Thema: Auto fahren in Indien - wirklich so schlimm?  (Gelesen 4230 mal)

Giolina

« am: 02. April 2014, 10:09 »
Ich würde mich über Berichte zum Thema freuen. Danke vorab!!
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Michael7176

« Antwort #1 am: 02. April 2014, 10:53 »
Eindeutig ja. Speziell in den Großstädten. Totales Chaos, Unfälle, Geisterfahrer etc.

Willst du selber fahren ?  :o
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karoshi

« Antwort #2 am: 02. April 2014, 14:05 »
Alleine schon die Tatsache, dass ein Mietwagen mit Fahrer günstiger ist als ein Mietwagen ohne Fahrer, spricht für sich. Auch auf den wenigen Autobahnen muss man jederzeit mit Kamelkarren, Gegenverkehr, tiefen Schlaglöchern und den allgegenwärtigen Kühen rechnen. Das ist mit Aufmerksamkeit und defensiver Fahrweise aber zu bewältigen. Schlimmer ist es in den engen Altstädten wie z.B. Old Delhi, da würde ich wahnsinnig werden.

Andererseits gibt es auch viele Ecken, besonders auf dem Land, wo der Verkehr gar nicht so schlimm ist (wohl aber manche Straßen).
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Jenny_far_away

« Antwort #3 am: 02. April 2014, 21:03 »
Also mitm Motorrad ist es zwar auch gewöhnungsbedürftig, aber es macht nach ein paar Wochen auch richtig Spaß. Man muss sich allerdings ganz dem indischen Fahrstil hingeben haha, ist nichts für jeden. Ansonsten in Großstädten wie Dehli oder Mumbai in die Straßen ab 21Uhr meiden, weil dann die LKWs in die Stadt dürfen und dann ist der Spaß wirklich vorbei.
Auto fahren würde ich glaube ich eher nicht empfehlen....mit dem Motorrad ist man wendiger und kann vielem ausweichen.
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knuffels

« Antwort #4 am: 02. April 2014, 23:05 »
Alleine schon die Tatsache, dass ein Mietwagen mit Fahrer günstiger ist als ein Mietwagen ohne Fahrer, spricht für sich.

So ist es. Selbst fahren in Indien ist - mit Verlaub gesagt - vollkommener Quatsch.
Taxis kosten nicht die Welt, Mietwagen mit Fahrer ca. 10 Rupien pro Kilometer --> lohnt sich gar nicht, weiter über selbst fahren nachzudenken.

Und: ja, der Verkehr in Indien ist total chaotisch, Verkehrsregeln existieren nur ansatzweise, Zustände der Straßen sind miserabel, Unfälle passieren häufig.
 Auch wenn's nur kleine Blechschäden sind, als Ausländer hast Du nur Schererein damit.
Dann lass lieber den Fahrer für den Unfall oder die Panne verantwortlich sein.

Ausserdem: die Fahrer in Indien haben für die dortigen Verhältnisse angepasste Augen, die sehen Schlaglöcher oder LKW ohne Rücklicht viel eher wie Du....

OK, genug der Belehrungen ;-)
Schau's Dir an, wie's da abgeht, ist auf jeden Fall ein Abenteuer
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Surfy

« Antwort #5 am: 11. April 2014, 10:41 »
So ist es. Selbst fahren in Indien ist - mit Verlaub gesagt - vollkommener Quatsch.

Das kann ich so nicht unterschreiben. Für diejenigen die nicht gerne Autofahren mag das gelten.

Wer gerne unabhängig reist, gerne selber fährt, der wird sich hinten im Fahrzeug oder auch neben dran nicht zwingend wohl fühlen.

Englisch ist nicht jedem Inder in die Wiege gelegt, das Autofahren auch nicht.

Dh es kann auch passieren dass man sich mit dem Fahrer nicht verständigen kann, der einen katastrophalen Fahrstil hat, Lebensmüde ist etc..

Das Fahren ist in den Städten stressig weil gerne alle mal bei rot losfahren und sich dann in der Kreuzung alle gegenüberstehen. Aber mit Geduld ist es machbar.

DH schau Dir das ganze mit dem Taxi an - ob Du dir das als Lenker zumuten willst.  ;)

Als Beifahrer hat man sicherlich mehr Zeit, das Leben neben der Strasse aufemrksamer zu studieren, ersetzt aber auch keinen Spaziergang.

Die Parkplatz suche entfällt mit Fahrer, das Gepäck/Auto ist bewacht - es hat alles Vor- und Nachteile.

Surfy

farmerjohn1

« Antwort #6 am: 11. April 2014, 13:26 »
Leute - es geht, galube ich, gar nicht so sehr darum, dass das Fahren selbst solch ein Ding der Unmoeglichkeit ist, sondern um die Begleitumstaende. Die sind zwar - seit ich ab Anfang der 1980er Jahre bis heute davon hin und wieder durch Erlebnisse naher Verwandter oder persoenliche Anschauung unterrichtet bin - kontinuierlich immer besser geworden. Aber es ist nun einmal noch immer und wahrscheinlich noch fuer die naechsten 2, 3 weiteren Generationen ein Land mit einer kleinen, unendlich reichen Oberschicht, mit im Vergleich zu Europa sehr bescheidenen Mittelschichten und mehreren hundert Millionen Menschen in extremer Armut, die mit relativ geringem technischen Know-How irgendwie ihren Alltag bewaeltigen, und zwar meist ziemlich emsig und unter dem Druck, den Existenznot nun mal mit sich bringt. Dazu ist das gesamte Land voller Menschen wie eine Sardinenbuechse, dazu kommen eine Reihe dem Europaeer unbekannte religioese, ethische und gesellschaftlich-normative Vorstellungen der Einheimischen, dazu der geringe Wartungsgrad vieler Fahrzeuge, dazu die vermutlich nicht gerade mit legendaerer unbestechlicher preussischer Beamtendisziplin funktionierende verkehrsrechtliche und versicherungtechnische Exekutive und Judikative. Selbst wenn man keine links-rechts-Stoerung hat, am Steuer die Nerven und den Ueberblick behaelt und keine Fehler macht, ist es gar nicht so unwahrscheinlich dass irgendein Kind, Bettler oder Traeger-Kuli unterm Auto landet, dessen Familie in der Muelltonne um die Ecke wohnt - was glaubt Ihr wohl, was der Familieklan des Opfers mit einem westlichen Touristen wahrscheinlich macht, wenn sowas passiert - und zwar bevor irgendeine staatliche Institution auch nur was bemerkt?
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Vombatus

« Antwort #7 am: 11. April 2014, 13:41 »
Um noch weiter vorne anzufangen ... Die Thread-Starterin hat nicht vor in Indien Auto zu fahren, sie hat Sorge um ihren Sohn, der von hier nach Indien fahren möchte. Sollte er es nach Indien schaffen, wird er auch dort herumkuven können. ;-)
http://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=10228.msg66777#msg66777

Abgesehen davon ist Indien ist so groß, dass es bestimmt viele Flecken gibt (Ausserhalb der Ballungsgebiete) die man selbst befahren kann und das wie "Jenny_far_away" beschreibt, auch mit einen Roller möglich ist.

Was in 2. und 3. Weltländer vorkommen kann – nicht nur bei Touristen und nicht nur in Indien – ist, dass absichtlich ein Verkehrsunfall erzeugt wird um Schmerzensgeld (o. Ähnliches) zu verlangen. Meist eine Horrorgeschichte, aber so etwas gibt es auch.
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White Fox

« Antwort #8 am: 11. April 2014, 19:19 »
Auto fahren in Indien - wirklich so schlimm?

Nein. Es ist noch viel schlimmer.
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grenzenlos

« Antwort #9 am: 12. April 2014, 10:26 »
Vom Verkehr her ist Indien das schlimmste Land welches wir kennen gelernt haben. Wir waren da Monate mit Fahrrad unterwegs. Aber es geht halt doch irgendwie. Man muss sich dem Fahrstil anpassen, einfach spielerisch mitschwimmen. Nach einiger Zeit macht es dann sogar Spaß.
Unser Sohn war da ein Jahr mit dem Motorrad unterwegs, von Nord bis Süd. Er hatte keinen Unfall.
Indien ist verkehrstechnisch absolut gewöhnungsbedürftig, doch mit viel Einfühlungsvermögen kann Mann/Frau es meistern  ;)
Grüße Wi grenzenlos
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BackpackAsien

« Antwort #10 am: 09. Mai 2014, 22:41 »
Ich war zwar noch nie in Indien, aber ich habe ein Buch von jemandem gelesen, der mehrfach Unfälle in Mumbai beobachtet hat. Nach den Unfällen wurden die verursachenden Fahrer von Fußgängern aus dem Wagen gezogen und brutal zusammengeschlagen. Das Buch heißt Shantaram.
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Jenny_far_away

« Antwort #11 am: 09. Mai 2014, 22:52 »
Spielt das Buch nicht vor über 20 Jahren?
Also ich mag gar nicht in Frage stellen, ob das heute wirklich noch passiert, aber ich glaube doch, dass das Extremfälle sind, die genauso auch in anderen Ländern Asiens, Afrikas oder Südamerikas vorkommen. Nach meiner Erfahrung läuft das meistens eher so ab, dass man dem Geschädigten (bei Fahrzeugschaden) ein paar Geldscheine in die Hand drückt. In China waren das immer umgerechnet so knapp 10€, wenn der Fahrer mal wieder ein anderen Auto angerempelt hat.
Also über so etwas würde ich mir keine Gedanken machen ehrlich gesagt. Zumal, wenn man das nur aus einem Buch hat. Das Buch Shantaram ist übrigens klasse :)
Ach und da gab es auch nur EINEN Unfall, bei dem das passiert ist!
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BackpackAsien

« Antwort #12 am: 09. Mai 2014, 23:28 »
Hi Jenny,
also ich habe gerade 1/3 des Buches gelesen und es gab bereits 2 Unfälle bei denen das genau identisch abgelaufen ist. Du hast Recht: das Buch ist wirklich toll. Und es spielt auf jeden Fall in der Vergangenheit als Mumbai noch Bombay hieß. Richtig ist auch, dass es hier nicht um meine eigene Erfahrung geht, sondern nur um die Schilderungen von G.D. Roberts, der allerdings von wahren Begebenheiten spricht.

LG
Lara
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icybite

« Antwort #13 am: 11. Mai 2014, 05:06 »
Ich kann mich noch an einen Rat von einer Einheimischen Erinnern...

"Ein Unfall in Indien ist so normal wie der wöchentliche Einkauf in Supermarkt. Wenn du einen Unfall hast, dann schau nur zu, dass du deine Wertsachen nah bei dir hast, sonst wirst du danach gleich ausgeraubt."

Sagt alles, oder?
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White Fox

« Antwort #14 am: 11. Mai 2014, 07:01 »
Bei einem Unfall in einem Entwicklungsland sollte man niemals am Unfallort bleiben, insbesondere wenn man (Teil-)Schuld trägt. Stattdessen weiterfahren bis man irgendwo Polizei sieht und die dann umgehen informieren. Wenn man am Unfallort bleibt kann es passieren, dass sich ein wütender Mob bildet.

Quelle: Mein Arbeitgeber/Kollegen, wir arbeiten viel in Entwicklungsländern
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