Thema: Sorgen, Zögern, Ängste vor langem Auslandsaufenthalt?  (Gelesen 1823 mal)

alex_worldwide

« am: 31. Dezember 2019, 16:30 »
Hi, ich bin neu hier und mich beschäftigt eine Frage:

Gibt es hier Personen, die Sorgen oder Zweifel haben, wenn sie an ihren geplanten, längeren Auslandsaufenthalt denken?
(Au Pair, Work & Travel, Studium oder Praktikum etc.)

Oder kennt ihr vielleicht Leute, denen es so geht?
Sogar Leute, die aus diesen Gründen, auf eine derart große Chance verzichten?

Ich würde mich hier sehr gerne mit euch austauschen.
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Vali_CR

« Antwort #1 am: 15. Januar 2020, 15:26 »
Hallo Alex

Ich denke, einige Sorgen und Zweifel gehören dazu, vor allem wenn es die erste längere Reise ist.
Ich bin auch vor 2 Jahren das erste Mal gestartet. Ich habe es lange geplant und hatte grosse Vorfreude, jedoch auch meine Zweifel. Niemals würde ich aber auf die Erfahrungen verzichten wollen.
Sobald die Reise gestartet ist und ein paar Tage oder Wochen vergangen sind, werden die Zweifel vergehen.
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Jens01

« Antwort #2 am: 22. Januar 2020, 11:04 »
Hallo Vali_CR,

Zweifel gehören zum Leben dazu. Ohne wärst du naiv und auch einfach hochrisikofreudig.
Dennoch sollte man sich davon nicht aufhalten lassen.

Nutzte solche Chancen beim "Schopfe" und mach es.

Wie jemand mal zu mir sagte: "Einfach machen. Ob es passt, weißte erst im Nachhinein."
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farmerjohn1

« Antwort #3 am: 26. Januar 2020, 20:53 »
Klar - mit jedem längeren Aufenthalt ausserhalb des Geltungsbereiches des Grundgesetzes eines mitteleuropäischen Herkunftslandes erhöhst du heute alle normalen Lebensrisiken um mind. eine Potenzzahl, plus die Risiken durch deine Ortsunkenntnis plus die durch unüberschaubare Einstellungen der jeweils Einheimischen gegenueber deiner Herkunftskultur; wobei sich die eigenen  Chancen momentan in den meisten Ländern keinesfalls in gleichem Masse steigern wie die Risiken.
Aber die Zeit steht nicht still: Meinungen ändern sich, Bedingungen ändern sich, Organisationsmöglichkeiten ändern sich, du selber veränderst deine Prioritäten -  da kannst du dich informieren und nachdenken so viel du willst, du kannst trotzdem nicht alles richtig einschätzen oder Entwicklungen voraussehen.
 
Es sind auch schon tüchtige und kluge Leute aus Vorsicht daheim geblieben und dann im Bett unter dem eigenen Dach zu Tode gekommen bevor sie die Länder besucht hatten, für die sie sich interessierten. 
 


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Marla

« Antwort #4 am: 27. Januar 2020, 02:51 »
Es sind auch schon tüchtige und kluge Leute aus Vorsicht daheim geblieben und dann im Bett unter dem eigenen Dach zu Tode gekommen bevor sie die Länder besucht hatten, für die sie sich interessierten.
Damit hast du 100prozentig Recht (vor allem auch damit, dass man vorher nie alles vorhersehen/einschätzen kann) und auch die Eingangsfragen alle beantwortet. Aber ob das dem Fragesteller oder jemand in einer ähnlichen Situation weiterhilft? :)

Meine Gedanken: viele der Welterfahrenen und Weitgereisten hier im Forum haben mal klein angefangen, auch wenn sie sich kaum noch daran erinnern. Ich hätte früher richtig Angst gehabt vor einem längeren Auslandsaufenthalt, was vor allem an mangelnden Sprachkenntnissen lag. Mit den Jahren und Reisen bin ich dann immer besser in Englisch und Spanisch geworden, hab sogar noch weitere Sprachen gelernt und bin insgesamt viel mutiger geworden. Bei mir hat das allerdings Zeit gebraucht, eine "Schocktherapie" wäre nicht das richtige gewesen. Andererseits, wer sich schon konkret mit einem Auslandsaufenthalt beschäftigt, ist da sicher schon deutlich weiter. Daher würde ich sagen:
Zweifel --> völlig(!) normal, trotzdem machen
Richtige Ängste --> noch ein paar Jahre warten und inzwischen was für den Abbau tun, z.B. Sprachkurs machen am besten in Ausland, je nachdem, was dahinter steckt(?)
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Vali_CR

« Antwort #5 am: 27. Januar 2020, 09:19 »
Vielleicht hilft es dir ja zu wissen, dass du jederzeit wieder nach Hause fliegen kannst, falls das ganze nichts für dich sein sollte? Aber versuchen solltest du es auf jedenfall
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Marla

« Antwort #6 am: 27. Januar 2020, 15:02 »
Stimmt, auch ein wichtiger Aspekt. Würde dann nur mal schauen, wie das jeweils organisiert ist, damit man nicht einen Haufen Kohle verliert. Denn der Fragesteller redet ja nicht von Reisen sondern Praktikum, AuPair etc.

Bin da wir gesagt auch bei den anderen. Wenn du das für dich recherchiert und organisiert hattest, hattest du ja auch Bock darauf, dann würde ich das auch durchziehen. Wenn du von Anfang an Zweifel hattest, evtl. dich von anderen hast überreden lassen, weil heutzutage jeder einen Auslandsaufenthalt in seinem Lebenslauf braucht (BS), dann  kannst du es auch getrost lassen.

Mich stört immer die Aussage, man müsse reisen oder ins Ausland gehen, so lange man jung (z.B. unter 30) ist, weil es sonst zu spät sei. Gibt genug Gegenbeispiele.
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farmerjohn1

« Antwort #7 am: 27. Januar 2020, 20:54 »
Mich stört immer die Aussage, man müsse reisen oder ins Ausland gehen, so lange man jung (z.B. unter 30) ist, weil es sonst zu spät sei. Gibt genug Gegenbeispiele.
Mich stört diese Aussage auch, und Du hast Recht: es gibt genug Gegenbeispiele: ältere Personen, die in höherem Alter erstmals aufgebrochen  und glücklich im Ausland geworden sind ohne das Gefühl des 'zu spät', und auch Leute die die Erfahrung gemacht haben, dass man  zu jung dafür sein kann, dann zum Beispiel wenn  die Vertreter von Lehrinstitutionen, in die vor allem junge Leute gehen, die Situation ihrer Schüler nicht überblicken und diese wegen ihrer normabweichenden Sichtweisen schikanieren anstatt ihrer Aufklärungspflicht nachzukommen.
Aber anders als Du halte ich diese Aussage nicht für blanken Unsinn: ich denke, der zitierte Satz ist anders gemeint, da steckt zumindest eine Erfahrung hinter die wirklich unumstoesslich wahr ist: wer erst mit 60 oder so  'rauskommt, hat meist schon Berufswahl, Partnerwahl, die meisten Arbeitsjahre, Familiengründung, Kindererziehung, etc. hinter sich und kann die Eindrücke aus der Fremde nicht mehr in all dies einbringen - einfach weil es schon vorbei ist.
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Knud65

« Antwort #8 am: 28. Januar 2020, 04:48 »
Aber zwischen Mitte 20 und 60 sind ja auch noch ein paar andere Jahre, die man die Reise machen kann, oder? Das Einzige was ich gelten lasse ist, dass man mit 45/55 nicht mehr all das machen kann/will, was man ggf. noch mit 30 gemacht hätte. Aber auch im fortgeschrittenen Alter ist eine Weltreise super!
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karoshi

« Antwort #9 am: 28. Januar 2020, 09:27 »
Vielleicht hilft es dir ja zu wissen, dass du jederzeit wieder nach Hause fliegen kannst, falls das ganze nichts für dich sein sollte?

Stimmt, auch ein wichtiger Aspekt. Würde dann nur mal schauen, wie das jeweils organisiert ist, damit man nicht einen Haufen Kohle verliert. Denn der Fragesteller redet ja nicht von Reisen sondern Praktikum, AuPair etc.

Generell ist das häufigste und richtigste Argument gegen zu viele Zweifel und für das "einfach machen", dass man ja jederzeit gegensteuern oder sogar abbrechen kann, wenn ausnahmsweise doch etwas nicht passt. Das ist auch so, allerdings muss man aufpassen, dass man nicht zu sehr in Vorleistung gegangen ist, sonst wird der Preis dafür relativ hoch. In den meisten Fällen geht es aber nur um ein paar hundert Euro für einen Rückflug, und die verlorene Zeit wird durch die gewonnene Erfahrung mehr als aufgewogen.
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Vombatus

« Antwort #10 am: 28. Januar 2020, 10:12 »
Da erinnere ich mich an einen alten Beitrag mit einem Anhang (Text) über Komfortzonen und Gründe, die man immer findet, um etwas nicht zu tun. Hatte ich irgendwo im Internet gelesen und in diesem Beitrag hier angehangen.

https://weltreise-info.de/forum/index.php?topic=6645.msg70637#msg70637

Vielleicht motiviert der Text weiterhin irgendjemanden?
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farmerjohn1

« Antwort #11 am: 02. Februar 2020, 09:23 »
Ja - ist ein süsses Textilein. Nur weiss der/die Autor/In am Ende offenbar auch nicht eindeutig zu raten was aus den teilweise ja recht interessanten Überlegungen zu schliessen sei: kleine Schritte anstatt grosses Abenteuer, oder grosses Abenteuer statt kleiner Schritt, oder doch der kleine Schritt mit Hoffnung bzw. Aussicht auf das grosse unbekannte Abenteuer. Zudem bleibt mir zu schwammig, was nun mit 'kleinem Schritt' vs. 'grossem Abenteuer/Sprung/Unbekanntem' nun gemeint ist: was soll denn da der Massstab sein?
Wer im Bereich des menschlichen Handelns etwas wissen und etwas erreichen will, muss es letztendlich ausprobieren, da der theoretische bzw. institutionell geregelte  Wissenserwerb sowie das Denken meist mehrere ganz unterschiedliche mögliche Entwicklungsszenarien erkennen lassen. 
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Marla

« Antwort #12 am: 05. Februar 2020, 05:12 »
Generell ist das häufigste und richtigste Argument gegen zu viele Zweifel und für das "einfach machen", dass man ja jederzeit gegensteuern oder sogar abbrechen kann, wenn ausnahmsweise doch etwas nicht passt. Das ist auch so, allerdings muss man aufpassen, dass man nicht zu sehr in Vorleistung gegangen ist, sonst wird der Preis dafür relativ hoch. In den meisten Fällen geht es aber nur um ein paar hundert Euro für einen Rückflug, und die verlorene Zeit wird durch die gewonnene Erfahrung mehr als aufgewogen.
Ich würde nicht außer Acht lassen, dass man damit klarkommen muss, "gescheitert" zu sein. Natürlich ist es kein wirkliches Scheitern, wenn man seine Entscheidung revidiert und etwas aufgibt, sondern wie du sagst, eine gewonnene Erfahrung. Trotzdem haben viele daran etwas zu knabbern, wie ich aus eigener Erfahrung und der meines Umfeldes weiß. Dennoch soll das jetzt nicht Leute abhalten, ihre Komfortzone zu verlassen.
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Marla

« Antwort #13 am: 05. Februar 2020, 05:21 »
Aber zwischen Mitte 20 und 60 sind ja auch noch ein paar andere Jahre, die man die Reise machen kann, oder?
Genau das war auch mein Gedanke, denn ich schätze den (leider nicht mehr aktiven) Threadersteller auch auf unter 30.

Das Einzige was ich gelten lasse ist, dass man mit 45/55 nicht mehr all das machen kann/will, was man ggf. noch mit 30 gemacht hätte. Aber auch im fortgeschrittenen Alter ist eine Weltreise super!
Das empfinde ich ganz genauso. Merke jetzt auch schon, dass manches nicht mehr so läuft wie früher, z.B. wenn die Ü30-jährigen auf den Vulkan sprinten und ich kaum hinterherkomme :) Aber vieles geht eben trotzdem noch. Und ich glaube, man genießt es nicht weniger, nur anders.
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