Thema: Langzeitwanderung  (Gelesen 9654 mal)

grenzenlos

« am: 18. September 2014, 10:04 »
Lieb Forumgemeinde,
ab Mai 2014 sind wir nun schon unterwegs. Nach über 2500 Wanderkilometern sind wir in der Türkei angekommen.
Bei Interesse ist die Tour über:
www.grenzenlosabenteuer.de   einsehbar. Einfach Neues Abenteuer anklicken.

LG Wi + Gi grenzenlos

Eines unserer Transport-Wägelchen

Surfy

« Antwort #1 am: 23. September 2014, 09:43 »

Viel mehr Natur kann man wohl nicht erleben und Details wahrnehmen - als auf einer so einer langsame Reiseform.

Wieder tolle Bilder und Berichte - danke fürs mitreisen lassen.

Aber was für eine (tor-) Tour  ;) Trotzdem beneide ich euch zumindest ein bisschen. Denn hier wiehert nur der Büroschimmel  ;)

Mich würde interessieren, was ihr alles mitführt - das ist ja vielleicht eine kleine Anregung für einen neuen Blogartikel?

Surfy

grenzenlos

« Antwort #2 am: 28. September 2014, 08:50 »
Hallo Surfy,

danke für die netten Worte  ;) Ja, solch eine Wandertour ist absolut intensiv bezüglich der ```Kleinigkeiten``am Wegesrand.
Danke für die Anregung bezüglich, was wir alles mitführen. Über die Wintermonate machen wir Wanderpause - was nicht bedeutet wir machen Bärenschlaf - aber da finde ich bestimmt die Zeit dies auf die HP zu bringen.
Bezüglich Büroschimmel, das Abenteuer beginnt immer vor der Haustür  :)
LG Wi + Gi

White Fox

« Antwort #3 am: 28. September 2014, 09:20 »
Wow, 2500km Wanderkilometer ist echt ne Leistung! Die Fotos von euren Schuhen sprechen Bände. Tolle Website übrigens!

ORANGPHILOSOPHICUS

« Antwort #4 am: 04. Oktober 2014, 11:43 »
ganz groß!!! sowas zu lesen bereichert mein leben!!! danke!

koelnerzeilen

« Antwort #5 am: 04. Oktober 2014, 15:44 »
Tolle Beschreibung und Tour, vielen Dank! Wir wandern zwar nicht ganz so viele KM am Stück, aber auf mehr als 1000 km sind wir in den USA und Kanada auch gekommen (90 Tage), mal schauen was jetzt in Australien und NZ noch dazu kommt. Zur Zeit in Alice Springs, in de Warteschleife auf den Larapinta trail (es ist gerade zu heiss..., daher kann ich das mit der Pause gut verstehen,

grenzenlos

« Antwort #6 am: 08. Oktober 2014, 20:35 »
Danke für die netten Sätze koelnerzeilen, orangphilosophius & Cookie Monster  :)

grenzenlos

« Antwort #7 am: 12. Februar 2015, 01:40 »
Hallo liebe F-Gemeinde,
in der Zwischenzeit sind wir in Winterpause, bedeutet aber nicht, dass wir uns eine Höhle zum schlafen gesucht haben. Unsere Tour führte uns während der Winterpause über Ankara, Istanbul, Sanaa, VAE, Australien und momentan Neuseeland.
Berichte dazu sind über Neues Abenteuer auf unserer HP:
www.grenzenlosabenteuer.de einsehbar.
Im Frühling wollen wir unsere eigentliche Wandertour ab Göreme fortsetzen.
LG Wi + Gi grenzenlos

PS: Wünschen die Erfüllung aller Träume  :)

grenzenlos

« Antwort #8 am: 30. März 2015, 07:56 »
Hallo F-Gemeinde,
in der Zwischenzeit haben wir unsere Tour fortgesetzt. Sind schon ca. 500 km in den VAE und Oman gewandert. Bei Interesse sind die Berichte über:

http://www.grenzenlosabenteuer.de/neues-abenteuer-2014/ einsehbar.

LG Wi + Gi grenzenlos

Bildtitel: Wüstenlager pur  :)


Dan.Travel

« Antwort #9 am: 30. März 2015, 12:52 »
Zuerst dachte ich: "Oh Gott, noch so ein Landstreicher...." (nicht böse gemeint)

Aber schon nach wenigen klicks auf eurer Seite, dachte ich nur: "... wow, i like! ..."

Generell frage ich mich immer wie viel Mut man aufbringen muss und wie man so etwas über so eine lange Zeit finanzieren kann.

Aber zunächst interessiert mich eine spezielle Sache. Bei meinen letzten Reisen hatte ich oftmals Pech mit "vermüllten" Stränden. Vor einiger Zeit war ich in Qatar und musste feststellen, dass quasi die gesamte Küste und selbst die Wüste einfach nur zugemüllt ist. Mann muss nicht lang suchen und findet schnell angeschwemmtes Plastikzeug, Tüten, Flaschen und so weiter, die den Badespaß vermiesen. Vielleicht war es einfach nur Pech, da Qatar quasi in einer übergroßen Bucht liegt in der eben alles angeschwemmt wird.
Daher die Frage, wie sieht es mit der Küste von Jemen und Oman aus? Ihr habt dort ein paar sehr schöne Bilder von den Stränden gemacht. War es dort wirklich so "müllfrei" schön?


Wünsche euch weiterhin viel Glück und gute Reise.

farmerjohn1

« Antwort #10 am: 30. März 2015, 23:59 »
Na, das ist schon aussergewoehnlich anerkennenswert, wenn jemand den Willen aufbringt solche Fuss- und Fahradmaersche durchzufuehren - vor allem wenn man nicht mehr Mitte zwanzig ist oder aehnliches. Hinzu kommt das Aufbringen von genuegend Interesse und Neugier, um das auch in Laendern zu machen die nicht so ganz einfach zu bereisen sind. Alle Achtung.

Erste Frage: mich interessiert ein Erfahrungswert, betrifft aber das Radfahren und nicht das Wandern: ich habe laengere Radtouren gut und gerne im mitteleuropaeischen Fruehling/Sommer/Fruehherbst und ganzjaehrig mit Ausnaehme der Regen- und Eistage am Mittelmeer gemacht. Ideal war dabei immer die je nach Wetterbedingungen passend getragene Trias aus Baumwoll-Shirt, Wollpullover und Regenhaut; manchmal Baseballkaeppi oder Wollmuetze als Kopfbedeckung. Aber in den feucht-heissen Tropen bin ich nicht klargekommen, da habe ich Radfahren als extrem unangenehm empfunden: Waesche trocknet nicht richtig, Rucksack jeden Tag schwerer, die Distanz der Ortschaften sind oft laenger als ein gesunder Tagesabschnitt, Sonne knallt senkrecht auf die Birne, aber man kann ja schlecht wie bei landwirtschaftlicher Arbeit breitkraempige Strohhuete aufsetzen und dauernd Verschnaufpause machen; Baeume werfen kaum Schatten, Strassenbelaege sind nicht auf Fahrraeder ausgerichtet, was schmerzhaft in die Beine geht; wo's asphaltiert ist hat man es mit Strassenverkehr zu tun der selten Verstaendnis fuer das Radfahrer aufbringt. Wie ist es Euch damit ergangen?

Zweite Frage: Langstreckenwandern. Ich war viele Jahre eher fussfaul, also bin mal eine Tagestour um die Talsperre oder Bergkamm gelaufen, ein Mal 2 Wochen Wandertour durch den halben Peloponnes, ist aber ewig her und ich weiss heute noch dass der Rucksack nicht richtig sass. Das war's dann auch. Heute bin ich mehr zu Fuss unterwegs, aber maximal 4-5 km am Stueck, keine weiten Strecken - die allerdings mehr ueber bergige Waldtrampelpfade und Feldwege als auf Strassen. Welchen Strassenuntergrund verlangt das Gepaeckwaegelchen, wieviele km macht Ihr pro Wandertag bergauf, wie viele bergab, wie viele beim Flachbahnrennen - und wieviele km seht Ihr als normal an bei Feldwegen und Trampelpfaden durch Wiesen und Waelder?

grenzenlos

« Antwort #11 am: 01. April 2015, 07:22 »


Generell frage ich mich immer wie viel Mut man aufbringen muss und wie man so etwas über so eine lange Zeit finanzieren kann.

Daher die Frage, wie sieht es mit der Küste von Jemen und Oman aus? Ihr habt dort ein paar sehr schöne Bilder von den Stränden gemacht. War es dort wirklich so "müllfrei" schön?


Wünsche euch weiterhin viel Glück und gute Reise.

Hallo,
Mut gehört eigentlich nicht viel dazu, denn wenn man so was macht, dann will man es ja so. Wegen der Finanzierung ist Sparen über lange Zeit angesagt. Schon immer waren wir gerne unterwegs. Da verzichtet man zu Hause dann auch gerne auf andere Sachen. Unterwegs leben wir dann oft sehr einfach.
Nach unserer 4 jährigen Weltradeltour waren wir 3 Jahre zu Hause. Da habe ich viele Vorträge in Deutschland gezeigt, ein Buch geschrieben (läuft noch immer sehr gut) und auch Bilder verkaufen können. Meine Frau hat normal gearbeitet. Von der Knete sind wir nun erneut unterwegs (geplant, so um die 2 Jahre). In Deutschland haben wir momentan nur noch eine Postadresse (alles verkauft).

Küstenproblematik:
Generell ist Plastik ein Problem an den Küsten weltweit. Es gibt aber noch immer Küsten ohne Verschmutzung. Die Südküste vom Oman gehört dazu. Dort leben wenige Menschen. Auch im Jemen trifft man auf hunderte km unverschmutzter Küste. Allerdings ist da Reisen momentan unmöglich (Bürgerkrieg!).
Auch ist die Inselküste von Sokotra müllfrei (Insel vom Jemen).
Wir haben festgestellt, da wo wenig Menschen an der Küste leben, sind die Strände meist noch relativ OK.
Qatar kenne ich nicht, doch die haben schon eine ungünstige Lage. Im Golf schwimmt viel Mist umher, leider :'(

LG Wi grenzenlos

grenzenlos

« Antwort #12 am: 01. April 2015, 07:57 »


Erste Frage: mich interessiert ein Erfahrungswert, betrifft aber das Radfahren und nicht das Wandern: ich habe laengere Radtouren gut und gerne im mitteleuropaeischen Fruehling/Sommer/Fruehherbst und ganzjaehrig mit Ausnaehme der Regen- und Eistage am Mittelmeer gemacht. Ideal war dabei immer die je nach Wetterbedingungen passend getragene Trias aus Baumwoll-Shirt, Wollpullover und Regenhaut; manchmal Baseballkaeppi oder Wollmuetze als Kopfbedeckung. Aber in den feucht-heissen Tropen bin ich nicht klargekommen, da habe ich Radfahren als extrem unangenehm empfunden: Waesche trocknet nicht richtig, Rucksack jeden Tag schwerer, die Distanz der Ortschaften sind oft laenger als ein gesunder Tagesabschnitt, Sonne knallt senkrecht auf die Birne, aber man kann ja schlecht wie bei landwirtschaftlicher Arbeit breitkraempige Strohhuete aufsetzen und dauernd Verschnaufpause machen; Baeume werfen kaum Schatten, Strassenbelaege sind nicht auf Fahrraeder ausgerichtet, was schmerzhaft in die Beine geht; wo's asphaltiert ist hat man es mit Strassenverkehr zu tun der selten Verstaendnis fuer das Radfahrer aufbringt. Wie ist es Euch damit ergangen?

Zweite Frage: Welchen Strassenuntergrund verlangt das Gepaeckwaegelchen, wieviele km macht Ihr pro Wandertag bergauf, wie viele bergab, wie viele beim Flachbahnrennen - und wieviele km seht Ihr als normal an bei Feldwegen und Trampelpfaden durch Wiesen und Waelder?

Hallo,
gleich zur ersten Frage :)
Wir sind gerne in wärmeren Gebieten unterwegs. Jeder hat halt so seine Vorlieben. Wir mögen die Kälte dafür nicht so. Doch ich denke immer, das wichtigste auf solch einer Tour, ist neben den Vorlieben, die Zeit welche man hat. Hat man keine Zeit, kann vieles zur Qual werden. Unter Zeitmangel geschehen auch dann die meisten Fehler.
Gi (meine Frau) trägt in der Regel Kopftuch-Kopfschutz, lange Blusen, weite Hosen.
Die Tagesetappen richteten sich bei uns, sofern machbar, immer nach Lust, Laune + Kraftreserven. Wichtig war für uns immer ein Moskitonetz in wärmeren Gegenden. Wir sind keine KM-Fresser. Gefällt uns ein Platz, dann bleiben wir, auch wenn erst 20 oder 40 km erradelt wurden.
Der Muskelkater, die Po-Probleme, hören nach den ersten Tagen, Wochen auf. Das tägliche Radeln ist dann wie tägliches Training. In der Regel bereitet es dann viel Freude.

Zweite Frage
- von Deutschland bis Italien waren wir hauptsächlich auf Fahrradwegen unterwegs (ideal)
- ab Albanien dann hauptsächlich auf Landstraßen unterwegs
- im Schnitt sind wir pro Tag so 25 km unterwegs
- bergauf ist am problematischten, da gibt es Tage (Albanien, Griechenland) da sind es nur 15 bis 20 km, doch jeder Anstieg hat ja auch eine Abfahrt ;D
- bergab hatte Gi eine prima Idee (Gurt als Bremse und Lenkhilfe) Ist in den Albanienberichten zu finden ;)
- ist die Straße, der Fahrradweg prima, dann laufen wir auch mal über 40 km (allerdings sehr selten)
- Feldwege und Trampelpfade versuchen wir zu meiden, denn dafür sind speziell unsere Wägelchen (jetzt haben wir nur noch einen) nicht unbedingt geeignet. Auf Asphalt laufen die echt gut.
- Allerdings bin ich auch bei dieser Reiseform der Meinung, wichtig ist der Zeitfaktor. Hat man das kostbare Gut der Zeit, dann pegelt sich alles von selbst ein. Hat man keine Zeit, wird es weit mehr Probleme geben. Ich denke immer, egal wie auch unterwegs, lieber kürzere Strecken in längerer Zeitspanne. Der Kopf, der Körper usw. wird dankbar sein.
Natürlich sollte man solche Touren nur unternehmen, wenn man sich gesund fühlt + ein sehr großes Interesse an solchen Touren selbst hat. Ich wurde vor 2 Tagen 60. Also, auch im gesegneteren Alter ist so was möglich.
Selbstverständlich sollte auch der Respekt vor der Natur, fremden Kulturen, Wüsten, Bergen usw. vorhanden sein.

LG Wi grenzenlos



Radlerin

« Antwort #13 am: 01. April 2015, 11:21 »
Hallo grenzenlos,
danke für die tollen Berichte, ich finde es super, was ihr alles erlebt!  :)

Hallo farmerjohn,
Zitat
Aber in den feucht-heissen Tropen bin ich nicht klargekommen, da habe ich Radfahren als extrem unangenehm empfunden: Waesche trocknet nicht richtig, Rucksack jeden Tag schwerer, die Distanz der Ortschaften sind oft laenger als ein gesunder Tagesabschnitt, Sonne knallt senkrecht auf die Birne,

Das Klima ist natürlich Geschmackssache und Gewöhnung.
Wenn man länger unterwegs ist, gewöhnt sich der Körper an das Klima und man fährt dann auch gerne mal längere Strecken als am Anfang.

Was sich bei uns bewährt hat:
- Packtaschen. Ich würde nie mit Rucksack fahren, viel zu heiss und viel zu schwer.
- dünne leichte Funktionskleidung, die trocknet auch.
- ein Käppi oder leichter Radhelm gegen die Sonne
- eine dünne Hose, die über die Knie geht und evtl. dünne Armlinge als Sonnenschutz für zwischendurch
- früh los, so gegen 6, und bis 14 - 15 Uhr am Ziel sein, oder eine längere Mittagspause im Schatten
- bei zu langen Tagesabschnitten: Ich finde, so oft kommt das auch wieder nicht vor. Und wenn, kann man auch mal nen Bus oder ein Tuk-Tuk nehmen. Auch zur Überbrückung von sehr verkehrsreichen Strassen macht das manchmal Sinn.
- wenn man öfter Schotterpisten hat, ein Rad mit Federgabel und gefederter Sattelstütze
- genug Zeit und radelfreie Tage, um sich zu regenerieren und für Sightseeing


grenzenlos

« Antwort #14 am: 01. April 2015, 16:10 »
Hallo grenzenlos,
danke für die tollen Berichte, ich finde es super, was ihr alles erlebt!  :)

Hallo farmerjohn,
Zitat
Aber in den feucht-heissen Tropen bin ich nicht klargekommen, da habe ich Radfahren als extrem unangenehm empfunden: Waesche trocknet nicht richtig, Rucksack jeden Tag schwerer, die Distanz der Ortschaften sind oft laenger als ein gesunder Tagesabschnitt, Sonne knallt senkrecht auf die Birne,

Das Klima ist natürlich Geschmackssache und Gewöhnung.
Wenn man länger unterwegs ist, gewöhnt sich der Körper an das Klima und man fährt dann auch gerne mal längere Strecken als am Anfang.

Was sich bei uns bewährt hat:
- Packtaschen. Ich würde nie mit Rucksack fahren, viel zu heiss und viel zu schwer.
- dünne leichte Funktionskleidung, die trocknet auch.
- ein Käppi oder leichter Radhelm gegen die Sonne
- eine dünne Hose, die über die Knie geht und evtl. dünne Armlinge als Sonnenschutz für zwischendurch
- früh los, so gegen 6, und bis 14 - 15 Uhr am Ziel sein, oder eine längere Mittagspause im Schatten
- bei zu langen Tagesabschnitten: Ich finde, so oft kommt das auch wieder nicht vor. Und wenn, kann man auch mal nen Bus oder ein Tuk-Tuk nehmen. Auch zur Überbrückung von sehr verkehrsreichen Strassen macht das manchmal Sinn.
- wenn man öfter Schotterpisten hat, ein Rad mit Federgabel und gefederter Sattelstütze
- genug Zeit und radelfreie Tage, um sich zu regenerieren und für Sightseeing

Hallo Radlerin,
all die Tipps sind sehr, sehr gut. Besonders prima ist der letzte Tipp. Zeit nehmen ist auch für uns absolut wichtig, ob nun beim Radeln oder wie im Moment beim Wandern  ;) + danke für die Honigworte zu unseren Touren  :)

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