Thema: Reaktion von Einheimischen.  (Gelesen 1833 mal)

Oliver13

« am: 11. Juni 2014, 13:19 »
Hallo zusammen,
mich würde mal interessieren wie bei euch so die Reaktionen von Einheimischen ausfallen wenn ihr mit ihnen ins Gespräch kommt.
Und damit meine ich ganz unterschiedliche Aspekte. Z.B grade in armen Ländern kann sich wohl kaum jmd. eine 1-jährige Weltreise vorstellen, bezüglich des Geldes aber auc Sachen wie einen neuen Job zu finden. Darum, reagiere sie neidisch, möchten dass auch tun oder reagieren sie gar negativ und tuen dies als Überschwängichen Luxus ab den sich nur wie "Reichen" leisten könne und sozusagen nur auf der faulen Haut liegen?

Aber auch andere Dinge, wie ´Reagieren Einheimische darauf wenn ihr sagt dass ihr aus Deutschand seit?
Hab mir da nie groß gedanken gemacht, aber gestern ist mir etwas passiert das mich schon gekränkt hat.

Hier im Osten der Türkei wo seltener Touristen unterwegs sind sind die Leute total aufgeschlossen und neugierig wo man herkommt und was man so macht, was eigentlich super witzig ist, in einem Ort war ich glaub ich gefühlt der einzige Nicht-Türke und man kann schon manchmal kaum noch über die Straße laufen ohne nicht auf einen Chai eingeladen zu werden :D. Die Leute sind dann immer Freundlich und versuchen so viel wie möglich zu erfahren selbst wenn sie kaum bis garkein Englisch können.

Nur gestern eben war es echt unangenem, als ich in einem Teegarten sogar ausnahmsweise mal meinen Tee selber bezahlt hab, wurde ich wieder von zwei älteren Männern angesprochen, und als ich sagte ich sei aus Deutschland haben sie komisch getuschelt und das türkische Wort für Deutschland ist gefallen und etwas was sich sehr stark nach dem Wort Rassismus angehört hat und dann kam auch geich die Frage "Germany good, germany the best?" nach dem Motto Deutsche denken sie sind besser as alle anderen. Das hat mich stark gekränkt und ich fand es sehr Vorurteilsbeladen.
Nicht dass ich jetz alle Türken so sehen denn wie gesagt die meisteb sind ja super nett :)

Ich würd gern eure Erfahrungen hören. :)

Lg
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nickei

« Antwort #1 am: 11. Juni 2014, 14:22 »
Also bezüglich der Reaktion auf die Reise an sich, kam in ärmeren Ländern als Reaktionen meist Mitleid, denn wenn man als 18 jähriges Mädchen ein Jahr ganz alleine in der Welt rumtingelt, muss das bedeuten dass ich unverantwortliche Eltern habe, keinen starken Familienzusammenhalt oder sonst irgendwas falsch gelaufen ist  ;) Es gab aber natürlich auch gerade bei Leuten, die der Mittelschicht angehören, die üblichen Reaktionen, die man hier in Deutschland auch hört, von wegen wie geil, das würde ich auch gern machen, hätte aber nie den Mut dazu usw.

Also, generell habe ich mit meiner Nationalität noch nie durchgehend schlechte Erfahrungen mit Menschen in einem bestimmten Land gemacht, obwohl es vorkommt (aber sehr, sehr selten zu Glück, also bei mir). Idioten gibt es überall und in den ärmeren Gebieten ist es oft auch einfach nur eine Frage der Bildung. Du schreibst ja auch, dass die Menschen normalerweise total zuvorkommend und freundlich sind in der Osttürkei. Natürlilch tun solche Reaktionen wie du sie erlebt hast weh, da muss man erstmal schlucken wenn man so etwas hört, aber im Endeffekt hilft es sich umzuschauen und zu merken dass 95% der Leute kein Problem mit Deutschen generell haben. In vielen Ländern (vor allem China  :D ) wird meistens erstmal von den ganzen Autos geschwärmt, der deutschen Wirtschaftskraft und so weiter. Die meisten Menschen leben ja im hier und jetzt, gerade in den ärmeren Gegenden, und da wird normalerweise nicht allzu tief in die Geschichte geblickt. Allerhöchstens kommt irgendwas von wegen "Ah Deutschland, ich kenn nur Hitler", aber wie gesagt, da muss man auch erkennen dass das wohl nicht grundsätzlich böse gemeint ist, sondern einfach wie schon geschrieben, eine Frage der Bildung ist und viele sich auch nicht bewusst sind, was das in einem für Gefühle auslöst. Mich kränkt es mittlerweile auch nur noch wenn gebildete Menschen oder gar Europäer/Amerikaner so etwas von sich geben, weil die es wirklich besser wissen müssen! Aber gerade in ländlichen, ärmeren Gegenden, drücke ich auch mal ein Auge zu, man weiß ja auch nicht was man selber für Ansichten über die Welt hätte, wenn wir keinen Zugang zu unabhängigen Medien hätten oder nicht so einen hohen Bildungsstandard. Da ist dann so ein emotionaler Panzer davor, davon lass ich mir keine Minute von meiner Reise verderben  ;)
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santiago

« Antwort #2 am: 11. Juni 2014, 14:22 »
Hallo!

Als Österreicher hat man meistens das Problem, dass die Folgefrage nach "Woher kommst du?" fast immer "Ah, Kängurus. Sydney?" ist  ;D
Da ich fließend Spanisch spreche, war die Kommunikation in SA nie ein großes Problem und ich kam daher öfter in Gespräche auf Reisen, vor allem auch mit anderen Latinos, die grad unterwegs sind. Für die meisten ist eigentlich Weltreise gar kein Thema mit dem sie sich beschäftigen, weils einfach zu teuer und unrealistisch ist. Meistens gabs dann nur ein kurzes Nachfragen, wie man sich das leistet, und das wars.

In Ländern wie der Türkei ist das aber sicher was anderes, da einfach aufgrund der Gastarbeiter-Migration eine ganz andere Verbindung / Nähe / Vorurteile da sind.

Einzig ein älterer Fußballfan in Cordoba konnte mit Österreich, und dem damit zusammenhängenden WM-Sieg gegen Deutschland 1978, recht viel anfangen, die ganze Geschichte gibts hier

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Georginess

« Antwort #3 am: 11. Juni 2014, 14:49 »
Ich habe dbzgl. noch keine Erfahrungen auf Langzeitreisen gemacht, aber zumindest was normale Urlaube (2-3 WCH) angeht, so kann ich auf fast nur positive Reaktionen zurück blicken.

Was mir dabei aber extrem auffiel (zumindest in Griechenland und in Kroatien) ist, dass mich die Leute, sobald sie gemerkt haben, dass ich mit meiner (Ex)Freundin Deutsch spreche, zuerst gefragt haben, ob wir Deutsche oder Österreicher sind. Ich bin das Gefühl bis heute nicht losgeworden, dass das jedes Mal eine Art Fangfrage war, denn als ich wahrheitsgemäß geantwortet hab, ich sei Österreicher, konnte man eine gewisse Art der "Erleichterung" auf in ihren Gesichtszügen nicht übersehen... Ich verstehe zwar nicht ganz was das soll(te), denn ob ein deutscher, ein österreichischer, ein englischer oder sonst irgendein Tourist - wir bringen alle Geld mit und lassen es auch in Unmengen dort.

Was das mit dem "reich sein" betrifft, habe ich gemischte Erfahrungen gemacht. Die einen interessiert das überhaupt nicht, hauptsächlich die, die mit ihrem Leben im jeweiligen Land zufrieden waren.
Bei anderen wiederum konnte man eine Mischung aus Anerkennung, Erstaunen und blankem Neid erkennen. Allerdings wurden wir deswegen nie blöd angemacht, sondern einfach bei den Preisen beschissen^^

Also Fazit: Fremdenfeindlichkeit - nein, Vorurteilbehaftete Einheimische - ja, definitiv, offene Anfeindungen - nein, dafür aber teilweise Beschiss und ungute Vibrations  ::)

Kleiner Nachtrag:

...wenn wir keinen Zugang zu unabhängigen Medien hätten...

Der ist echt gut, unabhängige Medien^^  ;D
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Jenny_far_away

« Antwort #4 am: 11. Juni 2014, 16:03 »
Hey,
also ich muss sagen, dass ich durchweg positive Erfahrungen mit den Einheimischen gemacht habe. In Indien wurde ich oft gefragt, warum ich nicht 1.Klasse mit den Reichen fahre. Ich habe ihnen dann erklärt, dass ich gerade mit dem Studium fertig geworden bin und daher nicht viel Geld habe und möglichst viel von der Welt sehen will. Außerdem würde man immer nettere Gespräche führen bei "Euch", als in der 1.Klasse. Da lachen dann die meisten, geben einem Recht und verstehen auch, dass jeder spart, um seine kleinen oder eben großen Träume zu erfüllen. (Ansonsten holt man sich natürlich das in Indien übliche Gelächter ab, wenn man als Frau mit 26 noch nicht verheiratet ist :P und stattdessen reist)
In Indien und Myanmar haben mir auch die Einheimischen in Sammelrikshaws oder LKWs geholfen, dass ich dem Fahrer nur den normalen Preis zahle und nicht übers Ohr gehauen werde von dem. So wurden mir in Indien einfach zwei Kinder auf den Schoß gesetzt, weil der Fahrer wollte, dass ich doppelt zahle wegen meiner langen Beine :D

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass viele in Indien oder SOA, ganz egal wie arm sie sind, sehr fasziniert sind von Menschen aus anderen Ländern, von den Fremden lernen wollen und sich selber meist aber nicht vorstellen können durch die Welt zu reisen, weil Ihnen oft die Mittel fehlen ihr eigenes Land zu sehen. Gerade in Indien, Myanmar und Kambodscha, wo ich sehr abseits der Touristenwege unterwegs war, fanden die Einheimischen es gut, dass Menschen aus anderen Ländern zu Ihnen kommen und sehen wie sie Leben und darüber berichten.

Zum Thema Deutschland, nun ja auf Hitler wird man häufig angesprochen. In Indien hatte ich nen sehr seltsamen Sitznachbarn (Inder), der mir erzählte wie klasse er Hitler finden würde und was für ein Genie der Mann gewesen sei. Zum Glück ist ein anderes ausländisches Mädel nach 2h in den Bus gestiegen und ich hab mich dann zu ihr gesetzt und dem Mann gesagt, dass das meine Freundin ist :P Aber wie nickei schon sagt, man kann den Leuten da nicht wirklich böse sein, sie wissen es einfach oft nicht besser. Viel schlimmer finde ich es, dass man als Deutscher, in Österreich lebend, oft schwer mit der Geschichte Deutschlands zu kämpfen hat. Wo ich mich immer frage, was das eigentlich soll, Hitler war schließlich Österreicher, aber nun ja. Ignoranz gibt es eben überall. In Amerika sieht es da ja auch nicht besser aus, wenn man mal wieder gefragt wird, wie es denn ist unter Hitler zu leben, ob wir fließend Wasser haben und Autos haben. Da verliert man echt den Glauben an die "Großmacht" USA  ::)

Alles in allem hab ich die Erfahrung gemacht, dass Deutsche immer sehr willkommene Gäste sind und im Allgemeinen als freundliche, offene, gut Englisch sprechende und an der Kultur und den Menschen interessierte Touristen gesehen werden. Einige sagen einem auch, dass Geschichte Geschichte ist und es so lange her ist, dass es nicht fair den Deutschen heute noch vorzuwerfen, was ein Verrückter vor so vielen Jahren angezettelt hat.

In Thailand sind es übrigens die Israelis, die da kaum einer haben will und die schikaniert werden. Oft sieht man Schilder an Stränden mit der Aufschrift "no Israeli". Das fand ich viel krasser, so etwas erlebt man als Deutscher dann doch nicht im Ausland, oder?
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Oliver13

« Antwort #5 am: 11. Juni 2014, 16:20 »
Also bezüglich der Reaktion auf die Reise an sich, kam in ärmeren Ländern als Reaktionen meist Mitleid, denn wenn man als 18 jähriges Mädchen ein Jahr ganz alleine in der Welt rumtingelt, muss das bedeuten dass ich unverantwortliche Eltern habe, keinen starken Familienzusammenhalt oder sonst irgendwas falsch gelaufen ist  ;)

Ich wurde manchmal gefragt, wenn raus kam dass ich allein Reise: "Hast du keine Freunde" :D
Dann musst ich auch erstmal immer erklären warum ich allein Reise.

Zitat von: Jenny_far_away

In Amerika sieht es da ja auch nicht besser aus, wenn man mal wieder gefragt wird, wie es denn ist unter Hitler zu leben, ob wir fließend Wasser haben und Autos haben. Da verliert man echt den Glauben an die "Großmacht" USA  ::)

Da hab ich ne Kanadierin kennengelernt die mir da auch die lustigsten Geschichten erzählt hat, wie sie z.B. einmal nem Amerikaner weiß gemacht hat, in Kanada läuft die Uhrzeit langsamer und eine Minute hat 100 Sekunden :D

Das netteste was ich bis jetzt erlebt habe war auch in der Türkei, in einer Stadt in der ich glaub ich der einzige (Ausländische) Tourist zu der Zeit war und ich wollte mit nem Minibus ein Stück rausfahren zu einer Ausgrabung und hab dann an einem Infokiosk gefragt wo der Bus hält, da ich dachte der hält hier und der kann mir einfach zeigen wohin ich muss, am Ende hat der Typ zusammen mit mir auf nen Bus gewartet und dem Fahrer gesagt wo ich hin will, bloß war das och garnicht der richtige Bus :D der ist nur noch 2 kurze Stationen angefahrern dann is der Fahrer mit mir Ausgestiegen hat mich zum nächsten Bus gebracht und da war NOCHMAL das gleiche und dann war ich an der richtigen Haltestelle und nur für den richtigen Bus usste ich überhaupt zahlen die anderen zwei haben sie "Verweigert". Und eigentlich haben mich die ersten zwei Busse nur ums Eck ne Straße runter gebracht :)
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pad

« Antwort #6 am: 11. Juni 2014, 16:30 »
Wenn ich mit Einheimischen spreche, dann vermeide ich es meistens, meine Reisedauer oder die bereits besuchten Länder zu erwähnen. Ich habe den Eindruck, dass ist eher kontraproduktiv. Auf konkretes Nachfragen gebe ich natürlich eine Antwort, aber auch da eher zurückhaltend. Oft sind Themen wie Familie oder Landschaft und Umgebung etc. viel angenehmer (für beide Seiten). Bei längeren Gesprächen werde ich manchmal schon offener, sofern ein gewisses Vertrauen besteht.

Als Schweizer habe ich in Bezug auf die Nationalität noch nie eine negative Rückmeldung erhalten. Entweder das Land wird mit Schweden verwechselt, gar nicht erkannt oder die Worte "Schokolade, Uhr, Bank, Käse, Roger Federer, Ski & Berge" fallen. Damit habe ich keine Probleme :D Teilweise wird wohl angenommen, das bei uns alle im Geld schwimmen. Ein gewisser Neid ist manchmal vielleicht spürbar, was ich ein Stück weit auch nachvollziehen kann. Gewisse Vorurteile oder Erwartungen gegenüber einem Land hat wohl jeder, vor allem, wenn man noch nie da war.

Auf die Frage (von Westlern): "Wie kannst du dir das nur leisten" antworte ich oft mit: "Ich habe dafür lange gespart, mir nie ein Auto gekauft, in einer Wohngemeinschaft gelebt und meine Prioritäten entsprechend gesetzt". Das zieht oft ganz gut. Auch da: Lieber etwas "tiefstapeln". 

In Ländern, wo Englisch nicht weit verbreitet ist, sind die Englischsprechenden ja oft irgendwie im Tourismus tätig. Da hat gerade Smalltalk für die entsprechenden Personen sehr oft eine gewisse Sondierfunktion (wie sind meine finanziellen Möglichkeiten bzw. wie viel Kohle ist da zu holen). Gerade in solchen Situationen lasse ich mir nicht gerne in die Karten schauen.
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Oliver13

« Antwort #7 am: 11. Juni 2014, 16:44 »
Auch ist das Problem bei vielen wenn man ihnen sagt dass man eine Langzeit-/Weltreisemacht, dass sie sich nur ihren "normalen" 2-3 Wochenurlaub vorstellen können, in dem man sich ja meist etwas gutes gönnt und somit in eine schickeren Hotel mit evtl Vollpension ist oder viel in Restaurants isst. Wohingegen man auf einer Langzeitreise ja meist in seeehr billigen Hotels ;) oder Hostels schläft nicht jeden Tag im Restaurant isst und auch ansonsten ja eigentlich überall wo es geht spart solange man das Reiseerlebnis nicht ungemein mindert. Und sich viel seltener mal etwas teureres gönnt...

So wie ich der jetzt in einem schönen türkischen Hamam geht :D :P
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cocomex73

« Antwort #8 am: 29. August 2014, 03:16 »
Ich muss `pad` recht geben...ich halte mich grundsätzlich auch zurück, was das Erwähnen des Zeitraumes einer Reise angeht. Ich muss bei Niemandem Neid erzeugen oder sonstiges...das ist nicht angebracht!


Ich bin z.B. seit 10 Monaten unterwegs und ich schaue, wem ich von meiner Langzeitreise erzählen kann und wem nicht. Ich traf z.B. auf Einheimische in Nicaragua, die aber in den USA leben/arbeiten und den westlichen Standard kennen/ geniessen oder das `nötige Kleingeld` haben, um selbst viel reisen zu können. Das bekommt man in den Gesprächen ja mit.

Wenn ich mich allerdings mit Einheimischen unterhalte, von denen ich weiss, dass sie noch nicht einmal ihr eigenes Land kennen, weil sie das Geld zum Reisen nicht haben, dann halte mich aus RESPEKT zurück! Das ist doch völlig klar, oder?

In Asien muss ich sagen, waren die Einheimischen eher zurückhaltend und mit dem Verständigen haperte es ohnehin, da viele kein Englisch sprachen (Laos, Kambodscha).

Aber in Mittel,- und Südamerika (ich spreche Spanisch!) machts das Ganze sehr einfach! Ich komme überall und immer wieder mit Einheimischen in Kontakt und habe gerade in Honduras und El Salvador die wundervollsten, hilfsbereitesten, liebsten und herzlichsten Menschen überhaupt kennengelernt. Sie waren immer positiv überrascht, weil sie merkten, dass ich Spanisch spreche. Auch die Tatsache, dass ich aus D. komme, führte zu interessanten Gesprächen. Sie waren sehr offen, angetan, wollten einem die paar deutschen Wörter, die sie kannten, nahelegen...und waren richtig (ehrlich!) interessiert und fragten und fragten...

Also, gerade in MA und SA habe ich nur gute Erfahrungen gemacht! Einfach toll :-)

LG Coco
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Stecki

« Antwort #9 am: 29. August 2014, 08:32 »
Mir geht es oft ähnlich wie nickei weiter oben: Man kommt ins Gespräch, es wird nach dem Alter gefragt und irgendwann will der Gegenüber mal wissen wo meine Frau und Kinder denn sind. "Wie? Was? Nicht verheiratet, keine Kinder?!?" Und dann versteht man in gewissen Regionen der Welt eben die Welt nicht mehr.

Vor allem ältere Amerikaner können meistens nicht verstehen wie man so viel reisen kann, sie kennen ja nur 2 Wochen Urlaub im Jahr. Dies gab auch schon unangenehme Situationen bei der Einreise.

Die Reaktionen auf meine Nationalität (Schweiz) fand ich ich bisher mehrheitlich positiv. Man wird halt oft als reich bezeichnet, doch in Asien wird man dafür wegen der tollen Schoggi und den Uhren geliebt. Das ist jetzt meinerseits nicht negativ gemeint, aber es gab auch schon Situationen in denen ich (und offenbar vor allem meine Gegenüber) froh war Schweizer und nicht Deutscher zu sein. Ich denke mal abgesehen von den Pauschalurlaubsorten und der Ostküste Australiens sind die Deutschen eigentlich auch ganz beliebt.
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Eumel

« Antwort #10 am: 29. August 2014, 12:20 »
Ich habe mal eine Zeit lang als Deutscher in England gelebt. In der Zeit habe ich viele gute Freunde kennengelernt, aber durchaus auch ein paar Leute, von denen ich anfangs nicht dachte, dass sie existieren.

Mein Highlight war einmal die Frage: "Ihr Deutschen habt aber schon alle diese Helme zu hause, oder?" - "Helme? Welche Helme meinst du?" - "Na die mit der Spitze oben..."

Das schlimme war, dass es tatsächlich kein Scherz von dem Typen war  :o
Und diese "Faszination" Hitler/WW2 war auch immer wieder ein Thema (Und dieses "Hitler war ein großer Mann" Gewäsch), aber ich denke das war eine Eigenheit der Engländer ;)

Aber das war nur das eine negative Highlight unter sehr vielen positiven Momenten :)
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NRW

« Antwort #11 am: 29. August 2014, 12:40 »
Wir haben unsere Reisedauer (12 Monate) auch nie an die große Glocke gehangen. Oft gesagt, wir sind seit 3 Wochen im aktuellen Land etc., nur wenn es über den üblichen Smalltalk hinausging, haben wir mehr erzählt.

Gegenüber Einheimischen (vor allem in SOA und Südamerika) haben wir nie erwähnt, dass wir einmal um die Welt reisen. Wir hatten zweimal einen Fall, wo uns Guides in Myanmar bzw. Laos erzählt haben, dass ihr größter Traum wäre einmal nach China bzw. Thailand zu reisen. Nicht für Wochen, sondern nur für Tage. Es waren Leute, die stolz darauf waren dass ihre Familien sie zu besseren Schulen geschickt haben, damit wenigstens 1 Kind Englisch lernt und einen guten Job hat...

Klar die Welt ist schreiend ungerecht, aber dann zu erzählen, dass wir mit Ende 20 mit zwei Durchschnittsjobs (Ingenieurin und Kaufmann) in der Lage sind 12 Monate zu reisen oder wenn die  Verpflichtungen nicht rufen würden, sogar mehrere Jahre reisen könnten, fände ich irgendwie sehr unangebracht...
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