Thema: Das leidige Thema Reisegepäckversicherung  (Gelesen 1635 mal)

Ente

« am: 12. Mai 2014, 23:15 »
Liebe Leute,

Ende des Jahres geht es wieder auf Tour, dieses Mal aber nicht für ein Jahr, sondern vermutlich nur 2-3 Monate und auch nur zwei Länder, Israel und Jordanien (Ägypten nur, wenn die Lage auf der Sinai-Halbinsel sicherer wird). Auf meiner Weltreise hatte ich keine Reisegepäckversicherung, da ich a) auf dem kritischeren Teil der Reise keine wirklich teuren Gegenstände dabei hatte und b) überall hörte, dass die im Zweifelsfall sowieso nicht zahlen.

Nun werde ich dieses Mal mein heißgeliebtes Fernglas dabei haben und da ich vermutlich auch mal einfach so in der Wüste auf dem Fußboden schlafen werde (habe ich letztes Mal in Israel auch gemacht, in Jordanien wären es Hostels und Couchsurfing), frage ich mich schon, was passiert, wenn ich überfallen oder auch im Schlaf einfach ausgeraubt werde. Würde da eine Reisegepäckversicherung überhaupt bezahlen, wenn ich das Glas Nachts am Körper trage und es mir doch gestohlen wird? Oder ist das sowieso aussichtslos? Ich weiß absolut nicht, wie ich das lösen soll, fühle mich aber extrem unwohl bei dem Gedanken, mit dem Glas unversichert loszuziehen - es könnte mir ja auch einfach mal runterfallen (davor habe ich auch daheim immer absolute Panik). Um das Reisen im Nirgendwo und das Schlafen in der Landschaft komme ich auch nicht herum, da ich die Birding-Hotspots absuchen werde.

Auf der Weltreise war ich bei der HanseMerkur krankenversichert und die bieten ja auch eine Reisegepäckversicherung an, die Beiträge hier im Forum zu denen sind aber nicht so positiv (mit der Krankenversicherung habe ich hingegen 1a-Erfahrungen gemacht, als ich in Südostasien mit Dengue im Hospital lag!). Kann mir irgendjemand von seinen/ihren Erfahrungen berichten oder die Lage einschätzen? Vielen Dank!
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pad

« Antwort #1 am: 13. Mai 2014, 03:49 »
Also bei den Reisegepäckversicherungen ist teurer Technikkram und Elektronik meist ausgeschlossen, soviel ich weiss. Genaueres findest du wohl in den Versicherungsbedingungen der einzelnen Anbieter.

Ich habe für meine einjährige Weltreise eine Equipment-Versicherung abgeschlossen (kameraversicherung.ch). Das gibt es ganz sicher auch in Deutschland und da wohl auch günstiger. Die Versicherung kostet mich für ein Jahr CHF 250 und ist damit recht teuer. Dazu kommt ein Selbstbehalt von CHF 300 im Schadenfall. Dafür zahlt die Versicherung auch bei Selbstverschulden (fallen lassen, ins Wasser werfen, verlieren (!), Wasserschaden, nicht angekommenes Fluggepäck ...) und bei Diebstahl aus nicht verschlossenen Räumen wie Zelt etc. Versichert ist all mein Elektronik-Kram ausser Smartphone. Im meinem Fall ist das ein recht teures Ultrabook (welches ich auch zum Arbeiten nutze), eine OMD-EM5 Kamera mit Zubehör und eine Sony RX100 plus etwas Kleinkram. Diese Versicherung ist wohl vor allem für Profifotografen gedacht, die noch viel mehr teures Zeug als ich mit sich schleppen.

Ja, manch einer wird sich jetzt wohl sagen, lass das teure Zeugs doch einfach zu Hause. Ich sehe das halt so: Auf einer Weltreisen bieten sich mitunter die besten Fotogelegenheiten überhaupt. Für mich wird das Risiko dank der Versicherung kalkulier- und verkraftbar. Ich bin dabei vom Worst-Case Szenario ausgegangen, dass mir der Daypack mit allem drin geklaut wird.

In deinem Fall kommt es wohl darauf an, was das Fernglas kostet / dir Wert ist und was du sonst noch an Technik dabei hast. Ob ein Fernglas überhaupt gedeckt ist, kann ich dir nicht sagen (könne es mir aber gut vorstellen, da ja Kameraobjektive etwas sehr ähnliches sind). Da würde ich einfach mal nachfragen.


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Ente

« Antwort #2 am: 14. Mai 2014, 20:26 »
Danke für deine Antwort, das wäre prinzipiell super, ABER in den AGB steht tatsächlich ausschließlich etwas von "fotografischen Geräten" - schade :(
  Das Argument, man solle teuren Kram daheimlassen, würde bei mir sowieso nicht fruchten, weil Birdwatching ja mein Reisegrund ist. In Südostasien habe ich auf gebuchten Touren immer einfach ein Glas gemietet, aber wenn man ohne Birdwatching-Tour selbstständig unterwegs ist, muss man sich schon selber ausrüsten (außerdem sind die gestellten Gläser qualitativ nicht so hochwertig, meiner Erfahrung nach), es hilft ja nichts.
Ansonsten habe ich nichts wirklich teures dabei - altes Handy, altes Netbook, einfache kleine Kamera. Darum gehts nicht. Es geht mir wirklich nur um das geliebte Fernglas.
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Jenny_far_away

« Antwort #3 am: 15. Mai 2014, 14:22 »
Kameras sind tatsächlich ausgeschlossen, Netbooks etc. aber zum Beispiel nicht. Die Versicherungen zahlen, vorausgesetzt man bringt die Nachweise (Quittungen, Fotos, Flugtickets etc.) u.U. auch sehr schnell. Problem bei dir wird aber sein, dass die nichts übernehmen wenn du draußen schläfst und nicht auf offiziellen Campingplätzen.
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Ente

« Antwort #4 am: 27. Mai 2014, 01:36 »
Nun hat eine weitere Versicherung zurückgeschrieben: kein Angebot für mein Fernglas.
Bin nun auf den naheliegenden Gedanken gebracht worden, mal dem Händler einen Besuch abzustatten, bei dem ich es gekauft habe, vielleicht hat er einen Tipp. Das ist ja wirklich ein Drama.
 
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Fender

« Antwort #5 am: 28. Mai 2014, 14:03 »
Hmmm....

Ich weiß nicht, ob die das übernehmen, aber Du könntest mal bei der Wertgarantie anfragen, die haben grundsätzlich auch einen DS-Schutz.

www.wertgarantie.de

Die versichern zwar überwiegend E-Geräte und Fahrräder, und ob sie auch Auslandsfälle übenehmen ist nicht ersichtlich, doch anfragen kostet nichts ;)
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karoshi

« Antwort #6 am: 28. Mai 2014, 14:41 »
Der Disbstahlschutz bei denen ist aber nur für Profi-Fotografen gedacht, was man auch an der Mindestlaufzeit von 36(!) Monaten sieht.
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Ente

« Antwort #7 am: 24. Juni 2014, 20:34 »
Irgendwie seltsam, oder? Übersehe ich irgendetwas naheliegendes? Ich will ja jetzt nicht etwas total abgefahrenes versichern, einfach nur mein "Handwerkszeug"  :-[

Dann hilft wohl nur das Teil zu verteidigen. Bis auf 7 Nächte in Südjordanien und 1 Nacht in Israel schlafe ich in Hostels oder via Couchsurfing, dann ist es wenigstens indoor untergebracht.
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