Thema: Auswahl Auslandskrankenversicherung  (Gelesen 588 mal)

M.L2911

« am: 16. Februar 2021, 18:08 »
Hallo Leute, zurzeit beschäftige ich mit der Auswahl der richtigen Auslandskrankenversicherung.

Ich hatte meine -AKV bis 5 Jahre- vor Jahren bei der Allianz über STA Travel abgeschlossen und war da eig. zufrieden bzw. kann zur Leistungsabwicklung nichts sagen da ich nie Leistungen in Anspruch genommen habe. Die sind ja jetzt insolvent gegangen und ich bin auf der Suche nach einer ähnlichen Versicherung. Vorteile: günstig mir ca. 36€ pro Monat. Nachteile hier waren 50€ Selbstbeteiligung und Vorauszahlung der kompletten Prämien.
Wenigstens hat die Rückerstattung der nichtgenutzten Monate trotz Insolvenz reibungslos funktioniert.

Es geht vor allem darum inwieweit die AKV Behandlungen bei den derzeit gültigen Reisewarnungen abdeckt. Hab heute mal das Netz durchforstet und folgende drei gefunden:

- Voraussetzung sollte auch sein, dass die Versicherungszeit 2+ Jahre beträgt und ohne USA&Kanada

1. Hanse Merkur Langzeit-AKV bis 5 Jahre kostet im Basic Tarif mit 25€ Selbstbeteiligung je Schadensfall stolze 59€ pro Monat.
In den dazugehörigen Versicherungsbedingungen, gibt es keinerlei Informationen zu Pandemie bzw. Reisewarnungen, allerdings steht auf deren Website im FAQ folgendes:

"Die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes hat keine Auswirkung auf Ihren Versicherungsschutz. Wir empfehlen Ihnen jedoch zu prüfen, ob Sie Ihre Reise vorzeitig beenden können. Es besteht keine Verpflichtung für Sie, die Reise vorzeitig abzubrechen. Der vereinbarte Versicherungszeitraum behält seine Gültigkeit."

Ich bin zwar kein Jurist, aber würde dies auch für neu abgeschlossene Verträge gelten? Hört sich jedenfalls nicht danach an.

2. Young Travellers von Ergo bzw. über einen Vermittler. AKV bis zu 2 Jahre gültig, keine Selbstbeteiligung für 47€ pro Monat.

Die Ergo Versicherung schließt in den Versicherungsbedingungen Reisen in Gebiete mit Reisewarnung aus: "9.2 Sie reisen in ein Gebiet, für das zum Zeitpunkt Ihrer Einreise eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland ausgesprochen ist? Dann haben Sie keinen Versicherungsschutz."

Allerdings schreibt der Vermittler auf seiner Website:
"Unser Tarif Young Travellers beinhaltet zwar in den Versicherungsbedingungen eine Einschränkung für den Fall einer Pandemie, aber auf diese Einschränkung hat der Versicherer verzichtet. Die Young Travellers Auslandsreiseversicherung ist somit für alle Reisen abschließbar. Auf Wunsch bestätigen wir Ihnen den Verzicht auf die Pandemie-Klausel und den Versicherungsschutz auch bei einer Erkrankung an Corona gern zusätzlich zu Ihrer Buchung."

Was ist davon zu halten, sollte ich hier bei Ergo nochmal explizit nachfragen? Bzw. wenn ein Schadensfall eintreten sollte kann sich Ergo dann zur Zahlung weigern und ich muss im schlimmsten Fall alles beim Vermittlungsunternehmen geltend machen?

3. TravelSecure Young von Würzburger im Basistarif 38,33€ pro Monat, keine Selbstbeteiligung, bis zu 3 Jahre gültig.

In den Versicherungsbedingungen steht: "Wir Leisten nicht für durch Streik, innere Unruhen, Kriege, Kernenergie, Eingriffe von hoher Hand, Teilnahme an Expeditionen und Vorsatz entstandene Erkrankungen oder Unfälle."

Ich würde jetzt so argumentieren, das Sie bei einer Reisewarnung aufgrund von Corona leisten, jedoch nicht bei einer Reisewarnung für z.B Syrien aufgrund von Krieg?

Fazit:

1. Pro: monatliche Zahlungsweise, Contra: teuer, Selbstbeteiligung, schwammige Formulierung bzgl. Reisewarnung?
2. Pro: keine Selbstbeteiligung, Ausschluss der Pandemieklausel Contra: teuer, keine monatliche Zahlung (Einmalbetrag)
3. Pro: günstig, keine Selbstbeteiligung Contra:?

Meine Frage an euch: Welche würdet Ihr nehmen bzw. kennt Ihr evtl. noch andere/bessere AKV´s?
Wie ist eure Einschätzung bzgl. den ganzen Klauseln?

Gruss
Marcel
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Joerg83

« Antwort #1 am: 16. Februar 2021, 19:08 »
Hallo Marcel,

ich kann Dir nur von meiner Erfahrung mit der HanseMerkur berichten. Hatte die bereits bei meiner letzten großen Reise und nun, vor 2 Wochen, habe ich wieder die 1-jährige AKV dort abgeschlossen.

Da es es für Costa Rica folgende Einreisebestimmung gibt...

"Ebenso ist ein Nachweis über eine den aktuellen costa-ricanischen Vorgaben entsprechende Krankenversicherung, die auch den Fall einer COVID-19-Erkrankung abdeckt, in englischer oder spanischer Sprache vorzulegen"

...habe ich dort mal nachgefragt und die Dame meinte das ist kein Problem, ich soll mich einfach ca. 4 Wochen bevor ich das genauere Einreisedatum weiß, nochmal melden, dann stellen sie mir ein entsprechendes Dokument aus.

Ich habe kurz den Reiseverlauf beschrieben (Zentralamerika) und da sind ja nur (Hoch-)Risikogebiete bzgl. Covid-19 dabei. Wie ich herausgehört habe (habe aber nicht weiter nachgefragt), ist C jedoch kein Grund um sich ausfliegen zu lassen.

Gruß,
Jörg

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M.L2911

« Antwort #2 am: 16. Februar 2021, 22:37 »
Hi Jörg,

vielen Dank für deine Antwort.

Ja ich hab auch schon viel Gutes von der HanseMerkur gehört, allerdings ist mir ne 1-jährige Police zu kurz.  :) Und die mehrjährige zu teuer.

Aus meiner Erfahrung weiß ich halt, dass ich die AKV jetzt nicht großartig für irgendwelche Arztbesuche bei kleineren Sachen nutze. Deshalb möchte ich da keine 59€ im Monat ausgeben.

Covid-19 wird von den meisten Versicherungen wie jede andere Krankheit gehandhabt, deswegen eig. verständlich, dass Sie dich nicht ausfliegen.

Mir gehts vielmehr darum, falls ich mir das Bein breche und ins KH muss, das die Versicherung aufgrund von bestehenden "Covid-19 bedingten Reisewarnung" die Leistung verweigert.

ohh... Costa Rica cool, wollte auch nach Lateinamerika aber wurde hier zulange aufgehalten und jetzt kommt dann die Regenzeit.

Gruss
Marcel
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Joerg83

« Antwort #3 am: 17. Februar 2021, 20:57 »
Hallo Marcel,

ich bin mir ziemlich sicher, das die Versicherung den angebotenen medizinischen Schutz nicht von politischen Reisewarnungen abhängig macht (sonst wäre das in 'nicht Pandemiezeiten' ja ähnlich).
Wenn dem so wäre, müsste das explizit und leicht erkennbar sichtbar gemacht werden. Von 193 Staaten dieser Welt sind momentan nur 37 nicht von Reisewarnungen seitens des AA betroffen.
Eine Langzeitauslandskrankenversicherung für 'weltweit ohne USA/Kanada' anzubieten und dann im Fall des Falles zu sagen 'ne sorry, selbst Schuld - Reisewarnung' geht für mein laienhaftes Rechtsverständnis nicht in Ordnung.
Aber du hast schon recht... better safe, than sorry  :D

VG,
Jörg
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