Thema: 3 Wochen Indien (Januar)  (Gelesen 1118 mal)

enit

« am: 10. Oktober 2014, 18:26 »
Hallo,

wir möchten unseren ersten Jahresurlaub nach der Weltreise gerne in Indien verbringen. Der Zeitraum wird Ende Dezember bis Mitte Januar sein (wahrscheinlich 27.12. - 17.1.), also direkt nach den Weihnachtsfeiertagen und über Neujahr. Ein längerer Zeitraum ist erstmal nicht drin, daher nur 3 Wochen.

Generell haben wir uns vorgestellt, etwas mehr als 2 Wochen Rundreise in Rajasthan (inkl. Agra) zu machen und dann evtl. noch einige Tage zum Entspannen nach Goa zu fliegen.

Jetzt sind wir allerdings zwecks der Reisezeit (Hauptreisezeit) und dem begrenzten Zeitraum unsicher, ob die Rundreise nicht zu sehr in Stress ausartet. Wie ich bereits öfters gelesen habe, kann es häufiger mal schwierig werden, Zugtickets für einen bestimmten Streckabschnitt kurzfristig zu erhalten, besonders zu Hauptreisezeiten.
Wie schätzt ihr die Problematik um Neujahr rum ein, könnte es da schwierig werden, relativ spontan von Ort zu Ort zu reisen? Bei Unterkünften sehe ich eher weniger Probleme, Sorgen bereitet mir der Transport.

Es wäre natürlich dann bei der eh schon begrenzten Zeit sehr schade, wenn man dann auch noch auf die Verfügbarkeit von Tickets angewiesen ist und evtl. mehrere Tage an einem Ort warten muss.

Als eine Alternative denken wir darüber nach, einen Fahrer für Rajasthan in Anspruch zu nehmen, das wäre wahrscheinlich wesentlich entspannter. Allerdings geht dabei natürlich zum Einen die Spontanität ziemlich verloren (obwohl die bei 2 Wochen Rundreise wohl eh eher begrenzt ist, wenn man einiges sehen will). Außerdem ist diese Art zu reisen für uns sehr ungewohnt, wir sind eigentlich meist nur mit dem Rucksack unterwegs. Irgendwie stelle ich mir das mit dem Fahrer so "dekadent" vor, aber vielleicht täusche ich mich da auch.
Hat hier jemand Erfahrungen mit dem Mieten eines Fahrers? Fährt dieser dann wirklich nur von Ort zu Ort oder auch z. B. zu den Sehenswürdigkeiten?

Würde mich über Meinungen/Tipps freuen!
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White Fox

« Antwort #1 am: 10. Oktober 2014, 20:48 »
Ich bin damals an Silvester nach Indien geflogen. Grundsätzlich klappt der Transport recht gut, aber oft muss man einen Tag vorher das Ticket kaufen. Will man in einer besseren Klasse Zugfahren sind es auch oft mehrere Tage. Voran kommen kann man in jedem Fall. Ich habe Leute getroffen, die sind ganze Überlandstrecken mit dem Taxi gefahren (für mehrere Stunden!). Dann zahlt man halt 20€ (was in Indien viel ist), aber es klappt wohl alles sehr gut. Wenn ihr euch einen Fahrer zulegt müsst ihr halt vorher genau verhandel was inklusive ist und wo genau ihr hin wollte.

Ein Hinweis noch: WARME Kleidung einpacken. Das nördliche Indien ist zu dieser Jahreszeit noch recht frisch, tagsüber ca. 14-15 grad und Nachts schon fast richtig kalt. Ich hatte damals die falschen Klamotten dabei und bin übelst krank geworden.
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enit

« Antwort #2 am: 12. Oktober 2014, 13:23 »
Danke schonmal für deine Antwort.

Dass es doch so kalt ist hatte ich gar nicht auf dem Schirm, dachte es wären tagsüber so um die 20 Grad. Ist auf jeden Fall gut zu wissen.
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karoshi

« Antwort #3 am: 12. Oktober 2014, 18:16 »
Für 2 Wochen Rajasthan würde ich auf jeden Fall einen Wagen mit Fahrer empfehlen. Grund: Die Zeit ist schon sehr knapp für die vielen Dinge, die es zu sehen gibt, und da will man nicht auch noch organisatorischen Overhead haben. Dekadent ist das eher für uns als für die Inder: Der Gedanke, dass Person A von Person B bedient wird, ist dort das normalste der Welt.

Die Fahrer fahren selbstverständlich auch zu den Sehenswürdigkeiten, wo es Sinn macht (also da, wo man sonst ein Taxi brauchen würde). Und ab und zu liegt auch eine Sehenswürdigkeit am Weg, die man mit öffentlichem Transport verpassen würde.

Wichtig ist, einen guten persönlichen Kontakt zu dem Fahrer aufzubauen. Er muss einfach wissen, was Ihr erwartet, sonst spult er ein Standardprogramm herunter. (Das muss übrigens nicht schlecht sein.) Wenn Ihr mittags nicht in teuren Touristenrestaurants essen wollt, sondern an der Straße, dann sagt das einfach. Wenn Ihr einen bestimmten Punkt anfahren wollt, dann sagt das auch. Wenn er Euch zu halsbrecherisch fährt, dann... you get the idea.
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dirtsA

« Antwort #4 am: 13. Oktober 2014, 18:34 »
Eine Freundin hatte mir dazu einen Tipp gegeben, den ich zwar selbst nicht ausprobiert habe, der aber für sie ehr gut funktioniert hat: Und zwar hat sie am Anfang ihrer Reise (gleiche Reise-Zeit bzw sie war länger unterwegs, wollte aber dafür umso mehr sehen) in einem der unzähligen Reisebüros alle ihre Zugtickets buchen lassen. Das erspart das Chaos am Bahnhof selbst, was scheinbar (?) wohl auch nicht so einfach zu organisieren ist. So waren alle Tickets gebucht und wenn sie mal was anderes machen wollte, hat sie das Ticket verfallen lassen bzw. sich vorher erkundigt, für wann sie denn das nächste neue Ticket bekommen könnte. Bei den Preisen tut das ja nicht so weh ;)

Nimmt natürlich auch ein Stück weg die Flexiblität. Mir persönlich wäre es aber lieber, als ein Fahrer, da man doch mehr vom  Leben mitbekommt, wenn man in einem vollen Zugwagon sitzt, also im klimatisierten Privatwagen. Das ist jetzt nicht Indien-bezogen, sondern einfach generell ;)
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Blume

« Antwort #5 am: 13. Oktober 2014, 19:02 »
Der Vorteil von Zügen ist aber, dass man längere Strecken nachts im Liegewagen zurücklegen kann. Und morgens ist man ausgeschlafen an einem neuen Ort, wenn man generell gut in Zügen schlafen kann. Ich kann das gut, mit Schlafbrille und Ohropax. Ich hatte Züge vorher von Deutschland aus im Internet auf der offiziellen Seite der indischen Eisenbahn gebucht. Das war ziemlich nervig, weil die Seite andauernd nicht funktionierte, aber letztendlich war alles gut. Wenn wir spontan Tickets haben wollten, waren immer alle Liegewagen ausverkauft. Es gibt aber einen Trick. Man kauft sich ein General Ticket, das ist das billigste Ticket für die Holzklasse, das immer verkauft werden muss. Im Zug setzt man sich aber in die Klasse seiner Wahl und fragt den Schaffner, ob irgendwo noch stornierte Plätze sind oder Plätze von Leuten, die einfach nicht gekommen sind. Und die gab es für uns immer! Der Schaffner kassiert dann die Differenz des General Tickets zur höheren Klasse plus eine kleine "Strafgebühr", die aber minimal ist, und gut ist.
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enit

« Antwort #6 am: 14. Oktober 2014, 18:57 »
Da sind ja schon mal super Tipps dabei, vielen Dank.

Die Varianten mit den Zugtickets vorbuchen (bzw. lassen) klingen auch sehr interessant.
Generell hört man ja sowieso immer, dass man nicht in Indien war, wenn man nicht wenigstens einmal richtig Zug gefahren ist  ;)

Sind zur Zeit immer noch in der Überlegungsphase, mal sehen ob es jetzt letztendlich wirklich Indien wird oder wir das ganze doch auf nächstes Jahr verschieben, wenn auch z.B. das Klima besser passt bzw. wir evtl. doch 4 Wochen Urlaub nehmen können.
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