Thema: Klappfahrrad vs Fahrrad  (Gelesen 1425 mal)

reisende

« am: 29. August 2014, 22:16 »
Ist jemand von euch schon mal mit einem Klapprad gereist und kann dazu was sagen?

Da ich keinen Führerschein habe aber gerne Rad fahre und auch gerne vor Ort flexibel sein möchte, habe ich überlegt, ein Klapp-Rad mitzunehmen. Auch finde ich die Idee spannend, von Ort zu Ort mit einem Rad zu reisen und an Dörfern anzuhalten, wo Touris sonst nie hinkommen, und das wirkliche Leben vor Ort zu sehen.

Die Alternative zu einem Klapprad wäre, ein richtiges Rad mitzunehmen, aber ich lege längere Strecken auch ganz gerne mal mit Bus oder Zug zurück, und was man da in 6 Stunden schafft, dafür bräuchte ich mit nem Fahrrad 6 Tage oder mehr. Habe festgestellt, dass ich eigentlich auch sehr gerne laufe und wandere, und im Alltag lege ich mit dem Fahrrad eigentlich immer sehr kurze Strecken zurück, bis maximal 1,5 Stunden am Tag. Deswegen bin ich mir nicht sicher, ob es sich lohnen würde, gleich ein richtiges Rad mitzunehmen bzw. ob mir das nicht zu viel wäre, ein Land nur mit Fahrrad zu bereisen und auf öffentliche Verkehrsmittel zu verzichten. Fahrrad im Bus mitnehmen stelle ich mir nicht ganz einfach vor, Zug vielleicht schon eher. Ein Klapprad dagegen könnte man immer gut mitnehmen.

Obwohl ich irgendwie auch darauf Lust hätte, mal wirklich von Ort zu Ort mit einem richtigen Fahrrad zu fahren. Stelle ich mir romantisch vor. ;)
Das wäre vermutlich mit einem Klapprad nicht so komfortabel, zumal ich  bei einem Klapprad keine Fahrradtaschen dabei hätte und dann einen Rucksack hinten und einen vorn trage müsste beim Fahren. Eine Entscheidung für ein Klapprad wäre auch eine Entscheidung gegen lange Strecken, schätze ich. Was auch wieder schade wäre.

So ein paar Gedanken... Wer kann was dazu sagen?  Aber ganz ohne Rad will ich diesmal auch nicht, also eins von beidem muss es sein. :)

Danke und Grüße,
die reisende
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migathgi

« Antwort #1 am: 29. August 2014, 23:06 »
Ein Faltrad ist ideal zur Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln, geht auch im ICE (grundsätzlich keine Fahrradbeförderung) als Gepäckstück durch. Wenn Du also City-Hopping machen willst und am Ziel flexibel sein willst, dann ist das ideal.

Mit Gepäck bist Du natürlich recht eingeschränkt. Die Zuladung ist konstruktionbedingt deutlich geringer als bei einem Tourenrad mit stabilem Ramen etc. Beim Brompton sind es (glaube ich) max. 100 kg Gesamtlast, die zulässig sind. Wahrscheinlich sind da aber noch ein paar Kilos Toleranz drin.

Aus Deinem Posting lese ich eigentlich heraus, dass Deine Liebe doch eher den langen Strecken gilt. Ich denke, Du solltest dann wirklich die Gedanken an ein Faltrad – so bestechend sie auch manchmal sein mögen – ad acta legen und eine ordentliche Tour mit einem „vernünftigen” Rad machen.
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Fender

« Antwort #2 am: 30. August 2014, 08:37 »
Sehe ich auch so.
Ein Faltrad ist im Grunde nicht für die langen Strecken gebaut, geschweige denn für Strecken mit viel Gepäck. Mein Vorschreiber hat es ja schon auf den Punkt gebracht und ich denke, mit einem klassischen Rad wirst Du glücklicher werden.
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karoshi

« Antwort #3 am: 30. August 2014, 10:27 »
Ich habe zwar persönlich keine Erfahrung mit Falträdern, aber ich habe vor ein paar Jahren in Maynmar einen Holländer getroffen, der eins dabei hatte. Er war ziemlich überzeugt davon, sagte allerdings auch klipp und klar: Das Rad muss man als Gepäckstück sehen, d.h. das restliche Gepäck muss dann sehr, sehr klein ausfallen. Sonst wird z.B. das Reisen in öffentlichen Verkehrsmitteln mehr oder weniger unmöglich. Er hatte einen kleineren Tourenrucksack (ca. 30-35L) dabei, das war alles.

Der Hauptvorteil ist, dass Dich ein Faltrad unabhängig von der Taximafia macht. Für längere Touren ist es, wie die Vorredner schon sagten, eher nicht geeignet. Und wenn Du während der Fahrt (in den Tropen?) vorne und hinten einen Rucksack brauchst, dann würde ich das Konzept noch mal überdenken.

Hast Du schon mal über ein Motorrad bzw. einen Roller nachgedacht?
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reisende

« Antwort #4 am: 31. August 2014, 12:42 »
Habe mich jetzt noch ein bisschen belesen, und das Hauptargument gegen ein Klapprad ist eigentlich: es braucht Spezialteile, und wenn die ausgetauscht werden müsste, kann ich die nicht überall auf der Welt bekommen.

Ich überlege sogar, ob ich mir nicht einfach vor Ort ein Fahrrad kaufe und das dann wieder verkaufe vor Abreise. Dann spare ich es mir, ein Rad im Flugzeug mitzunehmen. Ausserdem brauche ich erst dann ein Rad zu kaufen, wenn ich soweit bin, loszuradeln. Und an Orten, wo es besser ist ohne Fahrrad, habe ich keins dabei.
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Radlerin

« Antwort #5 am: 31. August 2014, 13:18 »
Hallo reisende,

wo möchtest du denn hin und wie lange?

Ich mache seit längerem Radreisen mit "richtigem" Rad, ein Faltrad war auch mal eine Überlegung. Da gibt es ja auch Reiseräder, die man mit wenigen Handgriffen zusammenklappen kann.
Also ein Klapprad ohne Gepäckträger halte ich nicht für sinnvoll. Mit Rucksack auf dem Rücken kommst du nicht weit, da kannst du dich auch auf Tagestouren beschränken und dafür ein lokales Rad leihen oder gleich einen Roller. Das Rad hast du dann immer als "Klotz am Bein" dabei, wenn du nicht damit fährst.

Radmitnahme im Bus:
Wir waren z.B. in Südostasien, Madagaskar, Costa Rica, Philippinen...da ist es gar kein Problem, das Rad kommt immer irgendwie mit. Kostet aber einen Aufpreis, lohnt sich also eigentlich nur, wenn du mal ne längere Strecke fährst, und manchmal mussten wir auch das Vorderrad ausbauen und den Lenker quer drehen.
In USA muss man das Rad verpacken, in Neuseeland ging es gut, manchmal musste man es auch irgendwie verkleinern.
Aber deshalb würde ich nicht ein Faltrad nehmen, höchstens ein hochwertiges, auf dem du dein Gepäck befestigen kannst.

Im Flugzeug: Hier ist es egal, welches Rad du hast, Problem ist das Gewicht. Da musst du vor der Buchung schauen, damit es nicht zu teuer wird. Daher würde ich eine Radreise so planen, dass du nicht zwischendurch viel fliegst bzw. kleine Flieger benutzt, wo es ein Gepäcklimit gibt.

Also meine Empfehlung: überlege dir, wohin du möchtest und wie die Reiseroute ungefähr aussehen kann. Ein Gabelflug bietet sich da an. Zwischendurch längere Strecken mit Bus oder Zug sind kein Problem, in "entwickelteren" Ländern evtl. einen Tag vorher checken, wie es mit Radmitnahme ist in dem speziellen Bus. Ein Faltrad braucht ja auch Platz.

An sich finde ich Radreisen toll  :)
Gerade aus den von dir genannten Gründen. Man sieht Dinge, an denen der Bus nicht hält, ist flexibel, entdeckt viel. Um die nähere Umgebung zu erkunden, auch mal ohne Gepäck, ist es auch total praktisch, man muss nicht für "letzte Meile" zum Nationalpark oder vom Bahnhof in die Stadt ein Tuk Tuk nehmen, sondern radelt einfach los.


... habe gerade deinen aktuellen Beitrag gesehen...sieht so aus, dass du länger unterwegs bist?
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reisende

« Antwort #6 am: 31. August 2014, 15:17 »
Danke für die lange Antwort!

Also, im Moment habe ich gerade die wahnwitzige Idee, in Afrika (östliches) zu radeln. Ich war schon mal in Tansania, und könnte mir vorstellen, wieder dahin zu fahren und anliegende Länder noch mitzunehmen, eventuell bis Südafrika zur Kalahari runter. Damals ist meine Reise auf Sansibar geendet, vielleicht fange ich einfach diesmal dort wieder an und mache da weiter, wo ich letztes Mal aufgehört habe. :) Ich würde auch gerne mal wieder nach Namibia, aber da ist Fahrradfahren vielleicht nicht so optimal.

Ich fahre gern Rad und laufe auch gern, aber ich bin keine Sportlerin. Ich würde am Tag wohl maximal 40km-50km fahren (ich halte auch ganz gerne mal an zwischendurch und mache 1-2h Pause!). Obwohl ich mir vorstellen kann, dass sich das mit der Zeit steigert. UND: Ich müsste wohl dringend noch mal ein Praktikum bei einer Fahrradwerkstatt machen, damit ich im Problemfall nicht in einem afrikanischen Dorf nach jemandem suchen muss, der Fahrräder reparieren kann.

Gerne würde ich am Ende der Reise noch nach Kalifornien. Da ich keine Auto-fahrerin bin, wäre es auch hier wieder praktisch, mit Rad unterwegs zu sein.
Und: Vielleicht noch ein Zentral- oder Südamerikanisches Land mitnehmen. Aber letzteres kann dann auch ohne Rad sein.

Ich würde auch durchaus mal Bus oder Zug fahren zwischendurch, um längere Strecken zu überwinden. Weil ich eben keine 100km am Tag fahre. Außerdem habe ich alles in allem diesmal nur etwa (vorraussichtlich) 5 Monate Zeit.

Viele Grüße,
die reisende
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reisende

« Antwort #8 am: 31. August 2014, 20:10 »
Ah ... danke... habe ich noch nicht gesehen. Aber ich habe mal in Namibia jemanden getroffen, der auf dem Weg von Kapstadt nach Kairo war, das war Ende 2010, also noch vor der Reise von Tim und Fabian. :)
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