Thema: Weltreise zu Fuß?  (Gelesen 9395 mal)

:-)

« am: 26. August 2008, 22:54 »
Hi,
ich bin im Moment 17 Jahre alt, aber fest entschlossen 1 Jahr nach meinem Abitur (dann wäre ich warhscheinlich 20) mit 2 Freunden eine Weltreise zu machen (Wir haben das schon vor seit wir 10 sind - ist halt ein Traum von uns  :)).
Nun erstmal denke ich klingt der Gedanke einfach mal so die Welt zu umrunden sehr naiv, u.a. aufgrund von Geldmangel, Entschlossenheit, Durchhaltevermögen etc.
Mit der Planung sind wir auch noch nicht angefangen, mich interessiert aber ob es denn realistisch ist, die Welt zu Fuß umrunden zu können. (Ob man z.B. in China für lange Zeit Visen bekommen würde oder sich da überhaupt zu Recht finden würde (gibt da ja viele kleine Dörfer und kein Mensch kann dort z.B. Englisch) etc.)
Nach unseren unerfahrenen Berechnungen müssten wir etwa 4 Jahre dafür brauchen, wenn wir es wirklich schaffen sollten. Was meint ihr dazu? Ist das realistisch oder braucht man längere Zeit dafür?
Ozeane würden wir irgendwie überfliegen oder mit nem Schiff fahren, die Route würde nach den ersten Planungen (wenn man sie denn Planungen nennen kann) durch Europa, Asien und Amerika (USA) gehen.
Erstmal habe ich 2 Fragen dazu:
1.) Ist es realistisch so etwas zu schaffen? (In einem Zeitungsartikel habe ich kürzlich gelesen, dass eine 61-jährige Oma in 4,5 Jahren zu Fuß die Welt umrundet hat (32.000 km) - wobei ich auch die Verlässlichkeit dieser Quelle nicht kenne) Wenn ja, wie lange würde man eurer Meinung nach etwa dafür brauchen?
2.) Ganz grob kalkuliert, wenn wir kein Geld für überflüssigen Luxus aus dem Fenster schmeißen, was schätzt ihr wie viel Geld diese Weltreise jeden von uns kosten würde?

Danke schonmal für eure Antworten!
Grüßle,
:-)

Kleiner edit:
Wir haben vor im Sommern nächsten Jahres 4 Wochen lang Richtung Frankreich/Spanien zu gehen um zu schauen wie weit wir kommen und erste Erfahrungen zu sammeln, die wie ich denke für so ein Projekt zwingend notwendig ist.
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karoshi

« Antwort #1 am: 28. August 2008, 12:48 »
Hallo,

also ganz unrealistisch ist es jedenfalls nicht. Allerdings werdet Ihr mit ganz anderen Problemen zu kämpfen haben als der "normale" Weltreisende. Ich würde es eigentlich gar nicht Weltreise nennen, sondern eher Weltumrundung, weil das, was man normalerweise mit Reisen assoziiert, hier in den Hintergrund tritt gegenüber der sportlichen und organisatorischen Herausforderung. Es ist auch extrem schwierig, dafür eine Kostenschätzung abzugeben.

So eine Unternehmung wird wahrscheinlich einiges an Aufmerksamkeit erzeugen, die Ihr auch positiv ausnutzen könnt. Sponsoring durch Hersteller von Reiseausrüstung ist ein Thema, und eventuell wollen auch die Medien Eure Tour ausschlachten, besonders wenn es außer der reinen Weltumrundung noch eine gewisse Story gibt (so in der Art wie "Wandern für den Klimaschutz"). Das kann in Summe erstens die gesamte Reise finanzieren, und zweitens werden Euch ggf. auch Türen geöffnet, die normalen Reisenden verschlossen bleiben. Ich würde Euch jedenfalls raten, möglichst bald mal die Fühler auszustrecken, ob Euch da jemand unterstützen will.

LG, Karoshi
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:-)

« Antwort #2 am: 29. August 2008, 21:32 »
Hallo karoshi,
danke für deine Antwort! :-)
die sponsortechnischen Punkte habe ich noch überhaupt nicht so intensiv bedacht. Es wäre auf jeden Fall eine große Überlegung wert so etwas auszunutzen, wenn es sich wirklich ergeben sollte. Aufgrund von unseren sehr beschränkten finanziellen Mitteln (wir werden wohl pro Person nicht so einfach über 5.000 - 8.000,- Euro kommen können - und auf sehr grob geschätzte 4 Jahre ist das natürlich nicht wirklich viel (ca. 3,50 - 4,00 € täglich p.P)) wäre das auch sicherlich sehr sinnvoll.
Ich denke auch, der organisatorische Aufwand dafür wird imens sein. Auch die körperliche Anstrengung, die wird wie gesagt nächsten Sommer schonmal antesten wollen wird wohl sehr groß sein. Damit werden wir dann hoffentlich auch von den Kosten eine sehr grobe Kalkulation errechnen können. Mit den ersten Planungen der Weltumrundung wollen wir dann auch erst nach der kleinen Europatour anfangen, vorher wird es wohl zu schwer sein, irgendetwas realistisch zu kalkulieren.
Ich hoffe es wird möglich sein, diese Idee in die Wirklichkeit umzusetzen. :-)
LG,
:-)

Kleiner EDIT nochmal:
Wir sind aber auch bestimmt nicht die Einzigen auf der Welt, die jene zu Fuß umrunden wollen. Ich habe zwar keine Ahnung wie viel man sponsortechnisch etc. einnehmen könnte, aber überschätzen sollte man diesen Faktor sicherlich auch nicht.
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Grimmo

« Antwort #3 am: 21. November 2009, 17:53 »
Also hab mal ne Frage dazu
Denkt ihr es ist möglich allein von der anstrengung her um die welt zu laufen?
das wäre auch mein traum weil mit dem auto kann ja jeder
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Stecki

« Antwort #4 am: 22. November 2009, 12:31 »
Kannst Dich ja mal mit denen in Verbindung setzen: http://www.worldrun.de/
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Tom

« Antwort #5 am: 22. November 2009, 21:15 »
Moin,

umrundet doch die Welt mit dem Fahrrad, ist doch ein guter Kompromiss  ::)
Nurso, falls euch irgendwann die Füße schmerzen, ihr aber keine Lust auf "normales" Reisen habt.
Tom.
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Angel

« Antwort #6 am: 23. November 2009, 12:59 »
da gibts den Gregor Sieböck, der ist schon einiges zu Fuß gegangen.

http://www.globalchange.at/home/willkommen.php?main=home&sub=willkommen&lang=deu#

mir persönlich ein bisschen zu grün, aber der kann dir bestimmt mehr dazu erzählen, wie so etwas machbar ist.

lg angel

 
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White Fox

« Antwort #7 am: 23. November 2009, 16:43 »
Von der Anstrengung her ist es wahrscheinlich schon machbar, man darf aber nicht unterschätzen, dass jahrelanges (!) gehen enorm auf die Gelenke geht und bleibende Schäden verursachen kann. Ich kenne zwei Fundraiser, die für einen guten Zweck die chinesische Mauer "abgejoggt" sind und einer der beiden brauchte danach eine Knieoperation ... und das war "nur" die chinesische Mauer, um die Welt zu laufen ist nochmal zwei Nummern größer.
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karoshi

« Antwort #8 am: 23. November 2009, 18:21 »
Ja, die Mauer... da ist es teilweise so steil, dass man mit der nach vorne ausgestreckten Hand den Weg berühren kann. Und das über 5000km, da würden sich meine Knie auch bedanken. :o

Ob es bleibende Gesundheitsschäden gibt, hängt neben der persönlichen Veranlagug (unbedingt vorher auf orthopädische Fehlstellungen untersuchen lassen) und der Auswahl der Route wohl auch davon ab, wie viel Staub von vorbeifahrenden LKW man über die Zeit so einatmet.
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sambalolek

« Antwort #9 am: 25. November 2009, 12:28 »
Da gibts ja noch den hier:

http://www.thelongestway.com/
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cielo

« Antwort #10 am: 07. Juni 2010, 13:58 »
bin grad zufällig beim emails-checken auf den hier aufmerksam geworden: http://de.news.yahoo.com/2/20100606/ten-weltumwanderer-aus-kanada-erreicht-s-4ffd8ef.html

der macht das schon 10 jahre. respekt!
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Lord Werther

« Antwort #11 am: 29. Oktober 2015, 23:18 »
Eine Weltreise zu Fuss ist etwas, dass mich schon lange interessiert. Ich habe zahlreiche Blogs von Leuten gefunden, die es auch versuchen.

Ich lese derzeit: lebensabenteurer.de
2 Deutsche, die erst den Jakobsweg gegangen sind und dann ueber Portogal nach Montenegro gekommen sind. Die beiden sind vielleicht etwas kauzig, haben aber schon 22 Monate mit wenig Geld ueberlebt.
Die beiden haben auch links zu anderen Fernwanderern.

bunterwegs.com
Das ist eine junge Frau, die erst vor Kurzem von Hamburg losgelaufen ist und Nepal in 2 Jahren erhalten will. Sie hat eine sehr gute Packliste, die deutlich weniger Gewicht hat als die  beiden Vorgenannten.

Eine Schulfreundin meiner Frau ist derzeit mit verschiedenen Mitteln und man scheint reichlich Schwierigkeiten mit Visa in speziellen Laendern zu haben. Angeblich brauchten die 120 Seiten-Antrag fuer China, da ihr Ehemann zum Teil brasilianischer Abstammung ist.

Die Route koennte man ja auf Visa-Bestimmungen anpassen, wenn man bestimmte Laender nicht umbedingt sehen will oder man Mitreisende verschiedener Nationalitaet hat und sich einfach Aerger sparen will.
http://www.visamapper.com/ gibt einen groben Ueberblick.

Was wichtig ist, dass man so etwas wie Visa und Geld organisieren kann. Der Kanadier Jean Béliveau hatte jede Menge Hilfe von Seiner Lebenspartnerin, die von zu Hause aus ihn mit Geld und Papierkram unterstuetzt hat.

Reichlich Outdoorfirmen oder auch Amazon haben Partnerprogramme, falls Ihr denen Sales beschert. (Im Falle ein Reiseblog wird betrieben.) Spenden und Gelegenheitsarbeit scheint auch recht beliebt bei Wanderen sein. Einige haben auch Geld mit Strassenkunst gemacht.

Dennoch muss man sicher sein, dass die Bank, die man gewaehlt hat, auch weltweit Geld verfuegbar macht und nicht Probleme macht, wenn man auf mal in Israel Geld abheben will. (Auch Gebuehren koennen schlimm reinhauen.)

Naja, viel zu planen bei so einem Projekt.



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pawl

« Antwort #12 am: 30. Oktober 2015, 17:30 »
Ich finde die Idee prinzipiell nicht schlecht, aber warum kommt in mir immer das Gefühl auf, das wahre Motto ergibt sich aus

Zitat
das wäre auch mein traum weil mit dem auto kann ja jeder

Also quasi einfach anderst, besser. Kann mal hier jemand erklären was man sich davon verspricht aussschließlich zu laufen? Wenn man 4 Jahre in seinen Wunschländern verbringt kann man auch sehr viel erleben. Dieses "näher ran kommen an die locals" bezweifel ich sehr, das hängt einfach davon ab was und wie man es macht - egal wie man sich fortbewegt.
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Lord Werther

« Antwort #13 am: 30. Oktober 2015, 20:14 »
Ich glaube, dass es Ansicht ist, was man am liebsten machen will.

Alle Fortbewegungsmittel haben Vor- und Nachteile.
Mit einem Auto fahre ich einfach dahin, wo ich will und schaue mir dann das eine oder andere an.
Dafuer ist es aber auch teuer.

Zu Fuss ist man langsamer unterwegs. Das klingt erst einmal doof, allerdings habe ich im Auto fuer mich selbst oft das Gefuehl, dass ich als Fahrer nicht so viel mitbekomme wie mein Beifahrer und Details sieht auch er nur, wenn man an der gleichen Stelle mal lang geht.
Man entdeckt so sicherlich mehr.
Gleichzeitig sind viele Touristeninformationen fuer Autofahrer zugeschnitten und man braucht fuer die gleiche Strecke einfach mehr Unterkuenfte. Da Geld oftmals ein Problem von langen Reisen ist, muss man mit Einheimischen in Kontakt treten, um an Resourcen oder Informationen zu kommen.

Naja, das Ganze kann man als Vorteil oder Nachteil sehen.

Jeder Weltreisende wird schon seinen Weg auf die Weise machen, die fuer ihn am besten erscheint.
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