Thema: Deutsche Städte und Landschaften  (Gelesen 22437 mal)

echidna

« Antwort #210 am: 03. September 2019, 12:38 »
Besonders gern entdecke ich Städte, von denen man als Externer (der nicht dort lebt) noch nichts gehört oder gelesen hat. Auch Städte mit schlechtem Ruf sind häufig besser als erwartet, das trifft insbesondere beispielsweise auf das Ruhrgebiet zu, das für mich einen großen Reichtum an Kultur zu bieten hat. Außerdem gibt es häufig überraschend viele schöne Straßenzüge zwischendurch.
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Jef Costello

« Antwort #211 am: 03. September 2019, 19:04 »
Ich war am Wochenende für vier Tage in Bremerhaven. War während dem Tag arbeitsmäßig beschäftigt. Fand die Stadt aber ganz interessant! Das Klimahaus hat mir gut gefallen und die Sicht von dem Hotel Sail City ist sehr schön. Der Zoo war ganz nett klein, es war toll dort Pumas zu sehen. Ansonsten gibt es noch eine Reihe von historischen Schiffen, die man betreten kann und das Auswandererhaus. Dafür hatte ich aber keine Zeit. Man kann mit dem Hafenbus auch den Hafen ansehen und eine einstündige Bootsfahrt machen. Denke wenn man in der Region ist, lohnt sich die Stadt schon für 1-2 Tage.
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Kama aina

« Antwort #212 am: 04. September 2019, 14:39 »
Das Ruhrgebiet hat wirklich mehr zu bieten als man denkt! Gerade die Industriekulturstätten sind zum Teil sehr sehenswert.

Dann hast ja aus Bremerhaven jede Menge raus geholt! :) Sehr cool!
Aber 1-2 Tage doch nur, wenn man wirlich in die Museen rein geht, oder?
Weil sonst finde ich, ist man von Außen schnell durch.
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Marla

« Antwort #213 am: 06. September 2019, 16:05 »
Ich bin wieder zurück von meiner Bodensee-Tour. Am Bodensee war ich schon mehrmals, aber den Osten kannte ich noch nicht. Es war total schön! Vom Wetter hat es die meiste Zeit gepasst, hatte nur am Schluss ein bisschen Regen.

Lindau ist toll! Schön kompakt, aber trotzdem viel zu sehen, so dass man einen ganzen Tag dort verbringen kann. Die Altstadt auf der Insel hat mich echt begeistert. Es gibt so viele schöne alte Gebäude, und die wenigen neuen fügen sich auch gut ins Stadtbild ein. Am Wochenende war es sehr trubelig direkt am Hafen, aber sonst verläuft es sich. Die meisten wollen halt doch nur den Hafen sehen und mit dem Boot fahren. Mein Highlight war die kleine Peterskirche aus dem 11. Jhdt. mit schönen Wandmalereien.

Wasserburg ist noch kleiner, als ich erwartet hatte, und sehr schnuckelig. Die St. Georg Pfarrkirche ist ganz nett, aber das Schlösschen kann man sich nur von außen anschauen. Die Atmosphäre ist angenehm beschaulich und friedlich. Wenn man ganz gemütlich rumläuft, kann man vielleicht eine Stunde dort verbringen. Aber die lohnt sich.

Von Bregenz hatte ich ja am wenigsten erwartet. Vom Pfänder war ich tatsächlich etwas enttäuscht. Weil ab mittags Regen angesagt war, bin ich nur mit der Bahn hochgefahren, solange noch gute Sicht war. Aber so toll fand ich die Aussicht nicht. Ist halt ein Berg an einem See, von der Art hab ich schon besseres gesehen. Hinzu kam, dass es total voll war. Zum einen viele Familien mit kleinen Kindern für den Tierpark oben. Zum anderen fand da gerade ein Lauf statt. Läufe finde ich ja nicht schlecht, aber die Blaskapelle dazu hätte echt nicht sein müssen. Bin dann schnell wieder runtergefahren. Im Nachhinein habe ich mich etwas geärgert, weil es dann doch nicht geregnet hat, also wäre wahrscheinlich runterzulaufen eine gute Option gewesen.
Sehr gut gefallen hat mir hingegen das Kunsthaus, von der Architektur und der gerade stattfindenden Ausstellung. Auch die Oberstadt ist ganz nett, weil sie ein bisschen versteckt liegt und sich fast keine Touristen dahin verlaufen. Highlight dort ist der Martinsturm mit einer lohnenswerten Ausstellung. Aber auch dort war wieder eine (andere) Blaskapelle am Spielen, und von Blasmusik hatte ich dann wirklich genug.

In St. Gallen war ich am späten Nachmittag und hab noch bei Sonnenschein das schöne Stadtbild genossen. Am nächsten Tag war es dann kühl und etwas verregnet, aber da wollte ich auch nur noch in die Stiftskirche und -bibliothek, von daher hat das gepasst. Wie Kama aina schon gesagt hat, ist beides sehr beeindruckend. In der Bibliothek war es natürlich sehr voll. Aber im Museum im Gewölbekeller ging es, da die meisten dort nur ein paar Minuten verbringen. Und es ist wirklich sehr toll gemacht.

Da ich in St. Gallen mittags durch war, hab ich mir dann auf dem Rückweg noch Horb am Neckar angeschaut. Bin ganz zufällig darauf gestoßen auf der Suche nach einem Ort, der (grob) auf der Strecke liegt, wo es nett ausschaut und gerade die Sonne scheint :) (sonst wäre ich auch gerne noch weiter südlich geblieben). Ach ja, und Schließfächer am Bhf. war auch noch eine Nebenbedingung.
Horb ist ein kleines Städtchen am Fuße des Schwarzwaldes. Es hat eine schöne kleine Altstadt, einige sehenswerte Kirchen und liegt sehr idyllisch. In einer guten halben Stunde kann man zur Ottilienkapelle und dem Schütteturm hochlaufen und hat einen super Blick über die Stadt. Leider gibt es rund um den Bahnhof aber auch einige Bausünden, die den Eindruck etwas trüben. Aber mir hat es trotzdem gefallen.

Fazit: Bodensee und die Gegend drumherum haben sich für mich wieder gelohnt, und ich werde die nächsten Jahre auch wieder hinfahren und weitere Orte erkunden.
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Marla

« Antwort #214 am: 06. September 2019, 19:14 »
Besonders gern entdecke ich Städte, von denen man als Externer (der nicht dort lebt) noch nichts gehört oder gelesen hat. Auch Städte mit schlechtem Ruf sind häufig besser als erwartet, das trifft insbesondere beispielsweise auf das Ruhrgebiet zu, das für mich einen großen Reichtum an Kultur zu bieten hat. Außerdem gibt es häufig überraschend viele schöne Straßenzüge zwischendurch.
Das ist genau mein Motto :) Einige sehenswerte Städte habe zu Unrecht einen schlechtem Ruf, häufig bei Leuten, die noch nie da waren. Gerade Frankfurt und Städte im Ruhrgebiet gehören auch dazu. Liegt halt daran, dass Deutsche ganz viel in ihrem eigenen Land reisen, aber immer nur an die gleichen Orte, und deswegen ihr Land gar nicht richtig kennen, was ich schade finde.
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Kama aina

« Antwort #215 am: 06. September 2019, 23:37 »
Das hört sich doch nach einer tollen Reise an! :)
Freu mich, dass es dir gefallen hat!

Das dir der Ausblick vom Pfänder nicht so gefallen hat, dass wunder mich. Aber Geschmäcker sind ja verschieden! :)
Oder war es bei dir doch stark zugezogen?
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Marla

« Antwort #216 am: 07. September 2019, 12:32 »
Das hört sich doch nach einer tollen Reise an! :)
Freu mich, dass es dir gefallen hat!
Ja, das war es. Wie auch schon die Jahre zuvor fand ich, dass es am Bodensee so ein südländisches Flair hat, so dass bei mir richtig Urlaubsgefühle aufkommen :)
Zitat
Das dir der Ausblick vom Pfänder nicht so gefallen hat, dass wunder mich. Aber Geschmäcker sind ja verschieden! :)
Oder war es bei dir doch stark zugezogen?
Ist sicher Geschmackssache. Ich sag ja auch nicht, dass es mir nicht gefallen, nur dass ich mehr erwartet hatte. Auch weil man oben nicht so viel machen konnte. Und den besten Blick während der Gondelfahrt und nicht oben hatte. Es war schon sonnig (mit ein paar Wolken), sonst wäre ich gar nicht hochgefahren. Im Vergleich zu Bildern, die ich online finde, vielleicht ein wenig diesig.
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Kama aina

« Antwort #217 am: 08. September 2019, 13:17 »
Ja gut, da haste recht!
Bei klarem Wetter finde ich den Blick über den See und den über die Berge und das Rheintal schon sehr geil.
Zumindest hab ich das so in Erinnerung! Hehe.
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echidna

« Antwort #218 am: 09. September 2019, 10:28 »
Das ist genau mein Motto :) Einige sehenswerte Städte habe zu Unrecht einen schlechtem Ruf, häufig bei Leuten, die noch nie da waren. Gerade Frankfurt und Städte im Ruhrgebiet gehören auch dazu.
Oh ja, definitiv. Derzeit bin ich wirklich begeistert von NRW. Am Wochenende habe ich beispielsweise den Stadtteil Linn der Stadt Krefeld entdeckt. Sehr idyllisch, mit einer großen Burg in einem schönen Park mit Wassergraben drum herum. Und das Gute ist: es gab keinerlei Touristen, nur ein paar spazierengehende Einheimische.
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Kama aina

« Antwort #219 am: 11. September 2019, 22:19 »
Ja nicht schlecht!
Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich noch nie davon gehört! Hab da sogar Freunde wohnen! Hehe

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Ich war jetzt auch wieder auf nem Seminar und habe mir die Nachmittage/Abende wieder mit Sightseeing in der Region vertrieben:

Zuerst habe ich mir im Teutoburger Wald das Hermannsdenkmal angesehen. Der Zeitaufwand liegt bei ca. 30-50 min, je nachdem was man vor Ort noch machen will. Der Aufstieg lohnt sich bei gutem Wetter für eine tolle Fernsicht, hier vor alle auf den Gipfelkamm des Teutoburger Waldes. Drum herum gibt es für interessierte noch kleinere Museen.

Von dort aus fuhr ich zu den Externsteinen (Kombitickets Hermannsdenkmal/Externsteine sind günstiger, 6 € anstatt 8€), den dramatisch in der Landschaft stehenden Sandsteinfelsen.
Hier lag der Zeitaufwand bei 1- 1 1/2h. Die erodierten Felsen sind schon sehr beeindruckend und wirklich schön anzusehen. Sie fügen sich sehr fotogen in die Landschaft ein und eine Besteigung von zwei Felsen ist möglich.

Mit jeweils 3 Euro Gebühr für die Parkplätze bezahlt mal schon gefühlt mehr als für die Eintritte. Vorher zu parken lohnt sich m. M. nach aber nicht wirklich.

Detmold wurde mir empfohlen und ich wurde nicht enttäuscht. Verschont von großen Kriegen befinden sich noch immer sehr viele schöne Gebäude in der Stadt. Vor allem die Fachwerkhäuser in den kleinen Straßen und das Fürstliche Residenzschloss sind hier hervorzuheben.
Zeitansatz 1 -2 Stunden. Länger wenn man es mit Bier und Essen verknüpft! ;)

Um die Regenschlacht von vor einem Jahr wieder vergessen zu können, habe ich mich bei schönstem Wetter nochmal nach Paderborn begeben und durch die voranschreitenden Bauarbeiten rund um den Dom und die Kaiserpfalz konnte ich sogar noch mehr sehen als früher. Nach wie vor ist Paderborn eine überraschend schöne und sympathische Stadt.

Schloss Neuhaus in der gleichnamigen Gemeinde, ist ebenfalls sehenswert. Das Schloss und der Schlosspark stellten sich als sehr fotogen heraus. Man sollte nur am Nachmittag da sein, denn das Schloss ist eine Schule bei der natürlich entsprechend viel los ist.

Bad Lippspringe hatte ich mir auch empfehlen lassen und obwohl es nicht wirklich viel zu sehen gibt, sind doch die Burgruine und vor allem die Heilquellen einen Besuch wert, wenn man eh schon in Paderborn ist.
Toll auch zu sehen wie die öffentlichen Quellen den Menschen in der Stadt als Wasserquellen dienen.
Heilwasser vor der Haustür. Sicherlich gewöhnungsbedürftig. Mir schmeckt das Wasser zu eisenhaltig. ;)
Die Lippe entspringt hier übrigens direkt an der Burgruine aus Odins Auge! ;)

In Schloß Holte-Stukenbrock habe ich mir den sowjetischen Ehrenfriedhof und das Stammlager VI K (326) angesehen. Hier wurden u. a. sowjetische Kriegsgefangene untergebracht.
War schon sehr bewegend und eigentlich ganz anschaulich dargestellt. Man muss sich vorher anmelden um rein zu kommen. Leider habe ich keine Zeit mehr gefunden mir das Schloss Holte und die Fachwerkhäuser in Stukenbrock anzusehen. Aber das mache ich dann, wenn es ein nächstes Mal in der Region geben sollte.

Alles im allem war es wieder eine erfolgreiche Tour für mich! :)
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Kama aina

« Antwort #220 am: 02. Dezember 2019, 10:46 »
Ich war das Wochenende in Cottbus und konnte die Zeit nutzen mir die Stadt mal anzuschauen!

Die Stadt ist tatsächlich schöner als man es gemeinhin erwarten würde.
Der Altmarkt mit seinen bürgerlichen Häusern war schon sehenswert und die Kirchen waren von Innen auch sehr nett. Vor allem die Klosterkirche!
Die Reste der Stadtmauer mit ihren erhaltenen Türmen sind auch hübsch anzuschauen.
Wem es gefällt, der erfreut sich sicherlich auch an der alten Industriekultur, wie z. B. dem Elektrizitätswerk!

Einen besonderen Charme versprühen die zum Teil noch aus der DDR stammenden Plattenbauten. Gerade wenn man viel in Osteuropa oder im Ex-UDSSR Raum unterwegs ist/war, erkennt man doch viele Parallelen in der Bauweise und der Ausstattung. Ich fand es sehr interessant!

In 1 1/2 bis 2 Stunden ist man allerdings mit Cottbus durch! Die netten Cafés am Altmarkt können den Aufenthalt noch was strecken, aber mehr ist dann auch nicht mehr zu holen!
Dann würde ich weiter in Richtung Spreewald! Aber da hatte ich leider keine Möglichkeit zu!
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echidna

« Antwort #221 am: 02. Dezember 2019, 11:32 »
In Cottbus bin ich auch schon ein paarmal gewesen und fand die Stadt auch ganz nett und sehenswert, so wie auch viele andere Städte in der Region. Weiterhin sehenswert finde ich übrigens auch das etwas weiter nördlich gelegene Eisenhüttenstadt, das trotz seines sperrigen Namens ein interessantes architektonisches Ensemble bietet. Und wer gern mal eine hübsche Klosteranlage besichtigen mag, kann sich auch gleich noch Kloster Neuzelle ansehen, das mit seiner barocken Üppigkeit beinahe wie ein bayrisches Kloster aussieht.
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Kama aina

« Antwort #222 am: 02. Dezember 2019, 13:10 »
Ja das finde ich auch!
Die "neuen" Bundesländer werden oft einfach total unterschätzt! Gerade in den Köpfen der Menschen aus den "alten" Bundesländern!

Alleine was es im Osten für Weltkulturerbe und schöne Städte gibt!
Allemal eine Reise wert!
Und für innerdeutsche Ziele werde ich mich wohl auch mal mehr Richtung Osten orientieren!
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echidna

« Antwort #223 am: 02. Dezember 2019, 13:29 »
Und für innerdeutsche Ziele werde ich mich wohl auch mal mehr Richtung Osten orientieren!
Ich bin von etlichen ostdeutschen Städten richtig begeistert, weil der Ortskern so schön ist. Und im Gegensatz zu westdeutschen Städten gibt es viel weniger Siebzigerjahre-Bausünden in den Altstädten, wie z.B. die geradezu berüchtigten Sparkassen- und Kaufhaus-Betonklötze, die man im Westen häufig antrifft.

Es gibt wirklich eine große Anzahl sehenswerter größerer und kleiner Städte. Neben großen Städten wie Potsdam, Erfurt und Dresden gefallen mir auch viele kleinere Städte wie Gotha, Meiningen, Naumburg, Schmalkalden, Pirna, Plauen,  Quedlinburg, Neustrelitz, Ludwigslust....
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