Thema: Ich halts kaum aus  (Gelesen 4406 mal)

Einmalrundum

« am: 02. Mai 2020, 20:57 »
Wie geht es euch? Nach fast 3 Jahren von Alaska bis Patagonien in unserem Camper sind wir in Ushuaia gestrandet und haben nun unser Zuhause auf Rädern da gelassen und sind zurück in der Schweiz. Ich vermisse die Freiheit. Ich bin Molecularbiologe und hab definitiv keine Angst von dem Virus. Glücklicherweise ist Corona kein Ebola und unsere Chancen zu überleben sied gut. Natürlich mag ich keinen meiner Geliebten verlieren, aber meine Freiheit möchte ich auch behallten. Alles was mir lieb und teuer ist verliere ich wegen Corona. Ich fühle mich eingesperrt. Würde mich wundern wie es euch so geht. Ich möchte Schreien und weinen. Eure Reisepläne sterben und auch unsere Träume....
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dirtsA

« Antwort #1 am: 03. Mai 2020, 22:23 »
Ich kann dich sehr gut verstehen. Mir ging es zu Beginn der Lockdown-Phase ähnlich - und in gewissem Sinne ist das für dich jetzt ja evtl. der Beginn, weil ihr vorher in Argentinien zu gestresst wart, den Heimflug zu organisieren etc.? Und weil es ja noch Ausland war, also die Realität, das "zuhause eingesperrt sein" noch nicht so gegriffen hat?

Vielleicht hilft es dir ja, meine Story zu lesen:
Ich hab unterdessen verschieden Phasen durchlaufen... Von Verzweiflung, Trauer, Zorn, Fassungslosigkeit, Gefühl der Machtlosigkeit... war alles dabei. Extremer Stress "was mach ich jetzt??". Mein größtes Hobby fiel weg, 3 Reisen und 3 Besuche bei uns gecancelled, Freunde und Familie in einem anderen Land sodass ich nicht hin kann, Stadtwohnung ohne Garten, kein Auto um ein bisschen weiter raus zu kommen etc. pp. Mein zweitgrößtes Hobby (bouldern) fiel dann kurz danach auch weg, nachdem Fitness-Einrichtungen zusperren mussten. Wusste also einfach nicht, was ich mit mir anfangen soll, war nur nervös und gestresst. Fand das Leben nur noch unfair, hab nur gesehen, dass alle um mich es besser hatten: Haus/Garten/Kinder/Haustiere womit mehr Beschäftigung und Ablenkung möglich ist, gerade noch eine tolle Reise unternommen, einen Job in dem es einem gefällt (ich will schon lange wechseln, aber das wird nun wohl noch länger nichts), Hobbies, die noch exakt so stattfinden können wie vorher etc. etc. Oberflächlich und nach den obigen Kriterien beurteilt hatten/haben es auch eigentlich alle meiner Freunde/Familie "besser", wobei man natürlich nie die ganze Geschichte kennt! Daher sollte man das auch versuchen nicht so zu sehen.

Inzwischen bin ich aber seit ein paar Wochen sehr "gesettled". Wir Menschen sind halt doch Gewohnheitstiere, und selbst an die schlimmste Situation würde man sich irgendwann gewöhnen. Ich würde meine Stimmung jetzt als "stumpfe Akzeptanz" bezeichnen. Ich suche mir unzählige kleine Projekte im Haushalt raus, halte mich so viel wie möglich beschäftigt, schaue, dass so wenig Leerlauf wie möglich ist. Einfach ist es nicht: die Ideen gehen mir so schön langsam aus und da ich unter tags auch nicht viel zu tun habe (Leerlauf im Job), zieht sich das Ganze manchmal ganz schön! So habe ich es zwar akzeptiert, aber war immer noch am Jammern...

Seit 2 Wochen jammere ich nicht mehr. Vor 2 Wochen wurde mein engster Kollege mit Krebs diagnostiziert - und so Klischee-mäßig das jetzt auch klingen mag, war das für mich echt ein Moment, der mich auf den Boden der Tatsachen geholt hat und mir die Augen geöffnet hat. Seither sehe ich die Corona-Welt mit anderen Augen, sehe, dass es sehr vielen Menschen viel schlechter geht, als mir. Ich habe einen sicheren Job, in dem ich gut verdiene, eine schöne Wohnung und einen tollen Partner. Unser Lockdown ist nicht so streng wie in Italien oder Frankreich, wir dürfen nach draußen. Wir können beide easy von zuhause aus arbeiten, haben keine schreienden Kinder um uns. Unsere Familie und Freunde sind - bis auf meinen Kollegen - gesund und fit.

Ich finde es noch immer sehr schade und nicht einfach, dass ich momentan nicht reisen und noch nicht mal eine Reise planen kann. Das ist schon hart! Ich hoffe, dass ich dieses Jahr noch zu meinen Eltern kann und habe eine kleine Hoffnung, dass gegen Ende des Jahres vielleicht doch noch eine Urlaubsreise möglich ist. Und wenn nicht dieses Jahr, dann halt (leider...) nächstes. Was sind schon 1-2 Jahre kein Reisen aufs Leben gerechnet? Solange man rundherum ein lebenswertes Leben hat!

Ich hoffe, du kannst das für dich auch bald so oder ähnlich sehen. Drück dir die Daumen und schicke positive vibes!

OT: Was wäre denn ohne Corona nun euer Plan gewesen, nachdem ihr diese Reise von Alaska bis Ushuaia ja abgeschlossen hattet? Wieder zurück hoch in Südamerika? Hab euren Blog immer gerne verfolgt mit den tollen Fotos...
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Einmalrundum

« Antwort #2 am: 04. Mai 2020, 09:42 »
Danke für deine Aufmunternden Worte.
Du hast natürlich recht, schlimmer geht immer und wenn man es genau betrachtet geht es mir ganz gut. Hier in der Schweiz kann ich raus, in Argentinien war das nicht so.
Ich versuch mich zu beschäftigen, fällt mir aber schwer. Schaff es ja nicht mal den Blog zu beenden. Wir sind da noch immer in Bolivien. Fotos gibt es zu genüge. Was mir mühe macht ist natürlich das unser Fahrzeug welches immer noch in Ushuaia ist, mal sehen wenn wir das holen können. Ausserdem müssen wir an unser Wonungs und Job Situation arbeiten. Arbeit wird vermutlich schwer, da es im Augenblick genügen Arbeitslose gibt die nicht 3 Jahre durch die Welt getingelt sind. Das gute ist es kommt der Sommer und das gibt mir meistens Schwung. Mann kann ja auch nicht wirklich planen, es ändert sich alles ständig. Eigentlich wollen wir wieder zurück und noch ein wenig Brasilien bereisen, mein Freund ist Positiv, ich hab da meine Zweifel für dieses Jahr. Irgendwie stellen sich viele gerade auf 2 Jahre zuhause ein, dann hofft die Welt auf eine Impfung.
Toll das du unseren Blog magst, motiviert mich zum Schreiben. Ich hab euren gerade angesehn, sehr toll und schade haben wir uns nicht mal unterwegs in Argentinien getroffen. Ihr scheint lusstig zu sein.
Was den Virus angeht, denke ich das die Welt mit Panik anstelle von Bedacht reagiert. Die Krankheit scheint nur für wenige gefährlich und die sollten wir Schützen.  Naja nun ist es zu spät der Weg der jahrelangen Distanzierung ist nun eingeschlagen. Uns Menschen geht damit das wichtigste verloren, sind wir doch soziale Lebewesen die mit anderen teilen mögen. Dafür gibts jetzt ja das Smatphone und wir streicheln stundenlang eine Scheibe anstelle das wir freunde halten.
Es hat auch gutes, keine Flüge und weniger Verkehr sind gut für die Umwelt.

Ich freue mich auf die Zeiten in denen ich mal wieder ohne Bedenken ein Corona Bier trinken darf, mit vielen anderen an einem total überlaufenen Strand mit ganz schreklich lauter Musik. Normalerweise mag ich das nicht so, aber gerade wäre das unglaublich atraktiv.......

Seit alle digital umarmt und hört nicht auf zu träumen

Stefan
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dirtsA

« Antwort #3 am: 04. Mai 2020, 16:06 »
Das klingt ja zumindest schon etwas besser, als dein erster Beitrag :)

Zitat
Schaff es ja nicht mal den Blog zu beenden.
Kann verstehen, dass das wahrscheinlich gerade schwierig ist. Wir arbeiten jetzt an einem (non-digitalen) Fotobuch unserer Reise. Das konnte ich anfangs aber auch nicht, weil mir das Herz blutete, wenn ich die Fotos sah und wusste, dass so was nun nicht moeglich ist... Würde dem Ganzen einfach Zeit geben!

Das mit dem Fahrzeug ist natürlich ziemlich doof! Konntet ihr es so halbwegs sicher unterstellen? Wenn ja, würde ich versuchen, das erst mal auszublenden. Wird wohl frühestens ab Herbst wieder etwas mit einem Flug nach Argentinien. Oder gibts eigentlich Verschiffungsmöglichkeiten momentan? Wenn ja, könntet ihr ja vielleicht Locals in Ushuaia finden, die euch das Fahrzeug nach BA fahren würden (als Urlaub für sie und gratis im Gegenzug dass sie den behördlichen Kram übernehmen und es zur Verschiffung bringen)? Vielleicht ist das aber auch nicht so einfach, und natürlich ist es sehr schade, wenn ihr eigentlich wieder gen Norden reisen wolltet und noch nach Brasilien etc.!
OT: Falls ihr euer tolles Fahrzeug jemals in eurem Leben verkaufen wollt, würden wir uns mal vormerken lassen ;)

Zitat
Irgendwie stellen sich viele gerade auf 2 Jahre zuhause ein, dann hofft die Welt auf eine Impfung.
Den Eindruck habe ich auch und ich hoffe ganz stark, dass die Leute damit falsch liegen! ;)

Zitat
Toll das du unseren Blog magst, motiviert mich zum Schreiben. Ich hab euren gerade angesehn, sehr toll und schade haben wir uns nicht mal unterwegs in Argentinien getroffen. Ihr scheint lusstig zu sein.
Danke, mein Blog und unsere Fotos sind nicht ganz so professionel wie bei euch, aber wir haben es immer gern gemacht! :) Ich glaube, wir waren um einiges früher in Argentinien (Okt 2018-Jan 2019), das wäre sich also leider nicht ausgegangen. Übrigens hab ich mich ein paar Mal für euren Newsletter angemeldet, aber nie eine Email bekommen. Muss nochmal meinen Spam checken, aber hab ihn mir dann einfach gebookmarked! ;)

Zitat
Was den Virus angeht, denke ich das die Welt mit Panik anstelle von Bedacht reagiert. Die Krankheit scheint nur für wenige gefährlich und die sollten wir Schützen.  Naja nun ist es zu spät der Weg der jahrelangen Distanzierung ist nun eingeschlagen. Uns Menschen geht damit das wichtigste verloren, sind wir doch soziale Lebewesen die mit anderen teilen mögen. Dafür gibts jetzt ja das Smatphone und wir streicheln stundenlang eine Scheibe anstelle das wir freunde halten.
Ich denke es war einfach schwierig "richtig" zu reagieren. Auch jetzt noch. Zu viele Unsicherheiten, keiner will die Nachsage haben, sein Land nicht gut gemanaged zu haben. Im Nachhinein werden wir analysieren können und feststellen können, was die beste Vorgehensweise gewesen wäre (und dann hoffen, dass wir die nie wieder brauchen werden...).

Zitat
Ich freue mich auf die Zeiten in denen ich mal wieder ohne Bedenken ein Corona Bier trinken darf, mit vielen anderen an einem total überlaufenen Strand mit ganz schreklich lauter Musik. Normalerweise mag ich das nicht so, aber gerade wäre das unglaublich atraktiv.......
Oh ja! Wir haben sogar vor einer Woche mal ein Corona Bier im Park getrunken. Mir egal, wenn Leute komisch schauen, ist (m.A.) nach ein leckeres Bier in der Sonne und die können auch nichts für den Namen ;D
Mir ist auch inzwischen vollkommen egal, wohin ich dieses Jahr reise, sofern ich wenigstens reisen kann. Wenn halt zB nur Thailand seine Grenzen aufmacht, fahren wir halt nochmal nach Thailand. Besser als daheim bleiben...hunderte Male!

Zitat
Du hast natürlich recht, schlimmer geht immer und wenn man es genau betrachtet geht es mir ganz gut.
Ich will das gar nicht so beurteilen. Jeder hat sein eigenes Laster zu tragen (oder so). Ich glaube, das kann man auch gar nicht vergleichen oder auf eine Waagschale stellen. Aber sich vielleicht mal wieder vor Augen halten, dass die meisten unserer "Probleme" eigentlich Luxusprobleme sind, tut glaub ich ganz gut ;)
Wobei das mit Job und Wohnung bei euch ja leider echt doof ist! Aber...versucht euch an den 3 Jahren wunderbare Reise zu erfreuen, die ihr erleben durftet - ohne grössere Probleme, die euch vergönnt waren und vielen selbst in eurem Heimatland nie vergönnt sein werden. Ich bin einfach nur froh, dass das Ganze nicht 1 Jahr früher aufgetreten ist, und wir unsere Reise normal abschliessen konnten. Ihr habt auch einen sehr langen Teil eurer Reise machen können. Vielleicht versuch, in dieser Tatsache etwas Positives zu finden? :)
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Radlerin

« Antwort #4 am: 04. Mai 2020, 18:31 »
Hallo einmalrundum,
ich habe auch schon diverse Phasen hinter mir, ich weiß auch, dass es mir ja eigentlich noch gut geht und so weiter... trotzdem, als ich die Tage gelesen habe, dass Deutschland die weltweite Reisewarnung noch bis Mitte Juni verlängert hat, da fiel alle Hoffnung von mir ab und ich fühlte mich einfach nur unfrei und eingesperrt. Mir ist auch bewusst geworden, wie viel Freiheit ich bisher erleben durfte und wie schrecklich es ist, wenn man das nicht hat. Die Debatten über Zwangsimpfungen tragen auch nicht gerade zu meiner Beruhigung und Vertrauen in die Demokratie bei.
Bisher habe ich mich auch ganz gut beschäftigt, aber so langsam bin ich deprimiert, weil unser Sabbatjahr immer mehr zerrinnt und weniger wird. Das können wir auch nicht auf nächstes Jahr verschieben.
Noch nicht mal die Möglichkeit, in Deutschland zu verreisen, ist in Sicht. Wir haben schon überlegt, mit dem Rad loszufahren und wild zu zelten, aber das ist ja auch illegal und man will ja irgendwann auch mal duschen. So wartet man ab und wartet ab und wieder ist ein Monat vorbei.
Ich würde ja nichts sagen, wenn die ganzen Entbehrungen noch sinnhaft wären, allein in letzter Zeit fehlt mir der Glaube daran. Und dann muss ich mir immer sagen, mir geht's ja noch gut, da ich eh ein Sabbatjahr hab, hab ich keine finanziellen Verluste (Ironie des Schicksals), ich bin gesund, wohne schön, darf raus, die Luft ist besser als je zuvor, usw..
Aber trotzdem, ich kann dir gut nachfühlen. Jede/r hat Verluste, ob Träume, Geld, Freiheit, Gesundheit, Kontakte, Pläne, und die Ungewissheit wie es weitergeht. Ich habe mir schon mehr als einmal gesagt, dass ich froh bin um alles, was ich erlebt habe und nicht aufgeschoben. Immerhin können wir von unseren Erlebnissen zehren.
Dass ihr das Auto zurücklassen musstet, ist natürlich auch bitter. Ich drücke euch die Daumen für eine gute Lösung!

Liebe Grüsse,
Claudia
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Blume

« Antwort #5 am: 04. Mai 2020, 19:41 »
Ich war richtig traurig, als unsere Osterreise, die nach El Hierro zum Wandern gehen sollte, den Corona-Beschränkungen zum Opfer gefallen ist. Die bereits eingereichten Urlaubstage konnten aber beim Arbeitgeber nicht mehr storniert werden. Also musste ein Plan B her. Da ist mir bewusst geworden, dass bei uns "vor der Haustür" zwei Europäische Fernwanderwege verlaufen. Auf dem E3 sind wir dann jeden Tag eine Etappe gegangen und es war richtig schön. Wir sind immer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Startpunkt hingefahren und abends wieder mit Bus & Zug zurück nach Hause. Das hat so Spaß gemacht, dass wir jetzt an den Wochenenden weitere Etappen wandern.
 
Hey, Ihr seid doch jetzt in einem der schönsten Länder der Welt zu der wahrscheinlich schönsten Jahreszeit. Da lassen sich bestimmt auch tolle Touren organisieren, falls ihr sowas mögt.
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echidna

« Antwort #6 am: 05. Mai 2020, 11:09 »
Ich kann es schon gut nachvollziehen, dass man sich zurzeit eingesperrt fühlt, geht mir im Prinzip auch so. Wobei für mich der allerschlimmste Druck raus ist, weil wir zumindest unsere Wohnungen verlassen und im Freien Sport machen dürfen (und auch Wanderungen etc.). Mit diesen kleinen Freiheiten kann ich mich schon eine Zeitlang emotional über Wasser halten, wenn es auch nicht toll ist. Ich würde mich ja schon freuen, wenn man wenigstens mal wieder innerhalb des eigenen Landes verreisen dürfte (auch mal mit einer Übernachtung woanders), das wäre für mich schon eine erste entscheidende Verbesserung.
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Surfy

« Antwort #7 am: 06. Mai 2020, 08:13 »
Ich würde es Zuhause auch nicht aushalten - wir sind auch immer mal wieder on Tour.







Das geht auch zu Fuss / Fahrrad. Rucksack & Zelt einpacken - und raus in die Natur und mal eine Nacht in freien verbringen.

Rechtlich ist das rausgehen in den meisten Orten in DACH ja wieder überall möglich. Interaktionen wie Einkaufen kann man noch zuhause erledigen.

Das Biwakieren an sich ist dann leider wieder eine Grauzone. Wer sich versteckt platziert, das Zelt erst Abends aufbaut und Morgens abbaut - nur eine Nacht bleibt - und keine Spuren hinterlässt (Klappspaten sollte also mit) - sollte da jedoch keine Probleme haben.

Surfy

ReiseBernd87

« Antwort #8 am: 06. Juli 2020, 17:18 »
Fühle mich auch voll eingesperrt, will auch wieder weg. Freue mich schon wenn Corona vorbei ist :)
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echidna

« Antwort #9 am: 07. Juli 2020, 09:46 »
Zum Glück ist das Reisen in gewissem Rahmen inzwischen wieder möglich geworden, sodass zumindest mein dringendster Hunger nach dem Unterwegssein wieder etwas gestillt werden kann. Trotz der derzeit ständig zu lesenden Zeitungsartikel mit dem Motto "Zuhause bleiben ist doch am schönsten" stemme ich mich nach wie vor gegen den Trend und habe wieder angefangen zu reisen. Im übrigen sehe ich persönlich durchaus Vorteile, wenn derzeit viele Menschen zuhause bleiben: die Hotels sind ziemlich leer und haben immer Zimmer frei, und auch an den Touristenattraktionen geht es ruhig zu.

Beim berühmt-berüchtigten Manneken Pis in Brüssel zum Beispiel (wo es normalerweise vor Reisegruppen wimmelt), war außer ein paar Einheimischen fast niemand zu sehen. Und auch im Atomium waren wir fast allein. Sogar an der nordholländischen Nordseeküste und am Ijsselmeer war es unglaublich ruhig, die Strände leer wie sonst nie um diese Jahreszeit.
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Beate

« Antwort #10 am: 07. Juli 2020, 09:53 »
Haha, dann schau Dir mal diese Bilder von London an. Da können wir auf den nächsten Massenausbruch von Corona nur noch warten:
https://www.bbc.com/news/uk-53296689

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Kama aina

« Antwort #11 am: 07. Juli 2020, 10:22 »
Sieht nicht nur in London so aus!
In allen deutschen Großstädten sieht es exakt genauso aus!
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echidna

« Antwort #12 am: 07. Juli 2020, 11:05 »
In der Hinsicht haben wir vielleicht Glück gehabt, dass wir überall dort waren, wo es ziemlich ruhig war. Wie gesagt, Brüssel war relativ leer, sogar an den sonstigen Touristen-Hotspots, und auch die nordholländische Nordseeküste war erstaunlich leer gewesen.
Auch hier in München gibt es zwar Partys an der Isar und am Gärtnerplatz, aber dort halte ich mich sowieso normalerweise nicht auf. In der restlichen Stadt geht es auch ziemlich ruhig zu und die U-Bahnen sind immer noch recht leer.

Im erwähnten Haha-London sind wir nicht gewesen.
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Beate

« Antwort #13 am: 07. Juli 2020, 11:06 »
Kama aina, echt jetzt??? In München gehts, zumindest tagsüber, noch ruhiger zu. Aber wenn es jetzt überall so voll wird, dann bleibe ich doch lieber daheim, oder weiche auf unser Haus im Allgäu aus. Ich habe ja wirklich keine Lust, mir jetzt noch was einzufangen.

PS: sehe gerade, dass echidna dieselbe Erfahrung gemacht hat. Ja, München Gärtnerplatz ist ein hotspot für nicht erlaubte Feiern abends.
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echidna

« Antwort #14 am: 07. Juli 2020, 11:08 »
Aber wenn es jetzt überall so voll wird, dann bleibe ich doch lieber daheim, oder weiche auf unser Haus im Allgäu aus.
Daheim bleiben ist schon allein wegen der Arbeit keine Option für mich. Außerdem habe ich nur eine kleine Wohnung, die von mir nie als langfristiger Daueraufenthaltsort geplant war. Dort würde ich nach einigen Wochen wahrscheinlich dann doch einen Lagerkoller bekommen, wenn ich nicht mehr raus könnte.

Wenn zuhausebleiben tatsächlich der neue dauerhafte Lebenszustand werden sollte, dann müsste ich mir wohl oder übel eine größere Wohnung suchen, was längerfristig gesehen angesichts der hohen Immobilienkosten deutlich mehr Geld kosten dürfte als die größte Weltreise.
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