Thema: Aufsplitten der Weltreise Pro / Contra?  (Gelesen 998 mal)

pad

« am: 16. Juni 2014, 05:13 »
Liebe Community

Bin nun seit über 7 Monaten vorwiegend in Asien und etwas in NZ und Australien unterwegs, zur Zeit in Indonesien. Geplante Reisedauer ist total ca. ein Jahr, mit Verlängerungsoption bis Weihnachten. Der Rest dieser Reisezeit würde ich vor allem in Südamerika (ohne Brasilien) verbringen - ein grosser "Kontinentalsprung" steht mir also bevor :)

Seit einiger Zeit überlege ich mir, meine Reise ca. 2-3 Monate vorzeitig zu beenden und stattdessen nach einem Arbeitsblock von 4-6 Monaten nochmals loszuziehen (für 5-6 Monate Südamerika plus evtl. 1-2 Länder in Mittelamerika). Ich würde in diesem Fall nach Indonesien noch 2-3 Länder in Asien anhängen (mich reizen Taiwan, Japan, evtl. Teile in China) und irgendwann im September zurückkehren. Eine mögliche Heimreiseroute wäre per Transib (habe ich allerdings noch nicht im Detail geprüft - evtl. Probleme mit Visas?).

Die Entscheidung fällt mir denkbar schwer. Ich kann mir gut vorstellen, dass andere ebenfalls vor ähnlichen Überlegungen standen und möchte mich deshalb mal ein wenig nach Ratschlägen hier umhören.

Meine Abwägungen bis anhin:

Für ein Aufsplitten spricht:
- Ich kann Asien noch intensiver bereisen und spare Flugkosten
- Das Budget fällt grosszügiger aus und ich kann für den 2. Block erneut sparen
- Insgesamt längere Reisezeit :)
- Momentan spüre ich manchmal schon etwas eine Reisemüdigkeit bzw. Sehnsucht nach vertrauten Personen und Gesprächen
- Südamerika evtl. später mit einem Reisepartner (aus dem Freundeskreis) und neuem Fernweh
- Steuerersparnis, da ich in zwei Jahren ein reduziertes Jahreseinkommen habe

Gegen ein Aufsplitten spricht:
- Wie macht sich sowas im Lebenslauf? Gilt man da nicht schon bald als Totalaussteiger?
- Keine Möglichkeit für Pazifikstopps / keine "Weltumrundung" (jaja ich weiss ...)
- Erneute Wohnungs- und Arbeitssuche
- Die Chance, das irgendwas dazwischen kommt und ich dann doch nicht gehe ...

Als Elektroingenieur ist die Arbeitssuche in der Schweiz zur Zeit relativ einfach. Ausserdem besteht evtl. die Möglichkeit, für diesen Arbeitsblock von 4-6 Monaten wieder zu meinem alten Arbeitgeber zurück zu kehren, wo es mir eigentlich gut gefallen hat (in Abklärung).

Die finanziellen Aspekte stehen für mich nicht an erster Stelle, zumal mein Budget momentan noch Reserven aufweist. Trotzdem merke ich, dass ich eher zu den Personen gehöre, die gerne mal etwas mehr ausgeben, geniessen und weniger "Preisjäger" sind.

Ich würde mich über Feedbacks von euch freuen!


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arivei

« Antwort #1 am: 16. Juni 2014, 10:51 »
Ein bisschen kommt es evtl. auch noch auf die bessere Reisezeit/deine Ziele in Südamerika an. Wenn du im September heim kommst und 6 Monate arbeitest, im April wieder losziehst und 5-6 Monate in SA bleiben willst ist das für Patagonien weniger optimal. Für Bolivien/Peru hingegen ideal usw.

Wegen der Wohnung würd ich mir weniger gedanken machen. Wenn du im September heim kommst findest du ja evtl. was einfaches (möbliertes) zur Zwischenmiete. Dann besteht auch weniger die Gefahr, dass du zu Hause `hängenbleibst`.

Wenn du bei deinem alten Arbeitgeber für die Zeit wieder arbeiten kannst ist das doch super. Wegen dem Lebenslauf würde ich mir dann auch gar keine Sorgen machen. Du kannst ja sagen, die haben dich für ein Projekt gebraucht und da hast du deine Reise für die Dauer unterbrochen oder so.

In meinen Augen überwiegen die Vorteile der "Reisepause".

Wenn es das budget hergibt kannst du ja auch einfach in Asien das noch anschauen, was du willst und dann nur für einen Monat oder so heimkommen. Am Ende musst du es, wie immer, selber wissen...

Yoss

« Antwort #2 am: 16. Juni 2014, 11:04 »
Für mich wiegen deine Pro-Argumente schwerer bzw. sind überzeugender als die Kontra-Argumente. Gerade wenn du schon eine gewisse Reisemüdigkeit verspürst, wär's doch schade, das jetzt auf "Teufel komm raus" durchzuziehen/übers Knie zu brechen - eventuell aber eben nur halbherzig. Wir sprechen ja hier nicht von zwei Wochen Urlaub, sondern von einer Weltreise. Wenn du die Chance hast, diese Reise ziemlich problemlos/ohne großen Aufwand zu splitten, würde ich sie nutzen. Ich denke, dass du sie auf diese Weise intensiver erleben wirst.

Das Projekt-Argument von arivei für künftige Arbeitgeber finde ich auch gut. Du könntest es so hindrehen, als hättest du die Reise von Anfang an viel länger geplant, wärst aber aus reiner Kulanz kurzfristig eingesprungen.

Und schließlich: Ich denke, was einem wirklich wichtig ist, gibt man auch nicht auf. Wenn du wirklich nach SA willst, wirst du das auch tun und "deinen Hintern wieder hochbekommen".  ;)
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koka

« Antwort #3 am: 16. Juni 2014, 12:16 »
Ich habe es nun auch aufgeplittet. War die letzten sieben Monate in SOA, AUS und NZ. Seit letzter Woche bin ich nun wieder da und plane im August nach SA zu fliegen.

Ein Vorteil liegt auch bei den Flugpreisen. Ein Flug via Europa ist deutlich günstiger.

Freunde wieder zu sehen ist klasse. Ich genieße die Sommertage zurück in Deutschland und freue mich bald erneut durchstarten zu können.

Check aber die Krankenversicherung frühzeitig. Ich bin derzeit nicht versichert  >:(
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pad

« Antwort #4 am: 16. Juni 2014, 15:12 »
Danke für eure Antworten.

Das Argument mit dem Projekt / Lebenslauf von Arivei finde ich gut, daran habe ich gar nicht gedacht. Wenn ich auch danach beim gleichen Arbeitgeber bleiben würde (der mich ja bereits kennt), wäre dies sowieso eher unproblematisch. Falls ich eine neue Arbeit suchen müsste, würde es wohl etwas schwieriger werden. Wer will schon jemand für nur ein paar Monate anstellen (nichts sagen und dann einfach wieder kündigen würde ich nicht wollen). In diesem Fall würde ich wohl eher einfach eine Heimatpause von 2-4 Wochen einlegen und dann weiterziehen.

Ja, bezüglich wohnen würde ich wohl schon etwas temporäres suchen. Es muss ja kein perfekt eingerichtetes zu Hause sein für eine kurze Zeit.

Bezüglich der Reisezeiten kann es recht gut aufgehen. Japan / Taiwan und China sind ja jetzt im Sommer gar nicht schlecht, zumindest gemäss Angaben aus dem RZ-Tool. Wenn ich ca. im April wieder losziehe, würde sich ein Start in Mittelamerika anbieten, z.B. Nicaragua und / oder Mexiko. Dann einen Flug nach Ecuador und von dort gen Süden, allerdings, wie Arivei angemerkt hat, nicht ganz runter bis Patagonien. Zu sehen gäbe es auch so genug, vor allem wenn ich noch Teile von Mittelamerika mitnehmen würde.

Bezüglich Krankenversicherung läuft das in der Schweiz etwas anders. Ich bin auch während meiner Reisezeit ganz normal versichert und bezahle die gleichen Prämien, als wenn ich in der Schweiz leben würde. Ansonsten müsste ich mich komplett abmelden, was etwas umständlicher wird (auch wegen Armee etc.). Von daher wäre das Business as usual. 

Bezüglich der Reisemüdigkeit: Ich denke, ich kann das ein Stück weit steuern. Nach wie vor gefällt mir das Reisen super. Und doch bin ich insgesamt weniger begeisterungsfähig als zu Beginn. Gewisse Dinge wiederholen sich halt auch. Klar, mit Südamerika würde ja so oder so ein ganz neues Kapitel anbrechen. Vielleicht kann da jemand noch was dazu sagen. Hat euch der Wechsel in eine komplett neue Region jeweils einen regelrechten Kick / Motivationsschub gegeben oder ist das eher vernachlässigbar?

Klar, die Entscheidung liegt schlussendlich einzig und alleine bei mir. Ich möchte mir einfach ein möglichst gutes Bild verschaffen und bin noch etwas unsicher, ob ich nicht schwerwiegende Argumente ausser Acht lasse.
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pantitlan

« Antwort #5 am: 25. Juni 2014, 00:15 »
Ich weiss nicht so genau, wie das in Deiner Branche aussieht, aber ich denke, dass es nicht so ganz leicht wird, eine Stelle für nur 5-6 Monate zu finden. Dazu kommt, dass du unter Umständen auch mehrere Monate suchen musst, bis du was findest.

Ich würde daher sagen: Entweder du arbeitest ein ganzes Jahr, oder es lohnt sich nicht, die Reise zu unterbrechen. Familie kannst du ja trotzdem besuchen und dein Reiseblues etwas auskurrieren.
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