch aergerlich. Und ehrlich gesagt ist mir "was dann mal in 5 Jahren mit der deutschen Wirtschaft ist oder auch nicht, aendert sich ja eh immer alles" rotzegal. Vertrauen kann man da keinem, glauben schon gar nicht, Hoffnung ist das einzige was bleibt.

Und ich werde mich jetzt demuetigst in die Asche verbrannter DM Scheine werfen und meinen heiligen Gral aka Deutschen Pass anbeten damit mir noch mehr so schoene Dinge wiederfahren duerfen und ich brav weiterhin "Ja Hr. Draghi, aber bitte sofort, Herr Politker, natuerlich Frau Ministerin - darf es noch etwas von dem extra weichen Toilettenpapier sein, ja?" brabbeln darf.
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Jens

« Antwort #6 am: 23. Januar 2015, 06:45 »
Ich hab gerade keine Worte bin aber wütend und frustriert!

Worte zum Handeln des Herrn Draghi habe ich schon lange nicht mehr und frustriert über die Euro-Politik bin ich auch schon lange! Sparen macht keinen Sinn zur Zeit. In Aktien Geldanzulegen kommt für mich als "Normalverdiener" nicht in die Tüte! 2011 ein Jahr vor meiner Weltreise gab es schonmal so einen Rutsch und ich hab Geld daurch verloren, auch während meiner Reise war der Euro-Kurs nicht der Beste, aber deswegen bin ich dennoch gereist! Hatte halt weniger Geld  :(

Aber mal ganz Ehrlich, klar wir Reisende sind die Verlierer dieser Politik, die Wirtschaft freut es und dieser gönne ich auch den niedrigen Euro. Nur ist es doch so, dass wenn Aktien steigen, meistens die Gewinne von den Arbeitern erwitschaftet werden und nicht von den Bänkern oder gar Aktionären! Scheiß System!!!

Das schlimme ist ja nur, dass die EZB mit dieser Geldschwemme nur "Zeit" für die "reformunwilligen Länder" und "kaputten Banken" kauft. Dies ist ja nichts Neues, denn die ganze Eurokrise ist so aufgebaut! Die EZB schafft mit den Milliaren eine Überbrückungszeit, damit die Banken und Länder Reformen einleiten um ihre Haushalte zu konsolidieren und das machen die Betrüger, Lügner der Politik und Bankenwirtschaft nicht! Es sind fünf Jahre jetzt vergangen und spanien, Portugal und auch Griechenland haben mit der Konsolidierung angefangen, sind durchs Tal der Tränen gegangen und jetzt wo ein Pflänzchen der Stabilisierung aufkeimt kommt Herr Draghi und schüttet diesen Weg zu mit Milliarden von Euro. Damit meine ich, dass die Länder nun keinen Anreiz mehr haben werden weiter ihr Hausaufgaben zu machen, nicht mehr konsolidieren, keine Reformen einleiten und lieber Wahlgeschenke rauspulvern, die beim "normalen Volk" nicht ankommen!!

Und was lernen wir daraus..... der normale arbeitende Mensch wird verarscht und darf die Zeche nachher zahlen, da die Politiker und Wirtschaftbosse die taschen vol haben und abgedankt haben!!

Dazu passt dann das Schlusswort aus der Woche: 1 % der Weltbevölkerung hält etwa 40 % des weltweiten Vermögens. Die reichsten 2 % der Weltbevölkerung besitzen mehr als 51 % des weltweiten Vermögens. Auf die reichsten 10 % entfallen etwa 85 % des weltweiten Vermögens. Auf die unteren 50 % der Weltbevölkerung entfällt weniger als 1 % des weltweiten Vermögens.

Noch Fragen  :o :(
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GschamsterDiener

« Antwort #7 am: 23. Januar 2015, 08:14 »
Es war einfach so klar, dass nachdem sich jemand Luft verschafft und sich wirklich damit auseinander setzt wieder irgendwer in Hippie-Gutmensch-Attituede um die Ecke kommt und sagt "Ja mensch, sei doch mal froh!!! Anderswo sterben Kinder / muessen Menschen vergammeltes Gemuese essen / sind Parkuhren ueberteuer"

Hahaha. Solche Sprueche sind so urdeutsch wie die Meckerei selber. War einfach echt absehbar.

Ich fuer meinen Teil finde das sehr wohl wichtig. Fuer mich persoenlich auch aergerlich. Und ehrlich gesagt ist mir "was dann mal in 5 Jahren mit der deutschen Wirtschaft ist oder auch nicht, aendert sich ja eh immer alles" rotzegal. Vertrauen kann man da keinem, glauben schon gar nicht, Hoffnung ist das einzige was bleibt.

Und ich werde mich jetzt demuetigst in die Asche verbrannter DM Scheine werfen und meinen heiligen Gral aka Deutschen Pass anbeten damit mir noch mehr so schoene Dinge wiederfahren duerfen und ich brav weiterhin "Ja Hr. Draghi, aber bitte sofort, Herr Politker, natuerlich Frau Ministerin - darf es noch etwas von dem extra weichen Toilettenpapier sein, ja?" brabbeln darf.

Sollte ich gemeint gewesen sein. Als in Polen geborener Österreicher würde ich mich nicht unbedingt als "urdeutsch" bezeichnen und bin als Wirtschaftsabsolvent mit langjähriger Erfahrung im Finanzbereich nicht unbedingt mit "Hippie-Gutmensch-Attitüde" gesegnet. Es handelt sich hier um ein Diskussionsforum. Da geht es um Meinungen und Gegenmeinungen. Ich und andere haben Gegenmeinungen gebracht. Was passiert dann? Rumschimpfen, durch Sarkasmus in die Lächerlichkeit ziehen, persönliche Beleidigungen. Willst du keine anderen Meinungen hören? Dann schreib in deinen Blog und deaktiviere die Kommentarfunktion.

Ich ging immer davon aus, dass Weltreisende offene und reflektierte Menschen sind. Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber Populismen wie "Hippie-Gutmenschen" werden in Österreich vor allem von der FPÖ verwendet, alles andere als einer offenen und reflektierten Partei, wenn ihr nichts mehr einfällt (also recht häufig). Das stimmt mich dementsprechend bedenklich. Nichts für Ungut, aber was soll das?

Weltwirtschaft und Weltpolitik sind kompliziert. Wer hätte vor 2 Jahren gedacht, dass die Energiepreise mal sinken würden? Wenn man da mal Maßnahmen setzt, finde ich, dass es am wichtigsten ist, dass dabei die Ärmsten nicht unter die Räder kommen. Darauf wird eh viel zu selten Rücksicht genommen. Westeuropäische Weltreisende gehören meiner Meinung nach nicht zu dieser Gruppe. Wenn jetzt durch die Politik der EZB tatsächlich die Wirtschaft angekurbelt wird und tatsächlich Jobs geschaffen werden sollten, dann finde ich das gut. Ob es das richtige Mittel ist, darüber sollte man diskutieren, ich bin da kein Experte. Aber zumindest setzt man irgendwelche Maßnahmen.

Vielleicht ein Wort der Beschwichtigung zum Abschluss: Kurse schwanken kurz- und mittelfristig. Könnt ihr euch nicht mehr an die Talfahrt des USD erinnern? Davon müssten doch viele von uns profitiert haben. Das ist gar nicht so lange her. Vielleicht kauft jetzt China ordentlich EUR ein, dann passt es wieder. Vielleicht werten andere Währungen gegenüber dem EUR ab, weil sie sonst nicht so viel exportieren können. Und wenn durch den schwachen EUR die Tourismusnachfrage abnehmen wird, werden auch die Preise in den Zielländern zurückgehen - erlebe ich gerade in Indien. Also: es wird sich alles irgendwie einpendeln, nur keine Panik!
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Hauptstädter

« Antwort #8 am: 24. Januar 2015, 18:21 »
@Fidelino

Zitat
Meckern ist immer leicht...
sieh mal das Positive: Deutshland ist eine Exportnation, kann somit die Waren günstiger im Ausland verkaufen, davon hast letztenendes auch Du was und kannst Deinen Urlaub dann finanzieren.

Kein Einwand. Deutschland ist ein reiches Land - absolut gesehen und relativ ggüber anderen - und den meisten Menschen geht es hier sehr gut. Menschen, die eine Weltreise machen können, geht es tendenziell natürlich noch besser als dem Durchschnitt. Ich find es einfach menschlich, dass man sich im ersten Moment darüber ärgert, wenn der Euro einige Zeit vor Reiseantritt so dermaßen abschmiert, dass man in der Welt z.T. deutlich weniger dafür bekommt. Insbesondere, wenn einem das Geld nicht in den Schoss gelegt wurde und man es sich selbst erarbeitet und über längere Zeit sparsam gelebt hat.

@ GeschamsterDiener

Danke für deine interessanten Beiträge zum Thema.

Zitat
Ich bin gerade in Indien und habe das Abrutschen von 78 zu 70 wahrgenommen. Aber mir wäre nie der Gedanke gekommen, mich deswegen aufzuregen. Erstens kann ich den Kursverlust eh nicht beeinflussen, die Krise ist halt Tatsache, und zweitens bin ich froh, aus einem Land zu sein, das so reich ist, dass es sich ein Durchschnittsbürger wie ich leisten kann, trotz Krise nach ein paar Jahren Berufstätigkeit auf Weltreise zu gehen. Das ist ein unglaublicher Luxus.

Da der Teil in die Richtung von Fidelinos Beitrag geht, verweis ich mal auf meine obige Antwort dazu.

Zitat
Im letzten Jahr habe ich wiederum von einem (auf 10-Jahres-Basis betrachtet) schwachen Yen profitiert. Die aktuell niedrigen Ölpreise führen wiederum zu niedrigeren Kosten bei Flugtickets. Alles ist relativ und gleicht sich mal mehr mal weniger aus. Andere Nationen werden abwerten und die Kurse sich wieder einrenken - oder auch nicht. Die Wirtschaft wird vielleicht angekurbelt und man bekommt wieder leichter einen Job oder eine Gehaltserhöhung. Etc.

Zitat
Vielleicht ein Wort der Beschwichtigung zum Abschluss: Kurse schwanken kurz- und mittelfristig. Könnt ihr euch nicht mehr an die Talfahrt des USD erinnern? Davon müssten doch viele von uns profitiert haben. Das ist gar nicht so lange her. Vielleicht kauft jetzt China ordentlich EUR ein, dann passt es wieder. Vielleicht werten andere Währungen gegenüber dem EUR ab, weil sie sonst nicht so viel exportieren können. Und wenn durch den schwachen EUR die Tourismusnachfrage abnehmen wird, werden auch die Preise in den Zielländern zurückgehen - erlebe ich gerade in Indien. Also: es wird sich alles irgendwie einpendeln, nur keine Panik!

Durchaus interessante Hinweise um den Blick etwas mehr auf das Gesamtbild zu lenken. Dann hoffe ich mal, dass man in China richtig schön Hunger auf Euros hat.

Zitat
Wie du dich gegen Kursverluste absichern kannst? Du kannst dir ja die benötigte Währung im Voraus zu einem bestimmten Kurs zulegen, dann ist das Budget gesichert. Dann aber nicht jammern, wenn der Euro zwischenzeitlich an Wert gewinnt.

Darüber denke ich gerade nach, bin aber unschlüssig. Zum einen würde ich mit dem Umtausch ja die derzeitigen Verluste de facto erstmal realisieren. Zum anderen ist eben auch nicht ausgeschlossen, dass sich das Blatt wieder wendet. Mir fehlt da offen gestanden auch der Überblick über die Wirtschaft und die Devisen in Ländern x und y. Das ist ja auch keine Einbahnstraße, wo nur der Euro relevant ist. Was geschiet auf der anderen Seite?

Der Dollar erscheint allerdings weiter im Aufwind, die FED hat ja Zinserhöhungen angekündigt und die dortige Geldschwemme beendet. Die Wirtschaft scheint wieder angesprungen zu sein. Viele Banken sehen den erstarkenden Dollar zum schwächelnden Euro zum Jahresende bereits in Parität zueinander, vielleicht macht es da Sinn sich anteilig mit Dollars abzusichern. Wie seht ihr das? Gibt es noch andere Meinungen?   





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Frank!

« Antwort #9 am: 24. Januar 2015, 19:04 »
Der Start unserer Reise (ca. 1 Jahr) steht gerade unmittelbar bevor. In sechs Wochen geht's los und wir haben lange dafür gespart uns dies ermöglichen zu können. Letztlich ist es natürlich so, dass wir privilegiert sind überhaupt eine derart lange Zeit aus dem Arbeitsleben aussteigen zu können um zu reisen. Allerdings ist es extrem frustrierend festzustellen, dass die über lange Zeit hart angesparten Kröten nun so schnell an Wert verlieren. Ich habe mich bisher wenig bis gar nicht mit Devisenmärkten und Kursentwicklungen beschäftig und bin momentan etwas ratlos wie wir am besten handeln sollen. Ich wäre also auch sehr dankbar für einen Rat wie nun die beste Vorgehensweise ist um die Verluste möglichst gering zu halten.
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Jens

« Antwort #10 am: 25. Januar 2015, 09:23 »
Hallo Live-Wind,

so schlimm wie es sich anhört wirst du nicht viel machen können. Wenn wir das alle so gewusst hätten, dann hätten wir vor drei Monate unsere Euros in Dollars tauschen müssen und als Dollars auf das Konto legen lassen. Der Zug ist abgefahren! Ich ziehe in 105 Tagen los und werde dann halt versuchen zu sparen und solange reisen bis das Geld alle ist!!
Wie du schon sagtes, es ist frustrierend!!

Genießt eure Zeit, es wird die geilste in eurem Leben!
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arivei

« Antwort #11 am: 25. Januar 2015, 20:13 »
Der Euro war einfach im letzten Jahr sehr stark... Die Währung, die immer nur steigt, die zeig mir mal einer!!

Außerdem: Wer sich bei einer Währung nur die letzten 5 Monate anschaut, und dann heult, den kann ich nicht ernst nehmen. Und wer sich 3-5 Jahrescharts ansieht, der wird sich auch nicht (außer vielleicht aktuell beim USD  ???) beschweren...

Ich hab mal einen Kurz-check gemacht:
Wir waren 09.2012-12.2013 auf Weltreise

Aktuell sind die Kurse in Brasilien, Malaysia, Indonesien, Nepal, Argentinien sogar besser, als bei uns damals. Und von Australien mal  nicht zu reden! Wir hatten im Dez 2012 einen Kurs von 1,24AUD/EUR :o - also mal nicht heulen.

Wer jetzt grad in die USA will hat halt mal Pech, wer jetzt nach Russland fährt, lacht sich ins Fäustchen. C'est la vie!

In diesem Sinne - frohes Reisen!

karoshi

« Antwort #12 am: 26. Januar 2015, 07:39 »
Ich habe mich bisher wenig bis gar nicht mit Devisenmärkten und Kursentwicklungen beschäftig und bin momentan etwas ratlos wie wir am besten handeln sollen. Ich wäre also auch sehr dankbar für einen Rat wie nun die beste Vorgehensweise ist um die Verluste möglichst gering zu halten.
Ganz einfach: am besten gar nichts machen. Wenn Ihr jetzt anfangt, hektisch am Devisenmarkt zu zocken, macht Ihr u.U. alles nur noch schlimmer.

Falls durch die Kursentwicklung die gesamte Finanzplanung der Reise auf der Kippe steht, wäre es vielleicht angesagt, die Route irgendwo abzukürzen oder mehr Zeit in günstigen Ländern zu verbringen.
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karoshi

« Antwort #13 am: 26. Januar 2015, 07:53 »
Der Euro war einfach im letzten Jahr sehr stark... Die Währung, die immer nur steigt, die zeig mir mal einer!!
Wahre Worte... Es wurden kurz nach der Euro-Einführung auch schon Wechselkurse unter 0,90$ gesehen. Und ich kann mich erinnern, wie nervös alle wurden, als der Kurs dann allmählich auf 1,15 stieg. Da ist er jetzt auch wieder (aus der anderen Richtung kommend), und wieder sind die Leute nervös, weil er vielleicht noch tiefer gehen könnte. Das bringt einen zu der Vermutung, dass nicht der Kurs das Problem ist, sondern die Veränderung an sich.

Trotzdem kann ich die Reisenden verstehen, die ihrer Frustration über den Kaufkraftverlust im Ausland Luft verschaffen wollen, auch wenn es überhaupt nichts bringt. Ich neige zu der Sichtweise, dass wir unter dem Strich eher vom Kaufkraftverlust profitieren, und zwar von dem in vielen Reiseländern. Die haben das Problem nämlich auch, und teilweise noch viel stärker.
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pawl

« Antwort #14 am: 26. Januar 2015, 17:12 »
Hi,

dass der Wechselkurs so ist wie er ist wird doch nicht für uns "eingerichtet". Er wird auf dem Marktgehandelt und wenn er Steigt oder Fällt, dann wird einem doch nichts von irgendwem "geklaut". Ich komme mit meinem Budget immer noch hin und die hier immer empfehlten - danke dafür - 30€ p.P. sind sind Asien diiiicke genug! Ich spüre 0,0 davon.

Ich würde auch mal kurz anmerken wollen, dass die Menschen die in der EZB arbeiten mit Sicherheit mehr von dem Thema verstehen als wir, oder sieht das wer anderst?

Es geht bei dieser Politik darum das Wachstum anzukurbeln, das wurde ja schon genannt.

Wichtig ist für mich noch: Ohne Wachstum funktioniert unsere Marktwirtschaft nicht. Das heißt kritik am Wachstum bedeutet kritik am Kapitalismus.

Es gibt natürlich noch zich andere Ideen und Varianten unsere "Probleme", von denen man in Deutschland wohl am wenigisten fühlen und sehen kann, zu lösen. Diese werden aber von Experten geprüft und bewertet und nicht von Laien wie mir.

Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei, aber sehe die Probleme irgendwie mehr im System, dass gefühlt ziemlich auf der Kippe steht.

http://www.sueddeutsche.de/thema/Kapitalismus

Grüße aus Malaysia (Dem Land in dem ich für 15 Euro pro Tag leben kann - yeah :-P)
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