Thema: Umweltbelastung durch Tourismus: wie geht Ihr damit um?  (Gelesen 20411 mal)

Jef Costello


iuw

« Antwort #316 am: 29. Juli 2019, 11:40 »
Zitat
Ich versuche kritisch, mit offenem Ausgang, nachzurecherchieren, Dinge in Frage zu stellen, selbst die eigenen Ansichten, Meinung zu bilden, Argumente zu suchen.

Also wenn ich deinen Links folge und dazu recherchiere, dann habe ich den Eindruck, dass deine Recherchen dann doch eher einseitig und etwas zu sehr auf die Schlagzeilen fixiert sind und dein kritisches Hinterfragen bei den eigenen Quellen plötzlich aufhört.

Zitat
Es ist aber eben nicht wichtig wo und von wem Studien veröffentlicht werden (EIKE, Klimafakten, Spiegel, Zeit), sondern um die Inhalte, deren Qualität oder Ergebnisse der Studien. Und was man daraus macht.

Ausserdem frage ich mich, wie du die Qualität der Studien denn beurteilen kannst. Bist du vom Fach (Klimaphysiker, Meteorologe, ...)? Ich bin es nicht. Und um die Qualität beurteilen zu können, finde ich es schon wichtig zu wissen, wer die Studie gemacht und veröffentlicht hat und wie sie gemacht wurde.

Nur als Beispiel:
https://climatefeedback.org/claimreview/non-peer-reviewed-manuscript-falsely-claims-natural-cloud-changes-can-explain-global-warming/
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Vombatus

« Antwort #317 am: 29. Juli 2019, 22:00 »
Ja, vollkommen richtig, seit ich die Studie (den Link) das erste Mal ansah, habe ich nicht weiter hinzu recherchiert, umso besser, dass du das kritisch tust. Danke für den Link. Wobei ich mir wünschen würde, dass die Themen mehr diskutiert und in den Schlagzeilen wären. Um so mehr Kritik, desto besser.

In der Wissenschaft geht es um Verifikation und Falsifikation. Hypothesen müssen in Frage gestellt und unabhängig überprüft werden. Auf allen Seiten.

Ich bin kompletter Laie, deshalb habe ich auch ständig Fragen zum Thema. Und je länger ich lese und gucke, desto mehr Fragen und auch Widersprüche finde ich. Und ja, auch da gebe ich dir Recht, Schlagzeilen fallen einem dann eher ins Auge. Durch das Medium welche eine Studie veröffentlicht kann man sicher auch auf die Qualität schlissen, darauf sollte man sich aber nicht verlassen, sondern lieber die Inhalte beurteilen, nicht die Plattform. Ich erinnere an Claas Relotius, die Hitler-Tagebücher und an „Penis schuld am Klimawandel"
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/penis-schuld-am-klimawandel-forscher-narren-fachmagazin-a-1148845.html

Es gibt nunmal auch Gegenstimmen zum AGW. Leider kommen diese nicht so oft im Mainstream vor. Wenn sich Fachwissenschaftler, Atmosphärenphysiker, Meteorologen, Geologen, Physiker zu Wort melden wird gerne diffamiert, ignoriert oder es kommt das Argument, dass die Mehrzahl der Wissenschaftler anderer Meinung ist. Nun hat die Meinungsmehrheit in der Wissenschaft aber keinen Platz. Die Mehrheit der Wissenschaftler war gegen Darwins Theorien, die Mehrheit der Wissenschaftler bezweifelte die Kontinentaldrift, die Mehrzahl zweifelte an Einsteins Theorien.

Neben den IPCC-Gate Skandalen gab es schon öfters Kritik an den Modellen und Auswahlkriterien des Weltklimarates.
Ein alter Bericht von ARD, Dauer 7 Minuten
https://www.youtube.com/watch?v=wsaPBX2xnQY

Man muss nur nach Fehler und Irrtümer des IPCC googeln. Wissenschaftler sind nicht allwissend, und deren Klimamodelle können nicht alles berechnen. Ein Artikel von Anfang es Jahres, habe mir den in der Bibliothek angesehen, im Netzt sind aber noch Auszüge zu finden
https://www.spiegel.de/plus/warum-die-vorhersagen-zur-erderwaermung-so-schwierig-sind-a-00000000-0002-0001-0000-000163037012

Zitate:
„Einst­wei­len al­ler­dings ist nur ge­wiss, dass die Mensch­heit noch ei­ni­ge Zeit auf hand­fes­te­re Kli­ma­pro­gno­sen wird war­ten müs­sen.“

„… Oft lie­fern sie dras­tisch von­ein­an­der ab­wei­chen­de Er­geb­nis­se. Die Tem­pe­ra­tu­ren in der Ark­tis zum Bei­spiel klaf­fen in den ver­schie­de­nen Mo­del­len um teil­wei­se mehr als zehn Grad aus­ein­an­der. Das lässt jede Pro­gno­se der Eis­be­de­ckung wie blo­ße Kaf­fee­satz­le­se­rei er­schei­nen.“

»Un­se­re Com­pu­ter sa­gen nicht ein­mal mit Si­cher­heit vor­aus, ob die Glet­scher in den Al­pen zu- oder ab­neh­men wer­den«

Das sind Aussagen von Wissenschaftler. Ich finde auch die obigen Aussagen und Probleme sollten offen debattiert werden. „Klima“ ist auch ein Geschäft mit dem man viel Geld verdienen kann. Wissenschaftler können auch käuflich sein. Wissenschaft ist nicht fehlerfrei. Wissenschaft entwickelt sich weiter. Und inzwischen ist Klima eine Glaubenssache geworden.

Was die Wahrheit ist kann ich nicht sagen. Ich vertraue den Messungen, Forschungen, Rekonstruktionen der Vergangenen 100.000.000 Klima-Jahren mehr als den unzureichenden Zukunftsszenarien der Modellrechnungen, die weder jetzt fehlerfrei sind, noch die rückwirkend die Vergangenheit berechnen können.

Der Meeresspiegel war schon viel höher und viel niedriger als heute. Die Temperatur war schon viel höher und niedriger als heute. Der CO2 Gehalt war schon mal höher und niedriger als heute, alles schon bevor es Menschen gab. Klima ändert sich schon immer. Je mehr Wohlstand, Bildung, Frieden herrscht, desto mehr Gesundheit, Umweltbewusstsein und Handlungsfähigkeit wird geschaffen um zukünftiger Herausforderungen mit neuen Technologien, Verhaltensweisen und Investitionen Herr zu werden. Darin sollten wir investieren. Das Klima werden wir nicht ändern können. Vielleicht unsere Ur-Ur-Enkelkinder?

Aber jeder kann und soll glauben was er will, sich seine eigene Meinung bilden. Ich mache das aktiv, und ich schließe auch nicht aus, diese eines Tage zu ändern.  :)
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Sebi

« Antwort #318 am: 31. Juli 2019, 10:46 »
Der Meeresspiegel war schon viel höher und viel niedriger als heute. Die Temperatur war schon viel höher und niedriger als heute. Der CO2 Gehalt war schon mal höher und niedriger als heute, alles schon bevor es Menschen gab. Klima ändert sich schon immer. Je mehr Wohlstand, Bildung, Frieden herrscht, desto mehr Gesundheit, Umweltbewusstsein und Handlungsfähigkeit wird geschaffen um zukünftiger Herausforderungen mit neuen Technologien, Verhaltensweisen und Investitionen Herr zu werden. Darin sollten wir investieren. Das Klima werden wir nicht ändern können. Vielleicht unsere Ur-Ur-Enkelkinder?

Natürlich können wir (der Mensch) das Klima ändern. Das tun wir doch gerade im großen Stil. Es geht doch in der gerade laufenden Debatte um das genaue Gegenteil, nämlich zu versuchen das Klima möglichst NICHT weiter zu ändern. Und wenn wir das Klima ändern können, dann können wir auch wieder abstellen was das Klima ändert - wenn wir denn zu Änderungen bereit sind.
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Vombatus

« Antwort #319 am: 31. Juli 2019, 19:00 »
Mir ist schon klar dass ich mit meinen provokanten Ansichten nerve und Kopfschütteln hervorrufe ... trotzdem:

Sind wir dazu bereit? Angenommen es ist so wie behauptet wird, und der Mensch kann das Klima nach seinen Wünschen stoppen/ändern/beeinflussen. Nach heutiger Auffassung soll es ausreichend sein, nur das CO2 in der Atmosphäre zu verringern (zu Kontrollieren). Ist das soweit richtig?

Jetzt ist die Frage: was heißt "wir"? Alle Menschen!? vor allem die 1.-Welt-Länder als Hauptverursacher der CO2 Emissionen? Die, die sich freiwillig melden? Wie machen Alle mit?
 
In den meisten Gesellschaften spielt Wachstum eine wichtige Rolle, also mehr Geld, Konsum, Gewinn (koste es was es wolle). Die Schwellenländer sind auf Aufholjagd, und die Menschen in weniger entwickelten Ländern wollen auch einen höheren Lebensstandard. Es wird zukünftig also wahrscheinlich eine höhere Nachfrage nach Energie und Ressourcen geben? Dies spricht eher für einen Anstieg des CO2, selbst wenn wenige Länder einen "harten CO2 Kurs" fahren. Es wären also andere globale Lösungen nötig.

Wir in den 1.-Welt-Ländern werden zwar irgendwie umweltbewusster, dennoch habe ich den Eindruck, dass die Größe und Leistung der Autos mit dem Kraftstoffpreise wuchsen. (Größer, breiter, schwerer und dazu mehr Leistung). "Wir" trennen Müll, Recycleln alles mögliche, zahlen Ökosteuer, gleichzeitig erleben  wir eine Explosion von diesen "Alu-Kaffeetaps".
Aluminiumherstellung ist doch recht energieintensiv, scheint "uns" aber nicht richtig zu stören? Hinzukommen stetig andere neue "Energieverbraucher", gerade im Sommertrend 2019 in Großstädten. Elektrische Tretroller, haben die etwas mit Umweltbewusstsein zu tun? Sind die Flughafen-Passagierzahlen nicht auch neulich noch gestiegen? Und mir kommt es vor, als ob die "Lebendzyklen" mancher Geräte kürzer wird? Die Reparatur ist in der Regel nicht möglich oder teurer als ein Neukauf. Alles nichts neues, aber geändert haben "wir" nichts. Können "wir" das CO2-Reduktion mit dieser Einstellung schaffen?

Sollten wir zukünftig in Deutschland Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, würde ich mich nicht wundern, wenn diese abgebaut und in anderen Ländern mit evtl. laxeren Umweltbestimmungen weiterlaufen würden. Ist das die richtige "Menschen-Wir-Einstellung"? Wer hat über die Einstellung zu bestimmen? Sind nicht ohnehin weltweit einige neue Kohlekraftwerke geplant und im Bau? Wo ansetzen, um an den großen Schrauben zu drehen?

Egal, stellen wir uns also vor, "wir" schaffen es den CO2 Ausstoß trotz Doppelmoral, Verhaltenswahnsinn und Wachstumsdrang weltweit ab heute konstant zu halten. Zur Zeit sind "wir" um die 7-8 Milliarden Menschen, richtig?. Bis ins Jahr 2100 werden es voraussichtlich ca. 10-11 Milliarden sein. Wenn der Pro-Kopf-Ausstoß gleich bleibt, wird der Gesamtausstoß dennoch steigen. Wir bräuchten also eine deutliche Reduktion des CO2. Oder trauen wir uns an weltweite Geburtenkontrolle, Eugenik? Hoffen auf die eine oder andere Seuche, Kriege, Naturkatastrophen. Oder verringern wir die Geburtenzahlen in Entwicklungsländern besser mit mehr besserer Bildung, mehr Wohlstand und dadurch Perspektiven bieten? 

Hinzu kommt der natürliche Klimawandel (ich meine den, der schon immer da war und auch ohne Menschen vor sich hin wandelte) auch seine Einflüsse hat. Was ist, wenn dieser mal mit mal gegen die Wünsche des Menschen wirkt? Stellen wir uns vor, in der Zukunft ist Geoengineering zu Steuerung von Wetter und Klima möglich. Wer übernimmt die Verantwortung, wenn es aufgrund von chaotischen System zu "Problemen" kommt. Wer entscheidet wie dass Klima sein soll? Aber zurück zur Gegenwart. Wo wären die Lösungen?

Verstaatlichungen? Planwirtschaft? Diktatur? Und das weltweit? Neue Atomkraftwerke? Überhaupt neue Technologien? Neue Energiespeicher? Dezentralisierung der Stromversorgung? Warum spricht man nicht öfter und offener über technische Lösungen und deren Investitionen? Mehr als von Windräder und Solaranlagen hört man nicht. Warum lese ich von Verboten und Steuern, aber nicht von der nötigen Fokussierung auf Alternativen? Geld für einen neuen Eurofighter ist da, an Geld kann es nicht liegen oder?

Gibt es globale Antworten oder nur lokale CO2-Steuern?
Wie weit würdet ihr gehen? Wozu seid ihr bereit?
Was würdet ihr aufgeben? Was kann man von anderen Erwarten? Erzwingen?
Welche Antworten und Lösungen hört ihr in den Medien?
Welche global umsetzbaren Vorschläge habt ihr?
Wie lange würde die Umsetzung dessen dauern?
Was kosten? Was wäre dazu nötig?

Warum wurde bis jetzt nicht wirklich ernsthaft versucht etwas zu machen, man weiß doch seit den 80er über die "Problematik" bescheid? Weder Politik noch Wirtschaft (noch die Gesellschaft) scheinen ernsthaft an tatsächlichen Klimaschutz interessiert zu sein.

Wie war die Frage? Wir, die Menschheit. Wer sind "wir" und sind wir wirklich bereit für Änderungen, oder ist das ein Bild, welches uns vorwiegend in den Medien gezeigt wird? Worin besteht weltweit das meiste Interesse oder Bereitschaft? Bin gespannt auf eure Meinungen hierzu.
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echidna

« Antwort #320 am: 01. August 2019, 08:23 »
Und wenn wir das Klima ändern können, dann können wir auch wieder abstellen was das Klima ändert - wenn wir denn zu Änderungen bereit sind.
Wobei ich befürchte, dass es kaum möglich sein dürfte, diese Änderungen komplett abzustellen. Einfach schon deswegen, weil die Menschheit immer stärker wächst. Im Gegensatz zu den früheren Jahrhunderten vor dem Beginn der menschengemachten Klimaänderungen waren wir einfach massiv weniger Menschen auf der Erde.
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Sebi

« Antwort #321 am: 01. August 2019, 09:05 »
Klar, einfach ist das nicht. Aber z.B. in Deutschland ist der Pro-Kopf-Ausstoß von CO2 seit den 90ern um etwa ein Viertel gesunken. Und wir wissen alle, dass wir noch viel mehr machen könnten wenn wir es ernsthaft angehen würden.

Auch z.B. in China wird der CO2 Peak in gar nicht allzu ferner Zukunft liegen (oder noch früher, siehe von gestern: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klimaschutz-co2-emissionen-in-china-koennten-10-jahre-frueher-sinken-als-gedacht-a-1279711.html).

Sprich: Sinkt das CO2 pro Kopf, ist auch trotz Bevölkerungswachstum eine Reduktion möglich. Und das weltweite Bevölkerungswachstum verlangsamt sich ja deutlich.

Daher ist die Haltung "es ist eh alles verloren" aus meiner Sicht auch nur eine Strategie, vor sich selbst das Nichtstun zu rechtfertigen  :)
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Claudia-to-go

« Antwort #322 am: 01. August 2019, 11:00 »
Es ist nicht die Frage, ob wir das schaffen können. Die Frage lautet, ob wir es schaffen wollen. Es ist eine Entscheidung.

197 Staaten haben 2015 das Pariser Klimaabkommen unterschrieben, es gibt also eine internationale Absprache. Nun sind alle Nationen aufgefordert, ihre landesbezogenen Ziele zu erreichen und entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Am 8. August wird der neue Zwischenbericht des IPCC (Weltklimarat) vorgestellt, am 20. September findet eine internationale Klimademonstration statt (passenderweise will das Klimakabinett der Bundesregierung an diesem Tag seine Ergebnisse vorstellen). Wir entscheiden uns dafür, diese riesige Aufgabe mitzutragen, oder wir entscheiden uns dagegen.

Jeden Freitag gehen auf der ganzen Welt zigtausende Kinder auf die Straße, weil sie eine Zukunft wollen, will jemand ihnen wirklich sagen "Sorry, aber datt lohnt nich mehr"?
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Sebi

« Antwort #323 am: 01. August 2019, 13:30 »
Claudia, 100% agreed.

Wir sind hier aber schon wieder vom eigentlichen spezifischeren Thema des Threads abgekommen   :)
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